Die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit

Was sind die Gründe dafür?


Seminararbeit, 2010

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der momentane Zustand der Entwicklungsländer

3. Mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der EZA
3.1. Korruption
3.2. Evaluierung

4. Maßnahmen gegen entwicklungspolitische Problemfelder
4.1. Bessere Transparenz
4.2. Bessere Partnerschaft
4.3. Nachhaltigkeit

5. Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Agenda Entwicklungszusammenarbeit, genauer mit der mangelnden Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit. Als zeitlicher Rahmen sollen zum einen Problemfelder in der entwicklungspolitischen Vergangenheit beschrieben werden, zum anderen Fehlentwicklungen in der gegenwärtigen Entwicklungszusammenarbeit, ohne dabei den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Als zu untersuchende Materie soll die österreichische Entwicklungszusammenarbeit analysiert werden. Dies schließt jedoch nicht den Blick auf die europäische Agenda zu dieser Thematik aus, insbesondere die Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Die Fragestellung lautet: Wieso existiert in der Entwicklungszusammenarbeit eine mangelnde Effektivität und Wirksamkeit? Was sind die Gründe dafür? Wo sind die Probleme und Ursachen hierfür zu suchen?

Meine Hypothese dazu lautet, dass die Thesen von Gerald Hödl, welche im Seminar Österreichische Entwicklungszusammenarbeit angesprochen worden sind, als Erklärung heranzuziehen sind. Hödl spricht davon, dass internationaler Druck, nationale Interessen und systematische Zwänge Einfluss darauf haben, auf welche Art und Weise Entwicklungszusammenarbeit ausgeführt wird. Und diese Einflussfaktoren wirken sich wiederum direkt auf die Wirksamkeit und Effektivität der Entwicklungszusammenarbeit aus. Meine These gilt es also dahingehend zu untersuchen, ob die von Hödl genannten Einflüsse eine negative Wirkung bezüglich Wirksamkeit und Effektivität nach sich ziehen oder nicht.

Als methodische Vorgehensweise zur Bewertung der These wird mittels Literaturrecherche der Versuch unternommen, mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit sowohl in der Gegenwart wie auch in der Vergangenheit aufzuzeigen und zu analysieren. Warum konnte es zu diesen Problemfeldern kommen und wie hängen mangelnde Effektivität und Wirksamkeit mit den Thesen von Hödl zusammen?

Am Anfang steht eine Beschreibung des momentanen Zustands der Entwicklungsländer. Danach wird anhand von Beispielen die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit aufgezeigt. Maßnahmen gegen entwicklungspolitische Problemfelder werden anschließend analysiert, bevor es zu einem abschließenden Resümee kommen soll.

2. Der momentane Zustand der Entwicklungsländer

Wenn der gegenwärtige Zustand der Entwicklungsländer betrachtet wird, dann stellt sich die Frage, welche und gegebenenfalls wie viel Effektivität durch Entwicklungszusammenarbeit überhaupt erreicht wird. Natürlich lässt sich dies nicht verallgemeinernd darstellen und es gibt einige wenige positive Ausnahmen, die heraus stechen, dennoch muss festgestellt werden, dass sich die Länder des Südens, trotz – oder vielleicht sogar wegen – Entwicklungszusammenarbeit, nicht von den gröbsten Problemen lösen können. Dies lässt sich anhand der folgenden Zitate und Zahlen belegen:

„Mehr als ein halbes Jahrhundert „Entwicklung“, d.h. des planmäßigen Einsatzes wirtschaftlicher und politischer Mittel zur Beseitigung von Armut und ungleicher Verteilung der nationalen und globalen Reichtümer, hat geringe Wirkung erzielt. Den Angaben der Weltbank zufolge lebten Anfang des dritten Jahrtausends auf dieser Welt 2,7 Milliarden Menschen in Armut. 1,3 Milliarden galten als „absolut arm“, d.h. ihnen stand weniger als 1 US-Dollar pro Tag zum Leben zur Verfügung.“ (Nöst 2006: 43).

Eine mangelnde bis nicht vorhandene Wasser- und Abwasserversorgung ist in Bezug auf den Zustand der Entwicklungsländer anzuführen. Zu Beginn dieses Jahrhunderts fehlt etwa ein Siebtel der Weltbevölkerung – fast 900 Millionen Menschen – die Möglichkeit, sauberes Trinkwasser zu beziehen. Hinzu kommt, dass etwa 2,5 Milliarden Menschen ohne eine adäquate Grundversorgung im Sanitärbereich leben müssen. Diese Zahlen zeigen deshalb die Misere der Entwicklungsländer so deutlich auf, weil fehlender Zugang zu Wasser sowie eine unzureichende Wasserqualität entscheidende Faktoren für Armut und Krankheit darstellen. Somit ist der arme und marginalisierte Teil der Bevölkerung davon besonders betroffen. Die Probleme in der Wasser- und Abwasserversorgung sind aber nicht nur auf geografische und klimatische Faktoren zurückzuführen. Oftmals sind die politischen Eliten der Entwicklungsländer dafür verantwortlich, dass die Bedürfnisse der armen Bevölkerung nicht erfüllt werden und etwa nicht genügend finanzielle Mittel eingesetzt werden, um Wasser- und Abwasserversorgung sowie das dafür erforderliche Management der Wasserressourcen zur Verfügung zu stellen (vgl. BMZ 2010).

Weit verbreitete Armut und eine ungenügende Wasserversorgung beschreiben demnach den momentanen Zustand vieler Entwicklungsländer. Daneben gibt es noch zahlreiche Krankheiten wie Malaria, Aids und Diarrhoe, die besonders intensiv in Entwicklungsländern vorkommen, genauso wie Umweltkatastrophen, die aufgrund des Klimawandels zukünftig wohl noch häufiger auftreten werden, und in der Regel besonders stark die Länder des Südens treffen.

Warum ist dies so? Warum wird die Kluft zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern nicht kleiner? Die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit trägt hierzu ihren Teil – wenn auch nicht als einziger und ausschließlicher Faktor – bei. Was sind aber nun die Gründe für mangelnde Effektivität und Wirksamkeit? Wo genau liegen die Ursachen?

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit
Untertitel
Was sind die Gründe dafür?
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Internationale Entwicklung)
Veranstaltung
Österreichische Entwicklungszusammenarbeit
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V275283
ISBN (eBook)
9783656684558
ISBN (Buch)
9783656684541
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungzusammenarbeit, EZA, Österreich, Effektivität, Wirksamkeit, Entwicklungsländer, Entwicklungspolitik, Korruption, Evaluierung, Transparenz, Nachhaltigkeit, Partnerschaft, Problemfelder, Zustand, Kritik, Einflussfaktoren, Entwicklungstheorie, Pariser Erklärung
Arbeit zitieren
Wolfgang Krumm (Autor), 2010, Die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275283

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