Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit der Agenda
Entwicklungszusammenarbeit, genauer mit der mangelnden Effektivität
und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit. Als zeitlicher
Rahmen sollen zum einen Problemfelder in der entwicklungspolitischen
Vergangenheit beschrieben werden, zum anderen Fehlentwicklungen in
der gegenwärtigen Entwicklungszusammenarbeit, ohne dabei den
Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Als zu untersuchende Materie
soll die österreichische Entwicklungszusammenarbeit analysiert werden.
Dies schließt jedoch nicht den Blick auf die europäische Agenda zu dieser
Thematik aus, insbesondere die Entwicklungszusammenarbeit in
Deutschland. Die Fragestellung lautet: Wieso existiert in der
Entwicklungszusammenarbeit eine mangelnde Effektivität und
Wirksamkeit? Was sind die Gründe dafür? Wo sind die Probleme und
Ursachen hierfür zu suchen?
Meine Hypothese dazu lautet, dass die Thesen von Gerald Hödl, welche im
Seminar Österreichische Entwicklungszusammenarbeit angesprochen
worden sind, als Erklärung heranzuziehen sind. Hödl spricht davon, dass
internationaler Druck, nationale Interessen und systematische Zwänge
Einfluss darauf haben, auf welche Art und Weise
Entwicklungszusammenarbeit ausgeführt wird. Und diese Einflussfaktoren
wirken sich wiederum direkt auf die Wirksamkeit und Effektivität der
Entwicklungszusammenarbeit aus. Meine These gilt es also dahingehend
zu untersuchen, ob die von Hödl genannten Einflüsse eine negative
Wirkung bezüglich Wirksamkeit und Effektivität nach sich ziehen oder
nicht.
Als methodische Vorgehensweise zur Bewertung der These wird mittels
Literaturrecherche der Versuch unternommen, mangelnde Effektivität und
Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit sowohl in der Gegenwart
wie auch in der Vergangenheit aufzuzeigen und zu analysieren. Warum
konnte es zu diesen Problemfeldern kommen und wie hängen mangelnde
Effektivität und Wirksamkeit mit den Thesen von Hödl zusammen?
Am Anfang steht eine Beschreibung des momentanen Zustands der
Entwicklungsländer. Danach wird anhand von Beispielen die mangelnde
Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit
aufgezeigt. Maßnahmen gegen entwicklungspolitische Problemfelder
werden anschließend analysiert, bevor es zu einem abschließenden
Resümee kommen soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der momentane Zustand der Entwicklungsländer
3. Mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der EZA
3.1. Korruption
3.2. Evaluierung
4. Maßnahmen gegen entwicklungspolitische Problemfelder
4.1. Bessere Transparenz
4.2. Bessere Partnerschaft
4.3. Nachhaltigkeit
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ursachen für die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) mit einem Fokus auf die österreichische Perspektive und die Hypothesen von Gerald Hödl zu externen sowie internen Einflussfaktoren.
- Analyse der Rahmenbedingungen und Problemfelder der Entwicklungszusammenarbeit
- Untersuchung von Korruption und Evaluierung als strukturelle Hindernisse
- Bewertung der Bedeutung von Transparenz und Partnerschaft für den Projekterfolg
- Erörterung der Nachhaltigkeit im gesamten Projektzyklus
- Diskussion systematischer Zwänge und nationaler Interessen im internationalen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1. Korruption
Es kann nicht pauschal die Aussage getroffen werden, dass alle Entwicklungsprojekte schlecht und unwirksam sind. Natürlich gibt es auch gute und nachhaltige Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit. Wenn es aber darum geht, mangelnde Wirksamkeit und Effektivität offen zu legen, ist dies nicht ausschließlich, aber oftmals auf Korruption zurück zu führen. Hierbei gilt es jedoch aufzupassen, dass sich die westlichen Geberländer mit dem - häufig berechtigten - Vorwurf der Korruption in Entwicklungsländern nicht von jeglicher Verantwortung frei kaufen. In der Regel gibt es bei korrupten Geschäftsbeziehungen immer zwei Akteure. Dennoch gilt es ein Zitat von Peter Eigen, dem Gründer von Transparency International, festzuhalten: „Viele Entwicklungsländer sind arm, weil sie korrupt sind.“ (Eigen zitiert nach Seitz 2009b).
Deshalb gilt es darauf hinzuwirken, vorhandene Korruption in Entwicklungsländern deutlich zu verringern. Denn Korruption und Betrug von Subventionen führen dazu, dass nur eine ungenügende Wirksamkeit und Effektivität erzielt werden kann, etwa bei der Bekämpfung von Armut. So ergaben sich beispielsweise bei einer Untersuchung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit im Jahr 1996 die folgenden Zahlen: 6% der Projekte wurden als sehr erfolgreich beurteilt, 37% als erfolgreich. Darüber hinaus wurden aber 22% der Projekte als nicht zufriedenstellend bewertet und 19% der Projekte als mangelhaft (vgl. Keweloh 1997:435). Somit können 41% der Projekte als mehr oder weniger gescheitert angesehen werden, was nicht unbedingt für eine hohe Effektivität und Wirksamkeit in der entwicklungspolitischen Projektarbeit spricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung nach den Gründen für mangelnde Wirksamkeit in der EZA ein und definiert das methodische Vorgehen mittels Literaturanalyse.
2. Der momentane Zustand der Entwicklungsländer: Dieses Kapitel skizziert die anhaltende Misere vieler Entwicklungsländer, insbesondere im Hinblick auf Armut und Wasserversorgung.
3. Mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der EZA: Es werden zentrale strukturelle Defizite wie Korruption und mangelnde Transparenz bei der Evaluierung thematisiert.
4. Maßnahmen gegen entwicklungspolitische Problemfelder: Dieses Kapitel erarbeitet Lösungsansätze durch die Forderung nach mehr Transparenz, echter Partnerschaft und einer konsequenten Nachhaltigkeitsstrategie.
5. Resümee: Die Arbeit fasst die Kritik an der EZA zusammen und hinterfragt die Rolle externer Einflussfaktoren und Machtstrukturen auf die Projektergebnisse.
Schlüsselwörter
Entwicklungszusammenarbeit, EZA, Effektivität, Wirksamkeit, Korruption, Armutsbekämpfung, Nachhaltigkeit, Transparenz, Evaluierung, Partnerschaft, Entwicklungsländer, Internationale Politik, Empowerment, Projektmanagement, Strukturdefizite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Gründe für die oft unzureichende Wirksamkeit und Effektivität von Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die aktuelle Situation in Entwicklungsländern, die Auswirkungen von Korruption, die Transparenz von Evaluierungsprozessen sowie Strategien für nachhaltige Partnerschaften.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, warum trotz langjähriger Bemühungen mangelnde Effektivität in der EZA existiert und welche strukturellen Ursachen dafür verantwortlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine fundierte Literaturrecherche durchgeführt, um Fehlentwicklungen sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart zu analysieren und theoretisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analyse von Korruption, Evaluierungspraktiken sowie den Anforderungen an Transparenz, Partnerschaft und Nachhaltigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Wirksamkeit, Korruption, Transparenz, Nachhaltigkeit und EZA beschreiben.
Welche Rolle spielt die Hypothese von Gerald Hödl?
Hödl dient als theoretische Basis, um den Einfluss von internationalem Druck, nationalen Interessen und systematischen Zwängen auf die Qualität der EZA zu bewerten.
Was bedeutet der Begriff "Hilfe zur Selbsthilfe" im Kontext dieser Arbeit?
Er wird kritisch als Zielvorgabe diskutiert, die in der Praxis oft an Strukturdefiziten und fehlender Ergebnisorientierung scheitert.
- Quote paper
- Wolfgang Krumm (Author), 2010, Die mangelnde Effektivität und Wirksamkeit in der Entwicklungszusammenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275283