Entwicklungszusammenarbeit. Die öffentliche Bewertung


Seminararbeit, 2007
12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Meinung der Bevölkerung zur Entwicklungszusammenarbeit

3 Meinung der Bevölkerung zu den Millenniumsentwicklungszielen

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Menschen bilden sich Meinungen im privaten Umfeld, innerhalb der beruflichen Tätigkeit oder im Rahmen von gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Wenn man seine Meinung verlauten lässt, verkündet man die subjektive Einstellung zu einem bestimmten Sachverhalt. Die eigene Meinung kann sich mit den Meinungen von anderen Personen decken. Wenn dies der Fall ist, liegt eine Meinungsübereinstimmung vor. Es kann aber auch sein, dass verschiedene oder gegensätzliche Meinungen hervortreten. Die Meinung der Öffentlichkeit zeigt das Meinungsbild der Gesellschaft auf, es verdeutlicht die Ansichten und Einstellungen der Bevölkerung. Meinungen einer einzelnen Person oder ganzer Bevölkerungsschichten können gehört, beachtet und umgesetzt werden. Es kann aber auch dazu kommen, dass Meinungen überhört werden und ohne Beachtung wieder in der Versenkung verschwinden.

In dieser Seminararbeit soll es um Meinungen gehen. Genauer gesagt um die Meinung der Bevölkerung zur Entwicklungszusammenarbeit. Die Fragestellung wird lauten, wie in der Öffentlichkeit die Entwicklungszusammenarbeit bewertet wird. Welche positiven oder negativen Meinungen gibt es von Seiten der Bevölkerung dazu? In einem weiteren Punkt wird kurz die Meinung der Bevölkerung zu den Millenniumsentwicklungszielen dargestellt. Die Millenniumsentwicklungsziele stellen einen konkreten Aktionsplan innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit dar, und werden deshalb beispielhaft verwendet, um die Meinung der Öffentlichkeit zu diesem Thema zu beleuchten. Abschließend gibt es eine zusammenfassende Darstellung der Thematik mit einem kurzen Ausblick.

2 Die Meinung der Bevölkerung zur Entwicklungszusammenarbeit

Die Unterstützung der Bevölkerung für Entwicklungshilfeleistungen ist innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte konstant hoch und stabil gewesen. Momentan gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich diese breite Zustimmung in der öffentlichen Meinungsbildung in absehbarer Zeit ändern würde. Die große Mehrheit der Bürger in den OECD-Ländern unterstützt demnach Entwicklungshilfe zugunsten der Länder des Südens. Die Untersuchungen einer Studie kommen zu dem Resultat, dass der Grad an Zustimmung in den einzelnen Ländern zwischen 70 Prozent und 90 Prozent liegt. Der durchschnittliche Wert an Zustimmung zur Entwicklungszusammenarbeit beträgt somit genau 80,4 Prozent. Dieser Wert bestätigt die Untersuchungen von zwei vorausgegangenen Studien, welche nur einen minimal geringeren Wert aufgewiesen haben.

Wenn man sich die Länder nun einzeln betrachtet, sieht man Großbritannien und Japan mit 70 Prozent am unteren Ende der Zustimmungsskala angesiedelt. Neuseeland mit 71 Prozent und Deutschland mit 75 Prozent weisen im Vergleich zu den beiden erstgenannten Ländern etwas mehr an Zustimmung auf. Im Mittelfeld der Länder befinden sich die Vereinigten Staaten von Amerika mit 79 Prozent, die Schweiz mit 80 Prozent, sowie Kanada mit 83 Prozent und Spanien mit 84 Prozent. Im oberen Bereich der Zustimmungsskala angesiedelt sind Irland, Österreich und Australien mit jeweils 85 Prozent. Diesen Ländern folgt Norwegen mit 88 Prozent, an der Spitze stehen die Niederlande mit einer Zustimmung zur Entwicklungszusammenarbeit von 90 Prozent. (vgl. McDonnell 2002: 7 f.)

Diese stetige und über einen längeren Zeitraum stattfindende Zustimmung zur Entwicklungszusammenarbeit erfolgt, obwohl die Medien, welche bei Untersuchungen als meistgenannte Quelle zum Erlangen von Informationen für entwicklungspolitische Themen angegeben werden, keine ausreichende und nicht subjektiv verfärbte Auskunft über Ziele, Tätigkeitsbereiche und Akteure der EZA abliefern. (vgl. Maral-Hanak 2006: 109)

Auch wenn die Bewertung der Entwicklungszusammenarbeit von der Öffentlichkeit grundsätzlich positiv ausfällt, ist es interessant zu beleuchten, welche Beweggründe in den einzelnen Ländern für diese grundsätzliche positive Einstellung zu benennen sind. Die Gründe in den einzelnen Ländern sehen wie folgt aus: Die Bevölkerung in den Vereinigten Staaten von Amerika sieht die Zurückdrängung des Hungers in der Welt als Hauptargument für die Befürwortung der Entwicklungszusammenarbeit. In Großbritannien ist die Bekämpfung der globalen Armut in Ländern des Südens für 68 Prozent der Befragten der entscheidende Grund. In den Augen der kanadischen Bevölkerung wird als elementarster Grund für die Bereitstellung von Mitteln für die Entwicklungszusammenarbeit die Erfüllung der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse angeführt. Genauso wichtig für die kanadische Öffentlichkeit ist jedoch der Schutz der Natur sowie der Frieden in der Welt. Für die Bevölkerung in Japan steht der Kampf gegen Armut und eine mangelnde Ernährung in Afrika und Südasien ganz oben auf der Agenda. In Österreich sind Naturkatastrophen die Hauptsorge der Bevölkerung und die ÖsterreicherInnen unterstützen Entwicklungshilfeleistungen auch deshalb, weil sie die Meinung vertreten, dass es einfach der richtige Weg sei, Hilfe zu leisten. (vgl. McDonnell 2002: 9) Die Gründe, warum Menschen der Entwicklungszusammenarbeit positiv gegenüber stehen, weichen teilweise voneinander ab, jedoch nimmt die Bekämpfung von Armut und Hunger einen zentralen Stellenwert ein. Die Fragestellung, ob es kulturelle, soziale, geographische, moralische oder andere Argumente sind, welche die jeweiligen Beweggründe verursachen und somit zu einer positiven Bewertung der Entwicklungszusammenarbeit führen, würde im Rahmen dieser Seminararbeit jedoch zu weit führen und müsste in einer eigenen Untersuchung bearbeitet werden.

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Entwicklungszusammenarbeit. Die öffentliche Bewertung
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Internationale Entwicklung)
Veranstaltung
Entwicklungszusammenarbeit
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V275284
ISBN (eBook)
9783656680222
ISBN (Buch)
9783656680215
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungszusammenarbeit, EZA, Meinung, Bevölkerung, Millenniumsentwicklungsziele, MDG, Öffentlichkeit, Entwicklungshilfe, Effektivität, Zustimmung, Meinungsbild, Entwicklungshilfeleistungen, Bewusstsein, Verständnis, Befürwortung
Arbeit zitieren
Wolfgang Krumm (Autor), 2007, Entwicklungszusammenarbeit. Die öffentliche Bewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275284

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