Textgrammatische Analyse von Kurzbeschreibungen auf DVD-Covers zu Trickfilmen


Hausarbeit, 2013

35 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zielsetzung und Ansatz der vorliegenden Untersuchung
2.1 Textdefinition
2.2 Textsortenproblematik

3. Analyse
3.1 Vorstellung des Korpus
3.2 Textexterne Kriterien
3.3 Referenz-Rekurrenz
3.4 Rekurrenz auf wortsemantischer Ebene
3.5 Strukturrekurrenz
3.6 Konnexion
3.7 Textinterne Kriterien
3.7.1 Text-Bild-Bezug (paraverbale oder grafische Merkmale)
3.7.3 Sprachlicher Stil der Kurzbeschreibungen
3.7.3.1 Lexik und Grammatik
3.7.3.2 Attribute: Trend der Kurzbeschreibung?

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Textlinguistik entstand in den 1960er Jahren (Fix in: Janich 2008, 21) und ist ein somit noch recht junger Teil der Sprachwissenschaft. Vorrangig beschäftigt sich die Textlinguistik mit dem Aufbau von Texten. Für eine solche Untersuchung ist zunächst die Definition von Text sowie weitergehend die Definition von Textsorte erforderlich. Innerhalb der Literatur herrschen verschiedene Auffassungen von beiden Begriffen, da sich die Bestimmung der Grenzen diffizil gestaltet (Fix, Brauchen wir einen neuen Textbegriff?, 2002, 7). Es treten Fragen auf wie: Sind SMS, E-Mail oder eine Chatunterhaltung Texte? Können nur Schrift- stücke als Text bezeichnet werden oder sind z. B. mündlich übermittelte Nachrichten auch Text? Wie verhält es sich mit den Textsorten - Wo und wie verlaufen die Grenzen zwischen den Gruppen? Ist Textsorte der richtige Begriff? Können Begriffe wie Texttyp oder Textklas- se synonym verwendet werden? Gerade in Betrachtung anderer Ordnungssysteme wie zum Beispiel der Zoologie (Art → Rasse → Familie etc.) wird deutlich, dass eine Hierarchie auf- gebaut werden muss, um ein Ordnungssystem mit den entsprechenden Grenzverläufen zu konstruieren (vgl. Heinemann/Viehweger 1991, 129ff.).

Welche Phänomene tragen in Kurzbeschreibungen auf DVD-Covers dazu bei, Kohä- renz herzustellen und somit einen eigenständigen Text zu bilden? Dieser Fragestellung wird sich die vorliegende Arbeit anhand von zwei Textbeispielen widmen. Zudem wird die Hypo- these aufgestellt, dass sich im ausgewählten Korpus übereinstimmende Merkmale finden lassen, die Hinweise auf eine einheitliche Struktur im Aufbau einer Kurzbeschreibung spezi- ell im Bereich „Cover für Trickfilme“ bieten. Es wird herausgestellt, wie die Textbeispiele funktionieren, wie sie aufgebaut sind und welche Konstituenten ihren Sinnzusammenhang ergeben. Hierzu wird u. a. das textlinguistische Werkzeug der Rekurrenz verwendet, welches im weiteren Verlauf erläutert wird.

2. Zielsetzung und Ansatz der vorliegenden Untersuchung

2.1 Textdefinition

Um differenziert im sprachwissenschaftlichen Bereich der Textlinguistik arbeiten zu kön- nen, soll zunächst das dieser Arbeit zugrundliegende Verständnis des Terminus Text erläu- tert werden. Zwar werden innerhalb der Textlinguistik viele unterschiedliche Definitionen von Text benannt, doch stimmen sie weitestgehend in dem Punkt überein, dass Kohärenz bzw. Kohäsion (grammatische Ebene) zwischen den Sätzen bestehen muss, damit diese als Einheiten eines eigenständigen Textes gekennzeichnet werden können (vgl. Fix in: Janich 2008, 22 und Isenberg 1970, 1). Während Kohärenz den Sinnzusammenhang eines Textes beschreibt, also die Verknüpfung von einzelnen Wissenskonstellationen (vgl. Beaugrande/Dressler 1981, 5) innerhalb des Textes herstellt, ist Kohäsion ein Merkmal, welches den grammatischen Zusammenhang eines Satzes widergibt. Ulla Fix fügt hinzu, dass Kohärenz nicht zwingend auf der Textoberfläche repräsentiert sein muss, sondern auch durch das Weltwissen des Rezipienten hergestellt werden kann (vgl. Fix, 22 in: Janich 2008).

Für die vorliegende Analyse bediene ich mich der Textdefinition nach Klaus Brinker, der wie auch Heinemann/Viehweger (1991, 128), einen „integrativen Textbegriff“ verfolgt; er versteht also textsemantische, -pragmatische und -grammatische Aspekte als konstitutiven Bestandteil der verbalen Kohärenz eines Textes: „Der Terminus ‚Text‘ bezeichnet eine be- grenzte Folge von sprachlichen Zeichen, die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert.“ (Brinker 2010, 17) Da ein sprachliches Zeichen bilateral ist, also über eine Inhalts- und eine Ausdrucksseite verfügt (Saussure), werden nach dieser Definition semantische Aspekte wie Textbedeutung, Inhalt, Thema und Sinnzusammenhang, wie auch die Grammatik berücksichtigt. Auf pragmatischer Ebene ist die kommunikative Funktion des Textes anzusiedeln, über welche ein Text verfügen muss, um als solcher bezeichnet werden zu können. Hier orientiert sich Brinker an der Sprechakt- theorie Austins, Searles und Wunderlichs.

Textlinguisten vertreten die Meinung, dass nicht der Satz die oberste sprachliche Einheit bildet, sondern der Text (vgl. Greule 1991 in: Daf 18, 384; Heinemann 2008, 114 und Fix in: Janich 2008, 15). Daher erfolgt eine textgrammatische Analyse nicht auf Satz- sondern auf Textebene. Wird also innerhalb eines Satzes zweimal auf dasselbe Bezugsobjekt referiert (=intraphrastisch), handelt es sich um kein textgrammatisches sondern um ein syn- taktisches Phänomen (Gansel/Jürgens 2007, 35f.). Es wird deutlich, dass ein Text in text- grammatische Einheiten zerlegt werden muss, bevor dessen Analyse durchgeführt werden kann. Diese Einteilung erfolgt in minimale Texteinheiten (MTE). Eine MTE besteht aus einem vollständigen Hauptsatz. Was die MTE von herkömmlichen Sätzen unterscheidet: Sätze, die aus zwei vollständigen Hauptsätzen bestehen, die durch Konjunktionen, Komma, Semikolon oder Doppelpunkt miteinander verknüpft sind (=Parataxen) werden als zwei MTE gewertet. Als eigenständige Sätze bzw. MTE fallen sie unter das transphrastische Prin- zip (ebd.) und sind somit textgrammatisch interessant.

2.2 Textsortenproblematik

Genau wie die Definition von Text ist auch die Definition von Textsorte uneinheitlich, weil ein Konsens über dessen Grenzverlauf getroffen werden muss (vgl. Adamzik 1995, 11). Vor allem in der Alltagssprache existieren viele verschiedene Bezeichnungen für Textsorten, was zeigt, dass sie eine wichtige Rolle für unsere kommunikative Praxis darstellen (vgl. Brinker 2010, 122). Nach Matthias Dimter, welcher im Rechtschreibduden (1973) 1642 Textsorten- namen zählt, sind Textsorten zu unterscheiden nach „grundlegenden“ und „abgeleiteten“ Textsorten (vgl. Dimter, 1981, 33f.). Während zu den grundlegenden Textsorten etwa die Bezeichnung Bericht zählt, stellt ein Reisebericht, Arbeitsbericht etc. eine Ableitung dieser Textsorte dar. Nach Dimter ist die alltagssprachliche Textklassifikation „umfassend und differenziert, [...] produktiv, entspricht den kommunikativen Anforderung und ist funktions- fähig“ (1981, 337). Darüber hinaus können „die differenzierenden Merkmale alltagssprach- licher Textklassifikation [...] als Grundlage einer wissenschaftlichen Texttypologie dienen“ (ebd.).

Nach Fandrych/Thurmair handle es sich bei Textsorten „um eine Abstraktion über eine Menge von Texten, die mehr oder weniger stark musterhaft ausgeprägt sind und ver- gleichbare kommunikative Zwecksetzungen und/oder thematische Ausrichtungen und sozia- le bzw. kommunikative Einbindungen aufweisen.“ (2011, 25) Textsorten entwickeln sich also aus unterschiedlichen kommunikativen Anliegen heraus und weisen somit ein Textmus- ter auf, das mit einer bestimmten Funktion verknüpft ist und eine damit verbundene Wir- kung erzielen soll. Wie Kessel/Reimann (2012, 205) anmerken, sei der Fokus hinsichtlich der Definition von Textsorten weniger auf den sprachlichen Aspekt, als vielmehr auf funk- tionale, situative und inhaltliche Charakteristika gerichtet. Wie auch Dimter (1981, 33f.) empfehlen sie zur Untersuchung von Textsorten sowohl textinterne als auch textexterne Kri- terien zu berücksichtigen. Zur Untersuchung des vorliegenden Korpus wird auf textexterner Ebene die kommunikative Funktion sowie die Kommunikationssituation der Texte aufge- zeigt und ein Vergleich textinterner Kriterien auf inhaltlicher, stilistischer und paraverbaler Ebene angestellt.

3. Analyse

Die vorliegende Ausarbeitung dient vorrangig dem Zweck, zwei gewählte Textbeispiele mittels textlinguistischer Analyse als eigenständige Texte zu markieren, indem ihre themati- sche Tiefenstruktur dargestellt wird und die Beziehungen zwischen den sprachlichen Zei- chen erfasst werden, welche für die verbale Kohärenz eines Textes essentiell sind. Um diese Beziehungen zu erfassen, bediene ich mich des textgrammatischen Werkzeugs der Rekur- renz. Rekurrenz kann als implizite oder auch explizite Form der Wiederholung oder Wiederaufnahme von sprachlichen Einheiten innerhalb eines Textes verstanden werden, wodurch die Kohärenz eines Textes erzeugt wird (vgl. Brinker 2010, 26-35). Hier gilt es verschiedene Arten zu unterscheiden. Die vorliegende Arbeit bedient sich der Aufteilung nach Kessel/Reimann (2012, 209), da diese auf dem aktuellen Stand der Forschung basiert. Sie unterteilen Rekurrenz in drei Arten: Referenz-Rekurrenz (Referenzketten), Rekurrenz auf wortsemantischer Ebene (Isotopie) und Strukturrekurrenz. Die unterschiedlichen Typen werden in den einzelnen Kapiteln eingehend erläutert.

3.1 Vorstellung des Korpus

Die beiden Texte weisen nach erster Einschätzung Übereinstimmungen in Hinblick auf die Zielgruppe (Familie) auf, das Genre1 des Referenzobjektes (Trickfilm) sowie auf den Informationsträger (Cover für Bild- und Tonträger2 ). Zusätzlicher Reiz besteht in der Untersuchung der grafischen Gestaltung, die sich bei diesem Informationsträger bietet.

Bei den Textbeispielen wurde die Einteilung in MTE bereits vorgenommen. Besonderheiten ergeben sich bei Text A in MTE 1 und 4.

Text A:

1) „...ein turbulentes Abenteuer voller herzerwärmendem Humor und heißer Musik.“ -Kino News
2) Der gut gelaunte, aber leider flugunfähige Papagei Blu macht sich auf nach Rio, um dort das letzte Weibchen seiner Art zu treffen.
3) Die hübsche Jewel kann den verhätschelten Blu anfangs nicht wirklich gut leiden,
4) denn gegensätzlicher könnten die beiden nicht sein!
5) Dennoch steht ihnen ein gemeinsames Abenteuer bevor.
6) Gemeine Vogelhändler wollen die kostbaren Papageien einfangen!
7) Plötzlich finden sich Blu, Jewel und ihre Freunde in einer turbulenten Verfolgungs- jagd quer durch den brasilianischen Karneval wieder.
8) Und eine ziemlich wilde Affengang ist auch noch hinter ihnen her...
9) Das neueste Abenteuer von den Machern von ICE AGE sprüht vor brasilianischer Lebensfreude, spritzigen Musikeinlagen und jeder Menge witziger Dialoge. 10) Ein farbenfroher Animationsspaß für die ganze Familie, der Lust auf Sommer macht.

(Text auf DVD-Cover des Films „Rio“)

Es kann diskutiert werden, ob die Quellenangabe „- Kino News“ als vollständiger Hauptsatz zu gelten hat oder nicht - denn zumindest besitzt die Angabe eine andere Funktion als das Zitat selbst. Während das Zitat für sich genommen als Einleitungsphrase und Statement zum Film aufgefasst wird, ist die Angabe der Quelle ein Zusatz, welcher formale Zwecke erfüllt. Nichtsdestotrotz kann auch hier von einer Werbewirksamkeit gesprochen werden, falls der Rezipient von der Qualität des Urteils des Urhebers überzeugt ist (vgl. 3.7.2). Jedenfalls ist die Quellenangabe durch einen Halbgeviertstrich, den kleineren Schriftgrad und die Kursivschreibung auch optisch vom Zitat selbst abgesetzt. In dieser Analyse wird die Angabe des Urhebers als Teil derselben MTE angesehen wie das Zitat selbst, da sie zusammen ein einleitendes Statement bilden und somit in Kontrast zum übrigen Text stehen. MTE 4 gilt als eigenständige Texteinheit, da es sich um eine Parataxe handelt.

Text B wird ohne gekennzeichnetes Zitat eingeleitet, wenngleich die erste Aussage, wie in Text A, ein Statement zum beschriebenen Film liefert.

Text B

1) Walt Disneys Meilenstein der Filmgeschichte ist der weltweit erfolgreichste Zeichen- trickfilm aller Zeiten!
2) Von der grandiosen Eröffnung bis zum atemberaubenden Finale wird wirklich jeder in seinen Bann gezogen.
3) In der eindrucksvollen afrikanischen Steppe liegt das „geweihte Land“, das von Mu- fasa, dem stolzen König der Löwen, regiert wird und von seinem Sohn Simba einmal übernommen werden soll.
4) Doch sein hinterhältiger Onkel Scar kann die Macht an sich reißen
5) und Simba muss fliehen.
6) Glücklicherweise landet Simba bei dem frechen Erdmännchen Timon und dem wit- zigen Warzenschwein Pumbaa, die ihm mit viel guter Laune und „Hakuna Matata“ zur Seite stehen.
7) Gemeinsam mit seinen Freunden kann sich Simba nun seiner großen Verantwortung und dem Kampf gegen Scar um die Herrschaft und den Platz im „ewigen Kreis“ stel- len ...
8) Voll Wärme, unvergleichlichem Humor und mit der unvergesslichen Oscar®- prämierten Filmmusik (u.a. von Elton John) ist dieser Film ein majestätisches Ver- gnügen für die ganze Familie - und darf in keiner Sammlung fehlen!

(Text auf DVD-Cover des Films „Der König der Löwen“)

Besonderheiten ergeben sich in diesem Text hinsichtlich MTE 5 und 8. Während MTE 5 eine Parataxe darstellt, fehlt in MTE 8 die erneute Erwähnung des Subjekts bei - und darf in keiner Sammlung fehlen!, um in zwei minimale Texteinheiten geteilt werden zu können.

3.2 Textexterne Kriterien

Wie bereits in Abschnitt 2.1 angeklungen, ist es „neben grammatischen und thematischen Kohärenzbedingungen vor allem die kommunikative Funktion (Textfunktion) [...], die eine Folge von sprachlichen Zeichen zu einem Text macht (Brinker, 2010, S.120). Daher werden zur Abgrenzung der Textsorte zunächst textexterne Kriterien untersucht, welche Rück- schlüsse auf die verbale Kohärenz der Texte erlauben. Hierzu zählen die Textfunktion (in- formativ, obligatorisch, appellativ, kontaktierend, deklarierend) sowie die kommunikative Situation der Texte (öffentlich - offiziell - privat, schriftlich - mündlich, Monolog - Dialog) (vgl. Brinker 2010, 126-130). Zum Ende dieser Arbeit werde ich auf textinterne Merkmale zu sprechen kommen, welche in Kombination mit der vorangestellten Analyse der textexter- nen Kriterien einen runden Abschluss bietet.

Da es sich bei beiden Texten des Korpus um einen Text-Aufdruck auf einem Cover handelt, liegt die schriftliche Form der Informationsübermittlung vor. Die Bildträger werden frei zum Kauf angeboten, weshalb die Kommunikationssituation der Texte alsöffentlich zu bezeichnen ist. Es liegt keine offizielle Situation vor, da die Texte keine bindende Funktion wie z. B. die Verabschiedung eines Gesetzes oder einer Ehe o. Ä. erfüllen. Stattdessen besit- zen sie eine appellative (weil werbende) als auch eine informative Funktion. Die Texte die- nen einem kurzen, informativen Überblick über den jeweiligen Film und üben durch ihre durchdachte Gestaltung Einfluss auf ihren Leser aus. Im Idealfall wird der Leser von dem Gelesen überzeugt und tätig somit den Kauf.

Desweiteren werden die Texte als monologisch betrachtet, obwohl sich Beispiel A aufgrund des eingefügten Zitats der „Kino News“ im weitesten Sinne als dialogisch bezeichnen ließe. Das erwähnte Zitat „...ein turbulentes Abenteuer voller herzerwärmendem Humor und heißer Musik“ stammt offiziell (durch Angabe der Quelle) nicht von demselben Verfasser wie des restlichen Textes und ließe sich somit als ‚Gesprächspartner‘ bezeichnen. Da jedoch kein Dialog mit wechselseitigen Gesprächsbeiträgen vorliegt und die „Kino News“ somit nicht aktiv am Text beteiligt sind, sondern lediglich als Zitat herangezogen werden, bezeichne ich Beispiel A und B als monologische Texte.

Das Textmuster, welches den Texten zugrundeliegt kann auch als komplexer Sprechakt mit unterschiedlichen Teilakten aufgefasst werden (zur Vertiefung vgl. Burkhardt 1986) Hierzu gehören Textproposition (Verweis), -Illokution (dominierende Sprechhandlung) sowie -Perlokution (Wirkung).

Text A:

Proposition: Mit dem Cover-Text wird für den Film „Rio“ geworben. Der referierte Gegenstand wird als Abenteuer (MTE 1, 9 und 103 ) bezeichnet.

Illokotion: Es liegen zwei Illokutionsakte vor: INFORMIEREN und APPELLIEREN.

Das APPELLIEREN erfolgt passiv durch den Akt des VERSPRECHENS: Ein farbenfroher Animationsspaß für die ganze Familie, der Lust auf Sommer macht (10). Zudem kann der ganze Text als Appell verstanden werden, da eine werbende Funktion vorliegt, die sich durch die Gestaltung des Textes und der paraverbalen Merkmale über das ganze Cover vollzieht, auch wenn hier der Appell nur indirekt erfolgt.

Das INFORMIEREN erfolgt in jeder MTE, besonders jedoch im zweiten Absatz, in welchem der Inhalt des Films beschrieben wird.

Perlokotion:

Der Text soll bewirken, dass der Leser das beworbene Produkt kauft.

Text B:

Proposition: Mit dem Cover-Text wird für den Film „Der König der Löwen“ geworben. Der referierte Gegenstand wird als Meilenstein der Filmgeschichte (MTE 1) bezeichnet. Illokotion: Auch hier liegen die Illokutionsakte INFORMIEREN und APPELLIEREN vor. Das INFORMIEREN erfolgt wie auch in Text A in jeder MTE, besonders jedoch im Mittelteil, welcher auch hier eine inhaltliche Beschreibung des Filmes gibt.

Das APPELLIEREN erfolgt einerseits passiv durch den Akt des VERSPRECHENS in MTE 2: Von der grandiosen Eröffnung bis zum atemberaubenden Finale wird wirklich jeder in seinen Bann gezogen.

Andererseits liegt ein eindringliche Empfehlung durch das Modalverb dürfen in MTE 8 vor: Voll Wärme, unvergleichlichem Humor und mit der unvergesslichen Oscar®prämierten Filmmusik (u. a. von Elton John) ist dieser Film ein majestätisches Vergnügen für die ganze Familie - und darf in keiner Sammlung fehlen!

Perlokotion: Auch hier soll der Text bewirken, dass der Leser das beworbene Produkt kauft. Fazit: Beide Texte besitzen dieselbe kommunikative Funktion. Sie werben für ein Produkt derselben Zielgruppe, das sowohl in Bezug auf das Medium (Bildträger) als auch auf das Genre (Trickfilm) übereinstimmt. Die Texte sindöffentlich zugänglich und bilden den glei- chen Teil des käuflich erwerblichen Produkts (Cover).

[...]


1 Der Begriff Genre wäre in einer zukünftigen Arbeit zu diskutieren, da sich hier ähnliche Probleme bezüglich der Abgrenzung ergeben wie bei dem Begriff Textsorte.

2 Die Texte werden den Covers entnommen, die in die Hülle des Mediums (DVD, VHS etc.) eingelegt sind.

3 In MTE 5 wird zwar ebenfalls der Begriff Abenteuer verwendet, doch wird hier nicht auf den Film als solchen referiert. Eingehend wird dies in Abschnitt 3.4 behandelt.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Textgrammatische Analyse von Kurzbeschreibungen auf DVD-Covers zu Trickfilmen
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Textgrammatik
Note
2,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
35
Katalognummer
V275345
ISBN (eBook)
9783656680253
ISBN (Buch)
9783656680284
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
textgrammatische, analyse, kurzbeschreibungen, dvd-covers, trickfilmen
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Autor), 2013, Textgrammatische Analyse von Kurzbeschreibungen auf DVD-Covers zu Trickfilmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275345

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