Die Exklusion Homosexueller ist in unserer Gesellschaft noch immer vorhanden, wenn auch nicht mehr in einem Maße, wie es noch vor zwanzig Jahren war. Diese Arbeit will zeigen, was vor allem von Seiten der Homosexuellen noch zu tun ist, um eine echte Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu erzeugen. Dazu wird die homosexuelle Subkultur einer kritischen Betrachtung unterzogen, da davon ausgegangen wird, dass diese Resultat und Bedingung für die gesellschaftliche Exklusion darstellt. Im Hinblick auf die Soziale Arbeit werden Konsequenzen aus den Erkenntnissen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Einleitung
2. Einstellungen zur Homosexualität und gesellschaftlicher Normalisierungsprozess
2.1 Stigmatisierung und Diskriminierung
2.1.1 Diskriminierungsaspekte der derzeitigen rechtlichen Situation
2.1.2 Pädophilie und Homosexualität als ansteckende Krankheit
2.1.3 Homosexualität und HIV
2.2 Ursachen für Homophobie
3. Exklusion von Homosexualität und deren Folgen
3.1 Exklusion von Homosexualität
3.2 Konsequenzen der Exklusion
3.3 Autoexklusion als spezielle Form der Exklusion
4. Die homosexuelle Subkultur und ihre Darstellung
4.1 Entstehung der Subkultur
4.2 Kritik an der Subkultur
4.2.1 Wahrnehmung der Subkultur durch die Gesellschaft
4.2.2 Der Christopher-Street-Day als Ausdruck der Sexualisierung
5. Autoexklusion durch die homosexuelle Subkultur
6. Inklusion und Inklusionsprozesse
6.1 Überwindung der Subkultur
6.2 Stärkung des Normalisierungsprozesses
7. Möglichkeiten für die Soziale Arbeit
7.1 Rückzug Sozialer Arbeit aus der Subkultur
7.3 Unterstützung des Emanzipationsprozesses Homosexueller
7.3 Kompetenzen in der Sozialen Arbeit
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Gründe für eine bewusste Exklusion bzw. Autoexklusion von Homosexuellen durch die Entstehung einer eigenen Subkultur und leitet daraus Möglichkeiten für eine gesellschaftliche Inklusion sowie die Rolle der Sozialen Arbeit ab.
- Analyse gesellschaftlicher Einstellungen, Stigmatisierung und Diskriminierung.
- Untersuchung der Entstehung und Kritik der homosexuellen Subkultur.
- Kritische Reflexion der Rolle von Autoexklusion und deren Paradoxien.
- Herausarbeitung von Inklusionsprozessen und der notwendigen Transformation Sozialer Arbeit.
- Diskussion über die Bedeutung von Regenbogenkompetenz in der professionellen Praxis.
Auszug aus dem Buch
3.3 Autoexklusion als spezielle Form der Exklusion
Während zum Begriff der Exklusion noch verschiedene Definitionen in der Literatur vorkommen, ist der Begriff der Autoexklusion bisher wenig in dieser zu finden. Eine etymologische Herleitung bringt Aufschluss über die Bedeutung. Das Präfix auto ist dem lateinischen automatus entlehnt, was soviel wie von selbst, aus eigenem Antrieb, bedeutet. Bei Autoexklusion handelt es sich also um Selbstausgrenzung. Für die weiterführenden Betrachtungen soll der Begriff ergänzt werden. Autoexklusion beinhaltet die bewusst herbeigeführte bzw. die bewusst aufrechterhaltene Exklusion sowie die Exklusion von selbst.
Weiß bezeichnet Selbstexklusion als eine Form von Exklusion, da sie die Exklusion voraussetzt. Selbstexklusion kann als Notwehr bzw. Resignation aufgefasst werden. (vgl. Weiß 2002, S. 163) Daraus abgeleitet kann eine Selbstexklusion als Hinweis auf einen Notstand verstanden werden.
Ein Ursache von Autoexklusion ist der Schutz vor den Auswirkungen der bestehenden Exklusion (z.B. die Diskriminierung, räumliche Ausgrenzung).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit der homosexuellen Subkultur und hinterfragt, ob diese zur Emanzipation noch zwingend erforderlich ist oder eine Exklusion befördert.
2. Einstellungen zur Homosexualität und gesellschaftlicher Normalisierungsprozess: Das Kapitel analysiert aktuelle Studien zu gesellschaftlichen Einstellungen, Vorurteilen wie Pädophilie-Unterstellungen und die rechtliche Situation von Homosexuellen in Deutschland.
3. Exklusion von Homosexualität und deren Folgen: Basierend auf der Systemtheorie wird der Begriff der Exklusion definiert und aufgezeigt, wie Homosexuelle von der Gesellschaft in Subkulturen gedrängt werden.
4. Die homosexuelle Subkultur und ihre Darstellung: Hier werden die verschiedenen Dimensionen der Subkultur untersucht und eine kritische Betrachtung der Selbststereotypisierung sowie der Inszenierung durch den CSD vorgenommen.
5. Autoexklusion durch die homosexuelle Subkultur: Dieses Kapitel erläutert, wie durch die bewusste Separierung innerhalb der Subkultur ein Mechanismus entsteht, der die Exklusion durch die Gesellschaft ironischerweise bestärkt.
6. Inklusion und Inklusionsprozesse: Es werden Strategien zur Überwindung der Subkultur und zur Förderung des Normalisierungsprozesses in der Gesamtgesellschaft diskutiert.
7. Möglichkeiten für die Soziale Arbeit: Der Autor plädiert für einen Rückzug der Sozialen Arbeit aus der Subkultur und fordert die Etablierung einer professionellen Regenbogenkompetenz.
8. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, den Kreislauf von Exklusion und Autoexklusion durch Inklusionsprozesse zu unterbrechen, um eine echte Gleichberechtigung zu erreichen.
Schlüsselwörter
Homosexualität, Subkultur, Exklusion, Autoexklusion, Normalisierungsprozess, Soziale Arbeit, Regenbogenkompetenz, Heteronormativität, Stigmatisierung, Emanzipation, Identität, Diskriminierung, Inklusion, Christopher-Street-Day, Queer Theorie.
Hufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlicher Exklusion von Homosexuellen und der Entstehung einer homosexuellen Subkultur, die wiederum eine Autoexklusion befördert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören der gesellschaftliche Normalisierungsprozess, die systemtheoretische Betrachtung von Exklusion, die Kritik an der subkulturellen Identitätsbildung sowie die Neuausrichtung der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Homosexuelle aus einer selbst gewählten oder erzwungenen Isolation (Autoexklusion) in die gesellschaftliche Inklusion überführt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse soziologischer Theorien (insbesondere Systemtheorie nach Luhmann/Siebel) sowie auf die Auswertung aktueller Studien und Diskursanalysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse gesellschaftlicher Diskriminierung, die soziologische Fundierung der Exklusion, eine kritische Auseinandersetzung mit der CSD-Kultur und die Ableitung konkreter Anforderungen an die Soziale Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autoexklusion, heteronormative Strukturen, Regenbogenkompetenz, Subkultur und gesellschaftliche Inklusion definiert.
Inwieweit spielt die „Regenbogenkompetenz“ eine Rolle?
Sie dient als fachliches Fundament, das Fachkräften der Sozialen Arbeit helfen soll, professionelle Hilfen außerhalb rein subkultureller Angebote zu leisten und Diskriminierung abzubauen.
Wie wird die Rolle des Christopher-Street-Day (CSD) bewertet?
Der CSD wird kritisch als eine Form der Selbstsexualisierung und Kommerzialisierung wahrgenommen, die zwar Empowerment verspricht, aber gleichzeitig Stereotype festigt und die Separierung fördert.
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- Johannes Haefke (Author), 2014, Das Ende des Regenbogens? Autoexklusion Homosexueller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275529