Wie gestalte ich meinen Ruhestand? Welchen Aktivitäten und
Aufgaben gehe ich in dieser Zeit nach? Zur Zeit ist mein Job für
mich der Sinn meines Lebens. Wer oder was soll dieser Sinn im
Ruhestand sein?
Dies sind alles Fragen, mit denen sich die über 50-Jährigen in
Deutschland beschäftigen bzw. beschäftigen sollten, da sie rein
statistisch gesehen noch mindestens 20 Jahre leben werden,
sobald sie das 60. Lebensjahr erreicht haben.
Somit kann man wohl feststellen, dass die Phase des
Ruhestandes im Leben, neben der Phase Kindheit/Jugend die
meiste frei verfügbare Zeit bietet.
Eine sinnvolle Nutzung dieser Ruhezeit kann ein Studium im
Alter offerieren.
Tatsächlich ist es der Fall, dass immer mehr Senioren noch
einmal die Universität besuchen; wenn nicht als ordentlicher
Student, dann als Gasthörer, um ihrem neuen Lebensabschnitt
(weiterhin) einen Sinn zu geben.
Um das Seniorenstudium wird es in der vorliegenden Arbeit
gehen.
Zunächst wird ein kurzer historischer sowie gegenwärtiger
Überblick gegeben. In diesem ersten Abschnitt wird auf die
Anfänge und die aktuelle Situation der Öffnung der Hochschulen
für Senioren eingegangen.
Im weiteren Verlauf wird nun der Aufbau des Studiums im Alter
in seiner Struktur erläutert. Es wird erklärt, welche
Besonderheiten das Studium ausmachen und welche
Unterschiede zu einem gängigen Studium bestehen.
Der vorletzte Abschnitt befasst sich mit Legitimationsgründen
bezüglich des Seniorenstudiums. Legitimationen sind heute noch
notwendig, zumal viele Menschen aufgrund von Unklarheiten
und mangelndem Wissen, dem Seniorenstudium wenig
Sinnhaftigkeit zuteilen. Zum Schluss werden noch die
Motivationsgründe für ein Studium der Senioren dargelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anfänge und gegenwärtiger Stand des Seniorenstudiums
2.1 Historischer Überblick
2.2 Gegenwärtiger Überblick
3. Aufbau des Seniorenstudiums
3.1 Begriffsklärung: Seniorenstudium
3.2 Das spezielle Gasthörerstudium
3.3 Das ordentliche Studium
4. Legitimationen des Seniorenstudiums
4.1 Warum bedarf das Seniorenstudium Legitimationen?
4.2 Legitimationen
4.2.1 Erhaltung geistiger Flexibilität
4.2.2 Verwissenschaftlichung der Welt
4.2.3 Gesellschaftliche Modernisierungsprozesse
4.2.4 Förderung sozialer und politischer Teilhabe
4.2.5 Persönlicher Orientierungsbedarf im Alter
4.2.6 Dialog zwischen den Generationen
4.2.7 Demographischer Wandel
4.2.8 Recht auf Bildung
5. Motivationsgründe für ein Studium im Alter
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen
Diese Facharbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Seniorenstudiums in Deutschland, indem sie dessen historische Entwicklung, strukturelle Ausgestaltung sowie die verschiedenen Legitimationsgründe und individuellen Motivationsfaktoren für ein Studium im höheren Lebensalter analysiert.
- Historischer Kontext und aktuelle Situation der Hochschulöffnung für Senioren.
- Differenzierung der Studienkonzepte (Gasthörerstudium vs. ordentliches Studium).
- Gesellschaftspolitische und individuelle Legitimationen des Seniorenstudiums.
- Analyse der Beweggründe älterer Studierender und deren gesellschaftlicher Nutzen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Das spezielle Gasthörerstudium
Das erste Studienkonzept kann man als „spezielles Gasthörerstudium“ bezeichnen. Dies ist die beliebteste Form des Seniorenstudiums an Hochschulen. Sie „hat eine allgemein bildende Zielsetzung, wobei davon ausgegangen wird, dass ältere Erwachsene in erster Linie für sich und ihr Leben lernen wollen, während außengerichtete Qualifikations-Interessen zurücktreten“(Kaiser 1997, S.20.).
Zum Inhalt lässt sich bemerken, dass das Studium sehr offen konzipiert ist. Die älteren Erwachsenen nehmen mit den jungen Studenten an regulären und gleichen Veranstaltungen teil. Dies führt zu einem positiven Nebeneffekt, dem intergenerationellen Lernen. „Die Vernetzung des Theoriebedürfnisses der Jüngeren mit dem Erfahrungswissen der Älteren bringt einen höheren Stand des Lehrens und Lernens“ (Veelken 2003, S.126f.). Jüngere sowie Ältere können folglich voneinander profitieren.
Zum Seniorenstudium gehören neben den regulären Veranstaltungen auch zusätzliche spezielle Studienbegleit-Seminare sowie ein spezielles Vorlesungsverzeichnis. Weiterhin wird eine zielgruppenspezifische Studienberatung zur besseren Orientierung zur Verfügung gestellt. Diese drei zuletzt genannten Aspekte sind wichtiger Bestandteil des speziellen Gasthörerstudiums um sich von dem normalen Gasthörer-Studium abgrenzen zu können.
Abschließend sei zu erwähnen dass die älteren Erwachsenen kein Regelstudium besuchen. Sie haben die Möglichkeit sich ein eigenes interessenorientiertes Studienprogramm zusammen zu stellen, „ohne die Einengung durch Studienordnungen, Prüfungsanforderungen, inhaltliche oder zeitliche Vorgaben [...]“ (Kaiser 1997, S.20).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderung der Lebensgestaltung im Ruhestand und stellt das Seniorenstudium als sinnvolle Antwort auf die gewonnene freie Zeit vor.
2. Anfänge und gegenwärtiger Stand des Seniorenstudiums: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Öffnung von Hochschulen für ältere Erwachsene seit den späten 70er Jahren nach und skizziert den aktuellen Status quo.
3. Aufbau des Seniorenstudiums: Hier werden der Begriff des Seniorenstudiums definiert und die zwei zentralen Studienkonzepte, das spezielle Gasthörerstudium sowie das ordentliche Studium, strukturell voneinander abgegrenzt.
4. Legitimationen des Seniorenstudiums: Das Kapitel liefert eine fundierte Begründung für die Notwendigkeit von Seniorenstudienangeboten, basierend auf kognitiven, gesellschaftlichen und demographischen Faktoren.
5. Motivationsgründe für ein Studium im Alter: Es wird analysiert, weshalb ältere Menschen ein Studium aufnehmen, wobei besonders der Wunsch nach geistiger Anregung und der Gewinn an Lebensqualität im Vordergrund stehen.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit über den Wert des Seniorenstudiums als Mittel zur persönlichen Sinnstiftung und zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft im Alter.
Schlüsselwörter
Seniorenstudium, Studium im Alter, Lebenslanges Lernen, Gasthörerstudium, Demographischer Wandel, Hochschulbildung, Bildungsbiographie, Intergenerationelles Lernen, Ruhestand, Wissenschaftliche Weiterbildung, Altersbildung, Geistige Flexibilität, Soziale Teilhabe, Sinnstiftung, Orientierung im Alter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Weiterbildung von Senioren und analysiert, warum und wie ältere Menschen die Universität nutzen, um ihren Ruhestand sinnvoll zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Seniorenstudiums, die strukturelle Organisation an Hochschulen, gesellschaftliche Legitimationsgründe sowie die individuellen Motivationen der Studierenden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Sinngehalt und die Notwendigkeit des Seniorenstudiums aufzuzeigen, um dem Vorurteil entgegenzuwirken, es handele sich dabei lediglich um eine nebensächliche Beschäftigung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien, Berichte von Modellversuchen und Umfrageergebnisse, um die verschiedenen Aspekte des Seniorenstudiums fundiert darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den formalen Strukturen des Studiums insbesondere die gesellschaftliche Legitimation sowie die psychologischen und sozialen Motive für ein Studium nach dem Berufsleben detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Lebenslanges Lernen", "Seniorenstudium", "geistige Flexibilität" und "intergenerationelles Lernen" charakterisiert.
Wie unterscheidet sich das spezielle Gasthörerstudium vom ordentlichen Studium?
Während das spezielle Gasthörerstudium eine allgemeinbildende Zielsetzung ohne Prüfungsdruck verfolgt, erfordert das ordentliche Studium die Einhaltung eines verbindlichen Curriculums inklusive Prüfungen und Leistungsnachweisen.
Welche Rolle spielt der demographische Wandel für die Arbeit?
Der demographische Wandel wird als einer der wichtigsten Legitimationsgründe angeführt, da eine alternde Gesellschaft zur Sicherung der sozialen und wirtschaftlichen Stabilität die aktive Integration Älterer erfordert.
- Arbeit zitieren
- Caroline Siwiecki (Autor:in), 2009, Seniorenstudium. Begriffsklärung, Aufbau, Legitimation und Motivationsgründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275530