Pränatale Prägung. Herzschlag der Mutter, unbewusste Sprache und das Erwachen der Sinne


Essay, 2008

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Pränatale Prägung- das Erwachen der Sinne

2. Was kann der Fötus hören? Und wie nimmt er die Geräusche wahr?

3. Inwiefern kann das Hören für den Fötus nützlich sein? Gibt es Vorteile für den Säugling in der nachgeburtlichen Welt?

4. Der Herzschlag der Mutter

5. Die unbewusste Sprache

6. Literaturverzeichnis

1. Pränatale Prägung - Das Erwachen der Sinne

In der intrauterinen Phase entwickeln sich die Sinnesorgane nicht nur unter dem biologischen Aspekt. Genau wie alle anderen Organe - wie zum Beispiel das Herz - nehmen sie auch gleichzeitig mit der biologischen Entwicklung ihre Funktion auf. Zunächst einmal nur rudimentär, im Laufe der biologischen Weiterentwicklung jedoch immer komplexer.

Die Sinnesorgane spielen in der Entwicklung des Fötus eine Schlüsselrolle: das Erwachen der Sinne ist zum einen von dem Stand der Hirnentwicklung des Fötus abhängig, zum anderen muss das Gehirn gleichwohl von Sinneseindrücken des Fötus versorgt werden um sich weiterentwickeln zu können. Der ständige Austausch zwischen dem Fötus und der gebärmütterlichen Umgebung - folglich der Innen- und Außenwelt des Fötus - ist daher sehr wichtig für die Entwicklung.

Im weiteren Verlauf der Arbeit werde ich mich auf das Sinnesorgan ‚Gehör‘ beschränken. Zunächst werde ich versuchen folgende Fragen zu beantworten, die auf das pränatale Hören abzielen:

- Was kann der Fötus hören? Und wie nimmt er die Geräusche war?
- Inwiefern ist das Hören in der Gebärmutter für den Fötus nützlich?
- Gibt es Vorteile für den Säugling in der nachgeburtlichen Welt?

2. Was kann der Fötus hören? Und wie nimmt er die Geräusche war?

Ab wann genau der Fötus hören kann lässt sich nicht genau sagen - Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass ein auditiver Reiz ungefähr ab der zwanzigsten SchwangerschaftsWoche eine motorische Reaktion auslöst. Ab dem Stadium badet der Fötus in einer Klangwelt:

Er nimmt Geräusche überwiegend über das Ohr wahr aber auch über die Haut und Knochen. Er spürt und hört die Stimme der Mutter- die lautesten Klänge, die an das Ohr des Ungeborenen dringen kommen jedoch durch den mütterliche Magen und Darm zustande.

Darüber hinaus kann der Fötus durch das Hören zum ersten Mal die Welt außerhalb des Mutterleibes erfahren. Der äußere auditive Reiz wird dabei als eine Art Schallgeräusch wahrgenommen. Dies ist durch das Fruchtwassermileu bedingt in dem der Fötus sich befindet.

Der Fötus ist gleichzeitig in der Lage mit seiner Gestik, Mimik und anderen Bewegungsimplusen auf akustische Eindrücke zu reagieren: Bei einem lauten Geräusch von Außen kann er sich beispielsweise erschreckt zusammenziehen!

Schon im Jahre 1925 konnte der Kinderarzt Albrecht Peiper dies Anhand zahlreicher Studien belegen:

In einer Studie wurden schwangere Frauen einem Autohupengeräusch ausgesetzt. Durch Röntgenbeobachtungen konnte man erkennen, dass ein Drittel der Föten Schreckreaktionen zeigten, währen die Mutter ruhig blieb. Daraus lässt sich schließen, dass äußere Reize zu dem Fötus durchdringen, er einerseits in der Lage ist zu hören andererseits das Gehörte ihn und seine Befindlichkeit beeinflusst.

Dass der Fötus Geräusche wahrnehmen und darauf reagieren kann ist ein Zeichen dafür, dass er eine Ich- Funktion entwickelt hat.

3. Inwiefern kann das Hören für den Fötus nützlich sein? Gibt es Vorteile für den Säugling in der nachgeburtlichen Welt?

Die Sinne spielen eine zentrale Rolle für die Beziehung zwischen dem Fötus und der Mutter sowie ihrer äußeren Umgebung. Besonders der Hörsinn ermöglicht dem Fötus den größten Bezug zur Außenwelt nehmen zu können, denn er nimmt die Geräusche außerhalb und vor allem den Herzschlag sowie die Stimme der Mutter war. Auf den Herzschlag der Mutter wird im weiteren Verlauf explizit eingegangen.

Japanische Wissenschaftler haben eine Untersuchung durchgeführt, die das Hörvermögen des Fötus bestätigen:

In der Untersuchung wurden zum Einen schwangere Frauen, die in der Nähe eines Flugplatzes - also Düsenlärms- wohnten und zum Anderen schwangere Frauen ohne eine Düsenlärmumgebung ausgewählt. Nach der Geburt wurden alle Säuglinge dem Düsenlärm ausgesetzt. Es zeigte sich, dass nur 13% der Säuglinge aufschreckten, die im Mutterleib mit dem Lärm bereits konfrontiert wurden, jedoch schreckten 85% der Säuglinge auf, die diesem Geräusch im Mutterleib nie ausgesetzt wurden. Daraus lässt sich schließen, dass der Fötus im Mutterleib intrauterine Reize wahrnimmt, sich nach der Geburt an sie erinnern kann und sie sogar sein Verhalten prägen können. Der Fötus ist demnach in der Lage im Mutterleib zu lernen und das gelernte wiederrum für die nachgeburtliche Welt anzuwenden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Pränatale Prägung. Herzschlag der Mutter, unbewusste Sprache und das Erwachen der Sinne
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Migration und interkulturelle Kompetenz
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V275532
ISBN (eBook)
9783668282087
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pränatal, Pränatale Prägung, frühkindliche Prägung, frühe Kindheit, vorgeburt, vorgeburtliche, Fötus, Sinneswahrnehmung Fötus, Herzschlag Mutter, unbewusste Sprache, Sinne, Entwicklung Kind, Entwicklung Baby, Sinnesorgan Gehör, Gehör, Hören, Säugling Entwicklung, Säugling, Mutterleib, Schwangerschaft, Neugeborenes, Neugeboren, Unterbewusstsein, Sprache der Mutter, Muttersprache, Spracherziehung, Spracherwerb, Zweitspracherwerb
Arbeit zitieren
Caroline Siwiecki (Autor), 2008, Pränatale Prägung. Herzschlag der Mutter, unbewusste Sprache und das Erwachen der Sinne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275532

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