Dieser Unterrichtsentwurf wurde zu einer Stunde in der 11. Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums entworfen und diese Stunde ebenfalls gehalten.
In dieser Stunde soll es um die Person Jesus Christus gehen. Dabei soll es zunächst nur um den historischen Jesus und nicht um bspw. den auferstandenen oder Jesus als den Sohn Gottes gehen. Durch die etatmäßige Lehrkraft erfolgte bereits in der Vorrangegangenen Stunde eine kleine Einführung zum Thema Jesus Christus, welches eines der zentralen Themen des Lehrplans und vor allem auch das Thema des christlichen Glaubens darstellt. In der Vorrangegangenen Stunde fragte die Lehrperson bereits einige Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler ab. Als Einstieg wurden dazu auf einem Tisch verschiedene Jesusbilder ausgebreitet, von denen sich die Schüler zu zweit eines heraussuchen sollten, das ihrem persönlichen Jesusbild am ehesten entspricht. Im Anschluss sollten die Schüler das Bild beschreiben. Die Auswahl der Bilder reichte von dem leidenden Jesus, dem erhöhten Jesus bis hin zu Jesus als dem guten Hirten. Danach fragte die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler über weitere Kenntnisse zu Jesus ab, z.B. zu Inhalten seiner Lehre.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Erschließung der didaktischen Situation
Erschließung des Unterrichtsthemas in seinem theologischen Sachzusammenhang und in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
Didaktische Erschließung und Elementarisierung
Lernzielformulierung
Verlaufsplan der Unterrichtsstunde
Reflexion
Anlagen
Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die didaktische Planung und methodische Konzeption einer Unterrichtseinheit zum "historischen Jesus" für die 12. Klasse eines Wirtschaftsgymnasiums, um den Schülern einen Zugang zur Person Jesu jenseits dogmatischer Titel zu ermöglichen.
- Historische Rekonstruktion der Lebensstationen Jesu anhand biblischer und außerbiblischer Zeugnisse
- Analyse der Relevanz des Themas für die Lebenswelt von Jugendlichen in der Oberstufe
- Erarbeitung der Mehrdimensionalität des Wirkens Jesu (politisch, historisch, theologisch)
- Interreligiöse Anknüpfungspunkte zum Islam und Vergleich mit anderen Religionsgründern
- Einsatz von visualisierten Lernhilfen wie Zeitstrahlen zur Festigung des historischen Faktenwissens
Auszug aus dem Buch
Text: Zeiten, Orte, Personen in der Geschichte Jesu
„Jesus konnte ja nicht einmal griechisch“, bemerkte der Schriftsteller Arno Schmidt (1914-1979), um Jesus als historische Randexistenz seiner Zeit zu charakterisieren. Tatsächlich hat Jesus Griechisch wohl wenigstens verstanden, denn seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. gab es griechische Einflüsse in Jesu Heimat Galiläa.
Jesu Familie war freilich fest in der jüdischen Tradition verwurzelt; sein Elternhaus stand in Nazareth. Wahrscheinlich wurde Jesus ca. 4 v. Chr., also noch zur Zeit Herodes des Großen (37-4 v. Chr.) geboren. Ob Jesu Geburtsort Nazareth war, wie die Evangelisten Markus (Mk 1,9) und Johannes (Joh 1,45) voraussetzen, oder Bethlehem (Lk 2 und Mt 2), lässt sich historisch nicht mit letzter Sicherheit entscheiden. Der Handwerkersohn (Mk 6,3) schloss sich, wohl im Alter von 30-32 Jahren, zunächst der Bewegung Johannes des Täufers an. Landesherr in Galiläa war zu dieser Zeit Herodes Antipas (4 v. Chr – 39 n. Chr.; vgl. Lk 13, 31-33). Er war allerdings nur Herrscher von Roms Gnaden, das Israel schon seit 63 v. Chr. besetzt hielt.
Die Taufe durch Johannes den Täufer gab für Jesus den Anstoß für eigene Predigttätigkeit. Jesu Wanderungen durch Galiläa, die im Städtchen Kapernaum ein Zentrum (Mk 1,9 ff. 29) hatten, vollzogen sich in einem religiös konfliktreichen Umfeld. Die religiösen Positionen innerhalb des damaligen Judentums reichten von einer asketischen Trennung von der Welt (Mönchsgemeinde in Qumran) über die Idee einer Anstrengung um die religiös-moralische Vervollkommnung des Volkes (Pharisäer) und dem Konzept eines gottgefälligen Kampfes gegen die Römer (Zeloten) bis hin zu einer strikt auf den Inhalt der Tora konzentrierten Frömmigkeit (Sadduzäer).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Vorlauf und die pädagogische Motivation zur Unterrichtsreihe über den historischen Jesus in einer 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums.
Erschließung der didaktischen Situation: Dieses Kapitel analysiert die Lernvoraussetzungen, die religiöse Entwicklung nach Fowler und die soziokulturelle Einbettung der Schüler am Berufsschulzentrum Leonberg.
Erschließung des Unterrichtsthemas in seinem theologischen Sachzusammenhang und in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler: Hier werden biblische, kirchengeschichtliche und systematisch-theologische Grundlagen beleuchtet sowie der Bezug zur Lebenswelt und zum interreligiösen Kontext hergestellt.
Didaktische Erschließung und Elementarisierung: Dieses Kapitel beschreibt die Reduktion des komplexen Themas auf eine für Schüler verständliche Kernbotschaft und begründet die Wahl von Medien und Methoden.
Lernzielformulierung: Hier werden die Grob- und Feinziele der Stunde anhand der Kriterien Hierarchisierung, Dimensionierung und Operationalisierung definiert.
Verlaufsplan der Unterrichtsstunde: Dieses Kapitel stellt die methodisch-zeitliche Abfolge der Unterrichtseinheit in tabellarischer Form inklusive Medieneinsatz dar.
Reflexion: Die Reflexion bewertet den Verlauf der Unterrichtsstunde, das Erreichen der Lernziele und die Eignung der gewählten methodischen Ansätze kritisch.
Anlagen: Dieser Abschnitt enthält das Einstiegsbild, den verwendeten Informationstext sowie den Zeitstrahl zur Ergebnissicherung.
Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Hausarbeit genutzten Quellen und Fachpublikationen aufgeführt.
Schlüsselwörter
historischer Jesus, Didaktik, Religionsunterricht, Zeitstrahl, biblische Exegese, Jesusbild, Oberstufe, Kompetenzorientierung, Elementarisierung, interreligiöser Dialog, Rekonstruktion, Religionsgeschichte, Wirtschaftsgymnasium, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Thema "historischer Jesus" für eine 12. Klasse an einem beruflichen Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Person Jesu, die Erstellung von Biographien mittels Zeitstrahlen sowie die Bedeutung Jesu im christlichen Glauben und im interreligiösen Vergleich.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Schülern ein stabiles, nicht rein dogmatisches Bild des "wahren Menschen" Jesus zu vermitteln und sie zur kritischen Textarbeit zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht verwendet?
Es wird eine Kombination aus Textanalyse (biblische und außerbiblische Quellen) und visualisierter Ergebnissicherung durch Zeitstrahlen eingesetzt, um historische Fakten strukturiert zu erarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der didaktischen Situation, die theologische Einordnung des Themas, die didaktische Reduktion (Elementarisierung) und die methodische Planung der Unterrichtssequenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "historischer Jesus", "Didaktik", "Elementarisierung", "Rekonstruktion" und "Kompetenzorientierung".
Warum wurde eine "Che Guevara"-ähnliche Darstellung Jesu als Einstieg gewählt?
Die verfremdete Darstellung dient als provozierendes Einstiegsmedium, um die politische Dimension des Wirkens Jesu zu verdeutlichen und das Interesse der Jugendlichen durch einen aktuellen, zeitgeistigen Bezug zu wecken.
Wie wurde die Differenz zwischen dem historischen Jesus und dem auferstandenen Christus thematisiert?
Die Arbeit betont, dass im Unterricht bewusst die Perspektive des Menschen Jesus eingenommen wird, ohne jedoch die Bedeutung der Auferstehung für den christlichen Glauben zu negieren, um ein facettenreiches Jesusbild zu fördern.
- Citation du texte
- Josua Flath (Auteur), 2013, Einstiegsstunde in das Themengebiet "Historischer Jesus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275570