Das Ruhrgebiet ist bereits seit Jahrhunderten ein bedeutendes Wirtschaftszentrum und das wohl bekannteste Industriegebiet Deutschlands und wird besonders mit Kohle- und Eisenindustrie verbunden – so brachte diese Region im Laufe der Jahre einige namenhafte Unternehmer hervor. So ist der Name Krupp beispielsweise auch heute noch allseits bekannt und ist repräsentativ für die zahlreichen Industriellen und Konzerne, die das Ruhrgebiet prägten und auch heute noch prägen.
Doch gab es auch Unternehmerinnen, die bedeutsam für die Geschichte der Ruhr-Industrie gewesen sind? Um dieser Frage nachzugehen, werden im Folgenden zwei Damen der Krupp-Familie aus verschiedenen Generationen vorgestellt – Helene Amalie Krupp und Margarethe Krupp. Zwei Damen, die auf völlig unterschiedliche Art und Weise nicht nur auf die Geschichte der Familiendynastie Einfluss nahmen, sondern auch auf die Geschichte des Ruhrgebiets. Besonders bemerkenswert sind die folgenden Portraits vor dem Hintergrund, dass das Geschäftswesen eine von Männern dominierte Sparte war und Frauen sich meist um Haus und Familie zu kümmern hatten.
Zunächst wird dem Leser Helene Amalie Krupp vorgestellt, die Großmutter von Friedrich Krupp, der die Krupp Gussstahlfabrik gründete und seine ersten beruflichen Erfahrungen bei ihr sammelte . Im Anschluss folgt ein Portrait von Margarethe Krupp, die rund 70 Jahre nach Helene Amalie Krupps Tod begann, das Familienbild der Kruppdynastie zu prägen. Zuletzt folgt ein Vergleich der beiden Damen, sowie ein Fazit bezüglich der jeweiligen Schwerpunktsetzung in ihrem Wirken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Helene Amalie Krupp
2.1 Erste Lebensstationen:
2.2 Helene Amalie Krupp als Unternehmerin:
3 Margarethe Krupp
3.1 Erste Lebensstationen:
3.2 Margarethe Krupp als Repräsentantin:
3.3 Margarethe Krupp als Stifterin:
4 Vergleich und Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Rollen und den Einfluss zweier bedeutender Frauen der Familie Krupp, Helene Amalie Krupp und Margarethe Krupp, auf die Geschichte der Familiendynastie sowie auf die industrielle Entwicklung des Ruhrgebiets vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Geschlechternormen ihrer Zeit.
- Biografische Analyse der Rolle von Frauen in der Krupp-Dynastie
- Kontrastierung von unternehmerischem Handeln und repräsentativen Aufgaben
- Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen auf die weibliche Lebensgestaltung
- Soziales Engagement und Stifterwesen im historischen Kontext
Auszug aus dem Buch
2.2 Helene Amalie Krupp als Unternehmerin:
Helene A. Krupp hatte trotz ihres jungen Alters nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um eine erfolgreiche Unternehmerin zu werden. So kannte sie das Kaufmannsgeschäft bereits von ihren Eltern und ihrem Mann und sie hatte gelernt, wie Kaufleute sich kleideten und auftraten10. Zudem verfügte sie über ein beträchtliches Kapital und besaß ebenfalls wertvolle familiäre Kontakte11. In der einzigen erhaltenen zeitgenössischen Beschreibung des Dortmunder Kaufmannes Wilhelm Gottfried Wiskott, der bei Helene A. Krupp eine Lehre absolvierte, wird sie als kontrollierende und sparsame Arbeitgeberin beschrieben und hart gegenüber ihren Angestellten12.
Helene A. Krupp ging des Weiteren keine neue Ehe ein, was ganz deutlich zeigt, dass sie sich auf sich selbst verlassen wollte13, nur auf sich vertraute und vielleicht auch die Möglichkeit ausräumen wollte, dass ein Mann ihr ihren Posten als alleinige Geschäftsführerin streitig machen könnte. Sie führte die Firma alleinverantwortlich bis zu ihrem Tod, obwohl sie zwei Söhne hatte, die die Firma hätten übernehmen können14, was auch wieder ganz deutlich zeigt, wie sehr sie sich selbst in der Rolle als Unternehmerin verstand und dafür lebte. Ihrem Sohn Peter Friedrich Wilhelm Krupp waren beispielsweise nur Aufgaben wie die Buchführung des Unternehmens zugedacht15.
Außerdem setzte Helene A. Krupp neue Akzente und war innovativ, indem sie neue Wege im Handelswesen einschlug16. Dies lässt sich in drei Stufen nachvollziehen: Zunächst einmal erweiterte sie das Warensortiment des Kolonialwarenhandels ihres verstorbenen Mannes, der zum größten Teil Luxusgüter der Zeit für ein wohlhabendes Klientel anbot, wie beispielsweise Kaffee, Tee, Gewürze, Zucker, Reis, Rosinen und Tabak17. Helene A. Krupp erweiterte das Sortiment um Waren wie Porzellan, Branntwein, Butter und Leinwand18, somit sprach sie ein größeres Kundenspektrum an und konnte die Einnahmen der Firma steigern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Unternehmerinnen im Ruhrgebiet ein und stellt die beiden Protagonistinnen Helene Amalie und Margarethe Krupp vor.
2 Helene Amalie Krupp: Hier wird der Lebenslauf von Helene Amalie Krupp sowie ihre aktive Rolle als eigenverantwortliche Unternehmerin im Handelssektor beleuchtet.
3 Margarethe Krupp: Dieses Kapitel behandelt das Leben von Margarethe Krupp, wobei der Fokus auf ihrer Repräsentationsfunktion sowie ihrem späteren sozialen Engagement als Stifterin liegt.
4 Vergleich und Fazit:: In diesem abschließenden Kapitel werden die beiden Frauen gegenübergestellt, um ihre unterschiedlichen Ansätze in der Unternehmensmitgestaltung und Familiengeschichte zu bewerten.
Schlüsselwörter
Helene Amalie Krupp, Margarethe Krupp, Krupp-Dynastie, Ruhrgebiet, Industriegeschichte, Unternehmerin, Repräsentation, Stifterin, Unternehmensführung, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Sozialprojekt, Margarethenhöhe, Wirtschaftsgeschichte, Frauenrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Wirken und die Rolle von Helene Amalie Krupp und Margarethe Krupp innerhalb der Industriellendynastie Krupp.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen weibliche Unternehmertätigkeit, Repräsentationsrollen, familiäre Pflichten sowie soziales Stifterwesen im Ruhrgebiet.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die unterschiedliche Schwerpunktsetzung und den jeweiligen Einfluss beider Frauen auf die Firmengeschichte und das Ruhrgebiet herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine biographische und vergleichende Analyse auf Basis historischer Quellen und Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Portraits der beiden Frauen, wobei Lebensstationen, ihre Rolle im Unternehmen sowie ihr gesellschaftliches Wirken detailliert dargestellt werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Krupp-Dynastie, Industrialisierung, Unternehmerin, Repräsentation und soziales Engagement.
Wie unterscheidet sich die geschäftliche Rolle von Helene Amalie Krupp von der ihrer Nachfahrin?
Helene Amalie Krupp leitete das Handelsgeschäft eigenverantwortlich und innovativ, während Margarethe Krupp sich geschäftlich zurückhielt und ihren Fokus auf Repräsentation und Stiftungen legte.
Welchen Einfluss hatte der Erwerb der „Gutehoffnungshütte“ auf das Wirken von Helene Amalie Krupp?
Dieser Erwerb markierte einen Versuch, in die Produktion einzusteigen, stellte sich jedoch als wirtschaftlicher Misserfolg heraus, woraufhin sie zum Kerngeschäft des Handels zurückkehrte.
Warum wird Margarethe Krupp eher als „verhinderte Unternehmerin“ bezeichnet?
Obwohl sie nach Unabhängigkeit strebte, zwangen sie die familiären Konventionen und die Heirat in ein Rollenbild, das sie weitgehend aus dem eigentlichen operativen Geschäft ausschloss.
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- Danielle Heinen (Author), 2014, Unternehmerinnen in der Geschichte der Ruhr-Industrie: Helene Amalie Krupp und Margarethe Krupp, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275572