Märchen entführen Kinder in eine wunderbare Traumwelt, sie beflügeln ihre Fantasie durch ihre bildhafte Sprache und sprechen besonders ihre Gefühle an.
Gerade für Kinder ist der Schatz der Märchen sehr umfangreich. Obwohl es verschiedene Formen von Literatur für Kinder gibt, sind es aus meiner Erfahrung die Märchen, die die Kinder am meisten emotional ansprechen.
Einerseits haben Kinder noch kaum Worte für Ihre Empfindungen, andererseits verstehen sie auf der Bewusstseinsebene ihrer Entwicklung schon einiges vom Leben und den Konflikten, die es auszutragen gilt. Damit es den Kindern aber heute gelingt, sich bei den vielen Angeboten und Erwartungen zurechtzufinden, brauchen sie Orientierungshilfen, d.h. sie brauchen äußere Vorbilder und innere Leitbilder, die ihnen Halt bieten. Diese Orientierungshilfen zur Bewältigung altersentsprechender Aufgaben können ihnen die Märchen bieten. Sie behandeln zwar nicht die Probleme, die Kinder in der heutigen Zeit haben können, doch lassen sich Bezüge zu den inneren Konflikten, denen sich Kinder oftmals ausgesetzt fühlen, herstellen. Das Märchen unterhält die Kinder, klärt sie über ihr Innerstes auf und fördert ihre Persönlichkeitsentwicklung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Märchen
2.1. Der Begriff „Märchen“ und seine Bedeutung
2.2 Das Volksmärchen im Vergleich zum Kunstmärchen
3. Das Volksmärchen „Hänsel und Gretel“
3.1. Inhalt des Märchens „Hänsel und Gretel“
3.2. Begründung für die Wahl des Märchens “Hänsel und Gretel”
3.3. Der Begriff „Selbstwirksamkeit“ und seine Bedeutung
4. Zielsetzung aus den Vorüberlegungen
4.1. Begründung für die Wahl der Zielsetzung
4.2. Erläuterung der Zielsetzung
5. Lerngruppe und Rahmenbedingungen
5.1. Vorstellung der Lerngruppe
5.2. Räumliche Rahmenbedingungen
5.3. Personelle Rahmenbedingungen
6. Darstellung der Methoden und Medien
6.1. Methoden
6.2. Gelenktes Rollenspiel
6.3. Medien
7. Darstellung der Unterrichtsreihe
8. Exemplarische Darstellung einer Unterrichtsstunde
8.1. Begründung für die Wahl der Zielsetzung
8.2. Erläuterung der Zielsetzung
8.3. Begründung und Erläuterung des Inhalts
8.4. Lernvoraussetzungen
8.5. Stundenverlauf
8.6. Reflexion der Unterrichtsstunde
9. Reflexion der Themenreihe
10. Literaturverzeichnis
10.1 Bücher
10.2. Internetseiten
10.3. Sonstige
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, hörgeschädigten Kindergartenkindern durch eine strukturierte Unterrichtsreihe zum Märchen „Hänsel und Gretel“ ein Gefühl für die eigene Selbstwirksamkeit zu vermitteln, indem sie das mutige und lösungsorientierte Verhalten der Märchenfiguren nachvollziehen und auf ihre eigene Lebenswelt übertragen.
- Förderung der Selbstwirksamkeit durch gezielte Märchenarbeit
- Einsatz von handlungsorientierten Methoden wie gelenkten Rollenspielen
- Anpassung von Unterrichtsmaterialien für hörgeschädigte Kinder
- Reflexion über die Entwicklung von Autonomie und Problemlösungsstrategien bei Kindern
Auszug aus dem Buch
3.1. Inhalt des Märchens „Hänsel und Gretel“
Das Märchen „Hänsel und Gretel“ wurde zum ersten Mal 1812 von den Brüdern Grimm als Volksmärchen aufgeschrieben. Das Märchen stammt aus mündlicher Überlieferung und wurde, außer von den Brüdern Grimm, auch von Ludwig Bechstein (1856) und von Franz von Pocci nacherzählt und illustriert (1838). Die Namen „Hänsel“ und „Gretel“ greifen die verbreitetsten Taufnamen der damaligen Zeit - Johannes und Margarete - auf und begegnen uns in dieser Zusammenstellung in der Frühen Neuzeit häufig als fiktive Platzhalternamen.
Das Märchen „Hänsel und Gretel“ ist die Geschichte eines Geschwisterpaares. Der Junge Hänsel und das Mädchen Gretel sind die Kinder einer Holzhackerfamilie, die in Armut lebt. Als ihre Nahrung bis auf einen Laib Brot restlos aufgebraucht ist, beschließen die Eltern, auf Initiative der Mutter, ihre Kinder im Wald auszusetzen. Die Kinder, die das Gespräch belauscht haben, sammeln daraufhin Kieselsteine, welche Hänsel als Markierung benutzen will, um den Weg wieder zurück nach Hause zu finden. Am nächsten Morgen gehen die Eltern mit ihren Kindern in den Wald. Sie zünden ein Feuer an, geben ihnen das letzte Stück Brot und fordern sie auf zu warten, bis der Vater mit der Arbeit fertig ist. Hänsel und Gretel schlafen ein. Nachdem sie aufwachen, stellen sie fest, dass sie allein im Wald sind. Sie warten das Mondlicht ab und finden mit Hilfe der Kieselsteine, die im Mondlicht leuchten, den Weg nach Hause zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Wahl des Themas Märchen zur Förderung der kindlichen Entwicklung und zur Stärkung der Selbstwirksamkeit, insbesondere bei hörgeschädigten Kindern.
2. Märchen: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Märchen“, erläutert seine historische Bedeutung und stellt Volksmärchen dem Kunstmärchen gegenüber.
3. Das Volksmärchen „Hänsel und Gretel“: Hier werden der Inhalt des Märchens, die Beweggründe für seine Auswahl sowie der fachliche Bezug zum Konzept der Selbstwirksamkeit dargelegt.
4. Zielsetzung aus den Vorüberlegungen: Die Autorin begründet und erläutert die pädagogischen Ziele der Unterrichtsreihe mit Fokus auf emotionale und personale Kompetenzen.
5. Lerngruppe und Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel stellt die konkrete Kindergruppe vor und beschreibt die räumlichen sowie personellen Bedingungen der Durchführung.
6. Darstellung der Methoden und Medien: Hier werden die verwendeten didaktischen Methoden (insb. das gelenkte Rollenspiel) und die eingesetzten Medien detailliert aufgeführt.
7. Darstellung der Unterrichtsreihe: Es wird der zeitliche und inhaltliche Aufbau der Märchenreihe in 13 Einheiten skizziert.
8. Exemplarische Darstellung einer Unterrichtsstunde: Ein konkreter Stundenverlauf (10. Stunde) wird inklusive Zielbegründung, Lernvoraussetzungen und Reflexion beispielhaft analysiert.
9. Reflexion der Themenreihe: Die Autorin reflektiert den Prozess der Themenreihe und zieht ein Fazit über die pädagogische Wirksamkeit.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachbücher, Internetseiten und sonstigen Quellen.
Schlüsselwörter
Hänsel und Gretel, Märchen, Selbstwirksamkeit, Hörgeschädigte Kinder, Förderschule, Kindergarten, Rollenspiel, emotionale Entwicklung, Persönlichkeitsentwicklung, Pädagogik, Sprachförderung, Unterrichtsreihe, Identitätsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine pädagogische Unterrichtsreihe zum Märchen „Hänsel und Gretel“, die speziell für Kinder eines Förderschulkindergartens (Schwerpunkt Hören und Kommunikation) konzipiert wurde.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die Arbeit mit Märchen im Vorschulalter, das psychologische Konzept der Selbstwirksamkeit und die methodische Umsetzung in der sonderpädagogischen Frühförderung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsreihe?
Das Hauptziel ist es, den Kindern durch die Identifikation mit den handelnden Geschwistern im Märchen ein Gefühl für ihre eigene Selbstwirksamkeit zu vermitteln, um Schwierigkeiten im Alltag mutiger und eigenständiger zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt vor allem das „gelenkte Rollenspiel“ als lernaktivierende Methode, um den Kindern das Nacherleben und die emotionale Auseinandersetzung mit der Geschichte zu ermöglichen.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt der Arbeit?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der schrittweisen Erarbeitung der Märchenhandlung in 13 Einheiten, ergänzt durch eine ausführliche, beispielhafte Analyse einer Unterrichtsstunde.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Selbstwirksamkeit, Märchenpädagogik, hörgeschädigte Kinder, Rollenspiel und sonderpädagogische Förderung beschreiben.
Warum spielt die räumliche Gestaltung für die Märchenstunde eine so große Rolle?
Da für das Märchenhören eine besondere, „hörbereitete“ und geborgene Atmosphäre notwendig ist, wurde die Malecke in eine „Märchenecke“ umgewandelt, um die Konzentration und emotionale Einstimmung der Kinder zu fördern.
Welche Rolle spielen Handpuppen in der Methodik der Autorin?
Handpuppen dienen als kindgerechtes Medium, das es den Kindern ermöglicht, sich in die Rollen einzufühlen, Hemmungen abzubauen und das Handlungsrepertoire durch das aktive Nachspielen von Schlüsselszenen zu erweitern.
- Citation du texte
- Susanne Weßling (Auteur), 2014, Entdecken der Selbstwirksamkeit durch das Märchen "Hänsel und Gretel". Unterrichtseinheit für einen Förderschulkindergarten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275620