Es gibt unterschiedliche Typen von Sprechakten: lokutionäre Akte, illokutionäre Akte, propositionale Akte, perlokutionäre Akte etc.
Ein weiterer Sprechakttyp sind die sogenannten „gricy actions“ nach Paul Grice, die eine weitere Art von Äußerungen wiedergeben. Die Namensgebung dieser Sprechakte beruht auf einer gleichnamigen Arbeit von Andreas Kemmerling, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Diese Arbeit befasst sich mit jenem Text, „Gricy Actions“ von Kemmerling. Diese Art von Äußerungen ist eine weitere Form von sprachlichem Vorgehen, die in dieser Arbeit erklärt und erörtert werden soll.
Kemmerlings Arbeit thematisiert jedoch nicht nur die „gricy Actions“ an sich, sondern diesem Kapitel gehen weitere Themenabschnitte der Sprechakttheorien voran, die ebenfalls, jedoch nur kurz, angerissen werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ein Anriss über Grice und Austin
2. „Gricy actions“
2.1 „Gricy actions“ vs. „Non-gricy actions”
2.2 Sind alle zentralen illokutionären Akte „gricy actions“?
2.3 „Para-gricy actions”
2.3.1 „Failed gricy actions”
3. Perlokutionäre Sprechakte als „gricy actions“?
4. „Gricy actions“: Widersprüche
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der sogenannten „Gricy Actions“ nach Paul Grice, basierend auf der Analyse von Andreas Kemmerling, um deren Wesen, Verwendung und theoretische Einordnung innerhalb der Sprechakttheorie zu ergründen.
- Theoretische Grundlagen und Abgrenzung zu illokutionären Sprechakten
- Definition und Identifikation von „Gricy Actions“
- Unterscheidung zwischen „Gricy“ und „Para-gricy actions“
- Kritische Analyse von Widersprüchen hinsichtlich Intentionalität
Auszug aus dem Buch
2.1 „Gricy actions“ vs. „Non-gricy actions”
In diesem Kapitel, werde ich mich damit beschäftigen, was „Gricy actions“ eigentlich sind und wie sie im Gegensatz zu „Non-gricy actions“, also zu Aktionen oder Handlungen, die nicht gricy sind, dargestellt werden. Was bedeutet eigentlich „gricy“? „Gricy“ beudetet, dass jemand etwas tun kann, indem er verdeutlicht, dass er es tun will. „Gricy“ meint also noch nicht, dass die besagte Tätigkeit auch letztendlich ausgeführt werden muss, sondern es reicht aus, die Absicht auszudrücken. Kemmerling beginnt seine Ausführungen über „Gricy actions“ mit folgender Definition:
„An action-type X is gricy if and only if making it clear that one wants (or intends) to X in doing what one does, is, by conceptual necessity, sufficient for therein X-ing.” (Kemmerling, S.84).
Der Autor unternimmt hier den Versuch, dem Rezipienten zu verdeutlichen, wie eine „Gricy action“ definiert wird. Weiter wird ein Beispiel angeführt, dass das Anschalten einer Waschmaschine nicht gricy ist, das klar machen, das darauf deuten, dass ich sie anschalten will, allerdings schon. Ein Handlungstyp X ist also dann gricy, wenn beispielsweise Person A Person B deutlich machen kann, was Person A beabsichtigt zu tun. Das tatsächliche Ausführen einer Handlung, wie jemanden zu töten oder ein Fenster zu öffnen, sind „un-gricy“, da das Verdeutlichen nicht stattfindet, sondern anstatt dessen die Aktion ausgeführt wird (vgl. Kemmerling, S.84).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Typologie von Sprechakten ein und legt den Fokus auf die Untersuchung der „Gricy Actions“ nach Kemmerling.
1. Ein Anriss über Grice und Austin: Das Kapitel reflektiert Austins Klassifizierung illokutionärer Akte und kontrastiert diese mit der Bedeutung von Intentionen.
2. „Gricy actions“: Hier wird der Kernbegriff der „Gricy action“ als Ausdruck einer Intention definiert.
2.1 „Gricy actions“ vs. „Non-gricy actions”: Dieses Kapitel differenziert zwischen intentionale Verdeutlichung und tatsächlicher Handlungsausführung anhand konkreter Beispiele.
2.2 Sind alle zentralen illokutionären Akte „gricy actions“?: Es wird untersucht, ob sich die gängigen illokutionären Akte unter den Begriff der „Gricy action“ subsumieren lassen.
2.3 „Para-gricy actions”: Dieses Kapitel führt formellere, an Konventionen gebundene Sprechakte als „Para-gricy“ ein.
2.3.1 „Failed gricy actions”: Hier werden Fälle betrachtet, in denen zeremonielle Akte aufgrund fehlender Autorität scheitern.
3. Perlokutionäre Sprechakte als „gricy actions“?: Es wird diskutiert, ob auch perlokutionäre Sprechakte als „gricy“ klassifiziert werden können.
4. „Gricy actions“: Widersprüche: Das Kapitel analysiert kritische Argumente gegen die Annahme, dass solche Handlungen zwingend intentional sein müssen.
Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass „Gricy Actions“ informelle, intentional motivierte Sprechakte sind, die zwar gewisse Unklarheiten bergen, aber in ihrer theoretischen Konzeption nachvollziehbar bleiben.
Schlüsselwörter
Sprechakte, Gricy Actions, Paul Grice, Andreas Kemmerling, Illokution, Perlokution, Intentionalität, Konventionen, Para-gricy, Failed Gricy Actions, Sprachphilosophie, Semantik, Pragmatik, Handlungsstruktur, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophische Analyse der sogenannten „Gricy Actions“ nach Paul Grice, wie sie von Andreas Kemmerling diskutiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Sprechakttheorie, das Verhältnis von Intention und Handlung sowie die Abgrenzung von informellen und formellen (zeremoniellen) Sprechakt-Typen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Begriff der „Gricy Action“ zu definieren, seine Anwendungsmöglichkeiten zu erläutern und Widersprüche in der theoretischen Literatur zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Textanalyse, die auf der kritischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, insbesondere von Andreas Kemmerling, basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von „Gricy Actions“, deren Abgrenzung zu „Non-gricy“ und „Para-gricy“ Handlungen, die Untersuchung perlokutionärer Aspekte sowie eine kritische Erörterung ihrer Intentionalität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Sprechakte, Gricy Actions, Intentionalität, Illokution und Perlokution.
Was unterscheidet eine „Gricy Action“ von einer „Para-gricy Action“?
Während „Gricy Actions“ informell sind und keiner speziellen Zeremonie bedürfen, sind „Para-gricy Actions“ an formelle Konventionen und oft an eine spezifische Autorität gebunden.
Warum können „Gricy Actions“ als „failed“ gelten?
Sie gelten als „failed“, wenn es sich eigentlich um zeremonielle „Para-gricy Actions“ handelt, die ohne die notwendige Befugnis oder Autorität (z. B. ein nicht berechtigter Standesbeamter bei einer Trauung) durchgeführt werden.
Müssen „Gricy Actions“ immer intentional sein?
Dies ist einer der zentralen Diskussionspunkte der Arbeit; der Autor kommt zu dem Schluss, dass sie nicht zwingend „essential intentional“ sind, da sie auch ohne explizite Intentionen zustande kommen können.
- Citar trabajo
- Annika Süß (Autor), 2014, Analyse von Andreas Kemmerlings "Gricy Actions" in Anlehnung an Paul Grice, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275686