Cybermobbing unter Jugendlichen. Nur ein Wechsel des Kommunikationskanals?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Aktuelle Daten über das Schikanieren via Internet

3. Cyber-Mobbing = traditionelles Mobbing + Neue Medien?

4. Arten von Cyber-Mobbing

5. Die Täter, Opfer und ‚Opfer-Täter‘

6. Folgen für die Opfer

7. Schlusswort

8. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Nutzung von Onlineanwendungen 2009,

Abbildung 2 Erfahrungen von Cyber-Mobbing aus dem eigenen Bekanntenkreis

Abbildung 3 Ausübungsformen des Cyber-Mobbings,

1. Einführung

Kinder und Jugendliche verbringen heutzutage ihre Freizeit zu einem nicht unerheblich hohen Teil vor dem Computerbildschirm. Dabei finden die häufigsten Aktivitäten im Internet statt, u.a. in sozialen Netzwerken, Chats und virtuellen Plattformen. Das Pflegen von Kontakten zu anderen Heranwachsenden stellt die wichtigste Nutzungsform dar. Kommunikation findet somit immer mehr interaktiv statt. Besonders hoher Beliebtheit erfreuen sich soziale Netzwerke wie Facebook, SchülerVZ, Instant Messenger wie ICQ oder MSN, aber auch andere Kennlernseiten (vgl. Dambach 2012: 32).

Das wachsende Interesse und die Teilhabe an interaktiver Kommunikation sei- tens Kinder und Jugendlicher birgt zugleich die Gefahr des Missbrauchs in sich. Cyber-Mobbing (im englisch-sprachigen Raum auch ‚Cyber-Bullying‘ genannt). Cyber-Mobbing ist ein noch relativ neues Phänomen, welches vom heimischen Computer aus erfolgt. Dabei gibt es einen virtuellen Täter (oder auch mehrere) und meist ein virtuelles Opfer, welches im Internet auf verschiedene Art und Weisen gemobbt werden kann.

Entgegen einiger Ansichten, gibt es beim Cyber-Mobbing durchaus einige Kor- relationen zur traditionellen Form des Mobbings, welche in dieser Arbeit auch aufgezeigt werden. Mobbing-Täter in der Schule sind auch Täter im Internet und Mobbing-Opfer in der realen Welt werden häufig auch in der virtuellen Welt zum Opfer.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit dem neuen Phänomen Cyber- Mobbing. Dabei wird zunächst ein Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland in Bezug auf das virtuelle Leben der Bevölkerung und im Beson- deren Jugendlicher gegeben (Kapitel 2). Im nächsten Kapitel (drei) sollen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Cyber-Mobbing zu traditionellem Mobbing verdeutlicht werden. Es folgt daraufhin eine Vertiefung in das Thema Cyber-Mobbing. In Kapitel vier werden die verschiedenen Arten Cyber-Mobbing zu praktizieren aufgeführt. Anschließend werden die Hauptbeteiligten von Cy- ber-Mobbing Täter, Opfer und Opfer-Täter besonders unter die Lupe genom- men (Kapitel 5). Schließlich folgt in Kapitel sechs eine detaillierte Auseinander- setzung über mögliche (nachhaltige) Folgen für die Opfer von Cyber-Mobbing. In Kapitel sieben folgt abschließend das Fazit dieser Arbeit.

2. Aktuelle Daten über das Schikanieren via Internet

Laut den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2009 nutzten 67,1 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands im Jahre 2009 zumindest gelegentlich das Internet. Im Vergleich dazu waren es zehn Jahre vorher nur 17,7 Prozent. Schaut man sich insbesondere die Aktivität in der Zielgruppe der 14- bis 19- Jährigen Internetnutzern an, so lässt sich ein noch beeindruckendes Ergebnis feststellen: Waren es im Jahre 1999 noch knapp 30,0 Prozent, stieg die Anzahl für das Jahr 2009 bereits auf bis zu 95,9 Prozent an. Sehr beliebt scheinen da- bei Plattformen zu sein, die einen (inter-)aktiven Umgang erfordern (vgl. Van Eimern/ Frees 2009, 335ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Nutzung von Onlineanwendungen 2009

14- bis 19-Jährige vs. ab 60-Jährige, mindestens 1 x wöchentlich in %

Die Abbildung legt offen, dass knapp 80 Prozent der Jugendlichen vornehmlich das soziale Netz nutzen. Dabei bedienen sie sich multimedialer Anwendungen, Netzwerken und/oder Instant-Messenger (bspw. YouTube, Facebook, ICQ).

Besonders stark wirkt hier der Kontrast zu der Altersgruppe ab 60-Jährige, die bis dato eine eher zurückhaltende Haltung gegenüber dem Social Web auf- weist.

Das soziale Netz ist also in der Form von öffentlichen Plattformen im Alltag der breiten Öffentlichkeit angekommen. Dabei ist seine Bedeutung umso höher, je jünger die Zielgruppe ist (vgl. ebd.: 339f.)

Im Zuge dieser neuen und zunehmend populärer werdenden Art der Kommunikation via Internet, treten auch negative Begleiterscheinungen auf. So hat sich das Mobbing im schulischen Kontext nun offenbar auch im Social Web in verschiedensten Plattformen ausgeweitet.

Fand Mobbing noch vor einigen Jahren ausschließlich im ‚realen Leben‘ statt, gibt es nun die Möglichkeit seine Mitschüler in sozialen Netzwerken zu verspotten, bloßzustellen oder unwahre Behauptungen zu verbreiten. Das allseits beliebte Videoportal Youtube ermöglicht ferner die Veröffentlichungen von Misshandlungen, die dem Opfer zugefügt wurden.

So schaffte es der Fall einer 18-Jährigen Schülerin aus Berlin in die Schlagzeilen, nachdem sie auf der Internetplattform isharegossip auf übelste Weise beschimpft wurde. Ihr 17-Jähriger Freund wurde anschließend von zahlreichen Jugendlichen verprügelt, nachdem er die Online-Täter seiner Freundin zur Rede gestellt hatte (vgl. Spiegelonline Schulspiegel 2011).

Welche noch extremere Auswirkungen Cyber-Mobbing - also Mobbing mithilfe digitaler Kommunikationsmittel - haben kann, zeigt uns der aktuelle Fall von Amanda Todd. Es handelt sich um ein 15-jähriges Mädchen aus Kanada, die sich im Oktober 2012 das Leben nahm, nachdem sie monatelang Hänseleien und sogar Gewalttaten von ihren Mitschülern ertragen hat. Auslöser war ein im Internet veröffentlichtes Nacktfoto von ihr, welches ein Mann an die ganze Schule weitergeleitet und sogar auf Facebook verbreitet hat (vgl. DIE WELT 2012).

An dieser Stelle muss man sich unweigerlich die Frage stellen, was all die an- deren Demütigungen, die überwiegend im Verborgenen stattfinden, bewirken und wie sie langsam den (Schul-)Alltag des Mobbingopfers verändern können.

Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Medienpädagogischen For- schungsverbunds Südwest 2010 belegt, ist Cyber-Mobbing bei Schülern ein alltägliches Phänomen (geworden). 15 Prozent der befragten Jugendlichen zwi- schen 12 und 19 Jahren gaben an, Erfahrungen mit der Verbreitung von fal- schen oder beleidigenden Angaben über sich im Internet gemacht zu haben. (vgl. JIM-2010: 48ff.)

Gravierender sind die Angaben darüber, ob das Internet innerhalb der peer group schon dazu eingesetzt wurde, um absichtlich jemanden fertig zu machen. Wie die nachfolgende Darstellung offenlegt, trifft dies bei knapp 25 Prozent der Jugendlichen zu. Auffällig ist, dass vermehrt Mädchen im Internet mobben; auch taucht das ‚Fertigmachen‘ im Alter von 14-17 Jahren am stärksten auf. Besonders kritisch zu betrachten ist weiterhin der Anstieg um bis zu zehn Pro- zentpunkte bei Jugendlichen mit Hauptschulhintergrund im Vergleich zum Vor- jahr.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Erfahrungen von Cyber-Mobbing aus dem eigenen Bekanntenkreis

Durch das mediale Aufgreifen von extremen Einzelfallopfern wie bei Amanda Todd, wird das Thema Cyber-Mobbing nun in den Medien und der Politik immer präsenter und heiß diskutiert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Cybermobbing unter Jugendlichen. Nur ein Wechsel des Kommunikationskanals?
Hochschule
Universität zu Köln  (Medienpädagogik und Mediendidaktik)
Veranstaltung
Medien und Identität
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V275750
ISBN (eBook)
9783656686279
ISBN (Buch)
9783656686255
Dateigröße
730 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik, Mobbing, Cybermobbing, Mobbing Internet, Kommunikation Internet, soziale Netzwerke, Mobbing Facebook, Bullying, Cyber-Bullying, Cyber-Mobbing, Chat, Chatrooms, Internetportale, Flirtportal, Opfer Täter, Schikane, Dissen, Schikanieren, Jugendliche, second life, gossip, digitale Kommunikation, Hänseln 2.0, Hänseln, Anonymität Internet, Anonymität, Stalking, Cyber-Stalking, Online Mobbing, Online, social web, Medienkompetenz, Medienwissen, Neue Medien, Digitale Welt, digitales Mobbing, digitale netzwerke
Arbeit zitieren
Master of Arts Caroline Siwiecki (Autor), 2012, Cybermobbing unter Jugendlichen. Nur ein Wechsel des Kommunikationskanals?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275750

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