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Der Begriff des 'Wunderbaren' in Christoph Martin Wielands Roman 'Don Sylvio von Rosalva'

Title: Der Begriff des 'Wunderbaren' in Christoph Martin Wielands Roman 'Don Sylvio von Rosalva'

Bachelor Thesis , 2012 , 55 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Christoph Martin Wieland veranschaulicht in seinem 1764 erschienenen Roman „Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva“, welche Wirkung das Wunderbare auf die menschliche Empfindung hat. Der Protagonist Don Sylvio findet eine Sammlung Feen-Märchen, die er in schneller Geschwindigkeit liest und somit den Eindruck einer Kohärenz zwischen realer Welt und Fiktion gewinnt. Don Sylvio liest diese Märchen am liebsten im Garten oder im Wald und bezieht bald alles Gelesene auf seine Umgebung, sodass er sich einbildet, er befände sich in einer Feen-Welt. Besonders durch die Betrachtung der Natur verstärkt sich sein Eindruck, da diese nicht nur essentieller inhaltlicher Bestandteil dieses Literatur-Genres ist, sondern durch ihre beeindruckende Vielfalt und Schönheit auch selbst Wunderbares darstellt. Doch was bedeutet eigentlich Realität und wer legt fest, was wahr und wirklich ist? Die vorliegende Ausarbeitung wird in Bezugnahme auf das Modell der möglichen Welten zeigen, dass Wirklichkeit kein feststehender, allgemeingültiger Begriff ist, sondern sich auf verschiedenen Ebenen äußern kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff wunderbar nach Sulzer

3. Gottsched – Bodmer – Breitinger

3.1 Gottscheds Verhältnis zum Wunderbaren in der Literatur

3.2 Die Poetologie Bodmer und Breitingers

4. Textanalyse

4.1 Wielands Position im poetologischen Diskurs

4.2 Zusammenfassung des Romans

4.3 Die Integration des Wunderbaren in „Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva“

4.3.1 Wirklichkeitsebenen

4.3.1.1 Physisch-Physikalische Ebene

4.3.1.2 Physisch-Psychische Ebene

4.3.1.3 Ebene der Fiktion

4.3.1.4 Ebene des Wahns

4.3.2 Stoffliche Ebene

4.3.3 Poetologische Ebene

4.3.3.1 Diskrepanzen zwischen Erzählzeit und erzählter Zeit

4.3.3.2 Unzuverlässigkeit des Erzählers

4.3.3.3 Metafiktionale Erzählerkommentare

4.3.3.4 Relativität des Wirklichkeitsbezugs

4.3.4 Das Wunderbare in der Liebe

5. Fazit: Wielands Poetik des Wunderbaren

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert und die Darstellungsformen des Wunderbaren in Christoph Martin Wielands Roman „Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva“. Dabei wird analysiert, wie Wieland den poetologischen Diskurs der Aufklärungszeit zwischen der vernunftorientierten Regelpoetik Gottscheds und der wirkungsästhetischen Position der Schweizer Bodmer und Breitinger aufgreift und in eine eigene, literarisch reflektierte Poetik überführt.

  • Der poetologische Disput des 18. Jahrhunderts über das Wunderbare
  • Die literarische Konstruktion von Wirklichkeitsebenen bei Wieland
  • Die Rolle der Schwärmerei und psychologische Motivierung des Protagonisten
  • Intertextuelle Bezüge zu Cervantes' „Don Quijote“ und französischen Feenmärchen
  • Die Funktion metafiktionaler Erzähltechniken im Roman

Auszug aus dem Buch

4.1 Wielands Position im poetologischen Diskurs

In der vorliegenden Arbeit wird die Fragestellung behandelt, welchen Standpunkt Christoph Martin Wieland, der lange Zeit (1752-1754) im Hause Bodmers zu Gast war, innerhalb des oben genannten Disputs über die Integration des Wunderbaren in die Literatur vertritt und wie sich dieser im Roman „Don Sylvio von Rosalva“ widerspiegelt. Es wird sich herausstellen, dass er keine der beiden Seiten vollständig affirmirt, sondern eine Zwischenposition einnimmt, in welcher er den poetologischen Diskurs an seine Grenzen führt und aufzeigt, dass eine adäquate literaturkritische Diskussion nur geführt werden kann, wenn der jeweilige Referenzrahmen zuvor geklärt wird.

Auf den ersten Blick scheint Wieland ein Anhänger der Schweizer Poetik zu sein, da er sie mit seinem Roman „Don Sylvio von Rosalva“ in die Praxis umsetzt. Romanpoetologisch schafft Wieland einen Schwärmer (Don Sylvio), welcher fiktionale Erzählungen nicht nach Vernunftaspekten, sondern nach wirkungsästhetischen Gesichtspunkten beurteilt. Allerdings wählt Wieland die Extreme und stattet den Schwärmer mit irrationaler Einbildungskraft aus, die im ersten Moment wie eine Geisteskrankheit wirkt. Don Sylvio kann aufgrund seiner Erziehung zwischen der unsichtbaren und der sichtbaren Welt nicht unterscheiden; folglich ist für ihn eine reine Existenz von Etwas ein Beweis für Realität, sei es nun eine unwahrscheinliche Einbildung oder eine Abbildung der Wirklichkeit. Durch diese Einstellung verliert Don Sylvio den Anschluss zur Gesellschaft, wodurch Wielands Roman wie eine Parodie der Schweizer Poetik wirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der möglichen Welten und die Bedeutung des Wunderbaren bei Wieland im Kontext der Aufklärung.

2. Der Begriff wunderbar nach Sulzer: Erläuterung der zeitgenössischen Definition des Wunderbaren durch J.G. Sulzer als ästhetische Kategorie.

3. Gottsched – Bodmer – Breitinger: Analyse der Kontroverse zwischen der rationalistischen Regelpoetik Gottscheds und der wirkungsästhetischen Position der Schweizer.

4. Textanalyse: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Wirklichkeitsebenen, stofflicher Aspekte und der metafiktionalen Struktur von „Don Sylvio von Rosalva“.

5. Fazit: Wielands Poetik des Wunderbaren: Zusammenfassende Bewertung von Wielands Position als Vermittler zwischen den verhärteten Fronten des damaligen Disputs.

Schlüsselwörter

Christoph Martin Wieland, Don Sylvio von Rosalva, Wunderbares, Aufklärung, Regelpoetik, Wirkungsästhetik, Schwärmerei, Wirklichkeitsebenen, Fiktionalität, Metafiktion, Johann Christoph Gottsched, Bodmer, Breitinger, Don Quijote, Feenmärchen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung des Wunderbaren in Christoph Martin Wielands Roman „Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva“ im Kontext des poetologischen Streits des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Wirklichkeit und Fiktion, die psychologische Fundierung von „Schwärmerei“ sowie der Vergleich zwischen der rationalistischen Poetik der Aufklärung und den wirkungsästhetischen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Wieland durch seinen Roman eine Vermittlerrolle zwischen den poetologischen Gegenspielern Gottsched sowie Bodmer und Breitinger einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse in Verbindung mit einer theoretischen Einbettung in die zeitgenössische poetologische Literaturgeschichte und Wirkungsästhetik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Untersuchung der Wirklichkeitsebenen (physisch, psychisch, fiktional, Wahn), stoffliche Anspielungen und die metafiktionale Reflexion durch den Erzähler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Wunderbares, Schwärmerei, Aufklärung, Wirklichkeitsbezug, Fiktionalität und poetologischer Diskurs.

Inwiefern beeinflusst die Erziehung des Protagonisten Don Sylvio seine Wahrnehmung?

Die isolierte Erziehung durch seine Tante Donna Manca, die sich an veralteten ritterlichen Werten orientiert, führt dazu, dass Don Sylvio unfähig ist, zwischen realen Umständen und literarischen Fiktionen zu differenzieren.

Wie unterscheidet Wieland zwischen dem „physisch Wahrnehmbaren“ und „geistigen Einbildungen“?

Wieland thematisiert dies anhand verschiedener Wirklichkeitsebenen, wobei der Protagonist Don Sylvio Schwierigkeiten hat, die Grenze zwischen physischen Fakten und seiner durch Lektüre geprägten Einbildungskraft zu ziehen.

Warum wird der Roman als „Parodie“ oder doch als „lehrreich“ eingestuft?

Auf den ersten Blick wirkt der Roman parodistisch, da der Protagonist an der Realität scheitert; bei genauerer Betrachtung wird er jedoch als Reflexion über den korrekten Umgang mit Fiktion und Literatur interpretiert.

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Details

Title
Der Begriff des 'Wunderbaren' in Christoph Martin Wielands Roman 'Don Sylvio von Rosalva'
College
University of Bonn  (Germanistisches Institut)
Grade
1,0
Author
Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Author)
Publication Year
2012
Pages
55
Catalog Number
V275780
ISBN (eBook)
9783656686170
ISBN (Book)
9783656686163
Language
German
Tags
begriff wunderbaren christoph martin wielands roman sylvio rosalva
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Sabrina Talbot (Author), 2012, Der Begriff des 'Wunderbaren' in Christoph Martin Wielands Roman 'Don Sylvio von Rosalva', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275780
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