Das globale Dorf. Marshall McLuhan und das Internet


Hausarbeit, 2013

26 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Medium als Körperausweitung

3. Die Gutenberg-Galaxis und das globale Dorf

4. Das Medium als Botschaft

5. Resümee

6. Bibliographie
6.1. Primärtext
6.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

Das Aufkommen und die rasante Verbreitung des Internets1 haben und beeinflussen weiterhin das Medienverhalten seiner Nutzer. Dabei schafft es dieses digitale Medium im hohen Maße die menschliche Kognition zu beeinflussen. In kürzester Zeit hat es umfassenden Einfluss auf das alltägliche Leben genommen, in dem es seine virtuelle Welt mit der realen Welt verschmolzen hat. Gerade der multimediale Charakter des Internets, dessen Ausgangspunkt der Computer ist, transformiert das Seh- und Leseverhalten sowie das Schreiben des Einzelnen und ganzer Gesellschaften bei der Benutzung. Die enge Verbindung unterschiedlicher Medientypen in einer Umgebung eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten der Informationsvermittlung, der Wahrnehmung und der Beteiligung sowie der Interaktion zwischen den Menschen weltweit.

Ähnlich dem Buchdruck revolutioniert nun das Internet das geschriebene Wort und die menschliche Wahrnehmung, in dem es möglich macht, dass Informationen schier unendlich und in riesiger Menge in nur Sekundenbruchteilen auf der ganzen Welt abgerufen werden können. Seit der Mitte der 1980er Jahre ist das Schreiben und Lesen immer mehr Gegenstand kulturkritischer Gegenwartsanalysen zum Medienwandel geworden. In dieser Zeit hat sich die zunehmende Dominanz der elektronischen Medien herauskristallisiert, die einhergeht mit der grundlegenden kulturellen Veränderung von Schriftgenerierung, -darstellung und -rezeption. Dabei spalten sich die Kulturanalysten in zwei Lager. Die einen begrüßen euphorisch die neue Zeit als die Loslösung des Schreibens von der Materie, während die anderen apokalyptische Szenarien für den Niedergang der Buch- und Wissenskultur voraussagen.2 Eins bleibt sicher: Veränderungen hat es und wird es immer geben.

Während der Buchdruck das Lesen auf eine fokussierte lineare Textualität beschränkt, macht das Internet einen neuen Umgang mit dem Text möglich. Das Surfen im World Wide Web ermöglicht über markierte Wörter im Text das Hin- und Herspringen zwischen Dokumenten und weiteren Mediengattungen. Die hypertextuelle Sinnbilder, die sich ergeben, scheinen schier unendlich zu sein. Der Leser bzw. Benutzer wird auf neue Art und Weise emotionalisiert und aktiviert, während die beim gedruckten Wort vorhandene neutrale Distanz reduziert wird.3 In diesem Zusammenhang spielt ein Merkmal des Internets eine wichtige Rolle: es besteht die Möglichkeit Form und Inhalt ständig zu verändern und zu manipulieren. Im Gegensatz dazu scheint das gedruckte Wort dem Leser in einer fixierten, endgültigen Fassung vorzuliegen, während das Internet immer für Veränderungen und Prozeduralität offen steht.4 Mit diesen Eigenschaften hat es geschafft seine ganz eigene Dynamik zu entwickeln, die seine Benutzer zu aktiven Teilen seines Selbst werden lässt und dabei taktiles Handeln auslöst.

Einer der prominentesten Vertreter der Analyse des Schriftkulturwandels durch die Entwicklung der elektronischen Medien ist der kanadische Literaturwissenschaftler und Medientheoretiker Herbert Marshall McLuhan (1911- 1980). Seine beiden Hauptwerke „Die Gutenberg-Galaxis“5 und „Understanding Media“6 aus den 1960er Jahren sind die Grundlage für seine wichtigsten Thesen, die bis heute die Medien- und Kommunikationswissenschaften beschäftigen. Gegenstand dieser Hausarbeit wird es sein, zu untersuchen inwieweit die drei Fundamentalthesen, die sich in McLuhans Werk herauskristallisiert haben und seine Gesamtwerk durchziehen, auf die heutige Nutzung und den Entwicklungsstand des Internets, gerade in Anbetracht der Veränderung von Schrift und Leseverhalten, anwenden lassen.

Zuerst wird McLuhans These betrachtet, Medien seien Körperausweitungen (Kapitel 2). Dieser anthropologische Ansatz geht davon aus, dass die Technik dem Menschen nicht entgegen steht, sondern viel mehr Teil der menschlichen Natur ist. Medien sind demnach die natürliche Weiterentwicklung des menschlichen Körpers. Das Internet könnte in diesem Zusammenhang sowohl eine absehbare Konsequenz sein als auch Ausdruck der Selbstreflexion des Menschen.7

Bei der zweiten These wird sich mit seiner Idee des „Globalen Dorfs“ (Kapitel 3) auseinandergesetzt. McLuhan hat in der Ausbreitung der elektronischen Medien das Ende des Buchzeitalters gesehen - die von ihm so benannte „Gutenberg- Galaxie“, wird demnach vom elektronischen Zeitalter abgelöst, mit dem die Menschheit von einer individuellen Medienwahrnehmung wegrückt, hin zu einer kollektiven. Damit ist die Idee des globalen Dorfes geboren: einer global vernetzten Welt. McLuhan imaginiert damit den Ausgangspunkt zu einer umfassenden Vernetzung von Kommunikations- und Wahrnehmungsprozessen.8 Das Internet mit seinen Möglichkeiten der Informationsvermittlung und Kommunikation könnte somit bei näherer Betrachtung seiner These der Höhepunkt seiner Vorstellung von einem globalen Dorf sein.

Die letzte These ist wohl McLuhans populärste Phrase: „Das Medium ist die Botschaft“ (Kapitel 4). Dabei geht er davon aus, dass zuerst nicht der Inhalt des Mediums auf den Benutzer wirkt, sondern vielmehr seine Form. Das Medium ist demnach relevanter als sein Inhalt.9 In diesem Zusammenhang wird anhand der Entwicklung des Internets darauf eingegangen, welche Effekte es ausgelöst hat. Kaum ein anderes Medium hat so rasant ein Milieu ausgebildet, welches formgebend für Veränderungen im alltäglichen Leben und gesellschaftlichen miteinander wurde. Dabei ist es besonders interessant, der Frage nachzugehen inwieweit seine Fundamentalunterscheidung in „kalte“ und „heiße“ Medien in Einklang mit dem multimedialen Charakter des Internets zu bringen ist.

McLuhan gilt vielen als Vordenker der heutigen Situation.10 Obwohl seine medientheoretischen Arbeiten vor allem im Zusammenhang mit der damaligen Ausweitung des Fernsehens stehen bzw. sich auf die Auswirkungen weit verbreiteter elektronischer Medien wie Film, Telefon und Radio beziehen. Deshalb wird im abschließenden Resümee noch einmal näher betrachtet, inwiefern McLuhan mit seinen medientheoretischen Thesen Vorarbeit für die heutige Betrachtung der Entwicklung bzw. Auswirkungen des Internets geleistet hat. Dabei wird sich zeigen, in welcher Weise sich seine Vorstellungen auf den Ist-Zustand anwenden lassen und wo aus heutiger Sicht Defizite in seinen Thesen bestehen.

2. Das Medium als Körperausweitung

Es ist eine der zentralen Thesen in Marshall McLuhans Werk: Die Idee, das Medien Ausweitungen des menschlichen Körpers sind. In seinem 1964 veröffentlichten Buch „Die Magischen Kanäle“11 geht er zum ersten Mal näher auf seine Idee ein. Anhand des englischen Originaltitels, „Understanding Media: The Extensions of Man“, ist schnell erkennbar, welche hohe Relevanz diese These für ihn gehabt hat. Diese „Extensions“ - Ausweitungen bzw. Verlängerungen des menschlichen Körpers - sind für ihn Medien aller Art. So muss sich zwangsläufig, um diese These zu verstehen, mit seiner weit gefassten Vorstellung, was Medien eigentlich sind, auseinander gesetzt werden.

Für McLuhan sind alle Techniken und Artefakte, die der Mensch produziert und die Funktionen des menschlichen Körpers bzw. der menschlichen Sinne übernehmen, auf ihre Art und Weise Medien.12 McLuhan verwendet demnach einen sehr allgemeinen bzw. hypertrophen Medienbegriff, der weit über das hinausreicht, was allgemein unter Medien verstanden wird.13 Neben Schrift, Telefon und Radio übernehmen für ihn genauso Dinge wie Kleidung, Häuser, Autos und Geld die Aufgabe und Wirkung von Medien. Nach McLuhans Vorstellung „ist jede Technologie und jedes Konzept, mittels derer der Mensch mit der Welt in Beziehung tritt [ein Medium].“14 Dabei wirkt sich nach McLuhans Meinung weniger der Inhalt eines Mediums auf den einzelnen Menschen und die Gesellschaft aus, sondern vielmehr das Medium selbst (siehe Kapitel 2). Das Vorhandensein von Medialität verändert den Menschen und die Gesellschaft. Dabei sind die Veränderungen, die durch Medien im menschlichen Handeln, Denken sowie in der menschlichen Wahrnehmung sich vollziehen kein bewusst ausgeführter Akt, sondern passieren automatisch.

Die Vorstellung des Unbewussten zeigt sich ebenso in seinem anthropologischen Ansatz der Körperausweitungen, der davon ausgeht, dass Technik dem Menschen nicht entgegen steht, sondern vielmehr Teil der menschlichen Natur ist. Als Erweiterung der menschlichen Natur ist Technik aber auch zugleich menschliche Natur.15 Technik wird nach dieser Auffassung vom Menschen her gedacht.16 Wenn sie als Ausweitung des menschlichen Körpers verstanden wird, dann ist sie gleichzeitig Bestandteil der menschlichen Entwicklung. Demnach ist der Mensch selbst der Dreh- und Angelpunkt sowie Zeuge der tausendjährigen medientechnischen Entwicklung.

Mit dieser Ansicht steht McLuhan in der Tradition einer anthropologischen Technologieauffassung, deren ersten Anhänger sich schon in der Antike finden. Für McLuhan allerdings sind anthropologische Technikkonzepte aus dem 19. und 20. Jahrhundert von größerer Bedeutung für seine eigene Arbeit. McLuhans Ansatz, Medientechniken als Ausweitungen des Menschen zu verstehen, ist demnach nicht neu. Vielmehr ist dieser Ansatz in der Mitte des 20. Jahrhunderts bei Wissenschaftlern weit verbreitet, die sich mit Technikentwicklung und -geschichte auseinandersetzen.17 Einige verfolgen dabei den Grundgedanken, dass der Körper die Basis jeder technischen Erfindung ist und Körperausweitungen demnach das Resultat bloßer Projektion.18 Andere betrachten den Mensch als Mängelwesen, der körperlich schlecht ausgestattet ist und Technik als Kompensation dieser Mängel braucht.19

McLuhan indes verfolgt einen anderen Ansatz. Für ihn sind Körperausweitungen das Ergebnis von „Amputationen“ am eigenen Körper.20 Diese brutale Terminologie weist zugleich auf ein wichtiges charakteristisches Merkmal des Vorgangs hin: Er bleibt unbewusst. Bei der Ausgrenzung eines Organs erlebt der Mensch einen Schock. Demnach wird seine Wahrnehmung sofort betäubt und ihm fehlt die „Selbsterkenntnis“21 durch die „Selbstamputation“22.

McLuhan hat diesen Vorgang mit dem Narziß-Mythos gedeutet im Sinne eines Vorgangs der Narkotisierung: Der Mensch ist betäubt durch die Ausweitung und nimmt sie nicht im Spiegel wahr.23 Deshalb erkennt sich der Mensch nicht in der Technik wieder. Er sieht in ihr etwas nicht zu ihm Gehörendes - eine fremde Erscheinung.24 Da er sie nicht als natürliches Bestandteil seiner Selbst erkennt, ist der Mensch der Technik hilflos ausgeliefert. Eine Veränderung scheint der Beginn des elektrischen Zeitalters zu bringen.

„In den Jahrhunderten der Mechanisierung hatten wir unseren Körper in den Raum hinaus ausgeweitet. Heute, nach mehr als einem Jahrhundert der Technik der Elektrizität, haben wir sogar das Zentralnervensystem zu einem weltumspannenden Netz ausgeweitet und damit […] Raum und Zeit aufgehoben. Rasch nähern wir uns der Endphase der Ausweitung des Menschen - der technischen Analogiedarstellung des Bewußtseins, mit der schöpferischer Erkenntnisprozeß kollektiv und kooperativ auf die ganze menschliche Gesellschaft ausgeweitet wird […].25

Das Auftreten der elektronischen Medien bedeutet für McLuhan eine historische Zäsur in der Mediengeschichte. Eine qualitativ neue Stufe der Körperausweitungen wird erreicht. Für ihn ist das entstehende elektrische Netz ein „naturgetreues Modell“26 des Zentralnervensystems. Dadurch erhält der Mensch die Möglichkeit, die Instanz, die seine Sinne koordiniert, nach außen zu verlegen.27

Diese Entwicklung ist in der Hinsicht bedeutend, als das bei allen vorherigen Körperausweitungen allein einzelne Segmente des Körpers - wie Auge, Ohr, Hand, Fuß - in separate Apparaturen umgesetzt wurden, während die elektronischen Medien jetzt die Möglichkeit eröffnen, alle miteinander zu verbinden. Die mechanische Technik hat die Bewegungsabläufe zerlegt, während die elektrische es schafft, wieder einen organischen Funktionszusammenhang herzustellen.28 Die vorher zerlegten Segmente greifen wieder ineinander. Dadurch wird dem Menschen das Wesen der Technik bewusst und damit auch seine eigene Lage.29

Mit dem elektrischen Zeitalter ist nach seiner Ansicht eine revolutionäre Wende möglich. Der Mensch löst sich aus der Narkose, in der er sich seit dem Beginn der Körperausweitung befunden hat. Dabei kommt das Zeitalter der elektronischen Medien nicht ganz ohne Betäubung aus. So meint McLuhan: „Wir müssen unser Zentralnervensystem betäuben, wenn es erweitert oder exponiert wird, oder wir gehen zugrunde.“30 Gleichzeitig wird das Zeitalter der Elektrizität auch zum Erweckungsmoment für den einzelnen Menschen, in dem er sich vorher unbewusster Tatsachen bewusst wird:

„Aber es (das Zeitalter der Elektrizität) ist bezeichnenderweise auch das Zeitalter, in dem wir uns des Unbewußten bewußt sind. Mit unserem systematisch betäubten Zentralnervensystem wird die Aufgabe des bewußten Erfassens und Ordnens auf das physische Leben des Menschen übertragen, so daß er zum erstenmal die Technik als Ausweitung seines natürlichen Körpers erlebt.“31

Seit Mitte der 1990er erweitert nun das Internet als digitales Medium den menschlichen Körper. Damit hat eine „vierte mediale Weltveränderung“32 begonnen, deren beachtlichen Auswirkungen heute noch nicht absehbar sind. Dabei ist anzunehmen, dass auch bei diesem Medium, wie von McLuhan angenommen, die Veränderungen im menschlichen Handeln, Denken und in der menschlichen Wahrnehmung sich nicht aus einem bewusst ausgeführten Akt ergeben, sondern sich automatisch vollziehen. Die Frage, die sich stellt, ist: Welche Bedeutung hat das Medium Internet als Ausweitung des menschlichen Körpers?

Bei dem Versuch das Internet als neue Stufe der Körperausweitungen zu betrachten, zeigen sich Parallelen zu McLuhans Ansatz über die elektrischen Medien. Zum einem ist davon auszugehen, das mit dem Internet und seinem kommunikativen Netz es vor allem zu einer weiteren Verbesserung und Erweiterung des Zentralnervensystems kommt. Denn vielmehr als das von McLuhan für seine Betrachtungen vordergründlich herangezogene Fernsehen verfügt das Internet in noch größerem Maße über die Möglichkeit, nahezu alle Sinne zu stimulieren und sie miteinander zu verbinden. Bei der Nutzung des Internets können - müssen aber nicht - beinahe alle Sinne angesprochen werden. Der multimediale Charakter des Internets macht es möglich, was McLuhan schon für sein Ausgangsmedium, den Computer, vorausgesagt hat: „[D]ie Medien so programmieren, daß ihre Botschaften in einer Form an das Volk gehen, die alle Bedürfnisse anspricht, und so eine totale Medienerfahrung schaffen, die von allen Sinnen aufgenommen und verarbeitet werden kann.33 Damit leitet das Internet noch vielmehr das Ende der mechanischen Zergliederung ein.34 Damit geht für McLuhan eine große Erwartung an die Zukunft in Erfüllung: ein Medium, in das alle Medien intergiert worden sind und das, durch die Aufnahme aller anderen Medien, die ultimative Ausweitung aller Sinne verkörpert.35 Das Internet schafft es, die Sinne im eigenen Körper in einer Art Gleichgewicht zu halten und sie aufeinander abzustimmen.36

Es wird der von McLuhan angestrebte Funktionszusammenhang, den die mechanischen Medien aufgelöst haben, wieder hergestellt. In diesem Zusammenhang nimmt das Medium Internet als Einzelmedium betrachtet in seiner Entwicklung und damit als Körperausweitung eine besondere Stellung ein. Denn am Anfang seines Aufkommens hat es selbst über reduziertere Möglichkeiten der Sinnesstimulation verfügt als heute. Doch konnte es in kürzester Zeit viele Funktionalitäten anderer Medien in sich aufnehmen und sich zu einem Universalmedium entwickeln, welches Schrift, Ton und Bild in sich vereint.37 Dabei hat es aber auch eine Eigenart an immaterieller Information entwickelt, „die sich vom diskursiven Horizont der Materie und Energie, in den unsere Verständnis des Technischen und Maschinellen eingebunden [gewesen ist], loszulösen beginnt.“38 Die digitalen Medien, wie das Internet, leiten eine weitere epochale Zäsur ein, die mit bisherigen kommunikationswissenschaftlichen Kategorien und Werkzeugen kaum fassbar ist.39 Nach McLuhans Vorstellung ist in diesem Moment der Zustand der Narkotisierung des Zentralnervensystems erreicht. Demnach müsste der Mensch aus dieser Betäubung erwachen und sich seiner neuen Erweiterung und aller seiner Sinne bewusst zu werden. Wenn heute noch nicht erfasst werden kann, was das Internet als automatische Erweiterung des menschlichen Körpers leistet bzw. welchen großen Einfluss es auf Handeln, Verhalten und Denken hat, dann scheint der Erweckungsmoment noch nicht dagewesen zu sein. Die Veränderungen des Mediums selbst geschehen allerdings in einem rasanten Tempo. Jede Neuerung könnte somit unter Umständen eine neue Betäubung auslösen. Allerdings hat die ungemeine Dynamik des Internets auch ihre Vorteile. Dadurch, dass so eine geringe Zeitspanne zwischen den Neurungen liegt, sind sie vom Menschen wahrnehmbar. Der Mensch muss demnach in den Prozess des Entdeckens seiner digitalen Umwelt einsteigen, um die physischen und sozialen Veränderungen zu erkennen und vor allem um zu sehen das das neue Medium ein Teil von ihm ist.

[...]


1 Internet wird in dieser Arbeit als Sammelbegriff für das World Wide Web und seine Dienste benutzt und als ein Medium behandelt.

2 Vgl. Heibach, Christiane: Schreiben digital. In: Kultur digital. Begriffe, Hintergründe, Beispiele. Hrsg. Von Hedy Graber, Dominik Landwehr u. Veronika Sellier. Basel: Merian 2011. S. 106-117, hier: S. 107

3 Vgl. Sandbothe, Mike: Ist das Internet cool oder hot? 12.09.1996 < http://www.heise.de /tp/artikel/2/2050/1.html> letzter Aufruf: 29.03.2013

4 Vgl. Heibach, Christiane: Literatur im Internet. Theorie und Praxis einer kooperativen Ästhetik. Berlin: dissertaion.de 2000. S. 6

5 McLuhan, Marshall: Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters. [Neuaufl.]. Bonn [u.a.] : Addison-Wesley 1995

6 McLuhan, Marshall: Die magischen Kanäle = Understanding Media. Düsseldorf: Econ 1992

7 Vgl. Grampp, Sven: Marshall McLuhan. Eine Einführung. Konstanz: UVK 2011 (= UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher 3570), S. 79

8 Vgl. Ebd. S. 74

9 Vgl. Grampp, S.: Marshall McLuhan. S. 125

10 Vgl. De Kerckhove, Derrick: Vorwort. Alors, McLuhan? Toujours mort? In: McLuhan neu lesen. Kritische Analysen zu Medien und Kultur im 21. Jahrhundert. Hrsg. von Derrick De Kerckhove, Martina Leeker, Kerstin Schmidt. Bielefeld: transcript 2008 ( = Kultur- und Medientheorie). S.9-17, hier: S.10

11 McLuhan, Marshall: Die magischen Kanäle = Understanding Media. Düsseldorf: Econ 1992

12 Vgl. Grampp, Sven: Marshall McLuhan. S. 74

13 Vgl. Krotz, Friedrich: Marshall McLuhan Revisited. Der Theoretiker des Fernsehens und die Mediengesellschaft. In: Medien & Kommunikationswissenschaft. 49.2001.1, S. 62-81, hier: S. 66

14 Ebd.

15 Vgl. Grampp, Marshall McLuhan. S. 75

16 Vgl. Grampp, S.: Marshall McLuhan. S. 75

17 Vgl. Ebd. S. 77

18 Ansatz ist z.B. bei Ernst Kapp (1808-1896) in seinen Untersuchungen zur Philosophie der Technik zu finden.

19 Ansatz ist z.B. bei Arnold Gehlen (1904-1976) in seinen anthropologischen und sozialpsychologischen Studien zu finden.

20 Kloock, Daniela; Spahr, Angela: Medientheorien. Eine Einführung. 4., aktualisierte Aufl. München: Fink 2012 ( = UTB: Medienwissenschaft, Kommunikationswissenschaft 1986), S. 51

21 McLuhan, M.: Die Magischen Kanäle. S. 59

22 Ebd.

23 Vgl. Grampp, S.: Marshall McLuhan. S. 84

24 Vgl. Kloock, S.; Spahr, A.: Medientheorien. S. 51

25 McLuhan, M.: Die Magischen Kanäle. S. 11

26 Ebd. S. 59

27 Vgl. Kloock, S.; Spahr, A.: Medientheorien. S. 68

28 Vgl. McLuhan, M.: Die Magischen Kanäle. S. 359

29 Vgl. Kloock, S.; Spahr, A.: Medientheorien. S. 69

30 McLuhan, M.: Die Magischen Kanäle. S. 64

31 Ebd.

32 Faulstich, Werner: Mediengeschichte. In: Grundwissen Medien. Hrsg. von Werner Faulstisch. 5., vollständig überarb. u. erheblich erw. Aufl. Paderborn: Fink 2004 ( = UTB: Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft 8169). S. 21-33, hier: S. 32

33 McLuhan, Marshall: Geschlechtsorgan der Maschinen. PLAYBOY-Interview mit Eric Norden. In: [ders.]: Das Medium ist die Botschaft - The Medium is the Message. Hrsg. von Martin Baltes, Fritz Boehler, Rainer Hoetschel u. Jürgen Reuß. Dresden: Verlag der Kunst 2001. S. 169-244, hier: S. 231-232

34 Höltschl, Rainer; Böhler, Fritz: Ich bin mein eigener Computer. Sprache, Schrift und Computer bei McLuhan. In: McLuhan, Marshall: Das Medium ist die Botschaft - The Medium is the Message. Hrsg. von Martin Baltes, Fritz Boehler, Rainer Hoetschel u. Jürgen Reuß. Dresden: Verlag der Kunst 2001. S. 244-291, hier: S. 256

35 Vgl. Ebd.

36 Vgl. Ebd. S. 257

37 Dotzler, Bernhard: McLuhan im Labor. In: McLuhan neu lesen. Kritische Analysen zu Medien und Kultur im 21. Jahrhundert. Hrsg. von Derrick De Kerckhove, Martina Leeker, Kerstin Schmidt. Bielefeld: transcript 2008 ( = Kultur- und Medientheorie). S. 117-124, hier: S. 121

38 Tholen, Georg Christoph: Die Zäsur der Medien. In: Schnittstelle. Medien und kulturelle Kommunikation. Hrsg. von Georg Stanitzek und Wilhelm Voßkamp. Köln: DuMont 2001. S. 32-50, hier: S. 32

39 Vgl. Ebd.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Das globale Dorf. Marshall McLuhan und das Internet
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Kultur, Literatur und Medien
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V275864
ISBN (eBook)
9783656687214
ISBN (Buch)
9783656687191
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dorf, marshall, mcluhan, internet
Arbeit zitieren
Anja Brauer (Autor), 2013, Das globale Dorf. Marshall McLuhan und das Internet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275864

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