Interkulturelle Pädagogik. Multikulturalität in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

17 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der Interkulturellen Pädagogik

3. Paradigmenwechsel
3.1. Wer gilt als „Anderer“?
3.2. Unterscheidungskriterium
3.3. Thematischer Fokus
3.4. Unterschiedskonzept
3.5. Handlungsperspektive
3.6. Handlungskonzept

4. Multikulturalität in Sozialpädagogischen Arbeitsfeldern
4.1. Vorstellung des Lidice Hauses
4.1.1. Woher stammt der Name Lidice?
4.2. Ziele der Pädagogischen Arbeit

5. Was ist interkulturelle Kompetenz?

6. Vorstellung des Projektes „ Anders als man denkt“

7. Kritik an der Interkulturellen Pädagogik

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Interkulturelle Pädagogik geht alle etwas an, sie richtet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Lehrende und Lernende. Sie versteht sich als ein Instrument der Erziehung und Bildung, welches das Miteinander der verschiedenen Kulturen fördern möchte. Bereits im Namen „Interkulturelle Pädagogik“ ist der Begriff „Kultur“ enthalten und verweist darauf, dass Kultur in der Auseinandersetzung mit dem Fremden in den Erziehungswissenschaften eine maßgebende Rolle spielt.

Außerdem ist es in unserer multi-ethnischen und multikulturellen Gesellschaft zur pädagogischen Pflicht geworden, sich der Selbstbestimmung des Menschen anzunehmen. In diesem Sinne ist die Interkulturelle Pädagogik als pädagogischer Beitrag anzusehen. Sie ist ein Weg, im Verhältnis zwischen Ausländern und Deutschen Veränderungen zu bewirken. Es ist ein Ansatz, der über das Akzeptieren und Kennenlernen unterschiedlicher Kulturen versucht, Spannungen zwischen den Gruppen abzubauen.

„Es ist als Versuch zu definieren, die Balance zwischen Integration, die weder Germanisierung noch kulturelle Invasion bedeuten soll, und Stärkung kultureller Identität zu halten.“ (Hohmann 1983:6)

2. Entstehung der Interkulturellen Pädagogik

In diesem Kapitel wird nun die Entstehung der Interkulturellen Pädagogik, beginnend von den 1960er Jahren, dargestellt.

Zu Beginn der 60er Jahre wird das Thema der Ausländer an den Schulen und Bildungsinstitutionen nicht thematisiert, dementsprechend gibt es noch keine pädagogische Reaktion. Erst ab Mitte der 60er Jahre gibt es eine Einbeziehung der Migrantenkinder in die allgemeine Schulpflicht und somit ein gemeinsamer Unterricht beider schülergruppen. Dies stellt das Ende des diskursiven Stils da. Ende der 60er Jahre gibt es dann einen deutlichen Anstieg der Zahl an Migrantenkindern, woraufhin ein Problembewusstsein und eine Überforderung der Lehrer entsteht. Desweiteren befürchten die Eltern der deutschen Kinder, dass die ausländischen Kinder den Schulerfolg ihrer eigenen Kinder minder würden. Es beginnt eine pädagogische Reaktion, womit später die Ausländerpädagogik entsteht, bei der es eine Konzentration auf die Defizite der Ausländerkinder gibt.

1968 wird durch die Kultusministerkonferenz eine doppelperspektive vorgegeben, wodurch eine paradoxe schulpädagogische Ausrichtung stattfand: Zum einen sollte eine schulische Integration wie z.B. durch Vorbereitungsklassen stattfinden. Zum anderen jedoch fand am Nachmittag „muttersprachlicher ergänzungsunterricht“ statt, welcher die „Rückkehrfähigkeit der Ausländerkinder“ erhalten sollte.

Außerdem etablieren sich zu Beginn der 70er Jahre „Sozialberatungsdienste für Ausländer“, deren Klientel ausländische Arbeitnehmer und ihre Familien sind. Die Aufteilung erfolgt dabei nach religiös-konfessionellen Merkmalen: der Diakonie und Caritas wird das christliche Klientel und der Arbeiterwohlfahrt das muslimische Klientel zugewiesen.

Der Begriff „interkulturell“ taucht 1979 erstmals in Publikationen auf.

In den 1980er Jahre gibt es eine starke Kritik an der Defizitorientierung und die Einsicht, dass die Migrantenfamilien keine vorrübergehende Erscheinung in der Gesellschaft sind.

In dieser Zeit häufen sich die Beiträge zur interkulturellen Erziehung, zunächst bezogen auf die Arbeit im Kindergarten. Die Idee entstand unter anderem auch daraus, dass die Menschen, die mit Migrantenkindern arbeiten, die Defizitorientierung leid waren. Ihre Bemühungen wurden jedoch von vielen verkannt, da die Migranten keine staatsbürgerlichen Rechte hatten und so die Pädagogen in eine Anwalts- und Fürsprecherfunktion für die Migranten gedrängt wurden. Aus dem Fehlen dieser Rechte entsteht bzw. resultiert auch die Zurückhaltung der Minderheiten Differenzen selbstbewusst anzusprechen. Stattdessen sind die Differenzen nur problematische Schuldzuweisungen.

Die Konzepte der interkulturellen Bildung und Erziehung sollen keine zusätzlich Behandlung für Ausländerkinder darstellen, sondern als selbstverständliche schulische Aufgabe betrachtet werden. In der Praxis wird dies jedoch in der Lehrerbildung nicht genügend behandelt.

1987 gibt das Bundesministerium für Arbeit eine Studie zur Evaluation der „Sozialdienste für Ausländer“ in Auftrag. Im Hinblick auf Ausmaß und Qualität der Versorgung von Migranten durch die Sozialdienste werden erhebliche Mängel festgestellt. Von da an wird versucht durch eine „Hinwendung zur Differenz“ die Kulturen der Migranten zu entdecken. Jedoch beginnen die Bildungseinrichtungen mit dem Zerfall der Bauer erst allmählich die Migranten unter der Differenzperspektive zu betrachten und damit auch als interkulturelles Phänomen ernst zu nehmen.

Der 1996 von der Kultusministerkonferenz(KMK) formulierte Beschluss verweist ausgehend von einer Einsicht in die gegebene kulturelle und sprachliche Heterogenität darauf, dass interkulturelle Bildung ein Bestandteil allgemeiner Bildung ist. Der KMK hebt die interkulturelle Bildung und Erziehung als eine Querschnittsaufgabe hervor und versteht sie als eine zentrale Qualifikation.

Zum zentralen Thema der interkulturellen Pädagogik wird der Weg „weg von den Defiziten der Ausländer“ hin zu den Voraussetzungen und Einschränkungen der Bildungseinrichtungen. Nicht nur in der Sozialen Arbeit, sondern auch in der Aus- und Weiterbildung von Lehrern sowie in der Erwachsenenarbeit gibt es einen Mangel an professionellen Fähigkeiten im Umgang mit Differenz und Fremdheit.

(Vgl. Mecheril 2010: 56-58; Auernheimer 2007: 34-42)

3. Paradigmenwechsel

Wie in Kapitel 2 schon geschildert wurde, entstand die Interkulturelle Pädagogik als eine Reaktion auf die Ausländerpädagogik. Die beiden Pädagogien werden nun anhand von verschiedenen Merkmalen so dargestellt, dass die unterschiedliche Wahrnehmung im Umgang mit natio-ethno-kultureller Differenz deutlich werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Pädagogik. Multikulturalität in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern
Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,2
Autoren
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V275887
ISBN (eBook)
9783656689508
ISBN (Buch)
9783656689485
Dateigröße
440 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interkulturelle, pädagogik, multikulturalität, arbeitsfeldern
Arbeit zitieren
Funda Uyar (Autor)Fadime Kayalci (Autor), 2012, Interkulturelle Pädagogik. Multikulturalität in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275887

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