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Hochdeutscherwerb an Schweizer Schulen. Eine linguistische Analyse von vier mündlichen Erstklässlererzählungen

Title: Hochdeutscherwerb an Schweizer Schulen. Eine linguistische Analyse von vier mündlichen Erstklässlererzählungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1 (in der Schweiz 6)

Autor:in: lic.phil. Caroline Seeger-Herter (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Diglossie-Situation in der Deutschschweiz bringt es mit sich, dass selbst der überzeugteste Dialektsprecher im Laufe seines Lebens immer wieder mit der Standardsprache konfrontiert wird. Während die meisten Deutschschweizer stillschweigend hinnehmen, dass die Sprache, welche sie normalerweise lesen und schreiben, nicht ihre Mundart ist, sieht die Sache ganz anders aus, sobald es darum geht, Hochdeutsch als mündliches Kommunikationsmittel zu gebrauchen. Viele erwachsene Deutschschweizer sind gegenüber der (mündlich verwendeten) Standardsprache nicht nur negativ eingestellt, sondern zeigen auch grosse Hemmungen, sie zu sprechen. In dieser Arbeit wurden vier Transkriptionen von mündlichen Erstklässler-Erzählungen einer linguistischen Analyse unterzogen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Hochdeutsch in der Schweiz

1.2 Fragestellung und Korpus

2 Die Aussprache

2.1 Die Klise

3 Verben und ihre Konjugationen

3.1 Präteritum

3.2 Strukturen mit Verdoppelungsverben

3.3 Andere Konjugationsschwierigkeiten

4 Deklination

4.1 Der Artikel/ Kasusverwechslungen

4.2 Pluralbildung

4.3 Pronomen

5 Lexikon

6 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Besonderheiten beim Erwerb der hochdeutschen Standardsprache durch Zürcher Erstklässler. Ziel ist es, sprachliche Auffälligkeiten in Phonetik, Morphologie, Syntax und Lexik zu analysieren und deren Rückführung auf den Einfluss der Mundart zu beleuchten.

  • Linguistische Analyse mündlicher Nacherzählungen von Bildergeschichten
  • Vergleich von Hochdeutsch-Kenntnissen und mundartlichem Einfluss bei Kindern
  • Untersuchung von Grammatik- und Konjugationsbesonderheiten
  • Analyse der Rolle des schweizerdeutschen Lexikons im Standardspracherwerb

Auszug aus dem Buch

3.2 Strukturen mit Verdoppelungsverben

Eine weitere Besonderheit vieler Schweizer Dialekte, so auch des Zürichdeutschen, ist die Struktur mit den Verdoppelungsverben cho und go, auf die ein Infinitiv folgt (Bsp: Ich chum go luege). Diese Struktur existiert in der Standardsprache nicht, was den Erzählern von gl 1.3m und pb1a.3m sowie der Vergleichsgruppe 2014 ziemlich bewusst zu sein scheint, denn sie verwenden (sowohl mündlich als auch schriftlich) keinerlei Verdoppelungsverben in ihren Erzählungen. Etwas anders sieht es im Text gl 1.4m aus, wo die go-Strukturen mit einer gewissen Häufung auftreten:

[…] und dann isch/ist der Knab den Hund go-einfangen und dann sind sie go – den Frosch suchen. Und dann –ist er in ein-ein Loch go luegen im Boden und dann […] gl 1.4m

Sogar in diesen Sätzen erfolgt aber in allen Fällen die Bildung des hochdeutschen Infinitivs mit –n/en, welche allen Kindern im ganzen analysierten Korpus bekannt zu sein scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beleuchtet die Diglossie-Situation in der Deutschschweiz und begründet die Relevanz des Hochdeutscherwerbs an Schulen sowie die Anlage der vorliegenden Untersuchung.

2 Die Aussprache: Diskutiert die phonetischen Herausforderungen für Schweizer Schüler beim Übergang vom Dialekt zur Standardsprache, inklusive der Analyse von Klitika.

3 Verben und ihre Konjugationen: Analysiert die Schwierigkeiten bei der Präteritumsbildung sowie den Umgang mit Verdoppelungsverben und anderen Flexionsparadigmen.

4 Deklination: Untersucht die Problematik der Kasusverwechslungen im Maskulinum sowie die Verwendung von Pronomina und Aspekte der Pluralbildung.

5 Lexikon: Klassifiziert den Wortschatz in Dialekt-, gemeinsames und Standardlexikon und untersucht die morpho-phonologischen Anpassungen bei Schweizer Kindern.

6 Schlussfolgerung: Fasst zusammen, dass korrekte Formen überwiegen und fordert unkonventionellere Lehrmethoden, die auf vorhandenen Vorkenntnissen aufbauen.

Schlüsselwörter

Hochdeutscherwerb, Diglossie, Schweizerdeutsch, Standardsprache, Spracherwerb, Erstklässler, Morphologie, Syntax, Phonetik, Lexikon, Präteritum, Sprachbewusstsein, Sprachdidaktik, Dialekt, Klitika.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert linguistisch, wie Zürcher Erstklässler die hochdeutsche Standardsprache in mündlichen Erzählungen anwenden und welche Einflüsse die Mundart dabei auf ihre Sprachproduktion hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Bereiche Phonetik, Morphologie, Syntax und Lexik ab, insbesondere im Kontext des Transfers vom Schweizerdeutschen ins Hochdeutsche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Hauptprobleme von Schweizer Schulkindern beim Hochdeutscherwerb zu identifizieren und zu klären, inwiefern diese Schwierigkeiten auf den Einfluss der Mundart zurückzuführen sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine linguistische Analyse von Transkriptionen mündlicher Nacherzählungen, ergänzt durch eine Vergleichsgruppe aus dem Jahr 2014.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Aussprache, zum Konjugationsverhalten von Verben, zu Deklinationsfehlern bei Artikeln und Pronomen sowie zur Lexik und Wortbildung.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hochdeutscherwerb, Diglossie, Spracherwerb, Sprachdidaktik und Schweizerdeutsch definieren.

Welche Rolle spielt die "Klise" bei den untersuchten Kindern?

Die Klise, also das Zusammenziehen von Wörtern, wird generell korrekt angewandt, wobei Vollformen eher dann verwendet werden, wenn die Standardsprache als präziser empfunden wird.

Wie gehen die Kinder mit der Präteritumsbildung um?

Das Präteritum wird nur selten verwendet, da es in der Mundart fehlt. Die Kinder zeigen Unsicherheiten, wobei starke Verben nur in Einzelfällen korrekt flektiert werden.

Hat der Besuch des Kindergartens einen Einfluss auf das Sprachbewusstsein?

Die Autorin stellt fest, dass Kinder bereits im Vorschulalter zwischen Dialekt und Hochdeutsch unterscheiden können, was durch Projekte und mediale Einflüsse gefördert wird.

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Details

Title
Hochdeutscherwerb an Schweizer Schulen. Eine linguistische Analyse von vier mündlichen Erstklässlererzählungen
College
University of Zurich  (Deutsche Sprachwissenschaft)
Grade
1 (in der Schweiz 6)
Author
lic.phil. Caroline Seeger-Herter (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V276044
ISBN (eBook)
9783656686804
ISBN (Book)
9783656686798
Language
German
Tags
hochdeutscherwerb schweizer schulen eine analyse erstklässlererzählungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
lic.phil. Caroline Seeger-Herter (Author), 2005, Hochdeutscherwerb an Schweizer Schulen. Eine linguistische Analyse von vier mündlichen Erstklässlererzählungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276044
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