„Die Kosten- und Leistungsrechnung dient der zieladäquaten Steuerung der innerbetrieblichen Leistungserstellungsprozesse.“ Innerhalb der Kostenrechnung, die als Kurzform für Kosten- und Leistungsrechnung steht, existieren verschiedene Kostenrechnungssysteme. Eine Form der Gestaltung eines Kostenrechnungssystems bildet die Einteilung der Kostenzurechnung auf die Kostenträger, zu der die Ausprägungen Voll- und Teilkostenrechnung zählen.
Die vorliegende Ausarbeitung enthält im Rahmen der Fallstudie Deutsche Zierbrun-nen GmbH die weiterführende Aufgabe der Implementierung einer parallelen Ver-wendung von zwei Ergebnisberichten – auf Voll- und Teilkostenbasis – in SAP. Der Ausgangspunkt für die Bearbeitung aller weiterführenden Aufgaben ist, dass eine Kostenstellenrechnung einschließlich der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung, eine differenzierte Zuschlagskalkulation in der Kostenträgerstückrechnung sowie eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren als Ergebnisbericht nach Angaben der Fallstudie bereits in SAP abgebildet worden sind.
Die Arbeit gliedert sich in einen fachinhaltlichen Teil und einen IT-technischen Teil. Zunächst werden im fachinhaltlichen Teil die theoretischen Grundlagen im Hinblick auf die Zielsetzung und Gestaltung der beiden Kostenrechnungssysteme erläutert. Die Ausführungen werden dabei mit Beispieldaten aus der Fallstudie veranschau-licht. Zusätzlich werden Eigenheiten sowie Vor- und Nachteile der Voll- und Teilkostenrechnung herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Fachinhaltlicher Teil
2. Fallstudienlösung mit einem Teilkostenrechnungssystem
2.1 Grundprinzip der Teilkostenrechnung
2.2 Die einstufige Deckungsbeitragsrechnung
2.3 Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
3. Implementierung einer Vollkostenrechnung
3.1 Grundprinzip der Vollkostenrechnung
3.2 Vorgehensweise bei der Vollkostenrechnung
3.3 Vorteile der Vollkostenrechnung
3.4 Nachteile der Vollkostenrechnung
IT-technischer Teil
4. Ergebnisberichtimplementierung auf Vollkostenbasis
4.1 Ergebnisbericht auf Vollkostenbasis anlegen
4.2 Ergebnisbericht in SAP anzeigen
5. Ergebnisinterpretation
5.1 Sortimentsentscheidungen
5.2 Preisfindung
Fehlerdokumentation
Zielsetzung & Themen
Diese Projektarbeit zielt darauf ab, die praktische Implementierung einer Ergebnisrechnung auf Vollkostenbasis in SAP im Rahmen einer Fallstudie umzusetzen und diese mit einem bestehenden Teilkostenrechnungssystem zu vergleichen, um die komplementäre Nutzung beider Systeme zur fundierten Unternehmenssteuerung aufzuzeigen.
- Vergleichende Analyse der Voll- und Teilkostenrechnung
- Praktisches Umsetzungskonzept in SAP (Ergebnisbericht)
- Einfluss von Kostenrechnungssystemen auf Sortimentsentscheidungen
- Methodik der Preisfindung unter Berücksichtigung von Preisuntergrenzen
- Interpretation von Ergebnisabweichungen bei verschiedenen Kostenrechnungsansätzen
Auszug aus dem Buch
3.4 Nachteile der Vollkostenrechnung
Da die Verteilung der Gemeinkosten auf die Kostenstellen durch verschiedene Schlüssel oftmals nicht ganz genau erfolgt (Gießkannenprinzip), können Kostenstellen entweder zu hoch oder zu gering, im Vergleich zur tatsächlichen Verursachung, mit den anteiligen Gemeinkosten belastet werden. Somit können Produkte fälschlicherweise als unwirtschaftlich gelten bzw. wird ihnen ein zu hoher Gewinn zugeteilt (Verletzung des Verursachungsprinzips). Bei der Zuschlagskalkulation zur Berechnung der Selbstkosten kann nicht logisch begründet werden, warum bspw. kalkulatorische Abschreibungen auf Maschinen grundsätzlich proportional zu den Fertigungslöhnen entstehen oder warum bei teuren Materialien auch grundsätzlich höhere Bestell-, Prüf- und Lagergemeinkosten anfallen. Diese Verzerrung der Realität fällt umso stärker ins Gewicht, je höher der Anteil der umzulegenden Gemeinkosten im Verhältnis zu den Einzelkosten ist. Eine Prozesskostenrechnung anstelle einer Zuschlagskalkulation schafft hier Abhilfe.
Zudem können aufgrund von Berechnungen im Vollkostensystem falsche Sortimentsentscheidungen getroffen werden. Wenn sich für ein Produkt ein negativer Gewinn ergibt, kann es trotzdem am Abbau der Fixkosten beteiligt sein. Wird es nun aufgrund des negativen Erfolgs nicht mehr weiter produziert, müssen die verbleibenden Produkte die Fixkosten alleine erwirtschaften. Diese Schwierigkeit soll folgende Tabelle mit den Zahlen aus der Fallstudie veranschaulichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die parallele Verwendung von zwei Ergebnisberichten (Voll- und Teilkostenbasis) in SAP innerhalb einer Fallstudie abzubilden.
2. Fallstudienlösung mit einem Teilkostenrechnungssystem: Dieses Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen der Teilkostenrechnung und zeigt deren Anwendung auf die Fallstudie anhand der einstufigen und mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung.
3. Implementierung einer Vollkostenrechnung: Hier werden die theoretischen Prinzipien, Vorgehensweisen sowie die Vor- und Nachteile der Vollkostenrechnung diskutiert, wobei insbesondere die Gefahr einer fehlerhaften Sortimentssteuerung hervorgehoben wird.
4. Ergebnisberichtimplementierung auf Vollkostenbasis: Der IT-technische Teil beschreibt Schritt für Schritt die Konfiguration eines Ergebnisberichts auf Vollkostenbasis im SAP-System mittels Report Painter.
5. Ergebnisinterpretation: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der beiden Berichte verglichen, Abweichungen interpretiert und die Auswirkungen auf Sortiments- und Preisentscheidungen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, SAP, Ergebnisrechnung, Kostenträgerrechnung, Zuschlagskalkulation, Sortimentsentscheidung, Preisfindung, Preisuntergrenze, Gemeinkosten, Kostenstellenrechnung, Umsatzkostenverfahren, Unternehmenssteuerung, Implementierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung und dem Vergleich einer Voll- und einer Teilkostenrechnung innerhalb der SAP-Umgebung, basierend auf einer Fallstudie der Deutschen Zierbrunnen GmbH.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Kosten- und Leistungsrechnung, SAP-Customizing im Bereich Controlling, sowie die betriebswirtschaftliche Analyse von Sortiments- und Preisentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines funktionierenden Ergebnisberichts auf Vollkostenbasis in SAP sowie die kritische Gegenüberstellung mit einer bereits bestehenden Teilkostenrechnung.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Fallstudienmethodik angewandt, die theoretische Analysen der Kostenrechnungssysteme mit einer praktischen IT-technischen Umsetzung verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen fachinhaltlichen Teil mit theoretischen Grundlagen und einen IT-technischen Teil, der die konkreten SAP-Konfigurationsschritte dokumentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, SAP, Deckungsbeitragsrechnung, Sortimentsentscheidung und Preisfindung.
Wie unterscheidet sich die Bewertung bei Bestandsveränderungen?
Die Vollkostenrechnung bewertet Bestandsveränderungen mit den Herstellkosten, während die Teilkostenrechnung lediglich die variablen Herstellkosten für die Bewertung ansetzt.
Warum weichen die Ergebnisse in SAP von der händischen Berechnung ab?
Die Abweichung von 70,00 Euro resultiert aus Rundungsdifferenzen bei der automatisierten Kalkulation der Selbstkosten durch das SAP-System im Vergleich zur händischen Kalkulation.
- Citar trabajo
- Dominik Lindner (Autor), 2014, Controlling mit SAP®. Variation der Fallstudie nach Friedl, Hilz, Pedel, Implementierung einer Vollkostenrechnung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276167