Diese Arbeit beleuchtet jegliche theoretischen Grundlagen von Börsengängen und analysiert das Phänomen des Underpricings.
Dazu wird eine empirische Analyse der IPOs (Börsengänge) der 90er Jahre in den USA durchgeführt.
DIe Arbeit behandelt jegliche relevante Quelle zu diesem Themenkomplex und gibt einen fundierten Überblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Börsengänge: Konzeptionelle Grundlagen
2.1. Motive
2.2. Ablauf
2.3. Bestimmung des Ausgabepreises
2.4. Die Rolle der Emissionsbanken
2.5. Kosten
3. Underpricing: Theorie
3.1. Informationsasymmetrien
3.1.1. Informationsvorsprung einer Investorengruppe
3.1.2. Informationsvorsprung des Emittenten
3.1.3. Agency-Konflikte
3.1.4. Informationsoffenlegungstheorie
3.2. Verhaltenstechnische Ursachen
3.2.1. „Wasserfall-Effekt“
3.2.2. Die Stimmung der Investoren
4. Underpricing: Empirie
4.1. Datensatz
4.2. Deskriptive Statistik
4.3. Regression
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit analysiert das Phänomen des Underpricings bei Börsengängen (IPOs), bei dem der Aktienkurs am ersten Handelstag signifikant über dem Ausgabepreis liegt. Ziel der Arbeit ist es, theoretische Erklärungsansätze für diese Kurssteigerungen kritisch zu betrachten und diese anhand einer empirischen Untersuchung von US-Börsengängen zwischen 1991 und 1995 auf ihre Gültigkeit zu prüfen.
- Konzeptionelle Grundlagen von Börsengängen und deren Kostenstrukturen
- Theoretische Erklärungen durch Informationsasymmetrien (z.B. Signalling, Agency-Probleme)
- Verhaltenstechnische Erklärungsmodelle (z.B. Wasserfall-Effekt und Anlegerstimmung)
- Empirische Überprüfung der Theorien mittels Regressionsanalyse
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Informationsvorsprung einer Investorengruppe
Das erste Modell, das einen Erklärungsansatz zu Underpricing liefert, ist das Modell von Steve Rock aus dem Jahre 1986, auf das im folgenden Abschnitt Bezug genommen wird. Rock (1986) nutzt als Basis das Model des „Lemon’s Market“ von Akerlof (1970), welches besagt, dass auf einem freien Markt bei Informationsasymmetrien kein Handel zustande kommen kann. Rock geht von einer Informationsasymmetrie zwischen den beiden Investorengruppen, den informierten und den uninformierten Investoren, aus. Dabei sind die informierten Investoren perfekt über den wahren Unternehmenswert des Emittenten informiert und haben einen Informationsvorsprung gegenüber den uninformierten Investoren, die genau wie die Emissionsbanken und der Emittent selber keinerlei Informationen haben. Rock nimmt an, dass die Emissionsbanken und der Emittent ihre Informationen schon vollständig im Börsenprospekt und über die Wahl des Ausgabepreises publik gemacht haben. Des Weiteren trifft Rock die Annahme, dass die informierten Anleger ihre Informationen nicht verkaufen können und daher Orders mit großen Volumina bei unterbewerteten Unternehmen abgeben. Durch das „Firm Commitment Underwriting“-Verfahren, das Rock annimmt, werden die Investoren nur teilweise befriedigt und bekommen Bruchteile ihres Gebotes zugeteilt.
Wenn beide Investorengruppen in einem Emissionsverfahren aufeinandertreffen, gibt es zwei mögliche Szenarien: Handelt es sich bei dem Emittenten um ein unterbewertetes Unternehmen und geben beide Investorengruppen Gebote ab, kommt es zu Überzeichnungen, da die informierten Investoren von der Unterbewertung wissen und große Volumina bieten. Bei der Zuteilung erhalten beide Gruppen gleiche Bruchteile ihrer Gebote und teilen sich im Endeffekt den Gewinn, der durch die Unterbewertung entsteht. Dabei gilt: Je geringer der Ausgabepreis, desto größer ist die Rationierung der Zuteilung. Handelt es sich um ein überbewertetes Unternehmen, bieten nur die uninformierten Investoren, da die informierten über die Überbewertung Kenntnis haben. Die uninformierten erhalten somit einen großen Anteil ihres Gebotes, im Extremfall 100 Prozent, zugeteilt. Führt nun beide Szenarien zusammen, erkennt man, dass es zu ungleichmäßigen Zuteilungen kommt: Bei unterbewerteten Unternehmen partizipieren die uninformierten Investoren nur teilweise an den Gewinnen, da sie sich diese mit den informierten Investoren teilen müssen. Bei überbewerteten Unternehmen hingegen tragen die uninformierten Investoren die Verluste in voller Höhe, da sie die einzigen Bieter sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Underpricing, Darstellung der Problemstellung sowie Definition des Ziels und des Aufbaus der Arbeit.
2. Börsengänge: Konzeptionelle Grundlagen: Erläuterung der Motive, des Ablaufs und der Verfahren eines Börsengangs sowie der Rolle der Beteiligten und der anfallenden Kosten.
3. Underpricing: Theorie: Detaillierte Betrachtung theoretischer Erklärungsansätze für das Underpricing, unterteilt in Informationsasymmetrien und verhaltenstechnische Ursachen.
4. Underpricing: Empirie: Empirische Analyse von 1.471 US-Börsengängen zwischen 1991 und 1995 mittels deskriptiver Statistik und multipler Regressionsanalyse.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion, ob die theoretischen Modelle in der Praxis durch die empirischen Daten gestützt werden können.
Schlüsselwörter
Börsengang, Underpricing, IPO, Initial Public Offering, Emissionsbank, Underwriter, Informationsasymmetrie, Signalling, Agency-Konflikt, Anlegerstimmung, Wasserfall-Effekt, Regressionsanalyse, Unternehmensfinanzierung, Investoren, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Phänomen des "Underpricings" bei Börsengängen (IPOs), bei dem Aktien am ersten Tag oft mit einer deutlichen Rendite gegenüber dem Ausgabepreis notieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben den Grundlagen eines Börsengangs werden primär die Ursachen für das Underpricing untersucht, wobei der Schwerpunkt auf Informationsasymmetrien und verhaltensorientierten Finanztheorien liegt.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, existierende ökonomische Theorien zum Underpricing darzustellen und deren Erklärungsgehalt anhand einer empirischen Untersuchung zu überprüfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer quantitativen empirischen Studie, die eine deskriptive Statistik sowie eine multiple Regressionsanalyse umfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Modellen wie dem "Winner's Curse" oder Signalling-Modellen und einen empirischen Teil, der Daten von US-IPOs aus dem Zeitraum 1991-1995 auswertet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind IPO, Underpricing, Informationsasymmetrien, Underwriter, Regressionsanalyse und Börsengang.
Welche Rolle spielen die Emissionsbanken bei der Preisbildung?
Emissionsbanken fungieren als Bindeglied zwischen Emittent und Investoren; sie beraten bei der Preisspanne und bestimmen durch ihre Zuteilungspolitik maßgeblich das Ausmaß des Underpricings.
Was besagt das Rock-Modell zum Thema Underpricing?
Das Rock-Modell erklärt Underpricing als notwendigen Ausgleich für uninformierte Investoren, um diese vor dem "Fluch des Gewinners" (Winner's Curse) zu schützen, da diese sonst bei überbewerteten Emissionen überproportional oft zum Zuge kommen.
Welches Hauptergebnis liefert die Regressionsanalyse?
Die Analyse bestätigt, dass Faktoren wie Unsicherheit und die Reputation der Emissionsbanken einen signifikanten Einfluss auf die Höhe des Underpricings haben, wobei die Modelle jedoch nicht alle beobachteten Kursdifferenzen vollständig erklären können.
- Citar trabajo
- Maximilian Könen (Autor), 2012, Underpricing bei Börsengängen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276228