Institutionen. Grundlagen, Entstehung und Funktionen


Hausarbeit, 2011
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1...Einführung

2...Kulturanthropologische Grundlagen
2.1 Was den Menschen vom Tier unterscheidet
2.2 Kulturanthropologische Notwendigkeit von Institutionen

3...Entstehung und Funktion von Institutionen
3.1 Definition „Institution“
3.2 Institutionalisierungsprozess
3.3 Funktionen von Institutionen

4...Fazit

5...Literatur und Quellen

1 Einführung

In der Einführung seines Buches schreibt Mateusz Stachura (2009, 8), dass eine „gültige Erklärung sozialen Handelns (…) Annahmen über Institutionen zwingend“ voraussetzt. „Ohne Kenntnis der Handlungsregeln lässt sich schlicht kein soziales Handeln erklären“ (ebd.).

Was aber sind Institutionen? Wie entstehen diese und was für eine Funktion erfüllen sie? Diese Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit geklärt werden.

Zunächst wird im Kapitel „Kulturanthropologische Grundlagen“ darauf eingegangen, was den Menschen vom Tier unterscheidet. Dazu wird vor allem auf Goldschmidt Bezug genommen. Charakteristika des Menschen, wie die Dinge herstellen zu können, zu lernen, zu sprechen und Wissen zu reproduzieren werden dargestellt. Weiterhin wird hier die Instinktreduziertheit des Menschen und die Bedeutung der Kultur für diesen erwähnt.

In dem sich anschließenden Abschnitt wird die kulturanthropologische Notwendigkeit von Institution anhand des Prozesses des Aufwachsens erklärt und in Beziehung zur Kultur gestellt.

Das nachfolgende Kapitel befasst sich mit der Entstehung und der Funktion von Institutionen. Dazu wird im ersten Abschnitt eine Definition des Begriffes „Institution“ aufgestellt. Dieser wird anschließend vom Begriff der „Organisation“ abgegrenzt; eine Differenzierung zu den Begriffen der „Norm“ und der „Rolle“ wird vorgenommen.

Weiterhin wird der Prozess der Institutionalisierung nach Berger und Luckmann näher betrachtet. Ein besonderes Augenmerk gilt hier insbesondere der Typisierung und Habitualisierung von Handlungen und dem Zusammenhang zwischen den beiden.

Anschließend folgt ein Abschnitt zu den Funktionen von Institutionen.

Im letzten Kapitel schließt ein Fazit die Arbeit ab, indem wesentliche Punkte der Arbeit zusammenfassend noch einmal aufgegriffen werden.

2 Kulturanthropologische Grundlagen

2.1 Was den Menschen vom Tier unterscheidet

Bevor der Mensch eine Kultur entwickelte, war er ein Tier. Durch die Entwicklung hin zu einem Wesen, das sich in aufrechtem Gange fortbewegt und seine Hände zur Herstellung von Dingen nutzt, ermächtigte er sich über die Welt. Die neuartige Nutzung der Vordergliedmaßen und die Emporbildung des Geistes stehen womöglich in einem engen Zusammenhang (vgl. Goldschmidt 1972, 57).

Die Besonderheit des Menschen liegt jedoch nicht in der Fähigkeit zur Herstellung von Dingen, sondern in seiner Fähigkeit zu lernen und das Erlernte weiterzugeben, sodass eine Fortentwicklung des Wissensbestandes stattfinden kann (vgl. Goldschmidt 1972, 58; Behnke und Behnke 2011, 11).

Der Erwerb und die Weitergabe des erlangten Wissens sichert seine Existenz in der Auseinandersetzung mit der Natur. Der Drang, Wissen zu erwerben, besteht von Geburt an (vgl. Behnke 2011, 11). „So entsteht aus dem Wirken des Einzelnen schließlich ein überindividuelles Kulturwissen, das durch Tradition und Sozialisation den nachfolgenden Generationen übermittelt wird“ (ebd.).

Anthropologen und Biologen stimmen in der Ansicht überein, dass das Handeln des Menschen im Unterschied zu dem der Tiere weniger instinkt-, als wissens- und bedürfnisgeleitet ist. Seine Bedürfnisbefriedigung ist immer stark beeinflusst durch seine Kultur, wenn nicht sogar vollständig in manchen Bereichen durch diese unterbunden (vgl. Goldschmidt 1972, 58-60; Gehlen 2005, 9-10; Gehlen 1958, 35).

Einen weiteren Unterschied stellt die folgende Tatsache dar: Viele Tiere können sich kundtun, doch der Mensch ist das einzige Wesen, das dies mithilfe der Sprache tut. Durch diese komplexe Form der Kommunikation ist es ihm möglich, sich anderen mitzuteilen, sich in Beziehung zu anderen Menschen zu setzen und Wissen in Form von Informationen weiterzugeben. Auch können durch das Sprechen Tatsachen ausgedrückt werden, die in der Wirklichkeit nicht existieren, d. h. die Welt der Sprache reicht über die Welt der Tatsachen hinaus. Der Mensch ist also in der Lage, sich sprachlich seine eigene Welt und damit auch seine eigene Kultur zu erschaffen (vgl. Goldschmidt 1972, 58-59).

Was den Menschen also grundsätzlich vom Tier unterscheidet, ist die Möglichkeit, Dinge herzustellen, Verhalten zu erlernen und Sprache zu benutzen (Goldschmidt 1972, 59). Diese Eigenschaften ermöglichen es dem Menschen, seine eigene Umwelt zu gestalten.

2.2 Kulturanthropologische Notwendigkeit von Institutionen

Den Tieren und den Menschen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie für einen gewissen Lebensabschnitt an ihre Umgebung ausgeliefert und abhängig von der Fürsorge anderer sind. Menschenkinder befinden sich verhältnismäßig lange in diesem Stadium ihrer Entwicklung. Aus dieser lange währenden Abhängigkeit ergeben sich folgende Konsequenzen:

- sie setzt voraus, dass bereits umfangreiche Institutionen zur Fürsorge und Existenzerhaltung der sonst nicht lebensfähigen Kinder existieren (z. B. Familie);
- sie zwingt die Aufwachsenden sich in das bereits bestehende soziale und kulturelle System einzufügen und die damit verbundenen Regeln zu übernehmen (Übernahme gesellschaftlicher Positionen, Aneignung ihrer Kultur);
- sie sorgt zudem für die Erfüllung der Bedingungen, unter denen das für den Menschen charakteristische Lernen stattfinden kann (z. B. Rückstellung eigener Bedürfnisse der Mutter und Übernahme von Verantwortung durch diese) (vgl. Goldschmidt 1972, 61-63).

Der Mensch wird während des Aufwachsens zunehmend mit Forderungen der Gesellschaft konfrontiert, die im Gegensatz zu seinen Selbstinteressen stehen können oder diese zum Teil in Frage stellen. In der Regel wird er die Fremdinteressen dazu nutzen, die Grenzen seiner Interessen festzulegen, da er die dazugehörige Kultur im Laufe seiner Entwicklung wie bereits beschrieben internalisiert hat. Das soziale Verhalten jedes Einzelnen bewegt sich also zwischen der Verwirklichung seiner eigenen Interessen und dem Wunsch nach Anerkennung und Legitimation durch die Gesellschaft. Da der Mensch nur in dem ihn umgebenden sozialen System existieren kann, muss er die extern existierenden Forderungen als Teil seines kulturell geprägten Eigeninteresses akzeptieren (vgl. ders., 63).

Dies tut er unter anderem auch, weil er das soziale Bedürfnis nach einem positiven Affekt durch seine Umgebung verspürt (z. B. Respekt, Anerkennung, Würdigung, Austausch). Dieses Verlangen nach einer für das Subjekt erfreulichen Reaktion entsteht nicht in der Auseinandersetzung mit der Kultur, sondern ist die Voraussetzung für jegliche Kulturen (vgl. ders., 64-66).

Kultur ist also: „ein gelerntes Muster von Handlungen, Glaubensvorstellungen und Gefühlen, das von einer Gemeinschaft geteilt wird, und Gesellschaft als ein System von Interaktionen und organisierten Beziehungen unter ihren Mitgliedern haben ihre Basis in den tierischen Eigenschaften des Menschen. Diese (…) legen jedoch lediglich die allgemeinen Bedingungen fest, unter denen Kultur und Gesellschaft wirken. Sie sind weder die Determinanten kultureller Ausformungen noch die Entwürfe sozialer Organisation“ (ders., 66). Biologische Dispositionen wirken zwar auf soziale Systeme, sie liefern jedoch keine Erklärung dafür, warum Systeme so sind wie sie sind oder warum sie sich voneinander unterscheiden (vgl. ders., 67) .

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Institutionen. Grundlagen, Entstehung und Funktionen
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V276271
ISBN (eBook)
9783656690924
ISBN (Buch)
9783656690917
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
institutionen, grundlagen, entstehung, funktionen
Arbeit zitieren
Sebastian Nothing (Autor), 2011, Institutionen. Grundlagen, Entstehung und Funktionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276271

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