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„Mit B.A. / M.A. ist das Studium verschult worden und die Arbeitsbelastungen sind gestiegen.“ Der Bolognaprozess als Alltagsmythos

Title: „Mit B.A. / M.A. ist das Studium verschult worden und die Arbeitsbelastungen sind gestiegen.“ Der Bolognaprozess als Alltagsmythos

Term Paper , 2011 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Nothing (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Im Frühjahrstrimester 2010 wurde im Rahmen des Seminars „Stimmts? – Erziehungswissenschaftliche Analysen von Alltagsmythen der Erziehungswirklichkeit“ unter anderem der Mythos behandelt, ob mit der Einführung von Bachelor und Master das Studium verschult worden ist und die Arbeitsbelastung gestiegen sei. Aufgrund eigener Erfahrungen als Student im Bachelorstudiengang Bildungs- und Erziehungswissenschaften und des Interesses am Bolognaprozess wurde der Mythos als Thema der Hausarbeit gewählt.
Der erste Abschnitt bietet einen kurzen Überblick über den Bolognaprozess, da dieser den Hintergrund des genannten Alltagsmythos bildet. Weiterhin wird sich in diesem Kapitel mit einem Teil der Forderungen des Bolognaprozess und der Umsetzung in Deutschland durch die Vorgaben und Beschlüsse der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) befasst. Des Weiteren wird hier der aktuelle Stand der Umsetzung bezüglich der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen aufgezeigt. Auch wird auf den geforderten Aspekt der Qualitätssicherung, insbesondere den der Akkreditierung der neuen Studiengänge in Deutschland eingegangen.
Im sich anschließenden Abschnitt wird die Funktion des Leistungspunktesystems erläutert, danach die Modularisierung von Studiengängen beschrieben.
Das folgende Kapitel widmet sich dem Mythos der Verschulung und der gestiegen Arbeitsbelastung. Die Verschulung soll durch die drei Perspektiven einer Hochschulpolitischen Institution, eines Wissenschaftlers und einer Betroffenen, nämlich die der Hochschulrektorenkonferenz, die des Hamburger Bildungswissenschaftlers Rolf Schulmeister und die der Bremer Lehramtsstudentin Alexa Tegler beleuchtet werden. Auf der Grundlage der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes soll im Anschluss der Aspekt der Arbeitsbelastung untersucht werden.
Abschließend folgt auf der Basis der in den einzelnen Abschnitten gewonnen Erkenntnisse eine Stellungnahme zur genannten Frage.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Mythos vor dem Hintergrund des Bolognaprozesses

2.1 Die Umsetzung der Forderungen des Bolognaprozesses in Deutschland

2.2 Das Leistungspunktesystem

2.3 Modularisierung

3 Analyse des Mythos

3.1 Verschulung

3.2 Arbeitsbelastung

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den verbreiteten Alltagsmythos, dass durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen im Zuge des Bolognaprozesses eine stärkere Verschulung des Studiums stattgefunden habe und die Arbeitsbelastung der Studierenden angestiegen sei. Ziel ist es, diese Annahmen kritisch zu hinterfragen und anhand empirischer Daten sowie hochschulpolitischer Positionen zu bewerten.

  • Hintergründe und Umsetzung des Bolognaprozesses in Deutschland
  • Strukturwandel durch Modularisierung und Leistungspunktesysteme
  • Analyse des Begriffs „Verschulung“ aus verschiedenen Perspektiven
  • Empirische Untersuchung der Arbeitsbelastung von Studierenden im Vergleich zum früheren Diplom-System

Auszug aus dem Buch

3.1 Verschulung

Der Mythos spricht von einem „verschulten Studium“, eine Definition von Verschulung lässt sich jedoch nicht finden. Daher stellt sich auf der einen Seite die Frage danach, was Verschulung bedeutet und auf der anderen Seite die Frage danach, wie ein verschultes Studium real aussieht.

Eine Antwort auf diese Fragen gibt die Hochschulrektorenkonferenz in ihrem Dokument ‚Zahlen und Argumente zur Umsetzung der Studienreform‘ vom 3. Januar 2011. Darin sieht sie die Herausforderung, dem in Veranstaltungen im Bachelorstudium vornehmlich vermittelten Faktenwissen und dem Fehlen von Freiräumen für die „wissenschaftlich-kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten und Methoden des Fachs (…)“ entgegenzuwirken. (HRK 2011: 11)

Eine ähnliche Position wird auch vom Hamburger Bildungswissenschaftler Rolf Schulmeister vertreten. Dieser führte in einem Interview der österreichischen Zeitung “Die Presse“ an, dass weniger Freiraum für das Selbststudium in der derzeit praktizierten Organisation des Semesters zur Verfügung stünde. Ihm zufolge finden die verschiedenen Module parallel, meist verteilt über das Semester in Veranstaltungen zu zwei-Semester-Wochenstunden statt. (Vgl. Witzmann 2010) Schulmeister kritisiert die Umsetzung der bestehenden Modulstruktur wie folgt: „Sie haben zwei Stunden da, zwei Stunden dort, dazwischen eine Stunde Zeit, die aber zu kurz für ein Selbststudium ist. Das Selbststudium geht verloren (…)“ und fügt hinzu, dass es ihm geeigneter scheint, im Sinne der bestehenden Modulstruktur, jedes einzelne Modul als Block abzuhalten, so „dass sich die Studierenden auf ein Thema konzentrieren können.“ (Ders.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Seminars „Stimmts?“ ein und erläutert die Motivation, den Mythos der Verschulung und gestiegenen Arbeitsbelastung im Kontext des Bolognaprozesses zu untersuchen.

2 Der Mythos vor dem Hintergrund des Bolognaprozesses: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des europäischen Hochschulraums und beschreibt die nationalen Anforderungen wie ECTS und Modularisierung, die das Fundament für die spätere Analyse bilden.

2.1 Die Umsetzung der Forderungen des Bolognaprozesses in Deutschland: Es wird dargestellt, wie die politischen Vorgaben der KMK und HRK zur Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die Etablierung von Qualitätssicherungsmechanismen in Deutschland umgesetzt wurden.

2.2 Das Leistungspunktesystem: Dieses Kapitel definiert das ECTS als Instrument zur Steuerung von Arbeitsaufwand und Lernergebnissen und erläutert die Vorgaben für die Vergabe von Leistungspunkten.

2.3 Modularisierung: Es wird das Konzept der Modularisierung als organisatorische Einheit des Studiums beschrieben, die eine Standardisierung und Akkreditierung der Studiengänge ermöglicht.

3 Analyse des Mythos: Der Hauptteil verknüpft die theoretischen Grundlagen der Bologna-Struktur mit dem Alltagsmythos der Verschulung und Arbeitsbelastung.

3.1 Verschulung: Aus verschiedenen Perspektiven (HRK, Wissenschaft, Studierende) wird der Begriff der Verschulung beleuchtet, wobei kritisch auf fehlende Freiräume und Wahlmöglichkeiten eingegangen wird.

3.2 Arbeitsbelastung: Basierend auf Daten der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes wird der tatsächliche zeitliche Arbeitsaufwand der Studierenden quantitativ analysiert und dem früheren Diplom-System gegenübergestellt.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine „Verschulung“ des Studiums nachweisbar ist, während die Arbeitsbelastung im Durchschnitt stabil blieb, sich jedoch in höheren Semestern teilweise erhöht hat.

Schlüsselwörter

Bolognaprozess, Bachelor, Master, Verschulung, Arbeitsbelastung, ECTS, Leistungspunktesystem, Modularisierung, Hochschulreform, Akkreditierung, Sozialerhebung, Studienzeit, Selbststudium, Qualitätssicherung, Hochschulpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den verbreiteten Alltagsmythos, dass das Bachelor- und Mastersystem zu einer Verschulung des Studiums geführt und die Arbeitsbelastung der Studierenden erhöht habe.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt den Bolognaprozess, die deutsche Umsetzung der Studienreform, die Konzepte der Modularisierung und des ECTS sowie die Auswirkung dieser Strukturen auf das studentische Studium.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt des Mythos zu prüfen, indem die strukturellen Veränderungen an Hochschulen den tatsächlichen zeitlichen Belastungen der Studierenden gegenübergestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, die auf Dokumenten hochschulpolitischer Akteure und quantitativen Daten der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Bologna-Strukturen (Kapitel 2) und die anschließende Analyse von Verschulung und Arbeitsbelastung (Kapitel 3).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Bolognaprozess, Verschulung, ECTS, Modularisierung, Arbeitsbelastung und Qualitätssicherung.

Wie definiert der Autor „Verschulung“?

Der Autor definiert Verschulung als Studium mit Strukturen, die denen der Schule ähneln, gekennzeichnet durch starre Vorgaben, wenig Wahlfreiheit bei Veranstaltungen und eine Lehrer-Schüler-ähnliche Rollenverteilung zwischen Dozenten und Studierenden.

Ist die Arbeitsbelastung laut der Untersuchung tatsächlich gestiegen?

Die Untersuchung zeigt, dass der durchschnittliche Arbeitsaufwand auf dem Niveau der 1990er Jahre stagniert, wobei sich jedoch in den höheren Semestern des Bachelors eine im Vergleich zum Diplom höhere Belastung feststellen lässt.

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Details

Title
„Mit B.A. / M.A. ist das Studium verschult worden und die Arbeitsbelastungen sind gestiegen.“ Der Bolognaprozess als Alltagsmythos
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,0
Author
Sebastian Nothing (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V276276
ISBN (eBook)
9783656693178
ISBN (Book)
9783656695431
Language
German
Tags
studium arbeitsbelastungen bolognaprozess alltagsmythos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Nothing (Author), 2011, „Mit B.A. / M.A. ist das Studium verschult worden und die Arbeitsbelastungen sind gestiegen.“ Der Bolognaprozess als Alltagsmythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276276
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