Als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, fühlten sich die Amerikaner nicht betroffen. Der Präsident der USA, Woodrow Wilson, versprach, dass Amerika sich aus diesem Krieg heraushalten würde. Mehr noch, er betrachtete sich und die USA als Friedensstifter und war fest entschlossen, einen Vermittlungsfrieden initiieren zu können. Dennoch scheiterten alle seine Vermittlungsversuche und am Ende erklärte er sogar dem Deutschen Reich den Krieg. Diese Hausarbeit will genau diese Entwicklung nachzeichnen und darstellen wie es so weit kommen konnte.
Dazu ist es notwendig, sich das außenpolitisch Konzept der USA und die Amerika-Politik der beiden europäischen Hauptrivalen, England und Deutschland, kurz vor und während des Krieges anzuschauen. Daher werde ich mit einem kurzen Abriss zur Situation der USA beginnen und danach die außenpolitischen Vor-Kriegs-Strategien Englands und Deutschlands im Umgang mit den USA erklären.
Danach werden an Hand der Wilsonschen Vermittlungsangebote die deutsch-amerikanischen Beziehungen beschrieben. Hierbei wird immer wieder auf die internen Konflikte der deutschen Regierung hingewiesen, da diese für die Widersprüche der deutschen USA-Politik verantwortlich sind.
Gleichzeitig wird die Entwicklung der angloamerikanischen Beziehungen beschrieben, die eine stärkere Kontinuität aufweisen. In diesen Abschnitten wird es weniger um interne Auseinandersetzungen der britischen oder amerikanischen Regierung gehen, sondern mehr um ökonomische Beziehungen, die zu einer gegenseitigen Abhängigkeit führten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vor-Kriegs-Zeit:
- Die USA vor dem ersten Weltkrieg
- Das Deutsche Reich und die USA
- Großbritannien und die USA
3. Beziehungen im ersten Weltkrieg:
- Kriegsbeginn
- U-Bootkrieg, Lusitania und die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und dem Deutschen Reich
- Fernblockade und ökonomische Beziehungen zwischen der Entente und den USA im Gegensatz zum U-Boot-Krieg
- Der Bruch zwischen den USA und dem Deutschen Reich
- Nach dem Bruch, Kriegseintritt der USA
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die diplomatischen Spannungsfelder und die Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA, dem Deutschen Reich und Großbritannien während des Ersten Weltkrieges. Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern der Friedensinitiativen Woodrow Wilsons sowie die Faktoren zu analysieren, die letztlich zum Kriegseintritt der USA gegen das Deutsche Reich führten.
- Analyse der außenpolitischen Strategien der USA unter Woodrow Wilson
- Vergleich der deutsch-amerikanischen und angloamerikanischen Beziehungen vor und während des Krieges
- Untersuchung des diplomatischen Scheiterns aufgrund widersprüchlicher Interessen
- Bewertung des Einflusses des uneingeschränkten U-Boot-Krieges auf die US-amerikanische Politik
- Bedeutung ökonomischer Abhängigkeiten zwischen der Entente und den USA
Auszug aus dem Buch
U-Bootkrieg, Lusitania und die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und dem Deutschen Reich:
Am selben Tag, dem 12.2.1915, an dem House in Berlin war, unterschrieb der deutsche Kaiser die Erklärung zum Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges. Der U-Boot Krieg war sowieso schon ein Stolperstein zwischen dem Deutschen Reich und den USA. Die Ausrufung des selbigen am Tag des Besuches eines US-Gesandten war eine diplomatische Torheit, die Wilson zeigen musste, dass der Friedenswille der deutschen Regierung nicht allzu groß sein konnte.
Als dann am 7. Mai 1915 ein deutsches U-Boot den britischen Dampfer Lusitania versenkte war die Empörung in den USA groß. Dieser Zwischenfall kostete 118 US-Bürgern das Leben und hing ab nun wie eine schwarze Wolke über den Beziehungen der beiden Staaten. Es wurden mehrere scharf formulierte Noten ausgetauscht. Die deutsche Seite gab den Passagieren der Lusitania selbst die Schuld. Die deutsche Regierung habe immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gewässer um Großbritannien Kriegsgebiet seien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage, in der Wilson versuchte, als neutraler Vermittler zu agieren, während das Ziel der Arbeit die Analyse der Verschlechterung der deutsch-amerikanischen Beziehungen ist.
2. Vor-Kriegs-Zeit: Analyse der wirtschaftlichen und politischen Situation der USA sowie der jeweiligen Strategien Deutschlands und Großbritanniens im Umgang mit der aufstrebenden US-Großmacht vor 1914.
3. Beziehungen im ersten Weltkrieg: Detaillierte Untersuchung der diplomatischen Krisen, beginnend bei den gescheiterten Vermittlungsversuchen über die Eskalation durch den U-Boot-Krieg bis hin zum endgültigen Bruch.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass primär die deutsche Unentschlossenheit und die Unterschätzung des US-Potenzials die USA in den Krieg gegen das Deutsche Reich zwangen.
Schlüsselwörter
Woodrow Wilson, Erster Weltkrieg, USA, Deutsches Reich, Großbritannien, U-Boot-Krieg, Lusitania, Fernblockade, Diplomatie, Neutralität, Vermittlungsversuche, Außenpolitik, Kriegseintritt, Bethmann Hollweg, Entente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselhaften Beziehungen zwischen den USA und den europäischen Hauptmächten während des Ersten Weltkrieges mit Fokus auf das deutsche diplomatische Scheitern gegenüber den USA.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die diplomatischen Beziehungen, der Einfluss der Seekriegsführung (U-Boot-Krieg und Blockaden) sowie ökonomische Abhängigkeiten zwischen den USA und der Entente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuzeichnen, warum Präsident Wilsons anfängliche Hoffnung auf eine Friedensvermittlung scheiterte und die USA schließlich Deutschland den Krieg erklärten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer historischen Analyse, die auf einer Auswertung von Literatur und diplomatischen Quellen zur Außenpolitik der involvierten Staaten basiert.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich chronologisch mit den Vor-Kriegs-Strategien sowie den diplomatischen und militärischen Krisenpunkten wie der Lusitania-Versenkung und der Fernblockade.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neutralität, U-Boot-Krieg, diplomatische Vermittlung und ökonomische Konjunktur geprägt.
Wie bewertet der Autor das deutsche Verhalten gegenüber Wilson?
Der Autor konstatiert, dass die deutsche Regierung diplomatische Torheiten beging und durch ihre Unentschlossenheit sowie die riskante U-Boot-Strategie die USA aktiv in Richtung Entente drängte.
Welche Rolle spielte die britische Diplomatie?
Großbritannien agierte geschickt, indem es trotz Spannungen aufgrund der Fernblockade einen Bruch mit den USA vermied und die ökonomische Abhängigkeit der USA durch Rüstungsaufträge festigte.
- Quote paper
- Andreas Wiedermann (Author), 2004, Die Beziehungen der USA mit England und dem Deutschen Reich während des ersten Weltkrieges und die Friedensinitiativen Woodrow Wilsons, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27629