Untersuchung der Unterschiede von Einstellungen zwischen Eltern und Kinderlosen


Hausarbeit, 2014
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Inhaltsverzeichnis / Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methoden

3. Ergebnisse

4. Diskussion der Ergebnisse

Quellenverzeichnis

Anhang

Abstract / Zusammenfassung

In der nachfolgenden Hausarbeit wurde untersucht, ob sich die Einstellungen zweier gesellschaftlicher Gruppen, Menschen mit und ohne Kinder, im Hinblick auf private Zufriedenheit, Zukunftsangst, Verantwortungsbewusstsein und Hygienebewusstsein voneinander unterscheiden.

Um die nötigen Daten zu erheben wurde ein Fragebogen erstellt, der von 20 Eltern und 20 Kinderlosen Personen ausgefüllt wurde. Die Fragen zielten auf jeweils 5 Items ab, die in Zusammenhang mit Zufriedenheit, Zukunftsangst, Verantwortungsbewusstsein und Hygienebewusstsein stehen. Die erhobenen Daten wurden rechnerisch aufbereitet, ausgewertet und zum Teil grafisch dargestellt, um die Ergebnisse der Untersuchung zu dokumentieren.

Die Ergebnisse wiesen in beiden Gruppen ähnliche Ausprägungen auf und nur bezüglich des Verantwortungsbewusstseins konnte ein geringer Unterschied festgestellt werden. Betrachtet man die Korrelation der einzelnen Merkmale, sind hingegen offensichtliche Unterschiede und Zusammenhänge erkennbar.

So beeinflusst in beiden Gruppen die private Zufriedenheit die Zukunftsangst. Verantwortungsbewusstsein korreliert in der Kinderlosengruppe mit Zukunftsangst, während in der Elterngruppe fast keine Korrelation dieser beiden Merkmale zu erkennen ist.

Die im Rahmen der Umfrage erhobenen Daten bezüglich des Alters und der Gruppenzugehörigkeit lassen deutlich erkennen, dass die Gruppe der Kinderlosen jünger ist, als die Elterngruppe. Zusammenhänge zwischen der Gruppenzugehörigkeit und dem Geschlecht der Versuchsteilnehmer konnten nicht ermittelt werden.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 3.1 statistische Kennwerte Eltern

Abbildung 3.2 statistische Kennwerte Kinderlos

Abbildung 3.3 Mittelwertsunterschiede / Effektgrößen

Abbildung 3.4. Boxplot Eltern

Abbildung 3.5 Boxplot Kinderlos

Abbildung 3.6 Korrelationsmatrix Eltern

Abbildung 3.7. Korrelationsmatrix Kinderlos

Abbildung 3.8. Diagramm Gruppenzugehörigkeit / Geschlecht

Abbildung 3.9 Verteilung Alter, Eltern

Abbildung 3.10.Verteilung Alter, Kinderlos

1.Einleitung

Der Begriff Einstellung kommt aus dem Bereich der Sozialpsychologie. Der Einstellungsbegriff wurde von Thomas und Znaniecki (1918) in die Soziologie und Sozialpsychologie eingeführt (Thomas, 1991) Vor 60 Jahren hat der Sozialpsychologe Gordona Allport (1935) festgestellt: „dass das Einstellungskonzept zu den wichtigsten Konstrukten der Sozialpsychologie gehört, und einige seiner Zeitgenossen waren gar der Meinung, das Anliegen der Sozialpsychologie sei identisch mit der Erforschung der Einstellungen.“ (Bierbrauer, 2005, S.138) Allport war der Meinung, im Gegensatz zu seinen Kollegen, dass menschliches Verhalten nicht so sehr von objektiven Stimulus Bedingungen beeinflusst wird, sondern von der Art und Weise wie Personen Situationen wahrnehmen und diese interpretieren.

Einstellungen begegnen uns alltäglich und wir sind ihnen genauso täglich ausgesetzt. Synonym könnte man Einstellung auch mit Sichtweise, Haltung, Meinung oder auch Vorurteil bezeichnen. Wir haben positive oder negative Einstellungen gegenüber sozialen Minderheiten, politischen und religiösen Ansichten, Produkten, Vorgesetzten, Arbeitskollegen, bestimmten Sachverhalten, Situationen oder Umweltverhalten.

„ Einstellung ist die Überzeugung oder das Gefühl, das Menschen prädisponiert, in einer bestimmten Art und Weise auf Dinge, Menschen und Ereignisse zu regieren.“ (Myers, 2007, S. 639)

Die grundlegenden Einstellungen werden in der Kindheit und Jugend erworben. Aufgrund von Erfahrungen, durch Erziehung, Lernprozessen oder Beeinflussung werden Menschen, Handlungen oder Objekte bewertet. Die Erziehung der Eltern spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wächst ein Kind in einer toleranten Umgebung auf, wird es im späteren Leben sehr wahrscheinlich vielen Aspekten aufgeschlossen und tolerant gegenüberstehen, wie auch einen toleranten Freundeskreis haben. Einstellungen können also als Lernresultate angesehen werden. Sie werden durch Prozesse der klassischen Konditionierung (Lernprozess durch einen dargebotenen Reiz und die darauffolgende Reaktion), operante Konditionierung (Lernprozess durch Verstärkung) oder Modelllernen (Lernprozess durch Beobachten und Nachahmen) erworben.

Einstellungen helfen den Menschen, sich zu orientieren. Da wir ständig Reize aus der Umwelt aufnehmen und unser Gehirn diese verarbeitet, wird dieser Informationsfluss aufgrund unserer vorhandenen Einstellungen vereinfacht. Einstellungen drücken sich dabei im kognitiven (Annahmen und Überzeugungen), affektiven (Gefühle und Emotionen) und behavioralen (Verhaltensweisen) Bereich aus, etwa in Form von Meinungen, Urteilen, Vorurteilen, Sympathie oder Antipathie. (Stangl, 2011)

Leon Festinger fand heraus, dass Menschen sich unwohl fühlen, wenn sie so handeln, dass dies im Widerspruch zu ihren Gefühlen und Überzeugungen steht. Die kognitive Dissonanz erklärt, dass dieses Unwohlsein verringert wird, indem sie ihre Einstellungen revidieren und stärker mit ihrem Verhalten in Einklang bringen. (Myers, 2007) Einstellungen können sich im Laufe des Lebens aber auch ändern. Diese sogenannten Einstellungsänderungen resultieren aus Erfahrungen, Beeinflussungen oder besonderen Erlebnissen, die es in bestimmten Situationen notwendig machen, gewisse Einstellungen zu ändern.

Das Wissen um die Einstellung und deren Erforschung, oft mittels standardisierter Fragebögen, lässt viele Phänomene wie z.B. Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Ressourcenverschwendung oder Homophobie erklären. Da aufgrund bloßer Beobachtungen die Gedankengänge eines Menschen nicht ersichtlich sein können, kann nur die Handlung oder das Verhalten Rückschlüsse auf die jeweilige Einstellung geben. Da Menschen ihre Einstellungen ändern können oder sich nicht immer zwangsläufig gemäß ihrer Einstellungen verhalten, müssen bei sich wiederholenden Situationen auch gleiche Reaktionen folgen.

Aber nicht nur Handlungen können bestimmte Einstellungen verändern, auch Rollen beeinflussen Einstellungen. Die Rolle als Vorgesetzter, Ehepartner oder Elternteil übt Einfluss auf unsere Einstellung aus. Forscher bestätigen diesen Effekt dadurch, dass sie die Einstellungen von Menschen vor und nach der Übernahme einer neuen Rolle untersuchten. (Myers, 2007) Dazu ist das Stanford Prison Experiment, welches durch den Psychologen Zimbardo 1972 durchgeführt wurde, nennenswert. (Myers, 2007)

Die Existenz bestimmter Einstellungen ist deshalb für die Marktforschung und Werbeindustrie von zentraler Bedeutung. Um ein Produkt an Kunden zu verkaufen, ist es bisweilen erforderlich, das Produkt den Einstellungen des Konsumenten anzupassen oder die Einstellung, z.B. durch Beeinflussung gezielter Werbestrategien, zu verändern, damit sie auf das Produkt passt. (vgl. Kroeber-Riel/Weinberg 1999) Auch für die Politik, für Glaubensgemeinschaften oder Umweltvereine ist es von Bedeutung zu wissen, wie Menschen in eine bestimmte Richtung beeinflussbar und manipulierbar sind.

In der nachfolgenden Hausarbeit wird erforscht, ob sich die Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf

1. Zufriedenheit mit der privaten Lebenssituation
2. Zukunftsangst
3. Verantwortungsbewusstsein sowie
4. Hygienebewusstsein

voneinander unterscheiden.

Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit könnten also für Versicherungen oder Finanzdienstleister in Bezug auf die Zukunftsangst und Zufriedenheit Aufschluss darüber geben, wie Werbung gezielt eingesetzt werden kann, um dem Konsumenten die Zukunftsangst zu nehmen und ihn von einem Produkt zu überzeugen. Da Hygienebewusstsein und Verantwortungsgefühl bei Menschen mit Kindern eine gewisse Verbindung aufweisen, können auch hier gezielte Werbestrategien eingesetzt werden, um den Verbraucher in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen.

Die Alternativhypothesen, die einen Effekt in der Population unterstellt, lauten zu dieser Forschungsarbeit:

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf private Zufriedenheit.

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Zukunftsangst.

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Verantwortungsbewusstsein.

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Hygienebewusstsein.

Sollten diese widerlegt werden, wird die Nullhypothese bestätigt die keinen Effekt in der Population unterstellt.

2.Methoden

Bei der nachfolgenden Untersuchung handelt es sich um eine unabhängige Messung. Da hier die unterschiedlichen Einstellungen zweier Gruppen, der Eltern und der Kinderlosen, untersucht werden handelt es sich um ein Beetwin-subjects-Design.

Jede der vier zu untersuchenden Variablen wird durch fünf Fragen (Items) abgebildet. Dazu wurde ein Fragebogen erstellt mit 20 Items, wobei fünf auf private Zufriedenheit, fünf auf Zukunftsangst, fünf auf Verantwortungsbewusstsein und fünf auf Hygienebewusstsein abzielen. Drei weitere Fragen wurden nach Alter, Geschlecht und Status: Eltern oder Kinderlos erhoben, um die Untersuchung in Gruppen zu ermöglichen. Die Items wurden willkürlich ausgewählt und nicht auf Validität geprüft. Die Items wurden so konstruiert, dass die Bedeutung der 4 Themen in Bezug auf die Einstellungsunterschiede erfasst werden können. Die Items wurden zufällig angeordnet um z.B. eine Versuchspersonenerwartung zu vermeiden. Die 20 Items wurde auf einer Skala (Likertskala) abgetragen die von 1 für, trifft voll und ganz zu, bis 5, trifft überhaupt nicht zu, reicht. Die Aussagen, also die Verhältnisse (empirisches Relativ) wurde in Zahlen (numerisches Relativ) umgewandelt um Unterschiede oder Verhältnisse darstellen zu können. Die Likertskala ist ordinalskaliert. „ Gemäß der Voraussetzung, dass die Intervalle zwischen den Skalenwerten dem Betrachter gleich groß erscheinen, wird davon ausgegangen, dass die Antworten Daten mit Intervallskalen-Qualität liefern.“ (Winckelmann, 2013 S.38) Für jede der vier Variablen wurde der Mittelwert berechnet, um damit die statistische Auswertung durchzuführen. Die Ergebnisse dreier Fragen in Bezug auf Zukunftsangst wurden gespiegelt, da sie negativ formuliert sind. Das waren laut Fragebogen Frage 9, negative Nachrichten über Kriege und Unruhen auf dieser Welt beunruhigen mich, Frage 11, ich mache mir Gedanken über eine mögliche Arbeitslosigkeit und Frage 16, ich habe Angst vor Krankheiten wenn ich älter bin. Dafür wurde lediglich, trifft voll und ganz zu mit 5, bis trifft gar nicht zu mit 1, umgekehrt ausgewertet.

Das Geschlecht und der Status Eltern oder Kinderlos wurde codiert und mit 1 für männlich und 2 für weiblich ausgewiesen. Das gleiche gilt für die Eltern gleich 1 und Kinderlose gleich 2. Das Geschlecht und die Gesellschaftsform sind nominalskaliert. Das Alter wurde von 19 bis 30 gleich 1 bis hin zu 51 bis 60 gleich 4 ermittelt und ist somit ebenfalls ordinalskaliert.

Der Fragebogen wurde über www.q-set.de erstellt. (Anhang) Der entsprechende Link zur Umfrage wurde über das Internet an Kommilitonen, Freunde und Bekannte kommuniziert, die diesen innerhalb ihres näheren Personenkreises weiterleiteten, wodurch eine Randomisierung (zufällige Auswahl der Versuchsteilnehmer) gewährleistet werden sollte. Der Link auf der q-set Webseite war für 4 Tage aktiviert. In diesem Zeitraum konnte die Umfrage online ausgefüllt werden. Der Fragebogen war anonym, um eine weitestgehend wahrheitsgetreue Beantwortung zu erhalten. Nicht vollständig ausgefüllte Fragebögen wurden vernachlässigt. An der Umfrage beteiligten sich 40 Personen, 20 Eltern und 20 Kinderlose. 17 davon sind männlich und 23 weiblich. Die Versuchsteilnehmer sind zwischen 19 und 60 Jahren alt.

Die erhobenen Daten wurden in eine Excel Tabelle exportiert. Im nächsten Schritt erfolgten für alle vier Variablen die Berechnung der Lage- und Streumaße, die Mittelwertsunterschiede, es wurden Korrelationen und Zusammenhänge innerhalb der Gruppe, zwischen den Gruppen, zwischen Geschlecht und Gruppenzugehörigkeit sowie Alter und Gruppenzugehörigkeit ermittelt und dazu die entsprechenden grafischen Darstellungen angefertigt.

Orientiert man sich eng an der Operationalisierung der Items, kommt man zu folgenden Hypothesen:

Nullhypothesen

Es besteht kein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf private Zufriedenheit.

Es besteht kein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Zukunftsangst.

Es besteht kein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Verantwortungsbewusstsein.

Es besteht kein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Hygienebewusstsein.

Die Alternativhypothesen dazu sind:

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf private Zufriedenheit.

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Zukunftsangst.

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Verantwortungsbewusstsein.

Es besteht ein Unterschied in den Einstellungen von Eltern und Kinderlosen in Bezug auf Hygienebewusstsein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Untersuchung der Unterschiede von Einstellungen zwischen Eltern und Kinderlosen
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V276306
ISBN (eBook)
9783656691570
ISBN (Buch)
9783656691563
Dateigröße
740 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
untersuchung, unterschiede, einstellungen, eltern, kinderlosen
Arbeit zitieren
Sandy Obermann (Autor), 2014, Untersuchung der Unterschiede von Einstellungen zwischen Eltern und Kinderlosen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276306

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