Häufig wird das Gefangenendilemma der Volkswirtschaftslehre mit dem von Hobbes erdachten Naturzustand verglichen. In diesem Essay möchte ich der Frage nachgehen, inwieweit ein Vergleich dieser beiden Hypothesen treffend ist und Robert Axelrods Gedanken prüfen, ob der Naturzustand auch ohne Staatsmacht überwindbar ist. Dafür werde ich zunächst das Gefangendilemma und den Hobbesschen Naturzustand erläutern, sowie der benannten Fragestellung nachgehen. Anschließend werde ich Parallelen und Unterschiede aufzeigen, sowie ein abschließendes Urteil fällen.
Inhaltsverzeichnis
Der Hobbessche Naturzustand als Gefangenendilemma
gelingt die Rechtfertigung eines Souverän?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Vergleichbarkeit des Hobbesschen Naturzustandes mit dem spieltheoretischen Modell des Gefangenendilemmas und prüft, ob eine Überwindung des Naturzustandes durch kooperative Strategien ohne eine zentrale Staatsmacht möglich ist.
- Spieltheoretische Analyse des Gefangenendilemmas
- Darstellung des Hobbesschen Naturzustandes und seiner Dynamiken
- Evaluation der Strategie "TIT FOR TAT" im Kontext menschlicher Interaktion
- Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Computermodellen auf soziologische Zustände
- Rechtfertigung der Notwendigkeit eines souveränen Staatsapparates
Auszug aus dem Buch
Der Hobbessche Naturzustand als Gefangenendilemma
Häufig wird das Gefangenendilemma der Volkswirtschaftslehre mit dem von Hobbes erdachten Naturzustand verglichen. In diesem Essay möchte ich der Frage nachgehen inwieweit ein Vergleich dieser beiden Hypothesen treffend ist und Robert Axelrods Gedanken prüfen, ob der Naturzustand auch ohne Staatsmacht überwindbar ist. Dafür werde ich zunächst das Gefangenendilemma und den Hobbesschen Naturzustand erläutern, sowie der benannten Fragestellung nachgehen. Anschließend werde ich Parallelen und Unterschiede aufzeigen, sowie ein abschließendes Urteil fällen.
Das Gefangenendilemma ist ein Spiel, in welchem zwei Mitspieler jeweils eine Entscheidungsmöglichkeit haben, nämlich die zu kooperieren oder nicht zu kooperieren. Das nicht-kooperieren wird fortan als Defektion bezeichnet. Jeder Spieler muss bei seiner Entscheidung eine Wahl treffen, ohne dabei zu wissen, wie der jeweils andere Spieler entscheidet bzw. entschieden hat. Das namensgebende Dilemma besteht nun darin, dass es für das Individuum immer günstiger ist zu defektieren. Für jeden Spieler ist hingegen wechselseitige Defektion aber ungünstiger als wechselseitige Kooperation.
Es ergibt sich aus der vorliegenden Matrix, dass sobald Spieler 1 kooperiert, man die erste Spalte der Matrix für das Spielergebnis betrachten muss. So würde Spieler 2 dafür, dass er ebenfalls kooperiert R= 3 Punkte erhalten; genau so wie Spieler 1. Defektiert Spieler 2 aber, würde dieser T= 5 Punkte bekommen und Spieler 1 mit S= 0 Punkten leer ausgehen. Defektieren beide Spieler erhalten diese immerhin jeweils P= 1 Punkt.
Zusammenfassung der Kapitel
Der Hobbessche Naturzustand als Gefangenendilemma: Einleitung in die Thematik des Vergleichs zwischen Spieltheorie und staatstheoretischen Modellen.
gelingt die Rechtfertigung eines Souverän?: Abschließende kritische Reflexion und Fazit über die Notwendigkeit staatlicher Instanzen angesichts menschlicher Naturdispositionen.
Schlüsselwörter
Gefangenendilemma, Thomas Hobbes, Naturzustand, Spieltheorie, Robert Axelrod, TIT FOR TAT, Kooperation, Defektion, Staatsmacht, Souverän, Rechtsverzicht, Egoismus, Selbsterhaltung, Hobbesianer, Gesellschaftsvertrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob sich der von Thomas Hobbes beschriebene, chaotische Naturzustand mithilfe des spieltheoretischen Modells des Gefangenendilemmas erklären lässt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Kerngebiete umfassen die politische Philosophie nach Hobbes, die Evolution der Kooperation nach Robert Axelrod sowie die Anwendung mathematischer Spielmodelle auf soziologische Fragestellungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu ergründen, ob kooperative Verhaltensweisen (wie TIT FOR TAT) ausreichen könnten, um den Naturzustand ohne eine zentrale Macht zu überwinden, oder ob die Legitimation eines souveränen Staates zwingend bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine komparative Analyse angewandt, die ein theoretisches Gedankenexperiment (Naturzustand) mit einem quantitativen Modell (Gefangenendilemma/Computerturniere) kontrastiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Naturzustandes bei Hobbes, der Erläuterung der Auszahlungsmatrix des Gefangenendilemmas und der Analyse der Wirksamkeit freundlicher Strategien unter Annahme egoistischer Akteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Gefangenendilemma, Hobbes, Naturzustand, Kooperation, Souverän, Defektion, TIT FOR TAT, Staatslegitimation.
Warum ist das Modell von Axelrod laut der Arbeit auf den Naturzustand nur schwer übertragbar?
Der Autor argumentiert, dass Axelrods Computerturniere die existenzielle Not und das kurzfristige Todesrisiko im Hobbesschen Naturzustand ignorieren, was eine "Testphase" für Kooperationen in der Realität unmöglich macht.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Staatsgewalt?
Der Autor schließt sich Hobbes an und bewertet die Legitimation eines Souveräns als geglückt, da menschliches Misstrauen und Ruhmsucht eine Selbstregulierung ohne übergeordnete Kontrollinstanz ausschließen.
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- Svenja Iversen (Author), 2013, Der Hobbessche Naturzustand als Gefangenendilemma, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276337