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Grundlagen der behördlichen Risiko- und Krisenkommunikation

Title: Grundlagen der behördlichen Risiko- und Krisenkommunikation

Research Paper (undergraduate) , 2012 , 55 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Jörg Oberkinkhaus (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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In verschiedenen Forschungsprojekten werden die Nutzungsmöglichkeiten von internetbasierten Informations- und Kommunikationsplattformen wissenschaftlich unter-sucht. Datenbasierte Informations- und Kommunikationssysteme befinden sich bereits als lokale oder regionale Einrichtungen im Einsatz, stellen aber aufgrund ihrer Begrenzung auf Belange der jeweiligen Organisationsform und paralleler statt vernetzter Strukturen, bisher kein umfassendes Lösungsangebot für ein integriertes Krisenmanagementsystem dar . Großeinsätze erfordern von der täglichen Gefahrenabwehr bis zum Katastropheneinsatz eine adressatenorientierte Kommunikationsmöglichkeit mit zielgruppenspezifischen Abstufungen. Seitens des Verfassers wird Einrichtung einer webportalbasierten Gefahrenabwehr als Informations- und Kommunikationsplattform für die Bevölkerung, die Medien und behördliche Nutzergruppen (Führungsstäbe, Fachbehörden etc.) als Lösungsvorschlag für behördliche Risikokommunikation, Krisenkommunikation und „Kommunikation in der Krise“ angesehen. Ein solches Portal ist als zentrales Informations- und Kommunikationsmedium ausbaufähig und von jedem internetfähigen Zugang betretbar – Betriebsfähigkeit vorausgesetzt (z.B. Problem Stromausfall). Das Portal stellt eine sinnvolle Erweiterung und mit geringem Aufwand eine gestaltbare Ergänzung bestehender Informations- und Kommunikationswege dar. Die Studienarbeit zeigt die theoretischen Grundlagen der Kommunikation auf, beschreibt Kommunikationsmodelle und die Begriffe Risiko- und Krisenkommunikation, Möglichkeiten behördlicher Kommunikation und die Bedeutung der Medien als „Transportmittel“ des Kommunikationsgegenstandes. Die auf der Studienarbeit aufbauende Projektarbeit stellt erweiternd die praktischen Umsetzungsmöglichkeiten sowie weitere bestimmende Elemente vor (u.a. Informationsmanagement in der Gefahrenabwehr, Warnung der Bevölkerung als Ergänzung der Risiko- und Krisenkommunikation, Informationsverhalten im World Wide Web).

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen zur Projektfragestellung

2.1 Gefahrenabwehrplanung im nuklearen Katastrophenschutz

2.2 Die nukleare Katastrophenschutzübung „Biblis 2008“

2.2.1 Teilziele der nuklearen Katastrophenschutzübung „Biblis 2008“

2.3 Informationstransfer der Stabsarbeit der nuklearen Katastrophenschutzübungen „KKW Biblis“

3 Projektfragestellung und Lösungsvorschlag

4 Kommunikation und Information

4.1 Kommunikation, Information, Koordination und Nutzergruppen

4.2 „Kommunikation“ – eine Begriffsdarstellung

4.3 „Information“ – eine Begriffsdarstellung

5 Kommunikationsmodelle

5.1 Technische Kommunikationsmodelle

5.1.1 Das Kommunikationsmodell von Laswell

5.1.2 Das Kommunikationsmodell von Shannon & Weaver

5.2 Zeichenvorrat und Zeichenverständnis

5.3 Erweiterte Kommunikationsmodelle

5.3.1 Psychosoziale Kommunikationsmodelle - Watzlawik

5.3.2 Psychosoziale Kommunikationsmodelle – Schulz von Thun

5.4 Komplexität der Kommunikation

6 Kommunikationsfallen

6.1 Kommunikationsfallen - Modellkritik

6.2 Kommunikationsfallen in Risikosystemen

7 Kommunikationsrichtungen

7.1 Bidirektionale Kommunikation

7.2 Unidirektionale Kommunikation

8 Risiko- und Risikokommunikation – Begriffsdarstellung

8.1 Risiko

8.2 Risikokommunikation

9 Behördliche Risikokommunikation

9.1 Absichten und Ziele

9.2 Erhöhung der Selbsthilfefähigkeit

9.3 Risikowahrnehmung und –bewertung durch die Bevölkerung

9.4 Formen der Risikokommunikation

10 Krise- und Krisenkommunikation – Begriffsdarstellung

10.1 Krise

10.2 Krisenkommunikation

11 Behördliche Krisenkommunikation

11.1 Absichten und Ziele (äußere Krisenkommunikation)

11.2 Krisenkommunikation in der Gefahrenabwehr(innere Krisenkommunikation)

11.3 Formen behördlicher Krisenkommunikation

11.4 Behördliche Kommunikation mit den Medien im Kreis Bergstraße (Krisenkommunikation)

11.5 Behördliche Kommunikation mit der Bevölkerung im Kreis Bergstraße (Krisenkommunikation)

11.6 Formen der behördlichen Krisenkommunikation

11.7 Vorbereitung der behördlichen Krisenkommunikation

11.8 Durchführungsgrundsätze der behördlichen Krisenkommunikation

12 Die Medien in der Risiko- und Krisenkommunikation

12.1 Bedeutung der Medien

12.2 (Massen)mediale Kommunikation im Krisenfall (Katastrophe)

12.2.1 Fukushima - ein Krisenfall und die Medien

13 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Risiko- und Krisenkommunikation im behördlichen Kontext und entwickelt einen Lösungsvorschlag zur Etablierung eines webportalbasierten Informationssystems zur Verbesserung der behördlichen Gefahrenabwehr.

  • Analyse von Kommunikationsmodellen und ihrer Anwendbarkeit in Krisensituationen.
  • Untersuchung der behördlichen Risiko- und Krisenkommunikation unter Berücksichtigung der Bevölkerung als Zielgruppe.
  • Einfluss und Bedeutung der Massenmedien bei Katastrophenereignissen.
  • Konzeption einer webbasierten Plattform zur Vernetzung von Behörden, Presse und Bevölkerung.

Auszug aus dem Buch

4.2 „Kommunikation“ – eine Begriffsdarstellung

Unabhängig von der Betrachtung verschiedener Kommunikationstheorien lässt sich der Begriff „Kommunikation“ in seiner Vielfältigkeit auf grundlegende Eigenschaften reduzieren, wie beispielsweise von Hehlmann dargestellt: „(…) Verbindung, Mitteilung, Verständigung; sozialer Kontakt im Sinne des Empfanges oder Gebens von Informationen; heute allgemein die zwischenmenschliche Verständigung durch Signale, Zeichensysteme, Sprache (…)“18. Brunner und Zeltner betrachten Kommunikation als „(…) soziale Interaktion, bei der Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen mit Hilfe eines Kommunikationsmittels ausgetauscht werden (…)“19. Systemtheoretisch wird als Vorstufe zur Darstellung von Hehlmann unter „Kommunikation“ bereits die vorangangene nonverbale Wahrnehmung einer anderen Person definiert „Dort wird Kommunikation als einfachstes Sozialsystem verstanden. Dieses entsteht durch das Reflexiv-Werden der Wahrnehmung von zwei Personen: Nehmen beide Personen die jeweils andere Person wahr und nehmen beide Personen zudem wahr, dass die jeweils andere Person sie wahrnimmt, so entsteht daraus ein System – und interpersonale Kommunikation in ihrer einfachsten, nonverbalen Form beginnt. Zur Selbsterhaltung braucht das System mehr Struktur, die durch den sprachlichen Kanal geliefert wird (...)“20. Buerschaper bezeichnet Kommunikation als „(…) die Interaktion von Menschen und auch den Inhalt dieses Informationsprozesses (…)“,21 verweist aber auch auf die Mehrdeutigkeit des Begriffes.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung webportalbasierter Kommunikationswege für die behördliche Gefahrenabwehr ein und erläutert die Zielsetzung des Projekts.

2 Grundlagen zur Projektfragestellung: Das Kapitel beschreibt die planerischen Voraussetzungen der Gefahrenabwehr und die praktische Erfahrung aus Katastrophenschutzübungen.

3 Projektfragestellung und Lösungsvorschlag: Hier werden die zentralen Forschungsfragen zur adressatenorientierten Kommunikation formuliert und ein Webportal als Lösungskonzept vorgeschlagen.

4 Kommunikation und Information: Das Kapitel behandelt die begrifflichen Grundlagen von Kommunikation und Information sowie deren zentrale Rolle in der Gefahrenabwehr.

5 Kommunikationsmodelle: Es erfolgt eine Analyse klassischer technischer und erweiterter psychosozialer Modelle, um Störfaktoren in Kommunikationsvorgängen zu identifizieren.

6 Kommunikationsfallen: Dieses Kapitel kritisiert die Modelle hinsichtlich ihrer Reduktion auf den Nachrichtenfluss und thematisiert das Problem von Kommunikationsfehlern in Risikosystemen.

7 Kommunikationsrichtungen: Hier werden bidirektionale und unidirektionale Kommunikationswege sowie deren Eignung für den Informationsabgleich verglichen.

8 Risiko- und Risikokommunikation – Begriffsdarstellung: Das Kapitel definiert den Risikobegriff und erläutert die Zielsetzungen und Formen der Risikokommunikation.

9 Behördliche Risikokommunikation: Es wird die behördliche Rolle bei der Risikovermittlung, der Sensibilisierung der Bevölkerung und der Stärkung der Selbsthilfefähigkeit untersucht.

10 Krise- und Krisenkommunikation – Begriffsdarstellung: Die Definition von Krise und Krisenkommunikation als reaktives Instrument zur Eindämmung von Folgeschäden steht hier im Fokus.

11 Behördliche Krisenkommunikation: Das Kapitel detailliert die Ziele, Formen und Durchführungsgrundsätze behördlicher Krisenkommunikation, insbesondere im Kreis Bergstraße.

12 Die Medien in der Risiko- und Krisenkommunikation: Hier wird die Rolle der Medien als Multiplikatoren und deren Einfluss bei Katastrophen sowie die Herausforderung der Fukushima-Katastrophe analysiert.

13 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt das Potenzial webbasierter Plattformen für die zukünftige behördliche Kommunikation auf.

Schlüsselwörter

Risikokommunikation, Krisenkommunikation, Gefahrenabwehr, Behördenkommunikation, Informationsmanagement, Katastrophenschutz, Webportal, Bevölkerung, Medien, Krisenmanagement, Kommunikationstheorie, Risikoanalyse, Selbsthilfefähigkeit, Vernetzung, Nuklear.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Grundlagen der behördlichen Risiko- und Krisenkommunikation, insbesondere im Kontext von Katastrophenschutz und Gefahrenabwehr.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Die zentralen Themen sind Kommunikationstheorien, die Rollenverteilung in der Gefahrenabwehr, die Funktion von Informationsportalen und der Einfluss der Massenmedien auf die öffentliche Wahrnehmung von Krisen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Evaluierung und der Entwurf eines webportalbasierten Kommunikationssystems, das eine adressatenorientierte Informationsübertragung zwischen Behörden, Presse und Bevölkerung ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Kommunikationsmodelle (z. B. Watzlawick, Schulz von Thun) und einer Analyse von praktischen Erfahrungen aus Katastrophenschutzübungen.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Kommunikationsmodellen, die Differenzierung von Risiko- und Krisenbegriffen sowie die detaillierte Darstellung behördlicher Strategien und deren Umsetzung im Kreis Bergstraße.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Risikokommunikation, Krisenmanagement, Gefahrenabwehr, Medienlogik und digitale Informationsplattformen charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Risiko- und Krisenkommunikation?

Risikokommunikation wird als präventiver Prozess verstanden, um Gefahren bewusst zu machen und Selbsthilfefähigkeiten zu fördern, während Krisenkommunikation reaktiv bei eingetretenen Schadensereignissen zur Schadensminderung und Handlungssicherheit eingesetzt wird.

Warum wird das Webportal für den Kreis Bergstraße als Lösungsvorschlag hervorgehoben?

Das Webportal dient als zentrales Informationsmedium, um die Informationsflut im Ernstfall zu kanalisieren, Zielgruppen durch differenzierte Zugriffsrechte gezielt zu bedienen und eine einheitliche Informationsgrundlage zu schaffen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Massenmedien bei nuklearen Unfällen wie Fukushima?

Die Medien werden kritisch gesehen, da sie durch Sensationslust, Informationsüberflutung und die Verbreitung unbestätigter Expertenmeinungen zur Verunsicherung der Bevölkerung beitragen können, anstatt zur sachlichen Aufklärung.

Welche Rolle spielt die „One Voice Policy“ in der behördlichen Kommunikation?

Die „One Voice Policy“ ist essentiell, um widersprüchliche Aussagen verschiedener Behörden zu vermeiden, den Kommunikationsföderalismus zu überwinden und Glaubwürdigkeit in der Krisensituation zu wahren.

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Details

Title
Grundlagen der behördlichen Risiko- und Krisenkommunikation
College
Steinbeis University Berlin
Course
Katastrophenmanagement
Grade
1,2
Author
Jörg Oberkinkhaus (Author)
Publication Year
2012
Pages
55
Catalog Number
V276356
ISBN (eBook)
9783656702733
ISBN (Book)
9783656702887
Language
German
Tags
grundlagen risiko- krisenkommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Oberkinkhaus (Author), 2012, Grundlagen der behördlichen Risiko- und Krisenkommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276356
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