Das Mehrgenerationenhaus. Vor- und Nachteile


Hausarbeit, 2013

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung..

2 Das Mehrgenerationenhaus.

3 Vor- und Nachteile eines Mehrgenerationenhauses.

4 Resümee.

5 Literaturverzeichnis.

6 Internetquellenverzeichnis.

1 Einleitung

Seit 2007 hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, die Betreuungsplätze auszuweiten, um eine nicht nur sequenzielle, sondern auch simultane Vereinbarkeit von Elternschaft und Erwerbstätigkeit zu vereinen. Trotz mehrerer eingeleiteter politischer Initiativen ist das Angebot an Betreuungsangeboten für unter 3 Jährige nach wie vor sehr gering und vom politischen Ziel weit entfernt.[1]

Alleinleben und nicht gebraucht werden macht krank.[2] Die Pflegebedürftigkeit wird laut Prognosen bis 2030 um 58% zunehmen und dies kann von der Allgemeinheit zukünftig nicht mehr getragen werden.[3]

Der demografische Wandel hat die Lebensverhältnisse verändert:

In den Familien leben immer weniger Kinder, seit 1996 hat die Zahl der alleinerziehenden deutlich zugenommen. Jeder fünfte lebt allein in einem Haushalt. Senioren leben länger in ihrem eigenen Haushalt um selbstständig zu bleiben.[4]

Die nicht gesicherte Altersrente, sowie das steigend schlechte Verhältnis zwischen Alten und Jungen, werden ohne generationsübergreifende Politik, zu einem regelrechten Generationskrieg führen.[5] Eine Möglichkeit ist der weitere staatlich geförderte, bundesweite Ausbau von Mehrgenerationenhäusern.

2 Das Mehrgenerationenhaus

Mehrgenerationenhäuser verfolgen einen generationsübergreifenden Ansatz, welcher dazu dient den Zusammenhalt zwischen Alt und Jung auch außerhalb der Familie zu stärken. Sie stellen zentrale Begegnungsorte dar und bieten nachbarschaftlichen Raum für gemeinsame Aktivitäten. So werden Alltagskompetenzen und Erfahrungswissen der verschiedenen Generationen bewahrt. Die allgemeine Zielsetzung ist, dass sich Jüngere und Ältere Bewohner gegenseitig helfen und Miteinander und füreinander da sind. Somit wird die Integration gefördert und die Isolation der verschiedenen Altersgruppen überwunden und zudem das Toleranzverständnis und der Generationszusammenhalt gestärkt.[6] Seit 2006 wurden bundesweit ca. 450 Mehrgenerationenhäuser 5 Jahre lang mit jeweils 40.000€ bezuschusst. Seit 2011 laufen die Förderungen nach und nach aus.[7]

Im Fokus stehen grundsätzlich Menschen jeden Alters mit unterschiedlicher Herkunft oder kulturellen Hintergrund. Ob Eltern mit Kindern, Alleinstehende, an MS Erkrankte, Paare oder Alleinerziehende. Ausgenommen sind lediglich kinderreiche Familien (mehr als 2 Kinder), sowie Menschen ab der Pflegestufe II.[8]

3 Vor- und Nachteile eines Mehrgenerationenhauses

Für alle Menschen ist es wichtig, vor allem wenn Sie auf Hilfe angewiesen sind, in Ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben. Seit Ende der 1990er Jahre steht die Lebensweltorientierung im Fokus bei der Altenpflege, jedoch ohne sonderlich großen Erfolg. Bei den hilfebedürftigen Alten (und auch chronisch Kranken) verändert sich die Lebenswelt in Bezug auf Raum und Zeit, dennoch sollte verstärkt versucht werden soziale Beziehungen, kulturelle Traditionen und ökonomischen Ressourcen, die sich aufgrund von Krankheit verändern, so lange aufrecht zu erhalten wie es möglich ist. Dies wird in der reinen Pflege meist missachtet. Verantwortlich für einen gelingenden Alltag ist nicht ein Einzelner, sondern vielmehr alle Beteiligten der Lebenswelt. Bei eingeschränkter Gesundheit ist die individuelle Lebensqualität von hoher Bedeutung. Hilfebedürftige sehnen sich nicht nur nach Sicherung der physiologischen Bedürfnisse, sondern auch nach Anerkennung und Wertschätzung als Person und dass sie das Gefühl der Wichtigkeit der eigenen Existenz und den damit verbundenen Handlungen erhalten.[9]

Zudem ist festzustellen das Großeltern wichtige Bezugspersonen sind. Neben der Tatsache, dass die Mehrzahl älterer Menschen sich mehr Zeit für die Kinder nehmen können als deren Eltern, erzählen sie spannenden Geschichten von Früher, können den Kleinsten vermitteln, dass es etwas Wertvolles ist, einfach füreinander da zu sein und Zeit miteinander zu verbringen, im Gegensatz zur Mutter, die oftmals keine Zeit hat, da Sie viel zu sehr damit beschäftigt ist den Alltag zeitsparend zu organisieren um den Beruf mit Kindererziehung miteinander zu verbinden. Die alten Menschen vermitteln den Kindern „So wie du bist, bist du wunderbar“ und die Kleinen sind froh von ihnen behütet zu werden und geben den Senioren, nicht zu Unrecht, das Gefühl gebraucht zu werden.[10] Nicht nur Großeltern sind in Zeiten der berufstätigen Mütter, Alleinerziehenden und Co. wichtiger denn je. Es gibt auch Großeltern, die lieber verreisen und Ihre Rente in vollen Zügen genießen und kein Interesse in der Betreuung Ihrer Enkel haben. „Leih-Großeltern“ werden bereits durch Wohlfahrtsverbände, Familienzentren oder kirchliche Verbände erfolgreich vermittelt und ermöglichen damit eine Betreuung außerhalb von KiTas.[11] Die „Leih-Großeltern“ können so beispielsweise das Kind einer alleinerziehenden Mutter betreuen und Sie kann hilfsweise in der Altenpflege im Haus tätig sein - umsonst.[12]

Mehrgenerationenhäuser haben eine Vielfalt an Angeboten, welche sich nach den individuellen Bedürfnissen der Stadt richten. Die Schwerpunkte fokussieren sich auf:

1. Alter und Pflege
2. Integration und Bildung
3. Angebot und Vermittlung von Haushaltsnahen Dienstleistungen
4. Freiwilliges Engagement[13]

Hinzu kommen beispielsweise Angebote wie die ambulante Pflege, Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung, Bastel-und Sportkurse, Tanz- und Bewegung, Bildungsangebote, Spielen- und erzählen, gemeinsames Kochen, Frühstückstreff, Kleinkindbetreuung, Seniorenchor oder Ferienbetreuung für Kinder. Neue Angebote werden an die jeweiligen Bedürfnisse der Bewohner ausgerichtet.[14]

Dennoch sollte man mögliche Schwierigkeiten, die aufgrund des engen Zusammenlebens entstehen können, nicht unterschätzen. Ohne Absprachen und Kommunikation ist Konfliktstoff vorprogrammiert. Verschiedene Auffassungen von Kindererziehung und Ruhezeiten können Grundlage für Auseinandersetzungen sein.[15]

Hinzu kommt, dass es ist schwieriger ist negative Alters- bzw. Jugendbilder, seien es die „Alten Frauen am Fenster“ oder die „Computerkids“, aus den Köpfen der Gesellschaft zu schlagen.[16]

Daher ist es wichtig ein Gleichgewicht zwischen der Nähe und Distanz unter den Bewohnern einzuhalten. Einerseits begegnet man sich zu Veranstaltungen im Gemeinschaftsraum, andererseits bewohnt man eine abschließbare Wohnung. Dennoch ist man in Notsituationen für andere Bewohner da und das „Wir“-Gefühl bleibt erhalten. Jeder Bewohner eines Mehrgenerationenhauses ist für sich und wie er sich in den Alltag integriert selbst verantwortlich.[17]

[...]


[1] Vgl. BMFSFJ, S. 4 ff.

[2] Vgl. Schulz-Nieswandt/Köstler/Langenhorst/Marks, S. 42 ff.

[3] Vgl. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61819/pflege

[4] Vgl. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Bevoelkerung/HaushalteUndLebensformen_112012.pdf?__blob=publicationFile, S .981 ff.

[5] Vgl. Liegle/ Lüscher. S..225

[6] Vgl. http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/was-ist-ein-mehrgenerationenhaus-

[7] Vgl. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/mehrgenerationenhaeuser-von-der-leyens-vorzeigeprojekt-in-geldnot-a-727581.html

[8] Vgl. Schulz-Nieswandt / Köstler / Langenhorst / Marks. Abb. 23 Die Lebenswelt:Mehrgenerationenhaus. S.133

[9] Vgl. Büscher/ Klie, S. 70ff.

[10] Vgl. Leifgen, Ingrid S.12-16

[11] Vgl. http://www.baby-und-familie.de/Kinder/Familie-Welche-Rolle-spielen-Grosseltern-heute-154369.html

[12] Vgl. http://www.sos-kinder-dorf.de/sos_kinderdorf/de/ueber_sos/sos_in_deutschland/sos_mutterzentren/das_erste_mehrgenerationenhaus.html

[13] Vgl. http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/was-ist-das-aktionsprogramm-

[14] Vgl. http://www.skf-cloppenburg.de/mehrgenerationenhaus_skf_kindertreff.php?PHPSESSID=200a7c85a8dcc133b96a4b9795702252

[15] Vgl. http://www.seniorenbedarf.info/generationsubergreifendes-wohnen-mehrgenerationenhaus-belebt-die-idee-von-familie

[16] Vgl. Dummann. S. 9

[17] Vgl. Schulz-Nieswandt / Köstler / Langenhorst / Marks. S. 133f.

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Details

Titel
Das Mehrgenerationenhaus. Vor- und Nachteile
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Sozialwesen)
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V276361
ISBN (eBook)
9783656692973
ISBN (Buch)
9783656695639
Dateigröße
404 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
MGH, Mehrgenerationenhaus, Demografischer Wandel, Sozialer Wandel, Altenhilfe
Arbeit zitieren
Sarah Angersbach (Autor), 2013, Das Mehrgenerationenhaus. Vor- und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276361

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