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Hexenverfolgung im Herzogtum Württemberg

Title: Hexenverfolgung im Herzogtum Württemberg

Term Paper , 2014 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jan Hoffmann (Author)

History of Germany - Modern History
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"Der Hertzog zu Wuertenberg hatt das Hexenbrennen auch angefangen / in den Staetten / Dornstatt / Suendelfingen / Loewenberg / vnd zu Vaihingen / …"
So beginnt ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1616. Auch im Herzogtum Württemberg fan-den Hexenprozesse statt, doch wurden verhältnismäßig wenige Menschen hingerichtet. Was waren die Unterschiede zu den anderen Territorien des Deutschen Reiches? Wie verhielten sich die Theologen in Württemberg? Wie waren die rechtlichen Bestimmungen zu den Prozessen? Warum gab es keine Massenprozesse? Diesen Fragen soll in der folgenden Ausarbeitung auf den Grund gegangen werden. Zuerst wird ein Blick auf die Ausgangssituation im Herzogtum Württemberg geworfen. Weiterhin wird versucht, dem Leser einen Überblick über die 250 Jahre andauernde Hexenverfolgung zu geben. Im Anschluss wird auf das Rechtssystem und die Theologen in Württemberg eingegangen. Abschließend beschäftigt sich die Ausarbeitung noch mit dem typischen Ablauf eines Hexenprozesses.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Herzogtum Württemberg

3 Chronologie der Hexenverfolgung

3.1 Anfänge der Verfolgung

3.2 Höhepunkt der Hexenverfolgung in Württemberg

4 Justizsystem in Württemberg

4.1 Stadtgericht

4.2 Herzoglicher Oberrat

5 Gesetze zu den Hexenprozessen

6 Württembergische Geistliche und die Hexenprozesse

7 Ablauf eines Hexenprozess

8 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hexenverfolgung im Herzogtum Württemberg und analysiert die spezifischen Faktoren, die dazu führten, dass diese Region im Vergleich zu anderen Territorien des Deutschen Reiches verhältnismäßig wenige Opfer forderte.

  • Analyse der historischen Ausgangslage und der zeitlichen Chronologie der Verfolgung im Herzogtum.
  • Untersuchung des justiziellen Systems und der Rolle des herzoglichen Oberrates bei der Prozessführung.
  • Bewertung der gesetzlichen Grundlagen, insbesondere der Einführung der Carolina.
  • Erforschung des Einflusses der lutherischen Geistlichkeit auf den moderaten Verlauf der Prozesse.

Auszug aus dem Buch

3.1 Anfänge der Verfolgung

Bereits um 1497 kann ein Hexenprozess in Brackenheim nachgewiesen werden. Dieser Prozess war aber ein Einzelfall. Auch in den darauf folgenden Jahren kam es nur vereinzelt zu Hexenprozessen. Die Angeklagten wurden meist mild bestraft. Eine im Jahr 1505 gehaltene Predigt von Martin Plansch handelte von einer Hexenverbrennung in Tübingen. Dieses Geschehen war auch für Zeitgenossen ein außergewöhnliches Ereignis und keine Alltäglichkeit.

Die systematische Hexenverfolgung begann erst im Jahre 1562. Der Auslöser war ein Unwetter, das große Teile der Ernte vernichtete. Dieses Unwetter fand nach Jahren von Hunger, Seuchen und Missernten statt und war deshalb umso verheerender. Diese „kleine Eiszeit“ hatte vor allem in Süddeutschland erschreckende Auswirkungen. Es lagen Leichen auf den Straßen und die Pest wütete.

Erschreckliche Nuewe Zytung. Warhafftiger vnd gruendlicher bericht / wie das Wetter im Wirttenberger land so grossen schaden gethan hat […] Auf den dritten tag Augusti zwischen 11. vnd 12. vur zu mittag/ Ist ein solch grausam erschrecklich wetter[…] vnd der schadgeschehn / Habern / Korn / Wein / Vihe […]vnd was es auff dem feld ergriffen von gefuegel / Hasen / Hiener Tauben als wir gemeld zu tod geschlagen […]Das meniglich gmeint der Juengstag sei vorhanden.

Dieser Zeitungsbericht aus dem Jahre 1562 zeigt, wie gravierend das Unwetter gewütet haben muss. Die einfache Bevölkerung machte die Hexen für diese Katastrophe verantwortlich. Infolgedessen wurden 1562 mindestens zehn Menschen wegen Hexerei hingerichtet. Diese Zahl war aber im Vergleich zu der benachbarten Grafschaft Helfenstein gering. Denn auch in Helfenstein hatte das Unwetter schwere Schäden verursacht. Dort fielen aber mindestens 60 Frauen der Hexenverfolgung zum Opfer. Gründe für die geringe Verfolgung in Württemberg waren unter anderem das mäßigende Einwirken der württembergischen Kirche und der weltlichen Obrigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema vor und definiert die Fragestellungen bezüglich der rechtlichen und religiösen Rahmenbedingungen sowie der Gründe für das Ausbleiben von Massenprozessen.

2 Herzogtum Württemberg: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die politische und gesellschaftliche Struktur des Herzogtums um 1600 sowie die Verteilung der Ämter.

3 Chronologie der Hexenverfolgung: Es werden die zeitlichen Phasen der Verfolgung, beginnend mit Einzelfällen bis hin zur systematischen Verfolgung nach 1562 und dem Abklingen im 17. Jahrhundert, aufgezeigt.

4 Justizsystem in Württemberg: Der Abschnitt erläutert die Rollen von Stadtgericht und Oberrat bei der Abwicklung von Hexereidelikten.

5 Gesetze zu den Hexenprozessen: Hier wird die Einführung der Carolina und die spezifische rechtliche Definition des Teufelspakts in der württembergischen Landesverfassung thematisiert.

6 Württembergische Geistliche und die Hexenprozesse: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle lutherischer Theologen, die durch ihre Lehre mäßigend auf die Verfolgung einwirkten.

7 Ablauf eines Hexenprozess: Der Text schildert den typischen Verlauf eines Verfahrens von der Eröffnung über die Befragung bis hin zum Urteil.

8 Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass ein zentralisiertes Justizsystem und eine gemäßigte Geistlichkeit die Verfolgung in Württemberg begrenzten.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Herzogtum Württemberg, Hexenprozesse, Justizsystem, Oberrat, Carolina, Teufelspakt, Johannes Brenz, Hexerei, peinliche Befragung, frühneuzeitliche Geschichte, Südwestdeutschland, Rechtsgeschichte, lutherische Kirche, Massenprozesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Hexenprozesse im Herzogtum Württemberg und analysiert die Ursachen für das vergleichsweise milde Vorgehen der Behörden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das Rechtssystem, die Rolle der lutherischen Geistlichkeit, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und der tatsächliche Ablauf der Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum es im Herzogtum Württemberg keine exzessiven Massenverfolgungen gab und welche Institutionen mäßigend eingriffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Literatur- und Quellenanalyse, wobei Prozessakten und zeitgenössische Dokumente ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Chronologie der Ereignisse, das Zusammenspiel von Justiz und Obrigkeit sowie die theologischen Ansichten der Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Hexenverfolgung, Württemberg, Teufelspakt, Oberrat, Justizsystem und Lutherische Theologie.

Warum war der Einfluss der Geistlichkeit so bedeutend?

Führende lutherische Theologen wie Johannes Brenz sahen im Unheil nicht das direkte Werk von Hexen, sondern eine Strafe Gottes für menschliches Fehlverhalten, was die Hetze gegen vermeintliche Hexen minderte.

Welche Rolle spielte der Oberrat bei den Prozessen?

Der Oberrat fungierte als höchste richterliche Instanz und verhinderte durch die Prüfung von Akten häufig Willkür und Rechtsbeugungen in den lokalen Stadtgerichten.

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Details

Title
Hexenverfolgung im Herzogtum Württemberg
College
University of Würzburg
Grade
1,3
Author
Jan Hoffmann (Author)
Publication Year
2014
Pages
13
Catalog Number
V276372
ISBN (eBook)
9783656692461
ISBN (Book)
9783656698166
Language
German
Tags
hexenverfolgung herzogtum württemberg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Hoffmann (Author), 2014, Hexenverfolgung im Herzogtum Württemberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276372
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