Umfrage zum Thema Unterrichtsmethoden


Hausarbeit, 2004

12 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Lernverhalten
II. I. Allgemein
II. II. Fach- und leistungsspezifisches Lernverhalten

III. Anteile der jeweiligen Unterrichtsformen
III. I. Im Fach Mathematik
III. I. I. Tatsächlich praktizierte Anteile
III. I. II. Optimalanteile aus Schülersicht
III. II. Im Fach Deutsch
III. II. I. Tatsächlich praktizierte Anteile
III. II. II. Optimalanteile aus Schülersicht

IV. Vergleich Interesse vs. Leistung
IV. I. Im Fach Mathematik
IV. II. Im Fach Deutsch

V. Handlungskompetenzen

VI. Fazit

I. Einleitung

Schule ist ein vielschichtiges, stets aktuelles Thema. Insbesondere nach der Pisa-Studie entfachen immer wieder brisante Diskussionen darüber, wie Schulunterrricht aussehen soll, was gelehrt bzw. gelernt werden soll und wie das bestehende System verbessert werden könnte.

Im Rahmen des von Herrn Edel betreuten Seminars „Strukturen und Organisationsformen von Lehr- und Lernprozesse: Sozialformen im Unterricht“ habe ich eine Umfrage zum Thema Unterrichtsmethoden durchgeführt, deren Ergebnisse in dieser Hausarbeit dargestellt und interpretiert werden.

Vor der eigentlichen Auswertung der Umfrage möchte ich aber noch einige Anmerkungen einschieben, welche die Zusammenstellung des Fragenkatalogs sowie die Auswahl der Befragten betreffen.

Zunächst einmal habe ich die Unterrichtsanteile der diversen Sozialformen exemplarisch in den Fächern Mathematik und Deutsch erfragt. Die Auswahl ist auf diese Schulfächer gefallen, weil beide durchgehend während der gesamten Schulzeit im Stundenplan eines jeden Schülers enthalten sind. Außerdem werden somit in der Erhebung sowohl ein naturwissenschaftliches als auch ein sprachliches Gebiet abgedeckt.

Die Einteilung der Sozialformen in die Kategorien Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit und Freiarbeit mag dem kundigen Leser sehr grob erschienen. Vor allem Frontalunterricht ist ein breit gefächerter Begriff und reicht vom fragend-entwickelnden Gespräch bis hin zu reinem Lehrervortrag. Da allerdings letzterer im Schulunterricht ohnehin höchst selten praktiziert wird, habe ich mich gegen eine stärkere Differenzierung des Frontalunterrichts entschlossen, zumal Nichtpädagogen wenig Erfahrung mit diesem Fachjargon haben und zu viele unbekannte Begriffe Verwirrung stiften können.

Bei der Befragung habe ich mich dann bewußt an Studenten gewandt, da deren Schulbesuch noch nicht allzu weit in der Vergangenheit liegt. Andererseits haben Studierende, anders als Schüler, die Schullaufbahn bereits abgeschlossen, und verfügen somit eher über die nötige Distanz und Reife, Schulunterricht objektiv reflektieren und beurteilen zu können. Desweiteren hat die Befragung an der Universität den Vorteil, dass die Befragten von vielen verschiedenen Schulen stammen; dadurch umgeht man die Problematik, dass die individuelle Unterrichtskultur einer einzelnen Schule die Umfrageergebnisse einseitig beeinflussen könnte.

Befragt wurden insgesamt 65 Personen, die ihre Abiturprüfung im Zeitraum zwischen 1996 und 2002 abgelegt haben. Die erhobenen Daten beziehen sich also auf den Schulunterricht der vergangenen 20 Jahre.

Im folgenden werde ich nun die Umfrageergebnisse darlegen, wobei ich neben den allgemeinen Daten auch auf diverse Auffälligkeiten eingehe. Desweiteren möchte ich einige Überlegungen zu möglichen Ursachen anstellen und Vorschläge bzw. Ansätze zur Behebung der aufgetretenen Probleme unterbreiten.

In dieser Hausarbeit wird des Öfteren von Schülern in der maskulinen Form die Rede sein. Sofern nichts anderes im Text vermerkt ist, schließen derartige Begriffe selbstverständlich auch die weiblichen Formen ein, welche nicht explizit genannt werden, um kompliziertere Satzgefüge zu vermeiden.

II. Lernverhalten

II. I. Allgemein

Diagramm 1 zeigt die Einteilung in bestimmte Lerntypen. Bei dieser Frage spalteten sich drei Felder voneinander ab:

75% der Befragten gaben an, durch Lesen und Schreiben Lerninhalte am besten ins Gedächtnis aufnehmen zu können.

Diesem Feld folgt in einigem Abstand die Gruppe derjenigen, die selbstständiges Erarbeiten von Lerninhalten als vorteilhaft betrachten mit 48%, dicht gefolgt von 45% der Befragten, die Erklärungen bevorzugen. Ebenfalls 45% lernen gerne in der Gruppe, also durch gemeinsames Erarbeiten von Sachverhalten mit anderen.

In einigem Abstand entfielen immerhin noch 20% auf graphische Lerntypen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diagramm 1

Bemerkenswert scheint mir hier die Tatsache, dass keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufgetreten sind. Sowohl für ehemalige Schüler als auch für ehemalige Schülerinnen entsprechen die jeweiligen Anteile den in Diagramm 1 dargestellten.

Fraglich bleibt nun, ob diese Ergebnisse tatsächlich das natürliche Lernverhalten der befragten Personen widerspiegeln oder ob die Daten aus einer Anpassung an die vorherrschenden Verhältnisse resultieren. Es könnte durchaus der Fall sein, dass sich ein Großteil der Schüler eine Vorliebe fürs Lesen und Schreiben dadurch angeeignet hat, dass diese Lernform am häufigsten im frontalunterrichtsdominierten Schulalltag[1] gefördert und eingeübt wird.

II. II. Fach- und leistungsspezifisches Lernverhalten

Bei der allgemeinen Auswertung der Fragen nach dem Lernverhalten, wie es in Diagramm 1 dargestellt ist, wurden keinerlei Differenzierungen getroffen. Berücksichtigt man nun aber diverse, unter II. I. vernachlässigte Aspekte, treten verschiedene Unregelmäßigkeiten zu Tage.

Auffallend ist vor allem die ungleiche Verteilung des Lernverhaltens in Abhängigkeit von der Leistung in bestimmten Fächern: Sowohl das selbstständige Erarbeiten als auch mündliche Erklärungen liegen in der allgemeinen Gesamtauswertung knapp unterhalb der 50%-Marke, während sich fachspezifisch enorme Abweichungen zeigen. Was das Fach Deutsch betrifft, sehen sich 75% der Befragten mit ausreichenden Leistungen als Lerntyp, der mündliche Erklärungen bevorzugt, und nur 25% derselben tendieren zum selbstständigen Erarbeiten. Im Fach Mathematik verhält es sich genau umgekehrt; 25% derer mit ausreichenden Leis-tungen ordneten sich der Kategorie Hören bzw. erklärt bekom-men zu, während hier 75% selbst-ständiges Erarbeiten als Optimalform des Lernens erachteten, was Diagramm 2 veranschaulicht.

Diagramm 2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie kommt es zu solchen Unterschieden?

Denkbar wäre ein Zusammenhang zwischen Erfolgserlebnissen und favorisierter Lernform: Die Natur der Fächer bringt es mit sich, dass bei der Ergebnissicherung in Deutsch und Mathematik unterschiedliche Effekte bei den Schülern auftreten können. Im Fach Mathematik wird den Schülern stets eine eindeutige Rückmeldung über die Richtigkeit der von ihnen bearbeiteten Aufgaben geliefert, das Ergebnis einer Rechenaufgabe ist – grob gesprochen – entweder richtig oder falsch. Möglicherweise fühlen sich Schüler dadurch in Mathematik bei eigenständig bearbeiteten Aufgaben häufiger positiv bestätigt als im Fach Deutsch, in welchem es meist keine einzig-richtige Antwort gibt, und somit weniger Schüler eine derartig eindeutige Rückmeldung bei der Besprechung von Hausaufgaben etc. erhalten. Analog lässt sich anhand dieser Theorie die Bevorzugung von Hören bzw. erklärt bekommen im Fach Deutsch erklären: Durch die seltenere Übereinstimmung eigener Ergebnisse mit „Musterlösungen“ ist die feedback-Funktion von Deutsch-Klassenarbeiten deutlich höher als die von Mathematik-Klassenarbeiten. Dabei wird in Deutsch-Klassenarbeiten oftmals Stoff geprüft, der im Unterricht schon angesprochen wurde, was Erfolgserlebnisse insbesondere schwächerer Schüler eher auf die Bereiche verlagert, die durch Hören bzw. erklärt bekommen gelernt wurden.

Eine weitere Auffälligkeit kann man im Fach Mathematik bei der Leistungsskala derjenigen feststellen, die Lerninhalte gerne gemeinsam mit anderen erarbeiten. Diagramm 3 zeigt, dass sich hauptsächlich Schüler mit guten und befriedigenden Leistungen diesem Lerntyp zuordnen. Beträchtlich geringer sind die Anteile aus anderen Leistungsbereichen: Nur 38% der Schüler mit sehr guten Leistungen und 25% derer mit ausreichenden sowie mangelhaften bis ungenügenden Leistungen lernen gerne in der Gruppe.

[...]


[1] vergleiche dazu III. Anteile der jeweiligen Unterrichtsformen

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Umfrage zum Thema Unterrichtsmethoden
Hochschule
Universität Stuttgart  (Pädagogik)
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V27639
ISBN (eBook)
9783638296366
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Praxisarbeit ohne Sekundärliteratur.
Schlagworte
Umfrage, Thema, Unterrichtsmethoden
Arbeit zitieren
Michaela Abele (Autor), 2004, Umfrage zum Thema Unterrichtsmethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27639

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