Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nursing Science - Nursing Management

Verteilungsprinzipien in der Organtransplantation

Title: Verteilungsprinzipien in der Organtransplantation

Term Paper , 2002 , 29 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Schmidt (Author)

Nursing Science - Nursing Management
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Transplantationsmedizin ist heutzutage ein fester Bestandteil der Medizin und
des Gesundheitswesens. Im Gegensatz zu anderen Bereichen gibt es jedoch hier das
Problem, dass man mit einer gegebenen Anzahl von verfügbaren Organ-Ressourcen
auskommen muss. In Deutschland, wie auch in vielen anderen Ländern, übersteigt
die Anzahl der auf ein Organ wartenden Patienten die Anzahl der, durch die
begrenzte Anzahl der zur Transplantation freigegebenen Organe, möglichen
Transplantationen. In den letzten Jahren ist die Warteliste derart kontinuierlich
angewachsen, das es nach Meinung der Deutschen Stiftung Organtransplantation
(DSO) fraglich ist ob diese jemals abgebaut werden kann (DSO 2001, Seite 40). Die
Warteliste für Nierentransplantation entsprach im Jahr 2000 dem circa fünffachen
der realisierten Transplantationen (ebd, Seite 44 (Abb. 37)). Es ist anzumerken, das
auch im internationalen Vergleich eine Entwicklung ständig steigender Wartelisten
zu beobachten ist. Selbst durch einen (mitunter langsamen) kontinuierlichen Anstieg
von Transplantationen in den letzten Jahren ist es nicht zu einem Abbau von
Wartelisten sondern zu deren Anstieg gekommen. Das mag durch den Fortschritt in
der Medizin, die Bevölkerungsentwicklung und durch eine immer größere
Verfügbarkeit medizinischer Ressourcen einer immer breiteren Bevölkerung zu
erklären sein. Eine einheitliche Begründung gibt es dafür jedoch nicht.
Es wird in der Hausarbeit nur darum gehen wie man mit den zurzeit verfügbaren
Organen umgeht. Die Frage, wie man zu Organen kommt, also die der Organspende
eröffnet ein weiters großes Diskussionsfeld, welches hier nicht behandelt werden
soll.
Als erstes werden verschiedene Kriterien vorgestellt, mit denen man theoretisch
arbeiten kann, wenn es um eine Zuteilung von Organen geht und deren Vor- und
Nachteile beleuchtet. Anschließend werden diese Kriterien in einem Modell
ethischen Prinzipien zugeordnet. Im zweiten Teil wird das deutsche
Transplantationssystem vorgestellt um einen Vergleich der theoretischen Kriterien
und Prinzipien mit der Praxis herzustellen. Ein Ausblick auf das amerikanische
Transplantationssystem wird dies noch zusätzlich vervollständigen. Im Schlussteil
werden einzelne kritische Diskussionspunkte aufgezeigt und Themen für weitere
Diskussionen benannt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Handlungsebenen

2. Prinzipien der Organverteilung

Allgemeine Gedanken

‚Der Patient als Individuum’ / Prinzip der Wohltätigkeit

Medizinischer und allgemeiner Nutzen / Prinzip des Utilitarismus

Dringlichkeit

Schadensvermeidung

Wartezeit

Lotterieprinzip

Soziale Kriterien allgemein

Psychosoziale Kriterien

Soziale Unterstützung

Selbstverschulden

Soziale Wertigkeit

Soziale Verantwortung

Gruppenzugehörigkeit

Finanzielle Ausstattung / Zahlungsfähigkeit

Retransplantation

Zusammenfassung

3. Überschneidungen aktueller Normen / Prinzipien

Konflikt zwischen Dialyse und Transplantation

4. Praktizierte Modelle

Das Eurotransplant – System

Sachtechnische / logistische Grundlagen von Eurotransplant

Ablauf und Phasen der Organverteilung

Punktesystem für Nierentransplantation

Das US-amerikanische Punktesystem

Entwicklung

Punktesystem der Nierentransplantation

5. Weitere Diskussionspunkte

Anmerkungen zum Kriterium der Spender-Empfänger-Bilanz

Allgemeine Juristische Gesichtspunkte

Umgang mit suboptimaler Verteilung

Umgang mit finanziellen Ressourcen

Abschluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die ethischen und praktischen Herausforderungen bei der Verteilung knapper Spenderorgane. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Kriterien und moralischen Prinzipien der Organallokation darzulegen und deren Anwendung im deutschen sowie US-amerikanischen System zu analysieren, um die Komplexität dieser medizinischen Entscheidungsfindung aufzuzeigen.

  • Analyse verschiedener ethischer Kriterien zur Organverteilung
  • Gegenüberstellung von Utilitarismus, Teleologie, Egalität und Liberalismus
  • Funktionsweise des Eurotransplant-Systems und dessen Punktesystem
  • Vergleich mit dem US-amerikanischen Modell der Organallokation
  • Diskussion über soziale Gerechtigkeit, finanzielle Ressourcen und juristische Aspekte

Auszug aus dem Buch

Medizinischer und allgemeiner Nutzen / Prinzip des Utilitarismus

In dem ethischen Ansatz des Utilitarismus geht es um die Nutzenfrage einer jeweiligen Handlung. Übertragen auf die Organtransplantation kann man sich so das Ziel setzen, einmal aus der knappen Ressource ‚Organ’ soll der bestmöglicher Gebrauch gemacht werden (Schlich 1998, Seite 80) oder es soll mit den vorhandenen Ressourcen ein maximaler therapeutischen Nutzen zu erzielt werden (Feuerstein 1995, Seite 242).

Ausgehend von der Tatsache, dass der Arzt nun den Nutzen allen Patienten im Blick hat kommt es mit der Verteilung der Organe auf die Patienten der Wartliste zu einer Allokation, bei der man die medizinisch besten Patienten vorzieht. Ein allgemein anerkanntes Kriterium ist hier die Zuteilung nach so genannter HLA Übereinstimmung. Es geht dabei um die Übereinstimmung der Gewebe, messbar durch die so genannten Histokompatibilitätsantigene oder auch Antigenmerkmale (Human Leukocyte Antigen).

Es gibt 6 solcher Antigenmerkmale bei denen eine größtmögliche Übereinstimmung erzielt werden sollte. Eine gute Übereinstimmung dient dem Nutzen des individuellen Patienten und es kommt zu einer für Organ und Patient optimalen Zuteilung, da durch eine hohe Übereinstimmung die Abwehrreaktionen des Immunsystems verringert werden können. Den Nutzen hat damit auch die Gemeinschaft als ganzes, da diese Nutzenmaximierung funktioniert und auch nachweisbar ist (Schlich 1998, Seite 81).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der wachsenden Wartelisten in der Transplantationsmedizin und Definition des Fokus auf die Mikroallokation von Organen.

2. Prinzipien der Organverteilung: Detaillierte Vorstellung und kritische Erörterung ethischer Kriterien wie Wohltätigkeit, medizinischer Nutzen, Dringlichkeit, Wartezeit und soziale Auswahlkriterien.

3. Überschneidungen aktueller Normen / Prinzipien: Synthese der ethischen Ansätze und Darstellung des potenziellen wirtschaftlichen Konflikts zwischen Dialysezentren und der Transplantationsmedizin.

4. Praktizierte Modelle: Vorstellung der organisatorischen Abläufe bei Eurotransplant und dem US-amerikanischen System sowie der jeweiligen Punktesysteme für die Nierentransplantation.

5. Weitere Diskussionspunkte: Reflexion über juristische Aspekte, das Problem der Spender-Empfänger-Bilanz sowie die finanzielle Tragbarkeit der Organtransplantation im aktuellen Gesundheitssystem.

Schlüsselwörter

Organtransplantation, Verteilungsprinzipien, Ethik, Utilitarismus, Eurotransplant, Warteliste, Nierentransplantation, Mikroallokation, HLA-Übereinstimmung, medizinischer Nutzen, Rationierung, Patientenzuteilung, Gesundheitssystem, Transplantationsgesetz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit den ethischen Prinzipien und Kriterien auseinander, die bei der Verteilung von raren Spenderorganen auf wartende Patienten zur Anwendung kommen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die ethische Begründung von Verteilungsentscheidungen, die Rolle von medizinischen Faktoren gegenüber sozialen Kriterien und der Vergleich zwischen verschiedenen nationalen und internationalen Allokationsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verschiedenen normativen Ansätze (Utilitarismus, Egalität, etc.) in der Transplantationsmedizin transparent zu machen und zu zeigen, wie diese die Praxis der Organvergabe beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und dem Vergleich ethischer Konzepte, die durch Autoren wie Thomas Schlich und Günther Feuerstein geprägt wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Verteilungsprinzipien, die Analyse von Interessenkonflikten (z.B. Dialyse vs. Transplantation) sowie die Darstellung konkreter Punktesysteme bei Eurotransplant und in den USA.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Organtransplantation, ethische Verteilungsprinzipien, Allokation, Eurotransplant, Utilitarismus und medizinische Gerechtigkeit beschreiben.

Welche Rolle spielt die Wartezeit bei der Organvergabe?

Die Wartezeit wird als ein rein zeitbezogenes Kriterium diskutiert, das zwar scheinbar fair ist, aber medizinische Erfolgsaussichten vernachlässigen kann und ältere Patienten benachteiligt.

Warum ist die finanzielle Ausstattung ein kontroverses Kriterium?

Es wird diskutiert, ob Zahlungsfähigkeit oder wirtschaftliche Aspekte die Zuteilung beeinflussen sollten; Kritiker warnen jedoch vor einer Kommerzialisierung und einer Dehumanisierung des medizinischen Versorgungssystems.

Excerpt out of 29 pages  - scroll top

Details

Title
Verteilungsprinzipien in der Organtransplantation
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Fachbereich Pflegemanagement)
Course
Ethik
Grade
1,0
Author
Matthias Schmidt (Author)
Publication Year
2002
Pages
29
Catalog Number
V27644
ISBN (eBook)
9783638296410
Language
German
Tags
Verteilungsprinzipien Organtransplantation Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Schmidt (Author), 2002, Verteilungsprinzipien in der Organtransplantation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27644
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  29  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint