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Konfrontative Pädagogik als ultima ratio der Kinder- und Jugendhilfe?

Title: Konfrontative Pädagogik als ultima ratio der Kinder- und Jugendhilfe?

Term Paper , 2013 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annkristin Plaggenborg (Author)

Social Work
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Es wird ein sehr umstrittenes Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe behandelt: Die konfrontative Pädagogik.
Diese Art von Erziehung setzt da an, wo herkömmliche Methoden versagen. Dies liegt unter anderem an den persönlichen Grenzen der handelnden Sozialarbeiter. Anfänglich wird zur Veranschaulichung der Problematik auf das Gebiet der Kinder- und Jugendhilfe eingegangen. Im Weiteren werden entsprechende allgemeine Dinge, wie beispielsweise der grundsätzliche Aufbau der staatlichen Hilfe, geklärt. Dieser kurze Einblick soll ein besseres Verständnis beim Leser hervorrufen und eventuelle Unklarheiten im Voraus zu beseitigen. Dieser kann somit trotz geringer Kenntnisse, jegliche Schritte nachvollziehen und seine persönliche Meinung über diese Problematik bilden.
Was dieses Thema relevant und interessant macht, sind die Vorbehalte, die oft mit dieser speziellen Handlungsstrategie einhergehen. Es besteht die allgemeine Meinung, dass gewalttätige Mehrfachauffällige nicht bereit sind sich zu ändern, sodass das Gefängnis die einzige Möglichkeit ist, sich und die Gesellschaft schützen zu können. Ein weiterer Grund für bestehende Kritik ist der Vorwurf, dass diese sozialarbeiterische Vorgehensweise eine „Wiederbelebung autoritärer Strukturen in einem neuen terminologischen Gewand“ (Weidner 2010, S. 13) darstellt.
Auf der anderen Seite besteht ebenfalls Kritik an dieser neuen Methodik. Entgegen des durch die Medien verbreiteten Erfolges des „heißen Stuhls“ oder der Hinter-dem-Rücken-Technik , belegen gewisse Studien, dass eine Verhaltensveränderung beim Probanden nach der Therapie nicht zwingend folgen muss. Die Rückfallrate, wie auch die Rückfallgeschwindigkeit sind fast identisch. Böse Zungen gehen sogar soweit und behaupten, dass diese Trainingsform außergewöhnlich mediengeeignet ist. Nicht ohne Grund bestehe ein so großer Hype um diese Behandlungsform. (vgl. Hoenig 2008, S.93). Die daraus resultierende Beliebtheit sei lediglich Produkt der enormen Medienpräsenz, jedoch völlig unbegründet (vgl. ebd.).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Kinder- und Jugendhilfe

2.1 Rahmenbedingungen

2.2 Grenzen der Kinder- und Jugendhilfe

3. Definition Konfrontative Pädagogik (KP)

3.1 Ziele

3.2 Zielgruppe

3.3 Methoden

3.3.1 Ein Beispiel: Das Anti-Aggressivitäts-Training ®

4. Evaluierung der Methodik mit Rückblick auf die Fragestellung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Wirksamkeit der konfrontativen Pädagogik als Handlungsstrategie in der Kinder- und Jugendhilfe. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob diese Methode als "ultima ratio" bei der Arbeit mit gewaltbereiten, jugendlichen Mehrfachtätern betrachtet werden kann.

  • Grundlagen und Aufgaben der staatlichen Kinder- und Jugendhilfe
  • Einsatzfelder und spezifische Ziele der konfrontativen Pädagogik
  • Analyse praktischer Methoden wie das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit und empirischen Belegen
  • Diskussion über pädagogische Alternativen und Grenzen

Auszug aus dem Buch

3.3 Methoden

Zentrales Stichwort in der Methodik der Konfrontativen Pädagogik ist der Autoritative Erziehungsstil. Dieser impliziert das ungleichgewichtige Verhältnis von Einfühlungsvermögen, Verständnis, Empathie und „Herz“ (80%iger Anteil) auf der einen Seite, sowie Konsequenz, Konflikt- und Grenzziehungsbereitschaft (20%iger Anteil) auf der anderen Seite (vgl. Weidner 2006, S.9).

Die angesprochene Grenzziehungsbereitschaft ist laut Weidner sehr wichtig, wie auch schwierig in der Anwendung. Oft haben Sozialarbeiter nicht den Mut im aggressiven Konflikt selbstbewusst und prägnant Widerspruch zu leisten – aufgrund des instinktiven Selbstschutzes, den ein jeder Mensch seit seiner Geburt besitzt (vgl. ebd.).

Dennoch ist ein schnelles, eingreifendes Handeln besonders notwendig. Sozialarbeiter, die mit solch schwierigen und aggressiven Mehrfachauffälligen zu tun haben, müssen sich zwingendermaßen durchsetzen können und neben „Einsteckerqualitäten“, auch Austeilen können (vgl. ebd.). Demnach lautet das zweite Leitmotiv der KP wie folgt: „auf deviant-delinquente Kleinigkeiten schnell und konsequent pädagogisch (nicht juristisch) reagieren, damit Großes erst gar nicht geschieht“ (vgl. Weidner 2003, S.7). Das bedeutet, dass ein noch so niederschwelliges Fehlverhalten der Jugendlichen direkt, ohne jegliche Beschönigung oder Auslassung angesprochen, kritisiert und eventuell bestraft werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der konfrontativen Pädagogik als umstrittenes Erziehungsmittel bei gewaltbereiten Jugendlichen.

2. Definition Kinder- und Jugendhilfe: Erläuterung der gesetzlichen Grundlagen und Aufgaben des Staates bei der Förderung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen.

3. Definition Konfrontative Pädagogik (KP): Darstellung der theoretischen Ansätze, Ziele, Zielgruppen sowie zentraler Methoden der konfrontativen Pädagogik.

4. Evaluierung der Methodik mit Rückblick auf die Fragestellung: Kritische Überprüfung der Wirksamkeit der Methode anhand existierender Studien zum Anti-Aggressivitäts-Training.

5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Verfasserin zur Eignung der Methode und Ausblick auf notwendige Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

Konfrontative Pädagogik, Kinder- und Jugendhilfe, Anti-Aggressivitäts-Training, AAT, Mehrfachtäter, Autoritativer Erziehungsstil, Delinquenz, Sozialarbeit, Gewaltprävention, Rückfallquote, Grenzziehung, Opferperspektive, Pädagogische Intervention, Verhaltensänderung, Erziehungshilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Anwendung der konfrontativen Pädagogik als pädagogisches Instrument in der Arbeit mit jugendlichen Mehrfachtätern.

Welche Themenfelder werden primär behandelt?

Neben den rechtlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe stehen die Methodik, die Zielsetzung der konfrontativen Erziehung und deren Wirksamkeitsprüfung im Mittelpunkt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin geht der Frage nach, ob die konfrontative Pädagogik als "ultima ratio" – also als letztes Mittel – in der Kinder- und Jugendhilfe gerechtfertigt ist.

Welche methodischen Ansätze werden untersucht?

Der Fokus liegt auf autoritativen Erziehungsstilen, dem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) sowie speziellen Techniken wie dem "Heißen Stuhl" oder der "Hinter-dem-Rücken-Technik".

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Vordergrund?

Der Hauptteil widmet sich der Definition der Zielgruppe, der methodischen Umsetzung durch Sozialarbeiter und der kritischen Reflexion von Studienergebnissen zu Rückfallquoten.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Gewaltprävention, Konfrontationsmethodik, Verhaltensmodifikation und kritische Pädagogik beschreiben.

Wie bewertet die Verfasserin die Wirksamkeit der Methode?

Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass eine grundlegende Verhaltensänderung allein durch diese Trainingsform schwierig ist und fordert längere zeitliche Rahmenbedingungen.

Welchen Einfluss haben soziale Umfelder auf den Erfolg der Maßnahme?

Es wird betont, dass Faktoren wie das familiäre Umfeld und alte Cliquenstrukturen den Erfolg kurzfristiger Interventionen oft konterkarieren.

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Details

Title
Konfrontative Pädagogik als ultima ratio der Kinder- und Jugendhilfe?
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,0
Author
Annkristin Plaggenborg (Author)
Publication Year
2013
Pages
24
Catalog Number
V276446
ISBN (eBook)
9783656694731
ISBN (Book)
9783656695530
Language
German
Tags
konfrontative pädagogik kinder- jugendhilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annkristin Plaggenborg (Author), 2013, Konfrontative Pädagogik als ultima ratio der Kinder- und Jugendhilfe?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276446
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