Der Autor, ein promovierter Historiker, war historischer und genealogischer Fachberater des MDR und der Klassik Stiftung Weimar bei den Fernsehdokumentationen „Der Friedrich-Schiller-Code“ und „Schillers Schädel-Schicksal“. In diesem Zusammenhang hat er sich intensiv mit Schillers Familiengeschichte und Genealogie beschäftigt. "Schillers Genealogie" ist der dritte und abschließende Teil seiner Forschungsarbeiten, die im Grin Verlag erschienen sind.
Einerseits werden die bekannten Fakten präsentiert (Mannesstamm, Ahnentafel), andererseits wurden neue Forschungen angestellt und hier erstmals vorgestellt (Mutterstamm Friedrich Schillers, Mutterstamm seiner Frau Charlotte, die bisher noch unbekannten Nachkommen von Schillers Schwester). Dann gibt es noch Aufsätze über verwandte Themen:
- War Charlotte v. Lengefelds erste Liebe ein Hochstapler?
- Die Bedeutung der Wolzogen-Lengefeld-Wurm-Verwandtschaftsgruppe für Schiller.
- Die Frage, ob Schiller einen außerehelichen Sohn hat.
- Die irreführenden Wappen verschiedener Schiller-Adelsgeschlechter.
- Und wie ein falscher Schiller-Schädel (RZ) dazu beritragen konnte, das Rätsel um die letzten beiden Kinder der ermordeten Zarenfamilie zu lösen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Zur Genealogie von Friedrich v. Schiller
Schillers Familienmitglieder und der Friedrich-Schiller-Code
Die Ahnentafel des Friedrich v. Schiller
Der Vaterstamm des Dichters Friedrich v. Schiller (Y-Chromosom)
Die Nachkommenschaft des Haintz Schilcher
Die Adelsgeschlechter Schiller und Schiller von Herden
Die von Herdern
Die Schiller von Herdern (1542-1643)
Das Adelsgeschlecht Schiller (1802-1877)
Das zweite Adelsgeschlecht Schiller von Herdern (1859)
Das Frankfurter Adelsgeschlecht von Schiller (1819)
Die Beziehung der Adelsgeschlechter Schiller von Herdern und Schiller
Die Lösung
Der Mutterstamm des Dichters Friedrich v. Schiller (mtDNS)
Der Mutterstamm von Ernst v. Schiller (mtDNS)
Das Adelsgeschlecht von Lengefeld
Die Nachkommen von Schillers Eltern
Hatte Schiller ein außereheliches Kind?
Schiller und die Frauen
Charlotte von Schiller und ihre Männer
Charlottes erste Liebe – ein Hochstapler!
Schiller und die Wolzogen-Lengefeld-Wurmb-Verwandtschaftsgruppe
Adolf Freiherr von Wolzogen – ein biologisches Kind Schillers?
Das Datum der Zeugung des Ernst von Schiller
Adolf Freiherr von Wolzogen (1794-1825)
War Schiller nun Adolf von Wolzogens Vater?
Die Genealogie der Wolzogen-Verwandtschaft
Die Genealogie des Adelsgeschlechtes Wolzogen
Aus alten Lexika
Aus Pierer's Universal-Lexikon:
Aus Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905):
Genealogische Untersuchungen zum Schädel RZ
Der Schädel „Reiner Zufall“ (RZ)
Anthropologisch-genetische Ausgangslage
Vorbemerkung
Der Mutterstamm
Der Mutterstamm der letzten Zarin von Rußland
Der Kinder der Prinzessin Anna v. Ungarn u. Böhmen
Der Mutterstamm der Erzherzogin Anna v. Österreich und ihre ausschließlich weibliche Nachkommenschaft (mit Ehemännern,aber ohne Söhne)
Der Mutterstamm der Erzherzogin Maria v. Österreich und ihre ausschließlich weibliche Nachkommenschaft (mit Ehemännern, aber ohne Söhne)
Der Mutterstamm der Erzherzogin Eleonora v. Österreich und ihre ausschließlich weibliche Nachkommenschaft (mit Ehemännern, aber ohne Söhne)
Fazit
Der Mutterstamm des Herzogs Ernst August I.
Der Mutterstamm des Großherzogs Wilhelm Ernst
Der Mutterstamm des Erbprinzen Carl August
Der Mutterstamm des Großherzogs Carl Alexander
Der Mutterstamm des Großherzogs Carl Friedrich
Der Mutterstamm des Großherzogs Carl August
Der Mutterstamm des Herzogs Ernst August II.
Der Mutterstamm des Herzogs Joachim Ernst III.
Fazit
Falscher Schiller-Schädel löst Fall Romanow
Ergebnis der Romanow-DNS-Untersuchungen (1994 und 1996)
Die Zweifel seitens der Russisch-Orthodoxen Kirche
Der Schädel RZ
Fund der letzten beiden Leichen in Jekaterinenburg 2007
Die mitochondriale DNS-Analyse von 2008
Nachkommen des Herzogs Carl Eugen (nicht vollständig)
Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, durch interdisziplinäre genealogische und genetische Forschungen die Identität der Gebeine in der Weimarer Fürstengruft zu klären, nachdem DNS-Analysen zweifelsfrei bewiesen hatten, dass die Friedrich v. Schiller zugeschriebenen Schädel nicht dem Dichter gehörten. Im Zentrum steht die Untersuchung von Schillers Mutterstamm sowie der Nachkommenschaft seiner Verwandten und Zeitgenossen, um die wissenschaftlichen Rätsel um die „Schiller-Schädel“ und deren Verknüpfung mit anderen historischen Fällen, wie dem Untergang der Zarenfamilie Romanow, zu lösen.
- Genetische Untersuchung von Y-Chromosom und mtDNS im direkten Vergleich mit historischen Funden.
- Genealogische Erforschung der Verwandtschaftskreise um Schiller, Lengefeld und Wolzogen.
- Aufklärung der Identität des sogenannten „RZ“-Schädels („Reiner Zufall“).
- Anwendung neuester DNS-Analyse-Methoden auf historische Skelettfunde zur Identifizierung prominenter Persönlichkeiten.
- Wissenschaftliche Aufarbeitung von Mythen und Irrtümern in der Genealogie des Hauses Schiller und dessen vermeintlicher Adelsverbindungen.
Auszug aus dem Buch
Die Lösung
Die Lösung ist simpel: Im 18. Jahrhundert zogen Wappenhändler und Wappenfälscher durch die Lande und wollten ihre Produkte an den Mann bringen. Fanden sie potentielle Kunden, drängten sie ihnen ihre Wappen auf, auch wenn ihre Kunden mit dem wappenführenden namensähnlichen oder -gleichen Geschlecht gar nicht verwandt und somit zur Führung dieses Wappens nicht berechtigt waren. Aber es schmeichelte ihnen, mit bekannten Familien oder gar Adelsgeschlechtern verwandt zu sein (genau das wurde ihnen eingeredet), und da die Kontrolle damals sehr unvollkommen war (es fehlte eine einheitliche und vollständige Matrikel), führte man dann stolz das Wappen. Ein Wappen zu haben bedeutete auch für einen Bürgerlichen in einer aristokratischen Gesellschaft ein „soziales Kapital“.
„Schiller“ ist im Schwäbischen ein gar nicht so seltener Name, so daß man bei einer Namensgleichheit noch lange nicht auf Verwandtschaft schließen darf.
Die ursprüngliche Bedeutung dieses Nachnamens leitet sich – so Prof. Udolph – aus dem mittelniederdeutschen schel(e) ab. Das bedeutet: Die Vorfahren von Schiller, Scheel und Schily hatten ohne Zweifel eine starke Sehbehinderung. Sie litten unter Strabismus, besser bekannt als „Schielen“. Die hohe Zahl der Personen, die eine Fehlstellung der Augen aufweisen bzw. aufwiesen, erklärt die Vielzahl der vom Schielen abgeleiteten Namen: Scheel, Schael(e); Schhelke; Schelb, bair. Schelch, Schölch und Sche(e)ler usw.
Zusammenfassung der Kapitel
Zur Genealogie von Friedrich v. Schiller: Überblick über die frühe genealogische Forschung zu Schillers Ahnen durch Historiker und Genealogen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Schillers Familienmitglieder und der Friedrich-Schiller-Code: Detaillierte Biografien und Untersuchungsergebnisse zu Schillers direkten Familienangehörigen, die im Rahmen des Forschungsprojekts exhumiert wurden.
Die Adelsgeschlechter Schiller und Schiller von Herdern: Untersuchung der historischen Hypothesen zu einer vermeintlichen adligen Herkunft Schillers und deren Widerlegung durch genealogische Nachweise.
Der Mutterstamm des Dichters Friedrich v. Schiller (mtDNS): Systematische Rekonstruktion des direkten Mutterstammes des Dichters zur genetischen Auswertung.
Genealogische Untersuchungen zum Schädel RZ: Analyse der Herkunft und Identifizierung des dritten Schädels, der fälschlicherweise als Schillers Schädel galt, als Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar.
Falscher Schiller-Schädel löst Fall Romanow: Erläuterung, wie die DNS-Identifizierung des falschen Schädels als Herzog Ernst August I. zur Klärung der Identität der Zarenkinder beitrug.
Schlüsselwörter
Friedrich von Schiller, Genealogie, DNS-Analyse, mtDNS, Y-Chromosom, Fürstengruft, Schiller-Schädel, Romanow, Sachsen-Weimar, Familienforschung, Adelsgeschlecht, Erbfolgerecht, anthropologische Untersuchung, historische Identifizierung, Ahnenforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Werk?
Das Buch dokumentiert die wissenschaftliche Detektivarbeit des Autors zur Identifizierung der in der Weimarer Fürstengruft gefundenen Gebeine und die damit verbundene genealogische Aufarbeitung von Schillers Familienhistorie.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Buch?
Die Schwerpunkte liegen auf der Familiengeschichte des Dichters, der kritischen Überprüfung angeblicher Adelsverbindungen, modernen anthropologisch-genetischen Untersuchungen und deren überraschenden Querverbindungen zur Geschichte des Zarenhauses Romanow.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, nach der wissenschaftlichen Widerlegung der Echtheit der Schiller-Gebeine in Weimar Klarheit über deren wahre Identität zu schaffen und durch fundierte genealogische Forschung die tatsächlichen Abstammungslinien zu klären.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Der Autor nutzt eine Kombination aus klassischer Archivforschung, historischer Urkundenanalyse sowie modernen genetischen Methoden wie der mtDNS- und Y-Chromosomen-Analyse.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv der Ahnenforschung Schillers, der Widerlegung der „Schiller von Herdern“-Hypothese sowie den umfangreichen genealogischen Tabellen und Untersuchungsergebnissen, die als Grundlage für die DNS-Vergleiche dienten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind DNS-Identifizierung, genealogische Forschung, die Schiller-Familie und der interdisziplinäre Ansatz zwischen Geschichtswissenschaft und Genetik.
Wie wurde die Identität des Schädels „Reiner Zufall“ (RZ) geklärt?
Durch genealogische Forschung konnte Dr. Ralf G. Jahn den Schädel RZ als den des Herzogs Ernst August I. von Sachsen-Weimar identifizieren, was durch DNS-Vergleiche gestützt wurde.
Welchen Bezug haben die Romanows zu Schillers Schädel?
Da der Schädel RZ genetisch dem Haus Sachsen-Weimar zuzuordnen ist und dieses in einer mütterlichen Stammlinie mit den Romanows verwandt ist, konnten durch diesen Indizienbeweis die Romanow-DNS-Untersuchungen an den 2007 gefundenen Zarenkindern zusätzlich validiert werden.
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- Dr. Ralf G. Jahn (Autor), 2014, Schillers Genealogie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276767