Bacchus in der Skulptur der Italienischen Renaissance und des Barock


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bacchus
2.1 Mythos
2.2 Bedeutung und Attribute

3. Bacchus in der Skulptur der Italienischen Renaissance und des Barock
3.1 Michelangelo Buonarroti: Der Trunkene Bacchus
3.2 Jacopo Sansovino: Bacchus
3.3 Balthasar und Gaspard Marsy: Bacchus- oder Herbstbrunnen
3.4 Pietro Bernini: Bacchusgruppe

4. Schluss

5. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Gestalten aus der griechischen Mythologie dienten nicht nur in der Antike als Motive in der bildenden Kunst. Seit der Italienischen Renaissance waren die Darstellungen der Fabelwesen und vor allem der Götter aus den griechischen Sagen wieder weit verbreitet.

Während man die Fabelwesen meist noch gut voneinander unterscheiden kann, haben die Götter und Heroen meist menschliche Gestalt. Um sie zu identifizieren muss man auf die Artefakte und auf die tierischen oder fantastischen Begleiter achten, mit denen sie dargestellt werden. Einige Dinge gelten nämlich als typisch für bestimmte Gottheiten. Es sind ihre Attribute.

Die folgende Seminararbeit beschäftigt sich speziell mit der Darstellung des olympischen Gottes Dionysos, später Bacchus genannt, und seiner Attribute in der Skulptur der Italienischen Renaissance und des Barock.

Zunächst werden einige für das Verständnis der Kunstwerke wichtige Episoden aus der Mythologie wiedergegeben und die Attribute des Bacchus werden aufgeführt. Daraufhin werden je zwei Skulpturen aus der Italienischen Renaissance und aus dem Barock beschrieben und ikonographisch analysiert.

Das Ziel dieser Arbeit ist, die verwendeten Attribute in den ausgewählten Werken zu erfassen und zu deuten.

2. Bacchus

Bacchus gilt als Gott des Weines, damit auch des Rausches und der Fruchtbarkeit. Aber darüber hinaus hat diese Gottheit noch weitere Funktionen und Bedeutung. Denn Bacchus ist ein Gott, der schon in der Antike aufgrund seiner Vielschichtigkeit unzählige Beinamen besaß.[1]

Folgendes Kapitel skizziert deshalb nur grob die für die Ikonographische Beschreibung wichtigsten Eigenschaften.

2.1 Mythos

Der römische Dichter Publius Ovidius Naso gehört zu den vielen Autoren, die sich mit dem Thema Bacchus auseinandergesetzt haben. In seinen Metamorphosen hielt er viele Mythen, die von dem Gott handeln, fest. Sie geben schon viel über die Bedeutung der Gottheit und der Symbole, die sie kennzeichnen preis.

Der Mythos beginnt mit der Affäre zwischen dem Göttervater Jupiter und der Sterblichen Semele. Jupiters eifersüchtige Frau Juno wollte sich rächen. Sie nahm die Gestalt von Semeles Amme an und erzählte ihr, sie solle von ihrem Liebhaber verlangen, seine wahre Gestalt zu zeigen, um sicher zu gehen, dass er wirklich ein Gott und kein Betrüger sei. Dies tat sie auch. Die schwangere Semele verbrannte bei dem Anblick von Jupiters wahrer Gestalt. Jupiter rettete sein ungeborenes Kind, indem er es in seinem Schenkel einnähte und austrug. Dieses Kind war Bacchus. Er verbrachte seine Kindheit bei den Nymphen in Nysa.[2]

Da seine Mutter sterblich war, musste Bacchus sich die Anerkennung als Gott erst verdienen. Er zog los, um Anhänger zu gewinnen und drang dabei bis in den Orient vor.[3]

Bacchus wurde zum Eroberer Indiens und hatte bald schon ein großes Gefolge um sich gesammelt, welches hauptsächlich aus wilden Satyrn und rasenden Mänaden bestand.[4] Seine Taktik bestand darin, die zu belohnen, die sich ihm anschlossen und diejenigen zu bestrafen, die ihn verachteten oder seine göttliche Herkunft anzweifelten. So verwandelte er zum Beispiel einige lydische Schiffer in Delfine, weil sie ihn gefangen genommen hatten. Nur ein Mann aus der Besatzung blieb verschont, weil er Erfurcht vor dem Gott hatte und ihm dienen wollte.[5]

Zu dem Gefolge des Bacchus kam später noch Ariadne, die Tochter des Königs Minos, hinzu. Sie wurde von ihrem Geliebten Theseus auf der Insel Naxos zurückgelassen. Bacchus fand die Verzweifelte und nahm sie zur Frau.

Gegenstände, Pflanzen und Tiere, die in den Mythen immer wieder mit dem Gott zusammen auftauchten, wurden auch in der antiken Kunst mit ihm zusammen dargestellt. Sie wurden zu seinen Erkennungsmerkmalen, zu seinen Attributen.

2.2 Bedeutung und Attribute

Bacchus galt in erster Linie als Gott der Vegetation und der Fruchtbarkeit,[6] weshalb er in der bildenden Kunst oft üppig mit Weinlaub gekrönt dargestellt wird. Ebenfalls mit Weinlaub umrankt ist der Thyrsosstab, der in einem großen Pinienzapfen ausläuft. Er dient als Symbol der Fruchtbarkeit. Oft werden auch Tiere im Gefolge des Gottes dargestellt, die als sexuell sehr aktiv gelten, wie der Bock oder der Stier.[7]

Mithilfe des Weines gewann Bacchus seine Anhänger, die, beschwingt von dem Getränk, ausschweifende Feste ihm zu Ehren feierten.[8] Der Rausch ist ein wichtiges Element des Bacchusmythos, deshalb schmückt neben dem Weinlaub auch oft Efeu als berauschende Pflanze den Kopf des Gottes.

Besonders in der Neuzeit werden Bacchus und sein Gefolge gern betrunken und taumelnd dargestellt. Bocksbeinige Satyrn, die einerseits Fruchtbarkeit anderseits ungezügelte Triebhaftigkeit symbolisieren, und Mänaden, begleiten ihn und sind dabei meist im Zustand der Ekstase.[9]

Auch exotische Tiere scharen sich dank seines Triumphzuges durch den Orient um ihn. Bacchus selbst thront oft auf einem von Panthern gezogenen Wagen. Manchmal begleitet ihn sogar ein Elefant. Etwas unauffälliger ist da das Pantherfell, das auch ein Attribut des Gottes ist.

Ein weiteres Erkennungszeichen ist die bei Göttern ungewöhnliche Jugendlichkeit. In der Neuzeit wird sich an das Bild des jungen, schönen Bacchus orientiert, wie auch Ovid ihn beschreibt: „Denn Du hast unverlorene Jugend, Knabe bist ewig Du. In herrlichster Schönheit wirst Du am Himmel am hohen Himmel erschaut. […] ist mädchenzart Dein Haupt.“[10] Um diese Schönheit und auch die Sinnlichkeit zu betonen, wurde besonders in der Neuzeit bei Bacchusdarstellungen oft auf Kleidung verzichtet.

[...]


[1] Vgl. Schmidt, Jochen und Schmidt-Berger, Ute (Hrsg.): Mythos Dionysos. Texte von Homer bis Thomas Mann. Stuttgart: Reclam 2008. S. 10.

[2] Vgl. Ovidius Naso, Publius: Metamorphosen. 14. Auflage. Zürich, Düsseldorf: Artemis & Winkler 1996. S. 101 ff.

[3] Vgl. Uthemann, Eva und Krauss, Heinrich: Was Bilder erzählen. Die klassischen Geschichten aus Antike und Christentum in der abendländischen Malerei. München: Beck 1987. S. 35.

[4] Vgl. Ovid S. 125.

[5] Vgl. Ebd. S. 117 ff.

[6] Vgl. Schmidt und Schmidt-Berger S. 15.

[7] Vgl. Ebd. S. 17.

[8] Vgl. Riese, Brigitte: Seemanns Lexikon der Ikonografie. Religiöse und profane Bildmotive. Leipzig: Seemann 2007. S. 89.

[9] Vgl. Dies.

[10] Ovid S. 125.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Bacchus in der Skulptur der Italienischen Renaissance und des Barock
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Caspar-David-Friedrich Institut)
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V276817
ISBN (eBook)
9783656702214
ISBN (Buch)
9783656703723
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bacchus, skulptur, italienischen, renaissance, barock
Arbeit zitieren
Christin Bartz (Autor), 2011, Bacchus in der Skulptur der Italienischen Renaissance und des Barock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276817

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