Die Beweggründe und das Vorgehen beim Outsourcing der Logistik von Konsumgüterherstellern werden beispielhaft anhand der Lebensmittelbranche verdeutlicht. Zur Veranschaulichung der Anforderungen, denen die Lebensmittelbranche ausgesetzt ist, orientiert sich die Arbeit explizit an dem Bereich der gekühlten Lebensmittellogistik. Dieser Bereich ist aufgrund des hohen Komplexitätsgrades besonders anspruchsvoll. Im Detail gehören die geschlossene Kühlkette, das Problem der Haltbarkeit sowie die Rückverfolgung von Lebensmitteln zu den größten logistischen Herausforderungen.
Ausufernde Sortimente, verkürzte Reaktions- und Lieferzeiten sowie wachsende Qualitätsansprüche der Endverbraucher bezogen auf Produktion und Auslieferung von Nahrungsmitteln erhöhen permanent die Anforderungen an die Food Supply Chain.
Gemessen an den gesamten Konsumausgaben gibt es kaum ein weiteres Land, dessen Bevölkerung einen so geringen Teil ihres verfügbaren Einkommens für Nahrungsmittel ausgibt, wie Deutschland. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich die Preise für Nahrungsmittel im Durchschnitt auf einem relativ niedrigen Niveau bewegen. Einerseits ist das ein positives Indiz für den starken Wettbewerb, der die Hersteller zwingt, kontinuierlich in die Entwicklung neuer Technologien zu investieren. Andererseits muss sehr knapp kalkuliert werden, um trotz minimaler Margen ein positives Betriebsergebnis zu erreichen.
Innovative Logistik-Outsourcing-Projekte gewinnen in diesem Kontext zunehmend an Relevanz, da sie hohe Kosteneinsparungspotenziale bieten. Die outsourcende Partei muss jedoch sichergehen, dass der potenzielle Dienstleister über das notwendige Know-how verfügt sowie in der Lage ist, auf zukünftige Entwicklungen flexibel reagieren zu können. Schließlich ist die Logistikqualität ein wesentliches Merkmal um sich gegenüber dem Wettbewerb zu differenzieren.
Um berücksichtigt zu werden, muss sich ein Logistikdienstleister zukünftig mit Themen wie Datensicherheit, Fachkräftemangel, Treibhausgas-Emissionen, Liquiditätsengpässe und steigende Energie- und Transportpreise auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Unternehmenslogistik und Logistik-Outsourcing
2.1 Eingrenzung des Begriffs Logistik
2.1.1 Betriebliche Logistik
2.1.2 Das Supply Chain Management als Entwicklungsstufe der Logistik
2.1.3 Kontraktlogistik im Rahmen des Supply Chain Managements
2.2 Logistik-Outsourcing
2.2.1 Eingrenzung des Begriffs Outsourcing
2.2.2 Abgrenzung zur klassischen Make-or-Buy-Entscheidung
2.2.3 Kernkompetenzen
2.2.4 Leistungsangebote der Dienstleister
2.2.5 Chancen des Outsourcings
2.2.6 Risiken des Outsourcings
2.2.7 Phasen der Outsourcing-Entscheidung
2.3 Aktuelle Trends im Logistik-Outsourcing
3 Marktübersicht der Logistik für Konsumgüterhersteller
3.1 Logistikstandort Deutschland
3.2 Logistik in der Konsumgüterindustrie mit besonderer Betrachtung der Güterabteilung Nahrungs- und Genussmittel
3.3 Chilled Logistics – Gekühlte Lebensmittellogistik
4 Besonderheiten beim Logistik-Outsourcing eines Nahrungsmittelherstellers
4.1 Lebensmittelsicherheit und -qualität in der geschlossenen Kühlkette am Beispiel des Nordseekrabbenproduzenten Heiploeg und der konzerneigenen Tochter Heitrans International B.V.
4.2 Track & Trace – Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln durch GS1-Standards und Mobile Datenerfassung (MDE) am Beispiel von Kraftverkehr Nagel
4.3 Flexibilität und Termintreue als Basis der Kundenzufriedenheit am Beispiel von HAVI Logistics, HoWe und McDonald’s Deutschland
4.4 IFS Logistics – Zertifizierung der Lieferkette unter Berücksichtigung der LMHV und des HACCP-Konzepts zum Schutz von Lebensmitteln und Verbrauchern
5 Zukünftige Herausforderungen für Logistikdienstleister
5.1 Dynamisches Mindesthaltbarkeitsdatum
5.2 CO2-Footprint als zentraler Indikator für Green Logistics unter Berücksichtigung des Kyoto-Protokolls und der ab 01.01.2015 in Kraft tretenden F-Gase-Verordnung (EU) Nr. 517/2014 zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen
5.3 Wachstumsbremse Fachkräftemangel
5.4 Zunehmende Relevanz der Datensicherheit im Zuge des Mobile Internets und Cloud Computings
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelor Thesis untersucht die Beweggründe und das Vorgehen beim Outsourcing logistischer Funktionen innerhalb der Konsumgüterindustrie, wobei der Fokus explizit auf die hohen Anforderungen der gekühlten Lebensmittellogistik gelegt wird. Die Forschungsarbeit analysiert, wie Unternehmen durch strategisches Outsourcing in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld Kosteneinsparungspotenziale realisieren, ihre Prozessqualität sichern und flexibel auf marktseitige Veränderungen reagieren können.
- Grundlagen des Logistik-Outsourcings und der Kontraktlogistik
- Marktanalyse des Logistikstandorts Deutschland und der Lebensmitteldistribution
- Anforderungen an Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit und Kühlkettenmanagement
- Herausforderungen für Logistikdienstleister in Bezug auf Digitalisierung, Fachkräftemangel und ökologische Nachhaltigkeit
Auszug aus dem Buch
2.2.5 Chancen des Outsourcings
Das Outsourcing-Potenzial im Logistikbereich ist prinzipiell sehr hoch, da es diverse Chancen bietet, das Unternehmensziel besser erreichen zu können. Im Folgenden sollen jene erläutert werden.
Kostenreduktion
Eine Kostensenkung ist wohl in den meisten Outsourcing-Fällen ein wesentliches Motiv. Die Auslagerung von Prozessen an spezialisierte Leistungsanbieter kann zu verschiedenen Effekten führen, durch die ein Unternehmen auf der Kostenseite profitieren kann. Da Outsourcing-Dienstleister auf die angebotene Leistung spezialisiert sind und deutlich höhere Volumina abwickeln können, steht die Ausnutzung von Skaleneffekten im Vordergrund. Durch höhere Produktivität und einen effizienten Ressourceneinsatz sowie stetigen Zuwachs an Erfahrung sind sie in der Lage, Stückkosten permanent zu senken. Zudem müssen Dienstleister konkurrenzfähige Marktpreise anbieten, um gegen den Wettbewerb bestehen zu können. Weiterhin können Einsparungen aber auch aufgrund sich unterscheidender Lohnniveaus beim operativen Personal erzielt werden, da Outsourcing-Anbieter häufig nicht besonders stark gewerkschaftlich organisiert sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Logistik ein und definiert die Problemstellung sowie die Zielsetzung hinsichtlich des Logistik-Outsourcings.
2 Unternehmenslogistik und Logistik-Outsourcing: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Logistik, die Definitionen von Outsourcing sowie die Chancen, Risiken und Entscheidungsprozesse bei der Fremdvergabe.
3 Marktübersicht der Logistik für Konsumgüterhersteller: Der Fokus liegt auf der wirtschaftlichen Bedeutung des Logistikstandorts Deutschland und den spezifischen Herausforderungen der Nahrungsmittel- und Kühllogistik.
4 Besonderheiten beim Logistik-Outsourcing eines Nahrungsmittelherstellers: Es werden praxisbezogene Anforderungen wie Lebensmittelsicherheit, Rückverfolgbarkeit (Tracking & Tracing) und Zertifizierungen am Beispiel konkreter Unternehmen dargelegt.
5 Zukünftige Herausforderungen für Logistikdienstleister: Das Kapitel widmet sich Trends wie dem dynamischen Mindesthaltbarkeitsdatum, Green Logistics, dem Fachkräftemangel sowie der steigenden Bedeutung der Datensicherheit.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Notwendigkeit einer klaren Kommunikationsstrategie und technologischer Investitionen ab.
Schlüsselwörter
Logistik, Outsourcing, Konsumgüterhersteller, Lebensmittellogistik, Kontraktlogistik, Supply Chain Management, Kühlkette, Rückverfolgbarkeit, Kostenreduktion, Flexibilität, Datensicherheit, Fachkräftemangel, Green Logistics, Prozessoptimierung, Wettbewerbsvorteile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Strategien und operativen Herausforderungen bei der Auslagerung (Outsourcing) von Logistikleistungen durch Unternehmen der Konsumgüterindustrie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Aspekte sind die wirtschaftliche Begründung von Outsourcing, die Abgrenzung zur Eigenfertigung (Make-or-Buy) und die spezifischen Anforderungen der temperaturgeführten Lebensmittellogistik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Erfolgskriterien für Outsourcing-Projekte in der Lebensmittelbranche aufzuzeigen und zu erörtern, wie Dienstleister auf zukünftige Anforderungen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit reagieren müssen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse, ergänzt durch Praxisbeispiele von Logistikdienstleistern und eine detaillierte Auseinandersetzung mit regulatorischen Rahmenbedingungen.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Unternehmenslogistik, eine Marktanalyse sowie die detaillierte Darstellung von Qualitäts- und Sicherheitsaspekten bei gekühlten Lebensmitteln.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Kontraktlogistik, Supply Chain Management, Lebensmittelsicherheit, Kühlkette und die zukünftigen Herausforderungen der Branche.
Warum ist das Thema Lebensmittellogistik besonders anspruchsvoll?
Aufgrund der sensiblen Güter, der Notwendigkeit einer durchgängigen Kühlkette, der hohen Qualitätsstandards und der kritischen Bedeutung von Rückverfolgbarkeit ist dieser Bereich besonders komplex.
Welche Rolle spielen moderne IT-Systeme im Kontext des Outsourcings?
IT-Systeme sind das Rückgrat für Tracking & Tracing sowie für die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Dienstleister; sie relativieren das "KO-Kriterium IT" und ermöglichen Effizienzsteigerungen durch Cloud Computing.
Wie gehen Logistikdienstleister mit den Anforderungen der Rückverfolgbarkeit um?
Durch den Einsatz von GS1-Standards und Mobile Datenerfassung (MDE) garantieren Dienstleister eine lückenlose Dokumentation der Warenströme entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
- Citar trabajo
- Konstantin Mittelstädt (Autor), 2014, Beweggründe und Vorgehen beim Outsourcing der Logistik von Konsumgüterherstellern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277350