Um beurteilen zu können, ob die Gestaltung der Qualitätssicherung in einem Unternehmen angemessen ist, muss sowohl deren Wirksamkeit als auch der erforderliche Aufwand überprüft werden. Benötigt wird daher ein Maß für den Erfolg der Qualitätssicherung. Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Vorgehensweisen zu beschreiben, anhand welcher die Zielerreichung, d.h. der Erfolg der Qualitätssicherung gemessen werden kann, bzw. wie existierende Schwachstellen oder Defizite bei der bisherigen Gestaltung der Qualitätssicherung in Softwareprojekten aufgedeckt und behoben werden können. Dazu werden, nach der Klärung grundlegender Begrifflichkeiten, zunächst Ziele der Qualitätssicherung definiert sowie die zur Erreichung dieser Ziele ergriffenen Maßnahmen strukturiert und beschrieben. In Kapitel 3 werden anschließend verschiedene Ansätze und Maße vorgestellt, die zur Erfolgsmessung der Qualitätssicherung herangezogen werden können. Diese entstammen der, speziell in Bezug auf die Erfolgsmessung, spärlich gesäten, empirischen Literatur oder basieren auf Fallstudien, welche die Lösungen großer Softwarehäuser, wie z.B. Hewlett-Packard, zu dieser Problemstellung beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 QUALITÄT UND QUALITÄTSSICHERUNG
2.1 Der Qualitätsbegriff
2.2 Softwarequalität als Drei-Ebenen-Hierarchie
2.3 Qualitätssicherung
2.3.1 Ziele der Qualitätssicherung
2.3.2 Maßnahmen der Qualitätssicherung
3 ERFOLGSMESSUNG DER QUALITÄTSSICHERUNG
3.1 Erfolgsmessung anhand der zu erwartenden Fehlerzahl
3.2 Erfolgsmessung der Qualitätssicherung bei Hewlett-Packard
3.3 Ein kostenorientierter Ansatz der Erfolgsmessung
3.4 Erfolgsmessung anhand der Produktivität
3.5 Erfolgsmessung durch Experten-Beurteilung
4 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Vorgehensweisen und Maße zur Erfolgsmessung der Qualitätssicherung in Softwareprojekten, um die Wirksamkeit eingesetzter Maßnahmen zu bewerten und Schwachstellen im Entwicklungsprozess zu identifizieren.
- Grundlegende Definitionen von Qualität und Qualitätssicherung
- Methoden der Erfolgsmessung basierend auf Fehlerraten und Produktivität
- Fallstudien zur praktischen Anwendung der Erfolgsmessung (u.a. Hewlett-Packard)
- Kostenorientierte Ansätze zur Investitionsbewertung in Qualität
- Einsatz von Experten-Beurteilungen zur Qualitätsbewertung
Auszug aus dem Buch
Erfolgsmessung anhand der zu erwartenden Fehlerzahl
Das Testen von Software im Rahmen der Durchführung analytischer Qualitätsmanagement-Maßnahmen ist derzeit die am meisten benutzte Methode, um sich über deren Qualität und Eignung für den Gebrauch ein Bild zu verschaffen. Das sich hier ergebende Problem ist jedoch, dass durch Testen zwar Fehler aufgedeckt werden, Fehlerfreiheit aber keineswegs garantiert werden kann. Für die Erfolgsmessung der Gestaltung der Qualitätssicherung stellt sich also die Frage, ob die während eines Softwareentwicklungsprojektes ergriffenen, qualitätssichernden Maßnahmen auch wirklich zu einer Erfüllung der Qualitätsanforderungen führen bzw. geführt haben.
Die in einem Softwareprodukt enthaltene Fehlerzahl ist ein beliebtes, zur Beurteilung von Softwarequalität herangezogenes Maß. Im Folgenden werden Maße vorgestellt, die es ermöglichen, auf Basis der Fehlerzahl, Aussagen zum Erfolg der Gestaltung der Qualitätssicherung zu machen.
Grundsätzlich stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, mit wie vielen Fehlern in der Software überhaupt zu rechnen ist. Thaller gibt dazu verschiedene Formeln für die Berechnung der zu erwartenden Fehlerzahl in Abhängigkeit verschiedener Faktoren wie LOC, Erfahrung des Entwicklungsteams, Änderungen am Lastenheft während der Entwicklung usw. an. Sofern vorhanden kann auch der Industriedurchschnitt als Richtlinie herangezogen werden. Generell gilt allerdings, dass Zahlen aus dem eigenen Unternehmen aussagekräftiger sind, nur müssen diese erst einmal in aufwändiger, langjähriger Arbeit einheitlich erfasst werden. Eine Gegenüberstellung erwarteter und gefundener Fehler informiert über Erfolg oder Misserfolg der durchgeführten Tests bzw. der Gestaltung der Qualitätssicherung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Notwendigkeit der Erfolgsmessung von Qualitätssicherungsmaßnahmen und Zielsetzung der Arbeit.
2 QUALITÄT UND QUALITÄTSSICHERUNG: Klärung der Grundbegriffe und Darstellung der Qualitätssicherung als notwendige analytische und konstruktive Komponente der Softwareentwicklung.
3 ERFOLGSMESSUNG DER QUALITÄTSSICHERUNG: Detaillierte Vorstellung verschiedener Metriken, Ansätze (kostenorientiert, produktivitätsorientiert) und Fallbeispiele zur Messung der Effektivität von Qualitätssicherungsmaßnahmen.
4 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Ansätze und Hinweis auf die Notwendigkeit einer individuellen, projektbezogenen Auswahl von Erfolgsmaßen.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, Softwarequalität, Erfolgsmessung, Qualitätsmetriken, Fehlerzahl, Testverfahren, Produktivität, Prozessmanagement, Qualitätskosten, Return on Investment, Experten-Beurteilung, Softwareentwicklung, ISO 9126, Software-Fehler, Prozessoptimierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die Wirksamkeit und der Erfolg von Maßnahmen zur Qualitätssicherung in Softwareentwicklungsprojekten messbar gemacht werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen den Qualitätsbegriff, die Kategorisierung von QS-Maßnahmen, verschiedene metrische Ansätze zur Erfolgsmessung sowie wirtschaftliche Betrachtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Vorgehensweisen aufzuzeigen, anhand derer Unternehmen den Erfolg ihrer Qualitätssicherung bewerten und Defizite in laufenden Projekten korrigieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden theoretische Ansätze der Metriken-Forschung diskutiert und durch praxisorientierte Fallstudien, etwa von Hewlett-Packard und anderen Unternehmen, illustriert.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Messmethoden: Fehleranalyse, kostenorientierte Kennzahlen, Produktivitätsmessungen sowie subjektive Experten-Beurteilungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Softwarequalität, Fehlerraten, Qualitätskosten, Prozessgestaltung und Experten-Beurteilung charakterisiert.
Was bedeutet der kostenorientierte Ansatz der Erfolgsmessung?
Er betrachtet QS-Maßnahmen als Investitionen und bewertet diese anhand von Kennzahlen wie dem "Return on Software Quality" (ROSQ), um Effizienz und Effektivität zu quantifizieren.
Wie unterscheidet sich die Experten-Beurteilung von quantitativen Maßen?
Sie kommt zum Einsatz, wenn keine oder nicht ausreichende repräsentative Daten vorliegen, und nutzt subjektive Einschätzungen von Fachleuten, die für eine fundierte Auswertung durch Skalierungen (SAL/CAL) strukturiert werden.
- Quote paper
- Michael Krämer (Author), 2004, Erfolgsmessung der Gestaltung der Qualitätssicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27738