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Das Konzept der First und Second Nature im Kontext der Systemtheorie und der Raumtheorie in postapokalyptischen Robinsonaden

Título: Das Konzept der First und Second Nature im Kontext der Systemtheorie und der Raumtheorie in postapokalyptischen Robinsonaden

Trabajo , 2013 , 22 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Thomas Laschyk (Autor)

Filología alemana - Literatura comparada
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„Das Ende der Welt? Einer von den Scherzen der Anthropozentrik: das Ende des Spezies als den Tod der pflanzlichen und tierischen Natur implizierend zu beschreiben, als das Ende der Erde schlechthin. […] Man räumt zwar ein, daß die Dinge vor uns beginnen können, aber nicht, daß sie nach uns enden können.“1

In diesem Ausschnitt aus Guido Morsellis Roman „Dissipatio humani generis“ stößt der namenlose Protagonist auf den verbreiteten, aber haltlosen Glauben, dass die Geschichte der Welt nur mit dem Menschen bedeutend ist und gemeinsam mit ihm enden wird. Er wundert sich über diesen Irrglauben, da er selbst in eine Erzählung verwickelt worden ist, in der faktisch die Menschheit verschwunden ist, die Welt aber so „sauber, leuchtend, fröhlich“ wie nie zuvor auffindet.2 Woher kommt es, dass man als Mensch das Fortbestehen seiner Art gleichsetzt mit dem Fortbestehen der Welt? Eine Erklärung dürfte sich darin bieten, festzustellen, dass die Welt, so wie man sie heute kennt und bewertet, aufhören würde, zu existieren, nicht jedoch die Welt an sich. Was ist jedoch die Welt an sich? Die Welt an sich muss die Welt sein, die übrigbleibt, wenn man die Welt abzieht, die so ist, wie sie ist, weil sie vom Menschen so geschaffen worden ist. Und was bleibt dann übrig? Die Welt so wie sie vor der Evolution des Homo sapiens sapiens war. Doch „Dissipatio humani generis“ ist nicht der einzige Roman, der sich dieses Szenario ausmalt, sondern es gibt eine ganze Reihe von so genannten postapokalyptischen Robinsonaden, welche das Ende der Welt, wie wir sie kennen porträtieren. Um feststellen zu können, welches denn genau die Welt ist, in welcher der Mensch lebt, und was denn die Welt ausmacht, die beim Aussterben unserer Rasse zurückbleibt, wird im folgenden das Konzept der First und Second Nature auf einige Postapokalyptische Robinsonaden angewendet.
Zunächst wird festgestellt, was First und Second Nature ist, und dass diese als Systeme nach Luhmann oder auch Räume nach Lotman verstanden werden können, dann werden diese Konzepte um das System beziehungsweise den Raum der Zivilisation erweitert und auf mehrere Postapokalyptische Robinsonaden angewendet. Anschließend wird die Identitätskonstruktion der Protagonisten im Kontext der Systeme untersucht. Abschließend werden weitere Abgrenzungen und Unzulänglichkeiten dieser Methode aufgezeigt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die Diskrepanz zwischen dem Ende der Welt und dem der Menschheit

2. Das Konzept der First und Second Nature im Kontext der Systemtheorie und der Raumtheorie

2.1. Das Konzept der First und der Second Nature

2.2. First und Second Nature als Systeme

2.3. First und Second Nature als Räume

2.4. Unterscheidung First und Second Nature und Zivilisation

3. Natur und Zivilisation in Postapokalyptischen Robinsonaden

3.1. Die fehlende First Nature vor der Apokalypse

3.2. Die Rückkehr der First Nature nach der Apokalypse

3.3. Identitätskonstruktion des Menschen in der First Nature

4. Zusammenfassung der Ergebnisse und Abgrenzung

5. Schwierigkeiten und weitere Anwendungsfelder

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzepte der "First Nature" und "Second Nature" sowie das System der Zivilisation in postapokalyptischen Robinsonaden. Das primäre Ziel ist es, durch die Anwendung raum- und systemtheoretischer Ansätze zu analysieren, wie sich das semantische Feld dieser Räume nach dem Aussterben der Menschheit wandelt und wie die Identität der Protagonisten in dieser neuen, menschenleeren Umgebung konstruiert wird.

  • Anwendung der Systemtheorie nach Niklas Luhmann
  • Anwendung der Raumtheorie nach Jurij Lotman
  • Analyse postapokalyptischer Literatur (u.a. Morselli, Atwood, Haushofer)
  • Untersuchung der Identitätskonstruktion in der "First Nature"
  • Wandel von Zivilisationsräumen zu menschenleeren Biotopen

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Rückkehr der First Nature nach der Apokalypse

In der Situation vor der Apokalypse koexistieren nun die beiden Systeme der Zivilisation und der Second Nature, wenn die letztere auch relativ klein sein kann. Nach der Definition des Raumes First Nature, welcher, wie obig beschrieben, ein von Menschen völlig autonomer Raum ist und ohne menschlichen Einfluss existiert, ist es so, dass im Gegensatz zu Zivilisation und Second Nature die First Nature „likely to survive human extinction“ ist, und somit nach der jeweiligen Apokalypse der Romane wieder auftaucht, während die Zivilisation als System aufhört zu bestehen, wie es obig bereits beschrieben wurde, da die Apokalypse ein „Metaereignis“ nach Lotman darstellt, da eine Merkmalumkehrung der Räume stattfindet, und die Räume Zivilisation und Second Nature Semantisierungen der First Nature annehmen. Die jeweiligen Robinsone begehen somit passiv eine Transgression.

In „Dissipatio humani generis“ spricht der Protagonist von der Apokalypse als von dem „Ereignis“, und bezeichnet das plötzliche, vollständige Verschwinden aller Menschen als „Exodus beziehungsweise […] Bombe x beziehungsweise […] Säuberungsaktion.“ Ein Hinweis auf die Neusemantisierung der Zivilisation findet sich darin, dass der Protagonist das „leere“ Chrysopolis und die verbliebenen Häuser und Gegenstände nur noch als „haltlose Relikte und nunmehr schon Reliquien“ bezeichnet. Die Roßneralp, zuerst Second Nature, hat sich ebenfalls neu evaluiert, sie war „schön und schrecklich, jedoch in asozialer Funktion“, die Second Nature, die zuvor „in negativer Weise den Menschen vorausgesetzt“ hat, hat nun eine „objektive Schönheit“ gewonnen, und funktioniert als System nun ohne den Menschen und ist damit zur First Nature geworden, da ein „Zusammenbruch der 'Werte'“ stattgefunden hat. Die ganze Welt ist zu einem unsemantisierten Raum geworden, die Tiere sind keine Untertanen der Menschen mehr, sie wissen, dass ihr „Großer Feind“ sich zurückgezogen hat und das vegetative Leben bereitet sich in der ehemaligen Stadt Chrysopolis in „dieser merkwürdigen Ewigkeit“ aus, alles „grünt und wächst“ und sogar Wildpflanzen gedeihen plötzlich in den Überresten der Zivilisation, die somit ebenfalls eine Umwertung zur First Nature vollzogen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Diskrepanz zwischen dem Ende der Welt und dem der Menschheit: Die Einleitung beleuchtet den anthropozentrischen Irrglauben, dass das Ende der Menschheit mit dem Ende der Welt gleichzusetzen sei, und führt das methodische Konzept der First und Second Nature ein.

2. Das Konzept der First und Second Nature im Kontext der Systemtheorie und der Raumtheorie: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen, indem es First und Second Nature als selbstreferentielle Systeme (Luhmann) und semantisierte Räume (Lotman) begreift.

3. Natur und Zivilisation in Postapokalyptischen Robinsonaden: Hier wird die Anwendung der Theorie auf spezifische Romane untersucht, wobei die Auflösung der Zivilisation und die Rückkehr der First Nature als zentraler Prozess nach der Katastrophe analysiert werden.

4. Zusammenfassung der Ergebnisse und Abgrenzung: Das Kapitel synthetisiert die Erkenntnisse zum Wandel des anthropogenen Feldes und vergleicht die unterschiedlichen Reaktionen der Protagonisten auf den Verlust der Zivilisation.

5. Schwierigkeiten und weitere Anwendungsfelder: Die abschließende Reflexion bewertet die methodische Anwendbarkeit der Raum- und Systemtheorie auf die gewählten Texte und deutet auf mögliche Erweiterungen der Forschung hin.

Schlüsselwörter

First Nature, Second Nature, Zivilisation, Postapokalyptische Robinsonaden, Systemtheorie, Raumtheorie, Niklas Luhmann, Jurij Lotman, Identitätskonstruktion, Neusemantisierung, Anthropozentrik, Postmoderne, Umwelt, Entmenschlichung, Dissipatio humani generis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Natur und Zivilisation in postapokalyptischen Romanen unter Verwendung von raum- und systemtheoretischen Ansätzen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der theoretische Begriff der "First Nature" (vom Menschen unberührt) und "Second Nature" (vom Menschen geformt), sowie deren Wandel nach einem totalen Zusammenbruch menschlicher Zivilisation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu erklären, wie die Welt semantisch umgedeutet wird, wenn der Mensch als ordnende Instanz ausfällt und der Raum zur autonomen "First Nature" zurückkehrt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert die Systemtheorie nach Niklas Luhmann mit der Raumtheorie nach Jurij Lotman, um literarische Räume und deren Bedeutungswandel methodisch greifbar zu machen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei Romane – „Dissipatio humani generis“, „Oryx and Crake“ und „Die Wand“ – in Bezug auf die Auflösung der Zivilisation und die psychologische Anpassung der überlebenden Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind First/Second Nature, Zivilisation, Systemtheorie, Raumtheorie, Identitätskonstruktion und postapokalyptische Robinsonaden.

Wie unterscheidet sich die "First Nature" von der "Second Nature" in den Romanen?

Die "First Nature" ist durch absolute Autonomie vom Menschen und Abwesenheit von menschlicher Sinnzuschreibung gekennzeichnet, während die "Second Nature" ein von Menschen gestaltetes, dependentes System darstellt.

Warum wird der Begriff "Robinsonade" für diese Texte verwendet?

Weil die Texte die Isolation des Individuums in einer ihm feindlichen, fremden Umwelt thematisieren und den Überlebenskampf unter Abwesenheit zivilisatorischer Strukturen in den Mittelpunkt stellen.

Welche Rolle spielt die Identität der Protagonisten?

Die Identität der Protagonisten ist eng an ihre Systemzugehörigkeit geknüpft; der Verlust der Zivilisation zwingt sie zu einer radikalen Neudefinition ihrer selbst im Kontext einer nun indifferenten Natur.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung für die drei analysierten Romane?

Während alle drei Romane die Rückkehr zur "First Nature" zeigen, variieren die Protagonisten stark in ihrem Widerstand gegen diesen Prozess – von der schnellen Akzeptanz bis zum verzweifelten Versuch, zivilisatorische Reste zu konservieren.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Konzept der First und Second Nature im Kontext der Systemtheorie und der Raumtheorie in postapokalyptischen Robinsonaden
Universidad
University of Augsburg
Curso
Postapokalyptische Robinsonaden
Calificación
1,0
Autor
Thomas Laschyk (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
22
No. de catálogo
V277380
ISBN (Ebook)
9783656701835
ISBN (Libro)
9783656703518
Idioma
Alemán
Etiqueta
Postapokalypse Robinsonade Raumtheorie First Nature Second Nature Dissipatio Humani Generis Die Wand Luhmann Lotmann Systemtheorie Literaturwissenschaft Hegel Marx Natur Zivilisation Postmoderne Oryx and Crake Margaret Atwood
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Laschyk (Autor), 2013, Das Konzept der First und Second Nature im Kontext der Systemtheorie und der Raumtheorie in postapokalyptischen Robinsonaden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277380
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