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Die Thematisierung von (Homo-)Sexualität im Literaturunterricht. Der Roman „tschick“ von Wolfgang Herrndorf

Title: Die Thematisierung von (Homo-)Sexualität im Literaturunterricht. Der Roman „tschick“ von Wolfgang Herrndorf

Term Paper , 2014 , 32 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anika Strelow (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Um den Ansprüchen unserer heutigen, immer offener und komplexer werdenden Gesellschaft gerecht zu werden, ist es wichtig, das Thema (Homo-)Sexualität, welches immer wieder tabuisiert und angefochten wird, auch in der Institution Schule klar anzusprechen und im Klassenverband zu diskutieren. Ziel dieser Thematisierung soll es sein, mehr Offenheit gegenüber Andersdenkenden und -Fühlenden zu entwickeln und den Schülerinnen und Schülern zu helfen, diesbezüglich eigene Standpunkte zu vertreten. Besonders der Deutschunterricht kann in diesem Sachverhalt zahlreiche Gesprächsanlässe bieten und für alle Beteiligten gewinnbringend sein, insofern die Unterrichtsgestaltung gut durchdacht und die Arbeitsweisen, Methoden und Materialen vorab gut von der Lehrkraft überlegt worden sind.
Ein geeignetes Beispiel für die Auseinandersetzung mit dem Thema (Homo-)Sexualität im Deutschunterricht stellt der 2010 von Wolfgang Herrndorf veröffentlichte Jugendroman „tschick“ dar (Herrndorf 2013). „tschick“ begeistert vor allem durch seine leichte und witzige Erzählweise, seine abenteuerlichen Geschichten, aber auch durch Themen , die Teil der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler sind und - in Hinblick auf den Deutschunterricht - zu einer lohnenswerten inhaltlichen Auseinandersetzung herausfordern.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Auseinandersetzung mit dem Thema (Homo-)Sexualität während der Romanbehandlung von „tschick“ gewinnbringend in den Deutschunterricht mit eingebracht werden kann. Sie soll aber auch Vorschläge für handlungs- und produktionsorientierte Methoden in der Praxis geben, mit denen auf motivierende Weise jene Themen am Lektüretext behandelt und gleichzeitig Bezüge zur Lebenswelt der Lernenden hergestellt werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. „tschick“ - Ein unterhaltsamer Jugendroman hält Einzug ins Klassenzimmer

4. Didaktische Vorüberlegungen zum Einsatz des Romans im Deutschunterricht

4.1 Bedingungsanalyse

4.2 Didaktische Analyse

4.3 Methodische Analyse

5. Konfrontation der besonderen Art - Beispiele zur Thematisierung von (Homo-)Sexualität in der Unterrichtspraxis

5.1 Unterrichtssequenz I: Ein Vergleich der Hauptfiguren in „Tschick“ und „Crazy“

5.2 Unterrichtssequenz II: Analyse des geschlechtsspezifischen Rollenverständnisses unserer Gesellschaft

5.3 Unterrichtssequenz III: Über die Funktion und den Gebrauch des Adjektivs „schwul“

5.4 Unterrichtssequenz IV: Tschicks Outing und Maiks Reaktion

5.5 Unterrichtssequenz V: Internetrecherche zur Aktualität des Themas Homosexualität

6. Portfolio und Leitungsbewertung

7. Abschließende Reflexion

8. Anhang

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das oft tabuisierte Thema (Homo-)Sexualität während der Behandlung des Jugendromans „tschick“ von Wolfgang Herrndorf gewinnbringend in den Deutschunterricht integriert werden kann, um Toleranz und Offenheit bei den Lernenden zu fördern.

  • Methodische Ansätze für einen handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht
  • Analyse von geschlechtsspezifischen Rollenbildern und deren Reflexion
  • Integration aktueller gesellschaftlicher Diskurse und Medienbeispiele
  • Förderung personaler und sozialer Kompetenzen durch kooperative Lernformen
  • Portfolioarbeit als prozessorientiertes Bewertungsinstrument im Literaturunterricht

Auszug aus dem Buch

4.1 Bedingungsanalyse

Die Schülerinnen und Schüler nehmen während des Lesens an den Erlebnissen und Gefühlen der beiden Achtklässler, Maik und Tschick, teil und stoßen auf alterstypische Probleme. Der Wunsch nach eigener Autorität und dem Erwachsensein; die Sehnsucht nach Liebe und Aufmerksamkeit von den Eltern und/oder Gleichaltrigen; Fragen nach der eigenen Identität, der sexuellen Ausprägung und der sozialen Stellung im Klassenverband - all das sind Probleme, mit denen sich nicht nur Maik und Tschick, sondern auch die Schülerinnen und Schülern während der Pubertät auseinandersetzen. Daher wird „tschick“ als Schullektüre für die Schuljahrgänge 8/9 bis 10 (Einführungsphase) empfohlen. Die Figuren, Maik und Tschick, verwenden darüber hinaus zahlreiche jugend- und umgangssprachliche Ausdrücke und weisen einen Sprachstil, der dem alterstypischen Sprachstil der Schülerinnen und Schülern ähnelt, auf. Für seine jugendlichen Leser bietet der Roman also mit seiner Thematik und seiner Sprache ein hohes Identifikationspotential, sodass eine entsprechend hohe Lesebereitschaft erwartet werden kann, was eine gute Voraussetzung für dessen weitere Unterrichtsbehandlung darstellt.

Bei der Thematisierung von (Homo-)Sexualität im Unterricht ist zu beachten, dass es eines der wohl spannungsgeladensten Themen während der Romanbehandlung von „tschick“ darstellt. Bei der Unterrichtsvorbereitung sollte vor allem beachtet werden, dass Schülerinnen und Schüler den Einflüssen von Medien, Gleichaltrigen und Peer-Groups sowie dem Elternhaus unterliegen und - auf der einen Seite - eventuell noch keine Erfahrungen mit Sexualität hatten und - auf der anderen Seite - allerhand Vorurteile gegenüber Homosexuellen besitzen können. Außerdem sollte die Lehrperson stets damit rechnen, dass innerhalb des Klassenverbandes neben hetero- auch homosexuelle Orientierungen vertreten sein können. (Valtl 1998: 151)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Erläutert die wachsende Bedeutung des Themas Homosexualität in der Öffentlichkeit und begründet die Notwendigkeit, sexuelle Aufklärung fächerübergreifend in den Unterricht zu integrieren.

2. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, (Homo-)Sexualität im Rahmen der Romanbehandlung von „tschick“ methodisch vielfältig und gewinnbringend für die Schülerinnen und Schüler aufzuarbeiten.

3. „tschick“ - Ein unterhaltsamer Jugendroman hält Einzug ins Klassenzimmer: Gibt eine inhaltliche Übersicht des Romans und beschreibt die Protagonisten sowie deren Relevanz für die Lebenswelt Jugendlicher.

4. Didaktische Vorüberlegungen zum Einsatz des Romans im Deutschunterricht: Analysiert die Lernvoraussetzungen, den didaktischen Bildungsgehalt, die strukturellen Anforderungen und die methodischen Möglichkeiten für den Unterricht.

5. Konfrontation der besonderen Art - Beispiele zur Thematisierung von (Homo-)Sexualität in der Unterrichtspraxis: Präsentiert konkrete Unterrichtssequenzen, die vom Vergleich literarischer Figuren bis hin zur Internetrecherche und Rollenspielen reichen.

6. Portfolio und Leitungsbewertung: Schlägt die Portfolioarbeit als geeignete, prozessorientierte Methode zur individuellen Leistungsmessung und Reflexion vor.

7. Abschließende Reflexion: Resümiert die Bedeutung einer offenen Thematisierung von Sexualität im Unterricht und betont die Notwendigkeit entsprechender Lehrangebote in der universitären Ausbildung.

8. Anhang: Enthält ergänzende Materialien, Arbeitsblätter und Tabellen für die praktische Unterrichtsgestaltung.

9. Literaturverzeichnis: Listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Grundlagen auf.

Schlüsselwörter

Tschick, Wolfgang Herrndorf, Homosexualität, Sexualerziehung, Literaturunterricht, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Deutschunterricht, Jugendroman, Identität, Rollenbilder, Geschlechterrollen, Diskriminierung, Toleranz, Portfolio, Didaktische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Integration des Themas (Homo-)Sexualität in den Deutschunterricht am Beispiel des Romans „tschick“ von Wolfgang Herrndorf.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die didaktische und methodische Aufarbeitung von Sexualität und Geschlechterrollen, der Umgang mit Vorurteilen sowie die Förderung von Toleranz und Identitätsfindung bei Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Thema (Homo-)Sexualität motivierend und handlungsorientiert in die Romanbehandlung integriert werden kann, um Schülerinnen und Schülern einen reflektierten Umgang damit zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fachdidaktischen Analyse nach Wolfgang Klafki sowie dem Konzept des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in didaktische Vorüberlegungen (Bedingungsanalyse, didaktische/methodische Analyse) und eine detaillierte Ausarbeitung von fünf konkreten Unterrichtssequenzen für die Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Tschick, (Homo-)Sexualität, Literaturunterricht, handlungsorientierte Didaktik, Rollenbilder und Portfolioarbeit.

Warum ist gerade „tschick“ ein geeignetes Werk für diese Thematik?

Der Roman bietet durch seine authentische Jugendsprache und die Identifikationsmöglichkeiten der Figuren ein hohes Motivationspotenzial, das sich hervorragend eignet, um alterstypische Fragen zu Identität und Sexualität zu behandeln.

Wie kann die Bewertung des Lernerfolgs in diesem Kontext erfolgen?

Die Autorin schlägt die Portfolioarbeit vor, da sie den individuellen Lernprozess und die persönliche Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den Inhalten transparent und prozessorientiert dokumentiert.

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Details

Title
Die Thematisierung von (Homo-)Sexualität im Literaturunterricht. Der Roman „tschick“ von Wolfgang Herrndorf
College
Martin Luther University  (Institut für Germanistik)
Grade
2,0
Author
Anika Strelow (Author)
Publication Year
2014
Pages
32
Catalog Number
V277469
ISBN (eBook)
9783656711674
ISBN (Book)
9783656713432
Language
German
Tags
thematisierung homo- sexualität literaturunterricht roman wolfgang herrndorf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anika Strelow (Author), 2014, Die Thematisierung von (Homo-)Sexualität im Literaturunterricht. Der Roman „tschick“ von Wolfgang Herrndorf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277469
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