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Konzept zur Förderung der Sprech- und Sprachkompetenz zum Erwerb der Schreibfähigkeit in der 1. Klasse

Title: Konzept zur Förderung der Sprech- und Sprachkompetenz zum Erwerb der Schreibfähigkeit in der 1. Klasse

Examination Thesis , 2004 , 39 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Scholz (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Kinder werden mit unterschiedlichen Sprach- und Schrifterfahrungen eingeschult. Einige können schon lesen und schreiben, anderen dagegen ist die Funktion von Schrift und Sprache noch nicht bewusst. Während sich im Klassenverband der Unterschied zwischen Schülern mit Deutsch als Zweitsprache
und denen mit deutscher Muttersprache in der Regel deutlicher hervorhebt, werden an der XXXX - Grundschule die Unterschiede innerhalb der Klassenstufen wegen des geringen Ausländeranteils zunächst nicht so offensichtlich. Meines Erachtens ist es, besonders im Hinblick auf die Ergebnisse der PISA - Studie aber auch hier unerlässlich, Mängel in der Sprachkompetenz möglichst schnell wahrzunehmen, sie zu analysieren, und dann umgehend Methoden zu entwickeln, die es ermöglichen, den Sprachdefiziten gezielt entgegenzuwirken. Mangelnde Sprachkompetenz erschwert, verzögert und behindert jedweden Bildungserwerb und isoliert die Menschen wegen unzureichender Kommunikationsfähigkeit und -möglichkeit. In diesem Kontext ist der Klassenlehrerin und mir einer unserer Erstklässler, S., 6 Jahre, aus verschiedenen Gründen immer wieder aufgefallen. Zu Beginn des
ersten Schuljahres fiel er besonders durch sein kaum entwickeltes Sozialverhalten auf. In Situationen, die er als konfliktreich erlebte, reagierte er fortwährend aggressiv. So stieß und trat S. andere Kindern während der Schulpausen oder spuckte sie an. Nie kam er auf die Idee, sich an eine Aufsichtperson zu wenden, sich seinen Mitschülern mit Hilfe von Worten mitzuteilen oder sich verbal zu wehren. Schulische Aufgaben erledigte S. weitgehend oberflächlich. Seine Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, war auffallend gering. Er konnte sich nur wenige Minuten ernsthaft mit einer Sache befassen. Dabei hinterließ S. den Eindruck, dass ihm das Arbeiten keinerlei Spaß macht. Schnell entwickelte er verschiedene Vermeidungsstrategien, mit denen er sich der für ihn unangenehmen, anstrengenden und belastenden Situationen für Momente entziehen konnte. Im Laufe der Zeit beobachtete ich im Unterrichtsalltag, dass sich S. durch seine Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb, in erster Linie aber durch die auffallenden Unsicherheiten beim Sprechen von seinen Mitschülern unterscheidet und somit auch abgrenzt. Anfangs war es ihm nicht möglich, seine Gesprächspartner während des Sprechens anzusehen, geschweige denn, Augenkontakt aufzunehmen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung / Einleitende Darstellung des Problems

2. Darstellung der Thematik in einem Cluster

3. Ist-Stand-Analyse

3.1 Lese – und Schreiblernvoraussetzungen

3.2 Schülerpersönlichkeit

3.2.1 Selbstkonzept und soziales Verhalten

3.2.2 Lernmotivation, Aufmerksamkeit und Konzentration

3.3 Kurze Darstellung der Klassensituation / Lernumfeld

3.4 Aus den Beobachtungen resultierende Überlegungen

3.4.1 Spracherwerb und Sprachentwicklung bei Kindern

3.4.2 Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb

3.4.3 Grundprinzipien ganzheitlicher Sprachförderung

3.5 Lehrerkompetenzen

4. Schwerpunktsetzung und Darstellung der Leitziele

4.1 Zur Wahl der Evaluationsinstrumente

5. Entwicklung des Förderkonzeptes

5.1 Ort - Zeit - Dauer

5.2 Die Übungen

5.3 Durchführung / Aufbau der Förderung

6. Die Durchführung

6.1. Ort - Zeit - Dauer

6.2 Die Übungen

7. Evaluation des Konzeptes

7.1 Lese- und Schreiblernvoraussetzungen

7.2 Sprachschwierigkeiten

7.3 Schülerpersönlichkeit

7.3.1 Selbstkonzept, Lernmotivation und soziales Verhalten

7.3.2 Konzentrationsfähigkeit

7.4 Lehrerkompetenzen

8. Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines individuellen Förderkonzepts für einen Erstklässler mit Defiziten in der Sprech- und Sprachkompetenz, um dadurch seine Schreibfähigkeit zu verbessern und eine positive Lernstruktur zu etablieren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf eine ganzheitliche Förderung, die dem Schüler hilft, seine negativen Lernmuster aufzubrechen und ein positiveres Selbstkonzept aufzubauen.

  • Diagnose und Analyse von Sprach- und Lernschwierigkeiten bei Erstklässlern
  • Entwicklung von ganzheitlichen, spielerischen Fördermaßnahmen
  • Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Schriftspracherwerb
  • Einfluss von Selbstkonzept und Lernmotivation auf die schulische Leistung
  • Evaluation durch Beobachtung, schriftliche Arbeiten und Tonbandanalysen

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Spracherwerb und Sprachentwicklung bei Kindern

Um ein effektives Förderkonzept entwickeln zu können, ist es notwendig, über den Spracherwerb und die Sprachentwicklung von Kindern informiert zu sein. Wie also erwerben Kinder das komplexe System Sprache und welche Faktoren fördern die Sprachentwicklung?

Kognitive, emotive, soziale und sprachliche Komponenten stehen bei der Entwicklung eines Kindes in engem Zusammenhang. Bei der Durchsicht entsprechender Literatur findet man verschiedene Vertreter mit zum Teil gegensätzlichen Ansätzen wie dem behavioristischen nach Skinner oder dem nativistischen nach Chomsky oder Lenneberg. Doch diese zwei entgegengesetzten Ansätze können für sich gesehen den Spracherwerb nicht eindeutig klären. Meines Erachtens ist es sinnvoller, sich den Spracherwerb als ein Zusammenwirken von Aspekten aus beiden Ansätzen zu erklären. Dies wird z. B. auch in der Konvergenztheorie von William Stern versucht, der den Spracherwerb als eine Verbindung aus inneren, intentionalen Motiven, den angeborenen Eigenschaften und Einwirkungen aus der Umwelt des Kindes darstellt.

Die Umwelt des Kindes, also auch die Schule, spielt demnach eine tragende Rolle beim Spracherwerb. Indem das Kind in Interaktion mit anderen Menschen tritt, lernt es die Sprache immer besser zu beherrschen und die Welt zu verstehen. Spracherwerb ist auch ein soziales Phänomen. Zuwendung und emotionale Nähe sind für die kindliche Sprachentwicklung mit entscheidend. Auf Grund dieser Tatsache sollte es also möglich sein, Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung durch viele Erzählanlässe und gezielte Hilfestellungen zu fördern.

Erzählen als kommunikatives Mittel kann aber nur dann erfolgreich ablaufen, wenn es neben dem Erzähler auch mindestens einen Zuhörer gibt, der sich diesem aufmerksam zuwendet und signalisiert, dass er an der Erzählung interessiert ist. Der Zuhörer sollte nicht nur passiv dem Geschehen folgen, sondern durch aktives Zuhören seinem Gegenüber immer wieder Rückmeldungen geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung / Einleitende Darstellung des Problems: Diese Einleitung beschreibt die Ausgangslage eines Erstklässlers mit sprachlichen Defiziten und skizziert die Notwendigkeit einer individuellen Förderung im schulischen Kontext.

2. Darstellung der Thematik in einem Cluster: Dieses Kapitel visualisiert die zentralen Aspekte der geplanten Sprech- und Sprachförderung in einer übersichtlichen grafischen Darstellung.

3. Ist-Stand-Analyse: Hier wird der aktuelle Leistungsstand des Schülers durch Beobachtungen, Diagnosegespräche und die Analyse schriftlicher Arbeiten eingehend untersucht.

4. Schwerpunktsetzung und Darstellung der Leitziele: Dieses Kapitel definiert auf Basis der Diagnose konkrete pädagogische Ziele und wählt geeignete Evaluationsinstrumente für die Förderung aus.

5. Entwicklung des Förderkonzeptes: Hier wird das methodische Design der Förderung festgelegt, inklusive organisatorischer Rahmenbedingungen und der Auswahl spielerischer Übungsbereiche.

6. Die Durchführung: Dieses Kapitel beschreibt kurz und prägnant den tatsächlichen Verlauf und die organisatorische Umsetzung der geplanten Förderstunden.

7. Evaluation des Konzeptes: Hier werden die Ergebnisse der Förderung analysiert, der Lernfortschritt des Schülers reflektiert und die Wirksamkeit der gewählten Methoden kritisch bewertet.

8. Ausblick: Das Fazit stellt die Notwendigkeit einer weiteren Förderung heraus und diskutiert die strukturellen Herausforderungen für Schulen bei der individuellen Sprachbegleitung.

Schlüsselwörter

Sprachförderung, Schriftspracherwerb, Erstklässler, Phonologische Bewusstheit, Selbstkonzept, Einzelförderung, Lernstruktur, Sprachstörungen, Diagnose, Sprechkompetenz, Schulanfang, Lernmotivation, Ganzheitlichkeit, Artikulation, Förderkonzept.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Erprobung eines individuellen Förderkonzepts für einen Erstklässler, der aufgrund von Sprachdefiziten Schwierigkeiten beim Erwerb der Schreibfähigkeit zeigt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Diagnose von Sprach- und Sprechproblemen, die Förderung der phonologischen Bewusstheit sowie die positiven Auswirkungen einer ganzheitlichen Einzelförderung auf das Selbstkonzept und die Lernmotivation des Kindes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch gezielte, spielerische Einzelförderung die Sprachkompetenz des Schülers so zu steigern, dass er Lernhemmnisse abbaut und einen erfolgreichen Schriftspracherwerb bewältigen kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Ist-Stand-Analyse mittels standardisierter Diagnoseverfahren, die kontinuierliche Beobachtung in Unterrichts- und Fördersituationen sowie die Analyse von Tonbandaufnahmen und schriftlichen Arbeitsergebnissen des Schülers.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Ist-Stand-Analyse, die Herleitung von Leitzielen, die theoretische Begründung der Übungsauswahl, die praktische Durchführung der Einzelförderung sowie die abschließende Evaluation der erzielten Fortschritte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachförderung, Schriftspracherwerb, phonologische Bewusstheit, Einzelförderung und Lernstruktur geprägt.

Wie hat sich das Sozialverhalten des Schülers während der Förderung verändert?

Der Schüler zeigte anfangs ein aggressives Durchsetzungsverhalten. Im Verlauf der Förderung reduzierte sich dieses Fehlverhalten deutlich, und der Schüler agierte zunehmend selbstbewusster und offener gegenüber Mitschülern und Lehrkräften.

Warum ist laut der Autorin ein Zeitbudget für Einzelförderungen notwendig?

Die Autorin argumentiert, dass aufgrund der steigenden Anzahl förderbedürftiger Kinder und mangelnder Ressourcen die Schulen zeitliche und personelle Freiräume benötigen, um unbedingt notwendige, nicht aufschiebbare Sprachfördermaßnahmen sicherzustellen.

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Details

Title
Konzept zur Förderung der Sprech- und Sprachkompetenz zum Erwerb der Schreibfähigkeit in der 1. Klasse
Grade
1,0
Author
Julia Scholz (Author)
Publication Year
2004
Pages
39
Catalog Number
V27749
ISBN (eBook)
9783638297127
ISBN (Book)
9783656764847
Language
German
Tags
Entwicklung Durchführung Evaluation Konzepts Förderung Sprech- Sprachkompetenz Element Erwerb Schreibfähigkeit Schüler Schuljahr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Scholz (Author), 2004, Konzept zur Förderung der Sprech- und Sprachkompetenz zum Erwerb der Schreibfähigkeit in der 1. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27749
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