Dyslalie (Stammeln). Eine phonetisch-phonologische Störung

Begriffsklärung, Ätiologie, Diagnostik, Therapie


Seminararbeit, 2014

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung
2.1 Sprachstörung, Sprachbehinderung und Kommunikationsbehinderung
2.2 Strukturebenen der Sprache

3 Dyslalie
3.1 Definition
3.2 Merkmale von Dyslalie
3.3 Einteilung von Dyslalie
3.4 Diagnostik
3.5 Therapiemöglichkeite

4 Fazit

5 Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Es gibt in der Sprachbehindertenpädagogik unterschiedliche Sprach- und Sprechstörungen, die klassifiziert werden. Diese Hausarbeit handelt im kurzen von der Thematik der Dyslalie. Die Dyslalie gehört zu den phonetisch- phonologischen Sprechstörungen. In aktuellerer Literatur wird das Wort Dyslalie manchmal mit dem Wort phonetisch- phonologischen Sprechstörung ersetzt. Stammeln war eine ältere Bezeichnung für das Wort Dyslalie.

Diese Hausarbeit stellt einen Überblick dar, zunächst angefangen in Kapitel 2 mit den unterschiedlichen Begriffsklärungen, wie Sprache, Sprachstörung, Strukturebenen der Sprache und die Kommunikationsbehinderung. Danach folgt in Kapitel 3 der Hauptteil der Hausarbeit die Dyslalie, welche sich gliedert in die Definition, die Merkmale, die Einteilungsmöglichkeiten, die Diagnostikverfahren und die Therapiemöglichkeiten.

Ein Fazit befindet sich in Kapitel 4 und das Literatur- und Quellenverzeichnis in Kapitel 5.

2 Begriffsklärung

2.1 Sprache

Es gibt in der Sprachheilpädagogik mehrere Definitionen vom Begriff der Sprache. Die erste Definition, die heute auch noch weit verbreitet ist, ist die vom amerikanischen Linguist Edward Sapir (1884 – 1939).

Er definierte Sprache wie folgt: „Sprache ist eine ausschließlich dem Menschen eigene nicht im Instinkt wurzelnde Methode zur Übermittlung von Gedanken, Gefühlen und Wünschen mittels eines Systems von frei geschaffenen Symbolen.“[1]

Die Definitionen entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts immer weiter.

Noam Chomsky (geb. 1928), auch ein bedeutender Professor für Linguistik definierte Sprache wie folgt.

„Eine Sprache ist eine (begrenzte oder unbegrenzte) Menge von Sätzen, die jeweils in ihrer Länge begrenzt sind und aus einer begrenzten Menge von Elementen gebildet werden.“[2]

Robert Anderson Hall, ebenso ein amerikanischer Professor für Linguistik bezeichnete „Sprache als eine Einrichtung, durch die Menschen mittels gewohnheitsmäßig verwendeter, willkürlicher oral-auditiver Symbole miteinander kommunizieren und interagieren.“[3]

Es geht in allen drei Definitionen um die Kommunikation mittels eines freigeschaffenen Symbolsystems. Ziel der Sprache ist die Kommunikation von Wünschen, Ideen, Emotionen. Dagegen brachte Chomsky den Aspekt der Struktur in die Sprachwissenschaft. Chomsky betrachtete das System der Sprache als eine Menge von Sätzen, die in ihrer Menge begrenzt und gebildet werden.

2.2 Sprachstörung, Sprachbehinderung und Kommunikationsbehinderung

Wenn Störungen in der Kommunikation auftreten, nennt man das Sprachstörungen. Nach Gerda Knura ist die Sprachstörung „individuell unterschiedlich verursachte und ausgeprägte Unfähigkeit zum regelhaften, alters- und entwicklungsgerechten Gebrauch der Muttersprache, die sich auf eine, mehrere oder alle Strukturebenen und Teilfunktionen des Sprachsystems erstrecken und vorübergehend, langandauernd oder bleiben sein kann.“[4]

Nach Knura ist eine Sprachstörung immer individuell und hat unterschiedliche Ursachen. Da sich der Verfasser in dieser Hausarbeit mit dem Thema der Dyslalie beschäftigt, welche zu den phonetisch- phonologischen Sprachstörungen zählt, sind die Ursachen ganz unterschiedlich. Es können organische Ursachen, Sprachentwicklungsstörungen und so weiter eine Rolle spielen. Die Sprachstörung kann mithilfe von Therapie und gezielter Übung behandelt werden, wenn dies nicht geschieht und die Sprachstörung langandauernd ist, kann daraus eine Sprachbehinderung folgen. Die Sprachbehinderung definiert sie als „…die durch die Sprachstörung bewirkte Gefährdung oder Beeinträchtigung der Persönlichkeits- und Sozialentwicklung sowie der seelisch-geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit."[5] Knura beschreibt in ihrer Definition den individuellen Zugang, wobei die individuelle seelisch-geistige und körperliche Leistungsfähigkeit leidet. Im schlimmsten Fall kann dann eine Sprachstörung nach Otto Braun, ehemaliger Professor der Sprachheilpädagogik in Berlin, zu einer Kommunikationsbehinderung werden„wenn der betroffeneMensch und seine Kommunikationspartner in der Erfüllung der Funktionenmenschlicher Kommunikation (Informationsaustausch, Bedürfnisbefriedigung, Ausdruck der Persönlichkeit, Regulation der Beziehung u.a.) beeinträchtigt sind. Kommunikationsbehinderung bedeutet hier, daß (!) beide Kommunikationspartner, derSprachgestörte und der Sprachunauffällige, behindert oder behindert sein können.”[6]

2.3 Strukturebenen der Sprache

In der Sprachheilpädagogik werden vier bedeutende Strukturebenen der Sprache differenziert. Auf der phonetisch-phonologischen Sprachebene können manche Laute oder Lautverbindungen nicht richtig gesprochen werden. Viele Kinder, die auf der phonetisch-phonologischen Sprachebene Probleme haben, ersetzen Laute (Substitutionsprozesse), vertauschen Laute (Silbenstrukturprozesse) oder lassen diese weg (Assimilationsprozesse, Harmonierungsprozesse = angleichen). Der Wortsinn kann dadurch verändert werden.[7]

Auf der syntaktisch-morphologischen Sprachebene wird der Satzbau nicht altersgemäß oder die Grammatik nicht altersgerecht angewandt.[8]

Die semantisch-lexikalischeSprachebene umfasst den Wortschatz. Das Kind hat noch keinen altersgemäßen Wortschatz und versteht häufig auch nicht, was ihm gesagt wird, weil es die Wörter nicht kennt.[9]

Die vierte und letzte ist die kommunikativ-pragmatische Sprachebene. In dieser können die Kinder die Satzformen gemäß den kommunikativen Gesprächsregeln nicht anwenden. Die Gesprächsfähigkeit und die Gesprächsbereitschaft sind nicht altersgerecht ausgeprägt.[10]

[...]


[1] zitiert nach John Lyons, 1992 S. 13

[2] http://kzufranz.pbworks.com/f/Sprachtheorie_Handout_L%C3%B6sungen.pdf

[3] http://titus.uni-frankfurt.de/personal/manana/allgem/all01.pdf

[4] Knura, 1980, S.3f.

[5] Ebenda.

[6] Braun, 1995, S.317.

[7] Mönter, O.J. , S.8.

[8] Ebenda S.14.

[9] Ebenda S.13.

[10] Ebenda S.18.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Dyslalie (Stammeln). Eine phonetisch-phonologische Störung
Untertitel
Begriffsklärung, Ätiologie, Diagnostik, Therapie
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V277552
ISBN (eBook)
9783656704829
ISBN (Buch)
9783656707486
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es gibt in der Sprachbehindertenpädagogik unterschiedliche Sprach- und Sprechstörungen, die klassifiziert werden. Diese Hausarbeit handelt im kurzen von der Thematik der Dyslalie. Die Dyslalie gehört zu den phonetisch- phonologischen Sprechstörungen. In aktuellerer Literatur wird das Wort Dyslalie manchmal mit dem Wort phonetisch- phonologischen Sprechstörung ersetzt. Stammeln war eine ältere Bezeichnung für das Wort Dyslalie. Diese Hausarbeit stellt einen Überblick dar, zunächst angefangen in Kapitel 2 mit den unterschiedlichen Begriffsklärungen, wie Sprache, Sprachstörung, Strukturebenen
Schlagworte
Dyslalie, Stammel, Stammeln, Sprachstörung, phonetische Sprachstörung, phonologische Sprachstörung
Arbeit zitieren
M. Ed. Christoph Staufenbiel (Autor), 2014, Dyslalie (Stammeln). Eine phonetisch-phonologische Störung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277552

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