Der phonetisch-phonologische Vergleich des spanischen und deutschen Konsonantensystems


Hausarbeit, 2010

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung
1.1. Begriffserklärung / Abgrenzung der Begriffe Phonetik und Phonologie
1.2.Artikulatorisch-phonetische Klassifikationskriterien

2. Die kontrastive phonetische Analyse der Konsonantensysteme
2.1 Gegenüberstellung der Konsonantensysteme im Spanischen und im Deutschen
2.2. Gegenüberstellung der phonetischen Varianten der beiden Sprachen
2.3 Analyse der Ergebnisse – einige mögliche Ausspracheschwierigkeiten und phonetische Interferenzen bei deutschen Spanischlernern

3 Abschließende Betrachtungen

4. Bibliographie

1.Einleitung

Der Gegenstand dieser Arbeit ist der phonetisch-phonologische Vergleich der deutschen und spanischen Sprachsysteme anhand ihrer Konsonantenphoneme.

Die Fragen, die ich mir bei der Betrachtung der beiden Lautsysteme stelle sind auf der einen Seite, welche relevanten Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Lautinventaren des Spanischen und des Deutschen bestehen und zum anderen, welche Schwierigkeiten sich durch die kontrastive Gegenüberstellung der beiden Konsonantenphoneme in der spanischen Aussprache für deutsche Muttersprachler aufdecken lassen. Außerdem stellt sich mir die Frage, welchen Nutzen ein solcher kontrastiver phonetischer Vergleich für deutsche Spanischlerner haben kann.

Folglich setze ich mir das Ziel, im Rahmen dieser Hausarbeit herauszuarbeiten, welche wesentlichen phonetischen und phonologischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen und dem spanischen Lautsystem bezogen auf das Konsonantensystem bestehen. Anhand dieser kontrastiven Gegenüberstellung beider Konsonantensysteme und deren allophonischen Inventare sollen mögliche phonetische Interferenzen und Schwierigkeiten in der spanischen Aussprache für deutsche Muttersprachler aufgedeckt werden.

Um eine genügende Differenzierbarkeit des Vergleichs gewährleisten zu können und gleichzeitig nicht den vorgegebenen Rahmen dieser Arbeit zu sprengen, werde ich mich bei dem Vergleich jeweils nur auf die Konsonantensysteme beschränken. Es ist mir bewusst, dass für eine vollständige kontrastive phonetisch-phonematische Analyse der beiden Sprachsysteme die Gegenüberstellung des Vokalismus und der Diphthonge der beiden Sprachen notwendig ist. Dennoch habe ich mich, zugunsten eines differenzierten, genauen Vergleichs der Konsonantensysteme dafür entschieden, auf eine vollständige kontrastive Analyse des gesamten Sprachsystems zu verzichten.

Im Folgenden möchte ich einige Anmerkungen bezüglich meiner weiteren Vorgehensweise machen.

Bevor ich mit dem eigentlichen Vergleich der beiden Konsonantensysteme beginne, werde ich die wichtigen Begriffe der Phonetik und der Phonologie erläutern und diese von einander abgrenzen. Desweiteren erachte ich es als sinnvoll, die Beschreibungskriterien der Laute, welche den übereinzelsprachlichen Vergleich ermöglichen, in Kürze darzulegen. Anschließend soll der eigentliche Vergleich der spanischen und der deutschen Konsonantenphoneme gewagt werden.

Als eine geeignete Methode für die kontrastive Analyse sehe ich eine tabellarische Gegenüberstellung in Form einer Matrix vor, die alle für den Vergleich notwendigen Beschreibungskriterien vereint. In der Fachliteratur gibt es bereits zahlreiche tabellarische Aufstellungen der jeweils deutschen und spanischen Konsonanteninventare. Meine methodische Vorgehensweise wird hingegen, darin bestehen, die beiden Phonemsysteme in einer gemeinsamen Matrix zusammenzustellen, mit dem Ziel, so die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede der beiden asilbischen Phoneminventare anschaulich ermitteln zu können.

Da die alleinige Gegenüberstellung der Konsonantenphoneme für den Vergleich der Konsonantensysteme der beiden Sprachen unzureichend wäre, werde ich im nächsten Schritt die Gegenüberstellung der allophonischen Varianten der beiden Konsonantensysteme miteinbeziehen. Im Anschluss daran sollen die Ergebnisse des Vergleichs hinsichtlich möglicher Interferenzen bei deutschen Spanischlernern analysiert werden. Hierbei geht es mir nicht darum, alle denkbaren Interferenzen zu ermitteln und zu analysieren, sondern einige wichtige hervorzuheben und beispielhaft darzustellen.

Schließlich möchte ich in den abschließenden Betrachtungen vor allem auf die Fragestellung der Nützlichkeit der kontrastiven Phonetik im Bereich des Fremdsprachenerwerbs zurückgreifen.

Meine These, die im Rahmen der Hausarbeit bewiesen werden soll ist, dass im Vergleich der beiden Konsonantensysteme eine Reihe von Kontrasten ermittelt werden kann, wobei diese Divergenzen den deutschen Muttersprachlern beim Erwerb der spanischen Sprache einige Ausspracheschwierigkeiten bereiten und zu phonetischen Interferenzen führen können.

1.1. Begriffserklärung / Abgrenzung der Begriffe Phonetik und Phonologie

Zu Beginn der eigentlichen phonetisch-phonematischen kontrastiven Analyse möchte ich im Folgenden in Kürze die Begriffe Phonetik und Phonologie von einander abgrenzen und in den Zusammenhang der Sprachwissenschaft einordnen. Dabei beziehe ich mich auf die wissenschaftlichen Definitionen und Erläuterungen, der in der Bibliographie angegebenen Fachliteratur.

Die linguistische Phonetik und die Phonologie sind als Teildisziplinen der Lautlehre in den Kontext der Systemlinguistik einzuordnen. Der Gegenstand der linguistischen Phonetik ist die „materielle“ Seite der gesprochenen Laute und zwar deren Produktion (artikulatorische Phonetik), Übertragung (akustische Phonetik) und die Rezeption (auditive Phonetik). Die Teildisziplin Phonetik befasst sich also mit der konkreten Realisierung der Laute unabhängig von ihrer Funktion im Sprachsystem. Ihre Aufgabe besteht darin, gesprochene Laute zu beschreiben und zu klassifizieren, wobei sich die Beschreibung und die daraus resultierende Klassifikation nicht nur auf Einzelsprachen beschränkt, sondern das gesamte Potential menschlicher Lautproduktion zu erfassen bestrebt ist. Die Klassifikation von Lauten erfolgt weitgehend über die Beschreibung der physiologischen Mechanismen, die zur Bildung der Laute notwendig sind. Ein einzelner Sprachlaut, der in der Phonetik untersucht wird, wird als Phon bezeichnet. Ein Phon ist demnach die kleinste Analyseeinheit innerhalb der Phonetik, der Phon ist der konkret realisierte Laut der phonologisch noch nicht klassifiziert ist. Für den in dieser Arbeit angestrebten phonetischen – phonematischen Vergleich ist lediglich der Teilbereich der artikulatorischen Phonetik von Bedeutung, da hierbei die unterschiedliche Bildung der Laute untersucht und mit einander verglichen werden soll.

Im Gegensatz zur Phonetik betrachtet die Teildisziplin Phonologie die Sprachlaute unter dem linguistischen Aspekt. Die Phonologie umfasst den Lautbestand von Einzelsprachen, untersucht ihre Funktion im jeweiligen Sprachsystem sowie ihre Stellung, Kombinatorik und Veränderungen im Sprachsystem einer Einzelsprache. Das bedeutet, dass die Phonologie die Art und Weise untersucht, auf welche das menschliche Lauterzeugungspotential in einzelnen Sprachen ausgeschöpft wird und welche phonologischen Gesetzmäßigkeiten für diese Sprachen gelten. Das Ziel der Phonologie ist es, ein Phoneminventar einer Einzelsprache aufzustellen. Hierzu wird eine Phonemanalyse durchgeführt, wobei die daraus gewonnenen Erkenntnisse Aufschluss über die bedeutungsunterscheidende Funktion von Lauten einer beliebigen Einzelsprache geben. Die Phone eines Sprachsystems, die sich dadurch als bedeutungsunterscheidend entpuppen, gelten dann als Bestandteile des Phoneminventars eines Sprachsystems. Das Verfahren zu der Ermittlung des Phoneminventars ist in den verschiedenen Sprachen zwar gleich, das Phonemsystem kann jedoch sehr unterschiedlich sein. Demnach ist ein Phonem die kleinste bedeutungsunterscheidende abstrakte Einheit eines Sprachsystems, die in der Phonologie untersucht wird. Es ist als ein Bündel distinktiver Merkmale zu verstehen, es vereint nämlich alle Eigenschaften in sich, die es in Opposition zu den anderen Phonemen der jeweiligen Einzelsprache treten lässt. Im Gegensatz zum Phonem hat ein Allophon keine bedeutungsunterscheidende Funktion, es stellt nur eine Realisierungsvariante ein und desselben Phonems dar.

An dieser Stelle ist es angebracht zu betonen, dass die beiden Teildisziplinen nicht strikt voneinander zu trennen sind, da die Phonologie in ihren linguistischen, funktionalen Analysen auf die Ergebnisse der phonetischen Untersuchungen der Laute zurückgreift. Umgekehrt gilt eben so, dass die Voraussetzung für eine Äußerung, ein funktionierendes phonematisches System ist. Deshalb werden im kontrastiven Vergleich dieser Arbeit sowohl phonetische als auch phonematische Aspekte der beiden Sprachen miteinbezogen.

1.2.Artikulatorisch-phonetische Klassifikationskriterien

Im folgenden Unterkapitel werde ich die wesentlichen artikulatorischen Kriterien erläutern, die der phonetischen Beschreibung der deutschen und spanischen Sprache dienen und für meine spätere kontrastive Analyse somit unerlässlich sind.

Zunächst unterscheidet man in der Phonetik zwischen den asilbischen Phonemen (den Konsonanten) und den silbischen Phonemen (den Vokalen), für die jeweils unterschiedliche Klassifikationskriterien gelten. Entscheidend ist, ob der ausströmenden Luft bei der Produktion von Lauten ein Hindernis gesetzt wird. Strömt die Luft ungehindert aus, entsteht ein Vokal, wird der Luft allerdings im Mundraum ein Hindernis durch die Sprechwerkzeuge gesetzt, wird ein Konsonant gebildet. Folglich kann man die Konsonanten als Hindernislaute bezeichnen

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der phonetisch-phonologische Vergleich des spanischen und deutschen Konsonantensystems
Hochschule
Universität Kassel  (Institut für Romanistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V277576
ISBN (eBook)
9783656704850
ISBN (Buch)
9783656706489
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vergleich, konsonantensystems
Arbeit zitieren
Elvira Peters (Autor), 2010, Der phonetisch-phonologische Vergleich des spanischen und deutschen Konsonantensystems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277576

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