In der folgenden Arbeit werde ich die Göttin Isis vorstellen. Dabei werde ich im ersten Abschnitt der Arbeit auf den Osiris Mythos eingehen, da hier die Wurzeln des Isiskultes zu finden sind. Unterdessen werde ich vorher thematisieren inwieweit wir von einem Mythos sprechen können und ob der Begriff des Mythos geklärt werden muss. Der Hauptteil der Arbeit, werden jedoch die verschiedenen Funktionen der Isis sein, inwieweit sich die Göttin entwickelt hat, was geblieben ist, was sich verändert hat und was zu der Ausbreitung des Kultes beigetragen hat. Schließlich werde ich verschiedene Quellen betrachten, in denen Isis auftritt.
Der letzte Abschnitt meiner Arbeit wird sich mit der Isis außerhalb Ägyptens beschäftigen. Denn aus Griechenland und Rom liegen uns erstaunlich viele Quellen vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.
2. Der Mythos. Begriffliche Klärung
2.1. Der Isis, Osiris und Horus Mythos.
2.2. Bedeutung und Funktion des Mythos.
3. Isis.
3.1. Isis mit den vielen Namen.
3.2. Funktionen der Isis.
3.2.1. Isis im Totenkult und Herrscherkult.
3.2.2. Isis die Muttergöttin und Zauberreiche.
3.2.3. Isis die Himmelsgöttin. Isis Sothis und Regengöttin.
4. Der Isiskult außerhalb Ägyptens
5. Resümee.
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die ägyptische Göttin Isis in ihrer Entwicklung und ihren vielfältigen Funktionen darzustellen. Dabei wird analysiert, wie Isis ausgehend von ihren Wurzeln im Isis- und Osiris-Mythos zu einer universalen Göttin wurde, die sowohl im Totenkult als auch im Herrscherkult eine zentrale Rolle einnahm und deren Kult schließlich weit über Ägypten hinausreichte.
- Bedeutung und Funktion des Osiris-Mythos für die ägyptische Religion.
- Die Entwicklung der Göttin Isis und ihre Angleichung an andere Gottheiten.
- Die Rolle der Isis als Muttergöttin, Zauberin und Heilerin.
- Die Ausbreitung und Wandlung des Isiskultes in der griechisch-römischen Welt.
Auszug aus dem Buch
3.1. Isis mit den vielen Namen.
In dem vorherigen Kapitel haben wir festgestellt, dass Isis an viele Götter angeglichen wurde. Diese Vorgehensweise, mag sie für uns befremdlich erscheinen, war für die Ägypter etwas selbstverständliches.
Bei der Vorstellung des Göttlichen und der Welt folgt der Ägyptern keiner monokausalen Logik sonder vielmehr eines „sowohl als auch“ Denkens [vgl. Schoske u. Wildung 1992:37]. Diese Denkvorstellung finden wir auch schon bei der Schöpfung.
Auffallend ist, dass der Ägypter nicht nur eine Schöpfungsgeschichte mit nur einer festgelegten Schöpfergottheit kannte. Vielmehr ist es so, dass mehrere Schöpfungsgeschichten nebeneinander existieren ohne sich gegenseitig auszuschließen. Schulze erklärt dieses für uns paradoxe Denken wie folgt, die Schöpfungsvorstellungen umschließen die Erscheinungen des Kosmos in seinen verschiedenen Bildern „die sich überschneidenden Kreisen gleichen, um die Vielfalt des Göttlichen zu erfassen […], so daß die ägyptische Religion auch nicht die sorgfältig geordnete und ausschließliche Zuständigkeit für ihre Götter kannte wie andere Religionen der Alten Welt“ [1987:135], dies merkt man unter anderem auch daran, dass ägyptische Götter als verschiedene Gestalten erscheinen können, dass sie verschiedene sich scheinbar widersprechende Aufgaben übernehmen können und dass die eine Gottheit die Aufgaben von anderen Göttern übernehmen kann.
Festzuhalten ist, dass den Ägyptern die weiblichen Elemente bei der Schöpfung wichtig waren, so werden eigentlich männliche Götter wie Ptha androgyne Wesenszüge, die auf das Gebären und/oder die Mutterrolle hindeuten, zugeschrieben [vgl. Schulze 1987:135].
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung.: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit, die den Osiris-Mythos, die Funktionen der Isis und die Verbreitung ihres Kultes außerhalb Ägyptens umfasst.
2. Der Mythos. Begriffliche Klärung: Dieses Kapitel hinterfragt den Begriff des Mythos im ägyptischen Kontext und stellt fest, dass ägyptische Mythen untrennbar mit dem Alltag und der Religion verbunden sind.
2.1. Der Isis, Osiris und Horus Mythos.: Es wird die zentrale Erzählung der Triade Isis, Osiris und Horus dargelegt, wobei die Bedeutung von Osiris als König und Richter der Toten hervorgehoben wird.
2.2. Bedeutung und Funktion des Mythos.: Das Kapitel analysiert die politische Funktion des Mythos zur Legitimierung des Pharaos sowie dessen zentrale Rolle für den ägyptischen Totenkult.
3. Isis.: Die Einleitung in das Kapitel über die Göttin Isis beleuchtet ihre menschliche Gestalt, ihr Symbol (den Thron) und ihre zunehmende Angleichung an andere Götter.
3.1. Isis mit den vielen Namen.: Hier wird erläutert, wie durch das ägyptische „sowohl als auch“-Denken Isis mit anderen Göttern verschmelzen und deren Funktionen übernehmen konnte.
3.2. Funktionen der Isis.: Dieses Kapitel führt in die Untersuchung der verschiedenen Rollen ein, die Isis im Laufe der Zeit in Ägypten eingenommen hat.
3.2.1. Isis im Totenkult und Herrscherkult.: Es wird aufgezeigt, wie Isis durch die Totenriten und die Zeugung des Horus sowohl das Weiterleben als auch die dynastische Nachfolge sichert.
3.2.2. Isis die Muttergöttin und Zauberreiche.: Dieses Kapitel behandelt Isis als schützende Mutter und mächtige Zauberin, die durch ihre Heilkunst und ihre List gegenüber anderen Göttern agiert.
3.2.3. Isis die Himmelsgöttin. Isis Sothis und Regengöttin.: Hier wird Isis' astrale Komponente als Sothis sowie ihre Rolle als lebensspendende Regengöttin beleuchtet.
4. Der Isiskult außerhalb Ägyptens: Das Kapitel beschreibt die Hellenisierung und Verbreitung des Isiskultes in der griechisch-römischen Welt, getrieben durch politische und religiöse Motive.
5. Resümee.: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die erreichten Ziele und weist auf offene Fragen zur detaillierten Praxis des Totenkultes und der Kultausbreitung hin.
Schlüsselwörter
Isis, Osiris, Horus, ägyptische Religion, Totenkult, Herrscherkult, Mythos, Muttergöttin, Zauberei, Isiskult, Hellenisierung, Antike, Sothis, Pantheon, Pharao.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der ägyptischen Göttin Isis, ihren Ursprüngen im Osiris-Mythos sowie ihrer Entwicklung zu einer universalen Göttin mit vielfältigen Funktionen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind der ägyptische Toten- und Herrscherkult, die Natur ägyptischer Mythen, die Charakterisierung der Isis als Mutter, Zauberin und Himmelsgöttin sowie die Verbreitung ihres Kultes in der griechisch-römischen Welt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entwicklung der Göttin Isis und ihre Bedeutung innerhalb Ägyptens sowie ihre erfolgreiche Transformation zu einer universalen Gottheit außerhalb Ägyptens darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kulturwissenschaftlichen Analyse von Mythen und religiösen Texten sowie der Betrachtung von Quellen zur Religionsgeschichte Ägyptens und des antiken Mittelmeerraums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Osiris-Mythos, die detaillierte Analyse der Funktionen der Isis (Mutter, Toten- und Herrschergöttin, Zauberin, Himmelsgöttin) und die Auswirkungen der Verbreitung ihres Kultes außerhalb Ägyptens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Isis, Osiris, Mythos, Totenkult, Muttergöttin, Zauberei, Ägypten und Isiskult.
Wie erklärt die Autorin die Fähigkeit der Isis, andere Götter zu verkörpern?
Die Autorin führt dies auf das ägyptische „sowohl als auch“-Denken zurück, das es erlaubte, verschiedene Gottheiten dynamisch in einer zentralen Figur zu vereinen, ohne deren ursprüngliche Identität zu verlieren.
Welche Bedeutung kommt dem Text „Die List der Isis“ zu?
Dieser Text belegt die Macht der Isis, da sie in der Lage war, selbst den obersten Gott Re zu überlisten, indem sie ihn zwang, seinen geheimen Namen preiszugeben.
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- Ludmila Lang (Autor), 2012, Isis mit den vielen Namen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277665