Klausurvorbereitung. Gedächtnisfunktion der Literatur


Prüfungsvorbereitung, 2014
13 Seiten

Leseprobe

Klausurvorbereitung Themen – Stoffe – Motive

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Jan Assmann: Kulturtheorie des Gedächtnisses

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eigenes oder von reicht weiter zurück,

Bekannten Erinnertes Erinnerung durch

Speichermedien

- beide Teile des kollektiven Gedächtnisses
- Kultur entsteht durch Gedächtnis, man kann nur eine Kultur haben, wenn man sich an Vergangenes erinnert und daran anknüpft
- Gedächtniskunst: Entwicklung von Techniken (z. B. Kunst in Form von Literatur), durch die man sich besser erinnern kann

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Gedächtnisfunktionen der Literatur

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- Literatur ist als Festgehaltenes ein Teil des kulturellen Gedächtnisses (kultureller Text kann im historischen Verlauf nachträglich als Literatur wahrgenommen werden)
- Literatur hat Anteil am kommunikativen und autobiographischen Gedächtnis (woran man sich erinnert, wird nicht nur von eigenen tatsächlichen Erinnerungen, sondern auch von literarischen Darstellungen beeinflusst, z. B. Menschen, die den Holocaust miterlebt haben, beziehen ihr Gedächtnis aus eigenen Erinnerungen, aber auch aus Büchern und Filmen zum Thema)
- Literatur kann versuchen, ein neues G. zu stiften, das ohne sie gar nicht da wäre (z. B. Hölderlins Versuch, Göttergedächtnis zu erzeugen - nicht literarisch benutztes, sondern erzeugtes G.)
- Literatur kann auch vom kulturellen Gedächtnis unabhängig sein und durch Verweise auf frühere Literatur (Intertextualität) ein rein literarisches Gedächtnis schaffen
- von Gesellschaft unabhängige Literatur kann durch Kanonisierung Teil des kulturellen G.s werden
Literatur kann Teil aller Gedächtnistypen sein, muss nicht immer Teil des Funktionsgedächtnisses oder des kulturellen sein

3 Zeitdimensionen eines Gedächtnistextes:

Vorzeit:

Worauf nimmt der Text Bezug? (Ereignisse, Bezüge zu anderen Texten (=Intertextualität), Art der Erinnerung (kommunikatives oder kulturelles G., mündliche oder schriftliche Überlieferung)) - Erinnerungsleistung eines Textes

Gegenwart:

Leistung eines Textes für das kommunikative oder kulturelle Gedächtnis seiner Zeit (soziale Funktion, Identitätsbildung, Bekräftigung von Normen)

- entweder in Rituale eingebettet oder rein literarische Ästhetik (fließender Übergang)
- Welches Medium? (gesellschaftliche Reichweite des Mediums)

Zukunft

Erinnertwerden eines Gedächtnistextes und seines Autors

- Sozialdimension: Welches Interesse am Erinnern? (Funktions- oder Speichergedächtnis)
- materiale Dimension: Überlieferungsmedium (mündlich oder schriftlich, Buch oder Bild)
- hermeneutische Dimension: Verstehen über kommunikativen/historischen Bruch hinweg

Gedächtnis bei Hesiod

- Dichter erhält seine Begabung durch Musen, die „die Erinnernden“ sind

- Erinnerung an Götter und ihre großen Taten und somit an den Ursprung und die Weltordnung
- Erinnerung an Vergangenes, um aktuell Schlechtes zu vergessen
- Dichter = Träger des kulturellen Gedächtnisses auf 1. Ebene
- Philologen beschäftigen sich mit Dichtern, sind somit auch Träger des kulturellen G.s, auf 2. Ebene

Epik als Gattung der Erinnerung

- Epik blickt natürlicherweise auf etwas zurück (natürliche Rückwendung)
- episches Präteritum zeigt Fiktionalität und nicht Vergangenheitsbezug (episches≠historisches Präteritum)
Gedächtnisfunktion entsteht durch inhaltliche Rückbezüge des Erzählers oder der Figuren

Gedächtnis bei Homers „Ilias“

- heutige Vorstellungen von Troja und den griechischen Göttern gehen weitgehend darauf zurück
- sehr kunstvoller Aufbau, historische Verdichtung (nur 51 Tage von 100 Jahren und nur 7 davon genau), berichtet nicht nur vom Kampf, sondern auch von Beziehungen, Moral und Gesellschaft
- umfasst 51 Tage im 9. Jahr der Trojabelagerung durch die Achaier in 24 Gesängen

Inhalt:

- Gott Apollon wird entehrt, weil die Tochter des Apollon-Priesters Chryses Chryseis von den Achaiern (genauer Achilleus) geraubt wird und Chryses von Agamemnon beleidigt wird, als er sie zurückholen will
- Chryseis wird bei der Beuteaufteilung dem Oberbefehlshaber der Achaier Agamemnon als zugesprochen
- Apollon sendet aus Rache Pfeile und Seuchen an die Achaiaer, bis diese Chryseis ihrem Vater zurückgeben
- als Ersatz für Chryseis fordert Agamemnon aber Achilleus‘ Beutemädchen Briseis, um seine Macht zu demonstrieren
- Achilleus ist durch diese Entehrung wütend auf Agamemnon und weigert sich (gemeinsam mit einigen Kampfgefährten), weiter an den Schlachten teilzunehmen, worunter die Achaier sehr leiden

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Klausurvorbereitung. Gedächtnisfunktion der Literatur
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Funktionen der Literatur im kommunikativen/kulturellen Gedächtnis
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V277796
ISBN (eBook)
9783656705642
ISBN (Buch)
9783656709688
Dateigröße
1181 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Klausurvorbereitung wurde nicht von einem Dozenten durchgesehen oder bewertet, doch verhalf mir als Lernhilfe zu einer 1,3.
Schlagworte
Gedächtnis, Erinnerung, Literatur, Vergessen, Schimmelreiter, Ilias, Die schwarze Spinne, Elektra, Vergangenheit, Gegenwart, Lyrik, Epik, Dramatik, Minna von Barnhelm, Nietzsche, Pawels Briefe, Iwein, Epochen, Epicedium, Epitaphium, Epigramm, Dissertation, Denkmal, Ritual, Kultur, Aleida Assman, Jan Assmann
Arbeit zitieren
Franziska Riedel (Autor), 2014, Klausurvorbereitung. Gedächtnisfunktion der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277796

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