Fußball in der Halle. Schulung einer gruppentaktischen Angriffsmaßnahme in Klassenstufe 11


Unterrichtsentwurf, 2014

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Lernziele

Groblernziel:

Die Schüler wenden den Doppelpass als gruppentaktische Maßnahme in spielnahen Situationen an, um die gegnerische Abwehr erfolgreich zu überwinden.

Feinlernziele:

Die Schüler…

Motorisch

… spielen einen flachen Ball kontrolliert zum Mitspieler, sodass dieser ihn direkt weiterspielen kann.

… demonstrieren das richtige Timing beim Abspiel vor dem Gegenspieler.

… vollziehen einen schnellen Antritt nach einem Passspiel zum Mitspieler und bieten sich so schnellstmöglich im freien Raum wieder an.

… spurten dabei in den Rücken der Abwehr.

[… agieren als „Wandspieler“, indem sie einen erhaltenen Pass direkt zu dem Passgeber (welcher sich in einen freien Raum begibt) zurückspielen.]

… handeln im Überzahlspiel (2:2+2 und 3:2) situationsgerecht, indem sie entscheiden, ob sie den Doppelpass zur Überwindung der Abwehr sinnvoll anwenden (Wand, Mitspieler, Zusatzspieler1 ) oder, ob ein eigenständiges Dribbling erfolgreicher sein könnte.

Kognitiv

… benennen den Doppelpass als gruppentaktische Angriffsmaßnahme.

… erkennen und beschreiben die wichtigsten Kriterien, die für eine erfolgreiche Ausführung des Doppelpasses notwendig sind.

… erkennen die Vorteile eines Fußballspiels in der Halle.

Sozial-affektiv

… sollen sich bei der Ausführung des Doppelpasses gegenseitig beobachten und gegebenenfalls korrigieren.

… kooperieren innerhalb ihrer Mannschaft miteinander, indem sie während oder außerhalb des Spiels Möglichkeiten entwickeln, die gegnerische Mannschaft zu überwinden.

Bemerkungen zur Lerngruppe und den organisatorischen Rahmenbedingungen

Die Lerngruppe der Klasse 11 Grundkurs Jungen setzt sich aus zwanzig Schülern zusammen. Die zwei Sportstunden pro Woche finden dienstags in der siebten und achten Stunde statt. Ich unterrichte diese Klasse eigenverantwortlich seit Beginn des Schuljahres. Das Verhältnis zur Lerngruppe würde ich als positiv beschreiben. Die Schüler akzeptieren mich als Lehrperson und sind kooperativ.

Das Leistungsniveau der Klasse im Bereich Fußball kann man in zwei gleichgroße heterogene Gruppen aufteilen. Die erste Gruppe, bestehend aus etwa zehn Schülern, kann gut mit dem Ball umgehen. Viele von ihnen spielen in ihrer Freizeit Fußball oder üben einen anderen Ballsport aus. Vier Schüler befinden sich zusätzlich in einem Fußballverein. Gerade sie bieten sich an, während der Stunde schwierigere Aufgaben zu übernehmen oder schwächere Spieler zu unterstützen. Beispielsweise können sie auch in den ersten Übungen als Wandspieler in den schwächeren Gruppen eingesetzt werden, um dort einen Spielfluss zu gewährleisten. Diese Aufgabe stellt gleichzeitig einen erhöhten Schwierigkeitsgrad für die Vereinsspieler dar, da sie hier auch ungenaue Pässe schnellstmöglich weiterleiten müssen. Die restlichen sechs Spieler dieser Gruppe weisen ein homogenes fußballerisches Können auf. Sie sind bislang sehr engagiert in der Reihe und zeigen eine hohe Freude an kleinen Spielformen.

Die zweite Gruppe, welche auch aus etwa zehn Schülern besteht, ist im Bereich Fußball als eher schwach einzustufen, wobei zwei Schüler erhöhte technische Mängel aufweisen. Gerade in dieser Gruppe muss eine Reduktion des Anspruchsniveaus stattfinden und zusätzliche Hilfen müssen gegeben werden (siehe Didaktik und Methodik). Ein zu hoher Schwierigkeitsgrad der Übung kann hier schnell zur Demotivierung führen. Dennoch wollen auch sie kleine Spielformen ausüben. Auch aus dieser Sicht ist es daher sinnvoll, die Wandspieler durch technisch versierte Spieler zu ersetzen.

Die kognitiven Phasen werden überwiegend von der stärkeren Gruppe geleitet. Gerade in dieser Stunde ist damit zu rechnen, da die meisten von ihnen schon einmal einen Doppelpass gespielt haben und wissen worauf es ankommt. Von daher gilt es, vor allem die schwächeren Schüler in die kognitive Phase mit einzubinden, um ihnen die zentralen Punkten des Doppelpasses verständlich zu machen.

Die organisatorischen Rahmenbedingungen sind aufgrund der kleinen Halle nicht optimal. Der Raum ist für zwanzig Schüler sehr begrenzt, weshalb eine erhöhte Genauigkeit beim Direktpass gefordert ist. Tore sind zwar vorhanden, werden jedoch nicht aufgebaut, da erst am Ende der Stunde über das Längsfeld gespielt wird. Hierzu können auch Stangen als Torersatz aufgestellt werden. Zuvor habe ich mich für zwei bis vier quere Kleinfelder entschieden, da dadurch eine höhere Schülerzahl während der Spielform aktiviert werden kann. Kleine Kastenteile können hierbei als mögliches Ziel dienen. Außerdem gleichen die Übungsformen bereits bekannten Schemata, was einen zügigen Übungsablauf gewährleistet und wodurch auf einzelne Markierungen verzichtet werden kann.

Sachanalyse

Fußball in der Halle unterscheidet sich in vielerlei Punkten2 vom Feldfußball, die sich auch auf das Training in der Halle auswirken. So muss man vor allem beim Angriffsverhalten berücksichtigen, dass ein Spiel mit (meist einer) Bande erlaubt ist und dass es in der Halle keine Abseitsposition gibt, was einen steilen Pass in die Spitze stets ermöglicht. Durch die höhere Spielgeschwindigkeit und vor allem die räumliche Enge gilt es, zu überlegen, welche gruppentaktischen Angriffsmaßnahmen sich am besten für den Hallenfußball eignen. „Bei gruppentaktischen Angriffsmaßnahmen handelt es sich um die Zusammenführung individualtaktischer

(wie z.B. Ballkontrolle, Passen, Anbieten/Freilaufen) und gruppentaktischer

Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Vorbereitung von Torschussmöglichkeiten“3. Hierzu zählen in erster Linie das Hinterlaufen, der Doppelpass und das Kreuzen der Sturmspitzen.

Die heutige Stunde beschäftigt sich mit dem Doppelpass als gruppentaktische Angriffsmaßnahme (Begründung der Auswahl: siehe Didaktik). „Der Doppelpass ist ein Spielzug, bei dem der angespielte Mitspieler den Paß direkt zum freigelaufenen Anspieler weiterleitet“4. Diesen Anspieler kann man daher auch als „Wandspieler“ bezeichnen, da er den Ball so zurückspielt, als würde dieser von einer Wand abprallen. Dabei muss der Pass möglichst präzise zum Wandspieler gespielt werden, damit dieser ihn direkt verarbeiten kann. Dies erfordert ein hohes Maß an Konzentration sowie ein gutes Ball- und Zeitgefühl. Nach dem Abspiel zum Wandspieler muss der Passgeber einen explosiven Antritt vollziehen, um an dem Gegner vorbei in den Rücken der Abwehr zu gelangen, wo er den Ball wiedererlangt. Der Wandspieler muss den Pass direkt in den Lauf des Mitspielers weiterleiten, sodass dieser den Ball in der Bewegung mitnehmen bzw. fließend verarbeiten kann. „Dieser taktische Spielzug wirkt auf die gegnerische Abwehr durch den plötzlichen Pass und den schnellen Antritt des Spielers ohne Ball überraschend und ist somit besonders gefährlich5 “. Der Doppelpass eignet sich gerade für einen engen Spielraum (und damit auch für die Halle) hervorragend, da die beteiligten Spieler in der Regel nur einen geringen Abstand zueinander haben, um den Doppelpass auch effektiv auszuführen. Entscheidend ist nämlich der plötzliche Pass vor dem Gegenspieler und der schnelle Antritt des Passgebers, sprich der Überraschungsmoment, welcher am effektivsten auf einem kleinen Raum wirkt, da hier der Gegenspieler am wenigsten Zeit zum Reagieren hat. Hierfür ist ein genaues Abspiel beider Angriffsspieler notwendig, weshalb die Pässe nur über eine kurze Distanz und mit der Innenseite gespielt werden6.

[...]


1 Als Zusatzspieler werden in diesem Zusammenhang die Spieler genannt, die nur als etwaige Doppelpassstation eingesetzt werden.

2 Hierzu zählen: Spielerzahl, Feldbreite- und länge, Spielzeit, Taktik/Spielweise, Spielgeschwindigkeit, vereinzelte Regeln (auf einzelne Punkte werde ich auch in der Methodik und Didaktik zurückgreifen).

3 Buschmann/Bussmann/Pabst (2012): Koordination. Das neue Fu ß balltraining. Ballbeherrschung, Technik und Taktik, Zahlreiche Übungsformen. 5. Auflage. Aachen: Meyer & Meyer. S. 97.

4 Albrecht, Peter; Klein, Hans-Peter (1993): Fu ß ball. Sport-Gymnasiale Oberstufe. 6. Auflage. Berlin: Cornelsen. S. 59.

5 Ebd.

6 Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Fußball in der Halle. Schulung einer gruppentaktischen Angriffsmaßnahme in Klassenstufe 11
Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien, Kaiserslautern
Veranstaltung
Entwurf zur ersten Prüfungslehrprobe
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V277838
ISBN (eBook)
9783656710752
ISBN (Buch)
9783656712572
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Entwurf zur ersten Prüfungslehrprobe im Fach Sport
Schlagworte
fußball, halle, schulung, angriffsmaßnahme, klassenstufe
Arbeit zitieren
Sebastian Theobald (Autor), 2014, Fußball in der Halle. Schulung einer gruppentaktischen Angriffsmaßnahme in Klassenstufe 11, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277838

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Fußball in der Halle. Schulung einer gruppentaktischen Angriffsmaßnahme in Klassenstufe 11



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden