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Ethische Probleme am Anfang des menschliche Lebens

Title: Ethische Probleme am Anfang des menschliche Lebens

Term Paper (Advanced seminar) , 1995 , 32 Pages , Grade: 1

Autor:in: Dieter Stubbemann (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Auf den ersten Blick scheinen der Frage von Leben und Tod in unserer Gesellschaft relativ klare, weitestgehend konsensuale Präferenzen zugeschrieben zu werden. Üblicherweise wird der Lebensanfang als erfreuliches Ereignis empfunden, der Tod als negatives Ereignis hingegen nachgerade tabuisiert. So wird denn - mit Ausnahme religiös-fundamentalistischer Extrempositionen, die jeden oder fast jeden Eingriff in den göttlichen Willen rundheraus ablehnen - im allgemeinen ein lebenserhaltendes Eingreifen für wünschenswert, ein lebensunterbindendes dagegen für verwerflich gehalten werden. In Extremsituationen jedoch wird diese einfache Position problematisch: so könnte es insbesondere der Fall sein, daß Lebenserhaltung in der Situation schweren, schmerzhaften und nicht kurierbaren Leidens eine moralisch kaum verantwortbare Grausamkeit darstellt. Andererseits ist schon die Frage, zu welchem Zeitpunkte der Beginn individuellen Lebens anzusetzen ist, biologisch nicht zu beantworten. Versucht man hingegen eine pragmatische Lösung zu finden, so tun sich schnell enorme Problemfelder auf; so kommt man in Schwierigkeiten das Lebensrecht von Menschen absolut zu setzen, das von Tieren jedoch bedarfsweise zu verwerfen, wenn sich menschliches und tierisches Leben bis zu bestimmten Phasen nicht deutlich benennbar unterscheiden läßt. Unter Umständen ist es darum notwendig, einen Punkt zu wählen, an dem von explizit menschlichem Leben gesprochen werden kann. Noch dazu können Lebensinteressen von Mutter und (ungeborenem) Kind in sehr widersprüchlichem Zusammenhang stehen, usw. Auch die Frage, inwieweit zur Herbeiführung allgemein als positiv bewerteten neuen Lebens der Eingriff des Wissenschaftlers, der bis zu einer völligen Trennung von Geschlechtsakt/ Schwangerschaft und Kindererzeugung (bsw. Kind aus dem Reagenzglas) führen kann, wünschenswert ist, scheint mit einer Reihe von Problemen belegt. Ich werde im folgenden versuchen, diese ethischen Problemfelder aufzuzeigen und Lösungsansätze zu benennen.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Anfang des Lebens

- Der biologische Standpunkt und allgemeinethische Fragestellungen

III. Spezielle ethische Problemstellungen

a. in vitro Fertilisation

b. Pränatale Diagnostik

c. Abtreibung

IV. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht ethische Dilemmata am Beginn des menschlichen Lebens, insbesondere im Kontext moderner medizinischer Technologien. Der Autor hinterfragt kritisch, ab welchem Zeitpunkt von individuellem menschlichem Leben gesprochen werden kann und wie verschiedene ethische Ansätze – primär die deontologische Ethik und der Utilitarismus – diese Fragestellungen bewerten.

  • Biologische und ethische Definition des Lebensbeginns
  • Ethische Bewertung der in vitro Fertilisation
  • Problematiken der pränatalen Diagnostik und Selektion
  • Diskurs über Abtreibung und das Recht auf Existenz
  • Kritische Auseinandersetzung mit utilitaristischen Positionen

Auszug aus dem Buch

Der Anfang des Lebens

Zu Beginn eines Textes, der sich mit ethischen Problemen am Beginn des Lebens auseinandersetzt, sollte der Versuch gemacht werden, diesen Zeitpunkt zu charakterisieren. Eine klare Antwort hierauf wäre, sollte man meinen, von der Biologie zu erwarten. Diese jedoch verweigert sich einer klaren Aussage. Der Zeitraum, innerhalb dessen dieser Beginn zu veranschlagen wäre, läßt sich nur - grob genug - eingrenzen. Als frühestmöglicher Anfang ließe sich wohl der Augenblick der Befruchtung nennen, wenn auch eine noch extremere Position bereits beim Plan der Eltern, ein Kind haben zu wollen, anzusetzen vermöchte. Jedoch scheint mir eine solche Vorstellung aus zwei Gründen unsinnig: zum einen ist hier noch nicht das eine Kind faktisch angelegt, welches aus dem Zusammentreten eines bestimmten Eies mit einem bestimmten Samen erwüchse: der Plan eröffnet lediglich eine Unzahl möglicher Ausführungen. Zum anderen kann dieses Kriterium sowieso nur unter der Bedingung in Kraft treten, daß es sich um ein sogenanntes "Wunschkind" handelte. Als spätestmöglicher Zeitpunkt für die Anerkenntnis personal-menschlichen Lebens dürfte die Geburt anzusehen sein.

Zweifelsohne ist durch die Vereinigung des Samens mit der Eizelle die Voraussetzung zur Entstehung eines Menschen erfüllt. Wissenschaftler werden darum einer befruchteten Eizelle den Status artspezifischen menschlichen Lebens zubilligen. Auch läßt sich das Argument nicht von der Hand weisen, daß die Befruchtung am Anfang eines kontinuierlichen Prozesses steht, an deren Ende ein menschliches Wesen das Licht der Welt erblickt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Der Autor führt in die gesellschaftliche Wahrnehmung von Leben und Tod ein und skizziert die Schwierigkeiten, den Beginn menschlichen Lebens ethisch und biologisch eindeutig zu bestimmen.

II. Der Anfang des Lebens: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftliche und ethische Problematik der Definition des Lebensbeginns und diskutiert, warum weder die Befruchtung noch der bloße Elternwunsch als eindeutige Kriterien für personal-menschliches Leben ausreichen.

III. Spezielle ethische Problemstellungen: Hier werden die in vitro Fertilisation, die pränatale Diagnostik und die Abtreibung detailliert beleuchtet, wobei deren moralische Rechtfertigung aus verschiedenen ethischen Perspektiven analysiert wird.

IV. Zusammenfassung: Der Autor resümiert, dass eine rein utilitaristische Interessenabwägung oft unzureichend ist und plädiert für eine Mischform, die allgemeine Prinzipien als Schutzraum beibehält, aber Einzelfallentscheidungen einbezieht.

Schlüsselwörter

Bioethik, Lebensanfang, Deontologie, Utilitarismus, in vitro Fertilisation, pränatale Diagnostik, Abtreibung, Menschenwürde, Interessenabwägung, Potentialität, Embryonenschutz, genetische Selektion, moralische Grundsätze, Lebensrecht, medizinische Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert ethische Problemfelder, die sich durch medizinische Fortschritte und gesellschaftliche Debatten am Beginn des menschlichen Lebens ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Beginn des Lebens, der in vitro Fertilisation, der pränatalen Diagnostik und der grundsätzlichen Abtreibungsdebatte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, verschiedene ethische Positionen – insbesondere utilitaristische und deontologische Ansätze – aufzuzeigen und deren Konsequenzen für die Praxis zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wendet eine ethisch-philosophische Diskursanalyse an, indem er existierende Positionen gegenüberstellt und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Lebensanfangs sowie eine kritische Untersuchung medizinischer Eingriffe wie der IVF und pränataler Untersuchungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Bioethik, Menschenwürde, Lebensrecht und die Abwägung zwischen deontologischen Prinzipien und utilitaristischer Folgenethik stehen im Zentrum.

Warum hinterfragt der Autor die utilitaristische Position?

Er warnt vor einer "Unsensibilität" und der Gefahr, dass in einer Leistungsgesellschaft menschliches Leben durch rein ökonomische oder utilitaristische Kalküle entwertet werden könnte.

Wie bewertet der Autor die pränatale Diagnostik?

Er sieht zwar den psychologischen Nutzen für Eltern, warnt aber eindringlich vor der Gefahr einer genetischen Selektion und der gesellschaftlichen Diskriminierung behinderten Lebens.

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Details

Title
Ethische Probleme am Anfang des menschliche Lebens
College
University of Bremen
Grade
1
Author
Dieter Stubbemann (Author)
Publication Year
1995
Pages
32
Catalog Number
V277863
ISBN (eBook)
9783656704515
ISBN (Book)
9783656710295
Language
German
Tags
ethische probleme anfang lebens
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dieter Stubbemann (Author), 1995, Ethische Probleme am Anfang des menschliche Lebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277863
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