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Das Ideal der "triuwe" im Mittelalter. Ein Vergleich der Liebeskonzeptionen in Konrad von Würzburgs „Herzmaere“ und in der „Frauentreue“

Titel: Das Ideal der "triuwe" im Mittelalter. Ein Vergleich der Liebeskonzeptionen in Konrad von Würzburgs „Herzmaere“ und in der „Frauentreue“

Hausarbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Corinna Gronau (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Mittelalterliche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das mittelhochdeutsche Wort „minne“ bezeichnet die sich seit dem 12./13. Jahrhundert mit der ritterlichen Kultur entwickelnde höfische Auffassung der Liebe. Die „frouwe“ wird typischerweise als höfische, unerreichbare Frau dargestellt, für die der Ritter Heldentaten vollbringt und sich bemüht, besser und vollkommener zu werden. Dabei leitet ihn die Hoffnung auf die Gunst der Dame; auf sexuelle Vereinigung mit derselben. Die Minne wird so zum gesellschaftlichen Spiel mit eigenen Regeln und Gesetzen, zur hohen Minne.
Die höfische Liebeskonzeption zielt laut Rüdiger Schnell vor allem auf innere Werte, auf die „Innennormen“ der Liebenden: Aufrichtigkeit, Beständigkeit, Selbstlosigkeit, Freiwilligkeit, Gegenseitigkeit und Treue bilden die Eck- und Zielpunkte der Liebesvorstellung. Immer wiederkehrende Motive und Gedanken bestimmen dieses „offene System“ .
Die vorliegende Seminararbeit hat den Vergleich zweier Minnekonzeptionen zum Thema. Zum einen soll das „Herzmaere“ von Konrad von Würzburg auf seine Liebesvorstellung hin untersucht werden, zum anderen wird die höfische Märendichtung „Frauentreue“ einer Analyse unterzogen. Den Schwerpunkt der Untersuchung bildet das Ideal der „triuwe“, dessen Bedeutung für das jeweilige Märe gegenüberstellend herausgearbeitet wird.
Zunächst werden die Prologe der beiden Texte miteinander verglichen, um die Intention des jeweiligen Autors herauszuarbeiten. Im Folgenden soll das Verhältnis von „vrouwe“ und „ritter“ in den beiden Erzählungen aufgezeigt und auf die jeweils verwendeten Motive und Symbole eingegangen werden. Das Motiv des Minnetodes wird an dieser Stelle besondere Beachtung finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Liebeskonzeptionen in Konrad von Würzburgs „Herzmaere“ und in der „Frauentreue“

2.1. Prologe: Die Intentionen der Autoren

2.2. Verhältnis von „vrouwe“ und “ritter“

2.3. Motivik und Symbolik

2.4. Epiloge: Die Moral der Geschichte

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich dem vergleichenden Verständnis der Minnekonzeptionen im „Herzmaere“ von Konrad von Würzburg sowie in der Märe „Frauentreue“. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie das mittelalterliche Ideal der „triuwe“ in den beiden Texten motivisch und symbolisch umgesetzt wird und inwiefern sich die Darstellung von ritterlicher Liebe und deren Scheitern voneinander unterscheidet.

  • Vergleich der Autorenintentionen in den Prologen.
  • Analyse des Verhältnisses zwischen „ritter“ und „vrouwe“.
  • Bedeutung der „triuwe“ als zentraler Wert.
  • Symbolik des Minnetodes und dessen literarische Ausgestaltung.
  • Die Rolle der Freiwilligkeit und Gegenseitigkeit in der Liebesbeziehung.

Auszug aus dem Buch

2.3. Motivik und Symbolik

Die Trennung der Liebenden im „Herzmaere“ vermag nicht der Intensität und dem Weiterbestehen der Minne ein Ende zu bereiten. Denn „wahre Minne“ kann durch nichts erschüttert werden: „ir trûtschaft [...] diu niemer doch gescheiden mohte werden under in.“ (HM V. 115ff.)

Anstelle des Vergessen der Geliebten tritt „herzeclicher pîn“ (HM V. 240). Er vermauert das Leid in sein Herz (HM V. 244f.). In Folge dieser Qual, wird der Ritter „siecheit“ (HM V. 278), zu einem „sende marteraere“ (HM V. 260), also zu einem durch die Minne Leidenden, der vor Liebe krank ist. Dieser Zustand wird so ernst, „daz er niht langer mohte leben.“ (HM V. 279). Als dem Ritter sein Tod bevorsteht, äußert dieser in Gegenwart seines Knappen noch einmal explizit die Ursache für sein bevorstehendes Verscheiden: „daz ich benamen sterben sol dur liebe mîner frouwen, wan si mich hât verhouwen biz ûf den tôt mit sender clage.“ (HM V. 290-293)

Es handelt sich hierbei um das Motiv des Minnetodes. Gleichzeitig wird an dieser Stelle noch einmal am ausdrucksstärksten das Motiv von der Zusammengehörigkeit von Liebe und Leid demonstriert. Diese Verbindung kommt immer wieder in der Geschichte zum Vorschein: in den Wörtern herzenôt (HM V. 274, 334, 471, 502), herzeleit (HM V. 215, 517), herzesmerzen (HM V. 41) und herzeclicher pîn (HM V. 240, 265) findet die Verknüpfung beider Zustände ihre Darstellung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die höfische Auffassung der Minne ein und definiert das Forschungsziel, die Minnekonzeptionen von „Herzmaere“ und „Frauentreue“ vergleichend zu untersuchen.

2. Die Liebeskonzeptionen in Konrad von Würzburgs „Herzmaere“ und in der „Frauentreue“: Dieser Hauptteil analysiert die Autorenintentionen, das Figurenverhältnis, zentrale Motive wie den Minnetod sowie die abschließende Moral der Erzählungen im Detail.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz ähnlicher Ideale wie der „triuwe“ beide Texte unterschiedliche Schwerpunkte in der Darstellung der Minne setzen und eine Weiterentwicklung des klassischen Minnebegriffs hin zur Selbstbestimmung aufzeigen.

Schlüsselwörter

Minne, Herzmaere, Frauentreue, Konrad von Würzburg, Mittelalter, ritterliche Kultur, Minnetod, triuwe, höfische Liebe, Märendichtung, Literaturwissenschaft, Dienst-Lohn-Verhältnis, Symbolik, Literaturvergleich, Gegenseitigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht vergleichend die Konzeption der höfischen Liebe (Minne) in zwei mittelalterlichen Erzählungen, dem „Herzmaere“ und der „Frauentreue“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das ritterliche Dienst-Lohn-Verhältnis, das Ideal der Treue (triuwe), die Symbolik des gebrochenen Herzens und der Minnetod.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Liebesbeziehungen zwischen „ritter“ und „vrouwe“ sowie die Bedeutung des Einheitsgedankens in beiden Werken herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse, insbesondere durch den Vergleich von Prologen, Epilogen und die Interpretation von Versauszügen aus den Primärtexten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Intentionen der Autoren die spezifische Motivik, das Verhältnis der Protagonisten sowie die moralische Botschaft der Geschichten detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Minne, triuwe, Minnetod, höfische Liebe und Märendichtung beschreiben.

Welche besondere Bedeutung hat das Herzmotiv im „Herzmaere“?

Das Herz fungiert als Symbol für die unerschütterliche Treue und dient nach dem gewaltsamen Tod des Ritters als eucharistisch konnotiertes Element, das eine Vereinigung der Liebenden herbeiführt.

Wie unterscheidet sich die „Frauentreue“ in der Darstellung des Minnelohns?

Im Gegensatz zum „Herzmaere“ ist die „Frauentreue“ durch eine anfängliche Distanz der Dame geprägt; der Minnelohn wird erst spät durch ein schmerzhaftes Opfer der Ehefrau aufgrund ihrer plötzlich erkannten Treue zum Ritter eingelöst.

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Details

Titel
Das Ideal der "triuwe" im Mittelalter. Ein Vergleich der Liebeskonzeptionen in Konrad von Würzburgs „Herzmaere“ und in der „Frauentreue“
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Höfisch-galante Mären
Note
1,3
Autor
Corinna Gronau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V277913
ISBN (eBook)
9783656708858
ISBN (Buch)
9783656710707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Minne Würzburg Minnesang Frauentreue Herzmaere Mittelhochdeutsch Mittelalter Liebe Dichtung Liebeskonzeption Ritter vrouwe ÄDL
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Corinna Gronau (Autor:in), 2009, Das Ideal der "triuwe" im Mittelalter. Ein Vergleich der Liebeskonzeptionen in Konrad von Würzburgs „Herzmaere“ und in der „Frauentreue“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277913
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Leseprobe aus  17  Seiten
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