Die Vorsokratiker und die Zenonschen Paradoxien der Bewegung


Seminararbeit, 2006

12 Seiten, Note: bestanden


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die Vorsokratiker - ein kurzer Überblick

1.1. Die vorsokratischen Philosophen
1.1.1. Die Sieben Weisen
1.1.2. Die drei Milesier (Ionische Philosophie)
1.1.3. Die Pythagoreer
1.1.4. Heraklit und die Eleaten
1.2. Die Eleaten im Überblick


2. Zenon von Elea

2.1. Biographische Angaben

2.2. Bedeutsamkeiten seiner Lehre


3. Zenons Paradoxien
3.1. Das Dichotomie- (Halbierungs-)paradoxon

3.2. Achilles und die Schildkröte

3.3. Das Paradoxon des fliegenden Pfeils
3.4. Das Paradoxon von Reihen in der Bewegung

5. Literaturverzeichnis

0. Einleitung

Die antike griechische Philosophie ist die geistig-kulturelle Wiege des abendländischen Denkens. Wesentliche Begriffe und Disziplinen des heutigen Philosophierens stammen aus der Antike. Von den Begriffen wären zu nennen: Materie, Geist, Substanz und Akzidenz, Kategorie, Hypothese, Theorie und Axiom; unter Disziplinen haben seit Platon bzw. Aristoteles die Ethik, die Metaphysik und die Logik ihren Ort im philosophischen Diskurs gefunden. Des Weiteren kann man auch sehen, dass die verschiedenen Typen philosophischen Denkens, wie Idealimus, Realismus, Skeptizismus und Materialismus in der Antike bereits entwickelt sind.

Es zeigt sich, dass in der griechischen Philosophie die weltanschaulichen Denkmöglichkeiten weitgehend erschöpft sind, die grundsätzlichen Probleme aufgefunden und Wege zu ihrer Lösung gewiesen wurden, die wir heute noch gehen.

Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über die Vorsokratiker und ihren wichtigsten Vertretern geben, bevor ausführlich über die Eleaten gesprochen wird. Hauptteil der Arbeit wird Zenon von Elea und seine Bewegungsparadoxien sein.

1. Die Vorsokratiker - ein kurzer Überblick

Die Vorsokratiker gelten als Begründer der griechischen Philosophie und gaben somit dem europäischen Denken die erste Gestalt, indem sie es vom religiös-mythischen Bezug ablösten. Wir verdanken ihnen die Begriffe des Seins, des Stoffes, der Unendlichkeit, der Zahlen, der Bewegung, der Zeit, des Raumes und entscheidende Grundlagen bezüglich Gott (Theologie), dem Seienden an sich (Ontologie), dem menschlichen (Anthropologie) und dem außermenschlich Seiendem (Naturphilosophie).

Die meisten Vorsokratiker waren ebenfalls Physiker und / oder Astronomen. So berichten Historiker Herodot Thales von Milet habe die Sonnenfinsternis anno 585 v. Chr. seinen Zeitgenossen vorausgesagt. Der unmathematische Philalaos, der seinen Sinnen misstraute, setzte die Erde in Bewegung. Einen sehr wichtigen Platz in den Betrachtungen der Vorsokratiker nimmt die Entstehung der Welt aus der Ursubstanz oder dem Urelement ein. So entstand laut Thales die Welt aus Wasser, laut Anaximenes aus dem Unendlichen (apeiron) der Luft, und laut Heraklit aus Feuer.

Man unterscheidet die Vertreter der älteren ionischen Naturphilosophie, die Schule von Pythagoras, die Eleaten, die Philosophie Heraklits und die jüngere Naturphilosophie, zu denen der Atomismus gehört. Die „Geburtsstunde“ der Vorsokratiker ist in den griechischen Städten Ioniens zu finden. Die Gründung der ionischen Schule durch Thales von Milet wird als der Beginn der vorsokratischen Philosophie angesehen.

Die Vorgänge der Natur versuchte Thales mittels rationaler Begründung, dem Logos, zu erklären.

Xenophanes ist der Begründer der Eleaten (Elea ist eine kleine Stadt in Süditalien) und soll Schüler von Anaximander gewesen sein. Somit setzt die Schule und Tradition der Eleaten Lehren der ionischen Schule fort. Die Philosophie von Xenophanes ist sowohl Theologie mit einer starken Auseinandersetzung und Kritik des nicht zuletzt von Homer und Hesiod überlieferten Götterglaubens, als auch eine skeptische Erkenntnistheorie. Entgegen der überlieferten anthropomorphistischen Mythologie entwickelte er in seinen Elegien und Spottgedichten ein pantheistisches Gottesbild, demzufolge Gott ein allesdurchwaltender Geist sei (Monotheismus). Darauf basierend stellt Parmenides die Frage zwischen dem Verhältnis von Denken und Sein: „Das Denken und Sein ist eins“. Somit bezeichnet man Parmenides als den Begründer der Ontologie. Das wahre Sein (Eon), die Wirklichkeit, ist unvergänglich, ewig, unteilbar und unbeweglich. Nichts, was ist, kann entstehen oder vergehen ins Nichts. Daher sind kein Wechsel oder Bewegung möglich. Zenon von Elea, seinen Schüler, betrachten wir im nächsten Kapitel noch näher.

Heraklit lehrt die Veränderlichkeit des Seins, „alles fließt - panta rhei“. Zu den jüngeren Naturphilosophen gehören Empedokles, Anaxogaras und die Vertretern des Atomismus an. Empedokles setzt sich für einen theologischen Pluralismus ein und sieht in den vier Elementen den Urgrund aller Dinge. Die wichtigsten Fragmente Heraklids sind: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge“ und „Niemand kann zweimal in denselben Fluß steigen“.

Als Vorsokratiker werden innerhalb der Philosophie der Antike diejenigen antiken griechischen Philosophen bezeichnet, deren Leben und Werk in die Zeit vor Sokrates (469 v. - 399 v. Chr.) fällt. Die Vorsokratiker stellen den Beginn der abendländischen Philosophie dar. Da von den wenigsten unter ihnen die genauen Lebensdaten bekannt sind, wird in der Regel die so genannte Blütezeit verzeichnet, das heißt die ungefähre Zeit ihres Wirkens. Von ihren Werken sind fast ausschließlich Fragmente überliefert, die zumeist in der Form von Zitaten oder Doxographien in Werken späterer Autoren zu finden sind.

Der Begriff Vorsokratiker gründet auf dem berühmten Diktum Ciceros, Sokrates habe die Philosophie vom Himmel auf die Erde geholt (s. Sokratische Wende). Die Einteilung der Philosophieschulen auf dieser Grundlage ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Der wichtigste Grund besteht darin, daß der Weg von der Ontologie zur praktischen Philosophie, den Cicero in seinem Diktum umschreibt, nicht zuerst von Sokrates begangen wurde, sondern bereits von den Sophisten. Allerdings hat die Einteilung eine derart große Resonanz erlangt, dass sie sich durchgesetzt hat und nach wie vor benutzt wird.

Die Vorsokratiker beschäftigten sich vor allem mit Naturphilosophie, Theogonie sowie Kosmogonie und formulierten die Grundfragen der Philosophie. Eine zentrale Frage, die - ähnlich den modernen Kosmologen - vor allem die älteren Vorsokratiker beschäftigte, war die nach der arché, dem Urgrund oder Anfang, aus dem alles entstanden sei.

Zu den Vorsokratikern werden folgende Schulen und Philosophen gerechnet:

1.1. Die vorsokratischen Philosophen

1.1.1. Die Sieben Weisen

Thales von Milet

Mit den sieben Weisen beginnt die antike griechische Philosophie, allerdings waren nicht alle sieben Weisen auch Philosophen, es waren nicht einmal nur sieben, verschiedene Quellen sprechen von jeweils anderen sieben Weisen, insgesamt werden 22 genannt, die meisten Quellen nennen allerdings übereinstimmend Thales, Bias, Solon und Pittakos. Gebräuchlich ist die Zurechnung Platons:

- Thales von Milet, Kaufmann, Mathematiker und Naturphilosoph,
- Bias von Priene, Herrscher seiner Heimatstadt,
- Solon von Athen, Dichter, Philosoph und verdienter Politiker,
- Pittakos von Mytilene, Herrscher von Lesbos,
- Kleobulos von Lindos, Herrscher von Rhodos,
- Myson von Chenai, ein Bauer, und
- Chilon von Sparta, Mitglied des obersten Kontrollorgans, des Ephorats.

1.1.2. Die drei Milesier (Ionische Philosophie)

Das frühe Zentrum der griechischen Philosophie war die ionische Stadt Milet an der Westküste Kleinasiens, gemeinsames Motiv der milesischen Philosophen war die Suche nach einem Urstoff (Arché), aus dem letztliche die Welt bestünde und aus dem die Entstehung der Welt erklärt werden kann. Thales nahm als Urstoff das Wasser an; sein Schüler Anaximander postulierte stattdessen das „Unendliche“ (Apeiron) eine Art unausgeprägte Materie, aus der heraus zuerst warm und kalt entstanden sind, aus deren Widerstreit alles weitere hervorgeht, wobei alle Dinge auch wieder in das Apeiron zurückkehren, indem sie vergehen. Dieses Unendliche wird übrigens von den Naturphilosophen durchaus stofflich gedacht. Anaximanders Schüler Anaximenes wird wieder weniger abstrakt und nimmt als Urstoff die Luft an.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Vorsokratiker und die Zenonschen Paradoxien der Bewegung
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Erziehungswissenschaften)
Note
bestanden
Autor
Jahr
2006
Seiten
12
Katalognummer
V277914
ISBN (eBook)
9783668204072
ISBN (Buch)
9783668204089
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vorsokratiker, zenonschen, paradoxien, bewegung
Arbeit zitieren
Nadine Kästner (Autor), 2006, Die Vorsokratiker und die Zenonschen Paradoxien der Bewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277914

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