In einer Zeit in der ein Wandel von klassischen hin zu prekären Arbeitsverhältnissen erfolgt, wo sich die arbeitenden Menschen immer mehr den Bedürfnissen der Wirtschaft unterzuordnen haben,ist auch die Arbeitsinspektion als Teil der öffentlichen Verwaltung einem zunehmenden Erwartungsdruck seitens der Öffentlichkeit ausgesetzt, da die öffentliche Verwaltung als bürokratisch und inneffizient gesehen wird.
Gerade unter diesem Erwartungsdruck, verbunden mit dem Anspruch an die öffentliche Verwaltung nur Personal mit sehr guten Qualifikationen und ethischen Werten einzusetzen, wird Erkenntnisinteresse dahingehend festgestellt, ob die Arbeitsinspektion in sich selbst ethisch handelt und ob auch das Handeln der Arbeitsinspektion als ethisches Handeln wahrgenommen wird.
Diese Arbeit beschäftigt sich somit mit den etwaigen ethischen Handlungen im Bereich der Arbeitsinspektion, sowie der Ermittlung inwieweit ein Berufsethos und eine Verwaltungsethik dieses Handeln beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Forschungsgegenstand
1.3 Zielsetzung und persönliche Motivation
1.4 Methodik
1.4.1 Fragen und Hypothesen
1.4.2 Der Weg zur Beantwortung der Fragen bzw. der Hypothesen
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die Verwaltung
2.1.1 Geschichte der Verwaltung und des Arbeitnehmerschutzes aus österreichischer Sicht
2.1.2 Die öffentliche Verwaltung und der „Öffentliche Dienst“
2.1.3 Die „moderne“ öffentliche Verwaltung
2.2 Die Ganzheit der Ethik
2.2.1 Von der Ethik im Allgemeinen
2.2.2 Von der Ethik im Besonderen – die Verwaltungsethik
2.2.3 Ethische Handlungen
2.2.4 Berufsethos
2.3 Mit dem Arbeitnehmerschutz befasste Personengruppen bzw. Personen
2.3.1 Die Organe der Arbeitsinspektion
2.3.2 Die „Organe des Arbeitnehmerschutzes“
3. Thematische Zusammenführung der Interviews unter Berücksichtigung der Literatur
3.1 Ethische Werte – Vorhanden? Vorgelebt? Vermittelt?
3.2 Personalpolitik im öffentlichen Dienst
3.3 Handlungen der Arbeitsinspektion
3.4 Weitere Ergebnisse aus den Interviews
3.4.1 Worauf beruhen die ethischen Werte bzw. woher kommen diese?
3.4.2 Sollen im Öffentlichen Dienst Beschäftigte ethisch Handeln?
3.4.3 Welches Bild des öffentlich Bediensteten gibt es? „Lebt“ dieses Bild auch in der Arbeitsinspektion?
4. Resumée
4.1 Verifizierung der Hypothesen
4.2 Antworten zu den Forschungsfragen
4.2.1 Hauptfrage
4.2.2 Detailfrage
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob die österreichische Arbeitsinspektion in ihrem Handeln ethischen Standards entspricht, und analysiert, welchen Einfluss der Berufsethos und die Verwaltungsethik auf dieses Handeln ausüben.
- Analyse ethischen Handelns innerhalb der Arbeitsinspektion.
- Untersuchung des Einflusses von Verwaltungsethik und Berufsethos.
- Vergleich von Innensicht (Organe der Arbeitsinspektion) und Außensicht (Organe des Arbeitnehmerschutzes).
- Evaluierung der Auswirkungen von Personalpolitik und Ausbildung auf das ethische Verhalten.
- Diskussion der Bedeutung von Leitbildern und Kodizes im Verwaltungskontext.
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
In einer immer hektischer werdenden Welt, wo Änderungen von den klassischen hin zu oftmals prekären Arbeitsverhältnissen erfolgen, wo Schulz erkennt, dass Menschen Lohn- und Rentenkürzungen erfahren und Arbeitnehmerrechte abgeschafft werden, das heißt wo ein gewaltiger Umbruch der Arbeitswelt und der Gesellschaft erfolgt, in der die Globalisierung durch z.B. eine Liberalisierung der Märkte eine Gefährdung für das bisherige System an sich darstellt und „ … Gesellschaft nur mehr als Wirtschaft verstanden wird, der alle anderen Bereiche wie Kultur, Politik, Soziales – ja, das Leben der Menschen selbst – unterzuordnen sind …“, wird der Wert des Arbeitnehmerschutzes, dieser wird von Schelling als vorbildhaftes Beispiel des Gesetzgebers in Zusammenhang mit dem Bewusstsein für ein gesundes Leben angeführt, immer wichtiger.
Die wohl wichtigste Behörde in Österreich, die mit dem Arbeitnehmerschutz betraut ist, ist die Arbeitsinspektion. Die Arbeitsinspektion ist Teil der öffentlichen Verwaltung, welche in den vergangenen Jahren einem zunehmenden Erwartungsdruck seitens der Öffentlichkeit ausgesetzt ist, da diese mit den Begriffen Inneffizienz, Bürokratie und Kosten assoziiert wird. Gerade die Finanzierbarkeit der öffentlichen Verwaltung, stellen das Handeln der öffentlich Bediensteten verstärkt in den Fokus der öffentlichen Betrachtung. Durch diesen Druck kam es zu Bestrebungen hinsichtlich einer Modernisierung, einer Neuausrichtung bzw. Neugestaltung der öffentlichen Verwaltung, auch unter New Public Management (NPM) bekannt, die die Bürgerin bzw. den Bürger als Kundin bzw. Kunden betrachtet, und deren Ziel die Zufriedenstellung der Bedürfnisse eben dieser Kunden ist „ …, gerade in Zeiten wirtschaftlicher Veränderungen, ein Vorteil im Standortwettbewerb der Länder…“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage, den Forschungsgegenstand, die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Untersuchung.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die theoretischen Konzepte zu Verwaltung, Ethik im Allgemeinen, Verwaltungsethik und Berufsethos sowie die relevanten Akteure im Arbeitnehmerschutz definiert.
3. Thematische Zusammenführung der Interviews unter Berücksichtigung der Literatur: Dieses Kapitel verknüpft die empirischen Ergebnisse aus den Interviews mit der theoretischen Literatur, aufgeteilt in Innensicht und Außensicht.
4. Resumée: Hier erfolgt die Verifizierung der aufgestellten Hypothesen sowie die abschließende Beantwortung der zentralen Forschungsfragen.
5. Ausblick: Das letzte Kapitel reflektiert die zukünftigen Herausforderungen für den Öffentlichen Dienst im Hinblick auf ethisches Handeln und den zunehmenden Ressourcendruck.
Schlüsselwörter
Arbeitsinspektion, Arbeitnehmerschutz, Verwaltungsethik, Berufsethos, New Public Management, Öffentlicher Dienst, Ethik, Korruptionsprävention, Leitbild, Führungskräfte, Personalpolitik, Soziale Verantwortung, Arbeitswelt, Integrität, Redlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert ethische Handlungsweisen der österreichischen Arbeitsinspektion und untersucht, wie Berufsethos und Verwaltungsethik das Handeln der Beamten und Vertragsbediensteten beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet Theorie (Verwaltungsethik, Berufsethos) mit der Praxis (Interviews mit Arbeitsinspektoren und externen Akteuren) und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen gesetzlicher Aufgabenerfüllung und ethischem Handeln.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Hauptfrage ist, ob die Arbeitsinspektion in Österreich ethisch handelt und wie Berufsethos und Verwaltungsethik dieses Verhalten prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Forschungsweise genutzt, basierend auf Experteninterviews mit Personen aus der Arbeitsinspektion sowie externen Organen des Arbeitnehmerschutzes.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen (Geschichte der Verwaltung, ethische Konzepte) als auch die Ergebnisse der thematischen Zusammenführung der Interviews mit der bestehenden Literatur dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsinspektion, Arbeitnehmerschutz, Verwaltungsethik, Berufsethos, New Public Management und Integrität.
Welchen Stellenwert nimmt das Leitbild der Arbeitsinspektion ein?
Das Leitbild dient als Basis für das ethische Verhalten, wird jedoch laut den Interviewergebnissen unterschiedlich stark innerhalb der Organisation wahrgenommen.
Wie bewerten externe Akteure das ethische Handeln der Arbeitsinspektion?
Die Mehrheit der befragten Arbeitgeber und Betriebsräte zeigt sich mit den Handlungen der Arbeitsinspektion zufrieden, wenngleich es vereinzelt Kritik an der mangelnden Flexibilität oder Höflichkeit gibt.
- Arbeit zitieren
- BA MA MSc Peter Seewald (Autor:in), 2014, Ethische Handlungen im Bereich der Arbeitsinspektion in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278065