Einführung
• Moderne: Gliederungssysteme der letzten 2,5 Jahrhunderte
• Dreischritt
• Hauptentwicklung in Großstadt während „ Hochmoderne“ 1880-1930er
• Moderne „normativ aufgeladen“ → positiv
• Ambivalenz der Moderne; z. B. Effiziente Organisation des Konzentrationslager
• Entwicklung „vielseitig“ einsetzbar
• „Stadt Indifferenz vs. Differenz“
→ Stadt: „Friedliche Verhandlung von Differenz“
→ jedoch Empire belegt dies keineswegs
• Epoche: Zwischen 1. und 2. WK
• Gewalt in Großstadt = Ambivalenz der Moderne
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Kampf und den städtischen Raum I (bis 1914), Männer und Frauen, oben und unten, Tag und Nacht
2.1 Zugang der Stadt für respektable Frauen
2.2 Rolle der Kaufhäuser
2.3 Andere „weibliche Orte“ der Frauen
2.4 Soziale Grenzen im städtischen Raum
2.5 Die polizeiliche Ordnung im städtischen Raum
2.6 Kriminalität und Polizei
2.7 Kriminalität und Medien
2.8 Prostitution
2.9 Jugendbanden
3. Kampf um den städtischen Raum II: Revolutionen und Demonstrationen, Pogrome und Terrorismus
3.1 Die Pariser Commune als zentraler Referenzpunkt
3.1.1 Abschluss eines frühen Revolutionszyklus
3.2 Demonstrationen in Berlin
3.3 01. Mai: ab 1890 internationaler Feiertag der Arbeiterbewegung
3.4 Militär und Polizei als Ordnungskräfte
3.5 Generalstreik als Konzept und Realität
3.6 Die russische Revolution vom Oktober 1905
3.7 Die Anfänge des Terrorismus
3.8 Pogrome
3.9 Interethnische und interkonfessionelle Gewalt
3.10 Europas Städte im 19. Jh.
4. Europäische Städte im Ersten WK: Unmittelbare Kriegsfolgen
4.1 Die Anfänge der Luftbombardements
4.2 Zerstörung von Städten im Kriegsgebiet
4.3 Besetzte Städte
5. Europas Städte im 1. WK: Kriegsbegeisterung und Kriegskultur
5.1 Augusterlebnis
5.2 Unterhaltungsangebote im Krieg
5.3 Die Versorgung der Städte im Krieg
5.3.1 Das Problem und seine Bedeutung
5.3.2 Städtische Wirtschaft, städtischer Arbeitsmarkt und Hilfen
5.3.3 Kriegsproduktion und Frauenarbeit
5.3.4 Löhne und Einkommen
5.3.5 Staatliche Unterstützungsleistungen
5.3.6 Die Versorgung mit Lebensmitteln in Deutschland und Österreich
5.4 Wohnungsversorgung
5.4.1 Der britische Sonderfall
5.4.2 Frankreich und Deutschland
6. Europas Städte im 1. WK: Ausblick und Fazit
6.1 Eine Ursache der deutschen Niederlage?
6.2 Unruhen und Streiks
6.3 Zusammenbruch der Heimatfront
6.4 Die Leistungen der Städte im Krieg
6.5 Krieg/Revolution/Bürgerkrieg
6.5.1 Die russische Februarrevolution 1917
6.5.2 Oktoberrevolution 1917
6.6 Die Revolution in Wien
6.7 Von Kiel nach Berlin - Matrosenaufstand
6.8 Berlin
6.9 Der Streit um das Ende der Revolution
7. Bewertung der Revolution von 1918/19
8. Bewertung der Rätebewegung
9. Städte in Ostmitteleuropa
10. Städtische Nachkriegsgesellschaft im Umbruch: Demografie, Ökonomie, Wohnen
10.1 Krieg und demografische Entwicklung
10.2 Die gesunkene Mobilität der Nachkriegsgesellschaft
11. Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Neue Gesellschaft
11.1 Die wohlfahrtsstaatliche Entwicklung nach dem Krieg
11.2 Der soziale Wohnungsbau in Europa
11.3 Konzepte und Modelle des sozialen Wohnungsbaus
12. Architektur und Städtebau zwischen Moderne, Faschismus und Stalinismus
13. Städtebau im Nationalsozialismus
14. Zerklüftete Städtegesellschaften: Gewalt als Signum der Zwischenkriegszeit
14.1 Politische Öffentlichkeit und Zivilgesellschaften – der allgemeine Kontext
14.2 Nationalitätenkonflikte im städtischen Raum
14.3 Extremismus und politische Gewalt
15. Die Zerstörung der Städte im Zweiten Weltkrieg
15.1 Einführung
15.2 Der Luftkrieg im Westen
15.3 Belagerung und Zerstörung
15.4 Der Luftkrieg in Deutschland
15.5 Den Luftkrieg perfektionieren
15.6 Urbizid?
16. Ausblick: Wiederaufbau
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation europäischer Großstädte im Kontext von Moderne, Krieg und gesellschaftlichen Umbrüchen zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zentrales Ziel ist es, die Rolle der Stadt als Austragungsort von sozialen, ethnischen und politischen Konflikten zu analysieren und aufzuzeigen, wie staatliche Eingriffe, insbesondere während der Weltkriege, die städtische Struktur und Gesellschaft nachhaltig veränderten.
- Die städtische Moderne zwischen Gliederungssystemen, Konsum und Ambivalenz.
- Die Entwicklung des städtischen Raums als Schauplatz politischer Revolutionen und gesellschaftlicher Konflikte.
- Die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf Versorgung, Wohnungsbau und städtische Gesellschaftsstrukturen.
- Architektonische Strömungen im Spannungsfeld von Moderne, Faschismus und Stalinismus.
- Phänomene der Gewalt, Radikalisierung und Zerstörung im Kontext der urbanen Nachkriegsgeschichte.
Auszug aus dem Buch
Die polizeiliche Ordnung im städtischen Raum
Verhältnis von Zentrum und Peripherie
Zentrum ist Insel in Meer von „Verbrechen und Unsittlichkeit“
unsittliches = kriminelles Verhalten (Unfug)
Was ist ein Verbrechen? = Großer Spielraum der Polizei
Verschiebung der Klassen; Polizei werden von Ordnungshütern zu Sicherheitskräften
Zusammenhang von Verstädterung von Steigen von Kriminalitätsraten kaum möglich
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Der Abschnitt skizziert die Ambivalenz der Moderne in der Großstadt sowie die Rolle als Ort der Aushandlung von Differenz zwischen 1880 und dem Zweiten Weltkrieg.
Kampf und den städtischen Raum I (bis 1914), Männer und Frauen, oben und unten, Tag und Nacht: Dieses Kapitel behandelt die vielfältigen sozialen und räumlichen Konflikte, die geschlechtsspezifische Nutzung des öffentlichen Raums sowie die Etablierung städtischer Ordnungs- und Polizeistrukturen.
Kampf um den städtischen Raum II: Revolutionen und Demonstrationen, Pogrome und Terrorismus: Der Fokus liegt auf der Stadt als Bühne für politische Gewalt, von der Pariser Commune über Maidemonstrationen bis hin zu ersten Formen des organisierten Terrorismus.
Europäische Städte im Ersten WK: Unmittelbare Kriegsfolgen: Untersuchung der Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf urbane Räume, einschließlich der Anfänge von Luftbombardements und der komplexen Verwaltung besetzter Städte.
Europas Städte im 1. WK: Kriegsbegeisterung und Kriegskultur: Analyse der gesellschaftlichen Haltung zum Krieg, der Rolle von Unterhaltung sowie der massiven Herausforderungen in der städtischen Versorgung und Wirtschaft.
Europas Städte im 1. WK: Ausblick und Fazit: Das Kapitel verknüpft die Kriegserfahrungen mit den daraus resultierenden politischen Instabilitäten, Unruhen und dem Zusammenbruch der Heimatfront.
Bewertung der Revolution von 1918/19: Rückblick auf die politischen Handlungszwänge der Sozialdemokratie und die Rolle der Freikorps in der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Bewertung der Rätebewegung: Kritische Auseinandersetzung mit den Zielen und der Wirkung der Rätebewegung sowie deren Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie.
Städte in Ostmitteleuropa: Beleuchtung der ethnischen und nationalen Konfliktlinien in Städten wie Riga und Lemberg nach dem Zusammenbruch der Großreiche.
Städtische Nachkriegsgesellschaft im Umbruch: Demografie, Ökonomie, Wohnen: Diskussion demografischer Veränderungen und der veränderten Mobilität in der Zwischenkriegszeit.
Sozialstaat, Wohlfahrtsstaat, Neue Gesellschaft: Untersuchung der Entwicklung wohlfahrtsstaatlicher Leistungen und der verschiedenen Konzepte des sozialen Wohnungsbaus in Europa.
Architektur und Städtebau zwischen Moderne, Faschismus und Stalinismus: Analyse des Einflusses politischer Ideologien auf Stadtplanung, Architekturstile und die Rolle der Architekten.
Städtebau im Nationalsozialismus: Überblick über die nationalsozialistische Verkehrs- und Städtebaupolitik sowie die personelle Kontinuität in der Planung.
Zerklüftete Städtegesellschaften: Gewalt als Signum der Zwischenkriegszeit: Zusammenfassung der Gewaltphänomene im städtischen Raum, insbesondere der Konflikte zwischen rechten und linken Gruppierungen.
Die Zerstörung der Städte im Zweiten Weltkrieg: Analyse des Luftkriegs, der Belagerungen sowie der radikalen Zerstörungsstrategien im Zweiten Weltkrieg.
Ausblick: Wiederaufbau: Reflexion über die europäischen Wiederaufbauplanungen nach 1945 und die Visionen einer neuen städtischen Ordnung.
Schlüsselwörter
Großstadt, Moderne, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Revolution, Soziale Konflikte, Wohlfahrtsstaat, Wohnungsbau, Architektur, Politischer Terrorismus, Kriminalität, Stadtplanung, Heimatfront, Zerstörung, Gewalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung europäischer Großstädte im Zeitraum von ca. 1880 bis nach 1945, wobei der Fokus auf dem Wandel durch Krieg, politische Ideologien und gesellschaftliche Umbrüche liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die städtische Moderne, politische Revolutionen, der soziale Wohnungsbau, die Architektur im Spannungsfeld politischer Systeme sowie die Transformation durch Gewalt und Zerstörung im Kontext der beiden Weltkriege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Stadt als zentralen Austragungsort für die großen sozialen und politischen Konflikte der Moderne zu definieren und die wechselseitige Abhängigkeit zwischen städtischer Struktur und gesellschaftlichem Wandel aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die verschiedene stadtgeschichtliche, soziologische und politikwissenschaftliche Perspektiven kombiniert, um die Entwicklungen in verschiedenen europäischen Städten vergleichend zu betrachten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt chronologisch und thematisch die Konflikte vor 1914, die spezifischen Herausforderungen der Städte in den Weltkriegen (Versorgung, Luftkrieg), die Revolutionen der Nachkriegszeit sowie die Konzepte der Architektur und Stadtplanung bis hin zum Wiederaufbau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Großstadt, Moderne, Kriegszerstörung, Revolution, soziale Segregation, Wohlfahrtsstaat und Architekturgeschichte.
Wie veränderte sich die Rolle der Frau in der städtischen Moderne?
Frauen eroberten sich durch neue Konsumformen (Warenhäuser) und die Beteiligung an Streiks und Kriegsarbeit sukzessive neue Räume, waren jedoch gleichzeitig ständiger gesellschaftlicher Diskriminierung und spezifischen Gefahren ausgesetzt.
Welchen Einfluss hatten politische Regime auf die Stadtarchitektur?
Sowohl totalitäre als auch demokratische Regime nutzten Architektur zur Propagierung ihrer Ideologien, wobei sich dies in der Moderne durch Funktionalismus, im Faschismus durch Monumentalbau und im Stalinismus durch spezifische Planstadt-Konzepte manifestierte.
- Citation du texte
- Tobias Molsberger (Auteur), 2011, Stadtgeschichte. Die europäische Stadt in der 2. Hälfte des 19. Jh bis 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278107