Gesetzliche Grundlagen des Qualitätsmanagements


Akademische Arbeit, 2005

39 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen im SGB V

3 SGB IX Rehabilitation

4 Rechtsgrundlagen des QM in der Pflege

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1 Einleitung

Bislang wurden Änderung in der Sozialgesetzgebung, insbesondere im Gesund­heitswesen, fast ausschließlich unter dem Begriff Gesundheits­strukturgesetze dis­kutiert. Die letzte Änderung liegt gerade 3 Jahre zu­rück und sollte eine weitere öko­nomische Expansion – ein weiteres An­steigen der Kostenspirale – verhindern. Die Patientenrechte sollten ge­stärkt werden und das Qualitätsmanagement wurde in allen Segmenten des Gesundheitswesens verpflichtend. Bis zum Jahre 2003 sollten alle Krankenhäuser über ein internes QM verfügen.

Diese Ansprüche wurden bis heute nicht realisiert, Krankenhäuser verfü­gen – wenn überhaupt – über eine Zertifizierung, aber Qualitätsberichte, die eine öffentliche Dis­kussion über Qualität im Versorgungssystem zuließen, existieren nur in sehr weni­gen Einrichtung, werden aber selten veröffentlicht. Die Schnittstellenprobleme, die den Anspruch nach Kon­tinuität und Nahtlosigkeit der Behandlung etablieren sollten, wurden nur im Bereich der Disease-Management-Programme verwirklicht und die Kostenspirale ist weiter angestiegen.

Die neuere Entwicklung verändert auch die Begrifflichkeiten. Die derzeitigen gesetz­lichen Modifikation nennt man ‚Gesundheitsmo­dernisierungsgesetz‘ und ihre Zielori­entierung ist primär auf Bei­tragsstabilität, insbesondere auf Beitragssenkung in Form von Prä­ferenzen wie Eigenverantwortung, Privatisierung der Krankenver­siche­rung und mehr Selbstbeteiligung ausgerichtet. Im Entwurf des Gesundheitsmoderni­sierungsgesetzes heißt es zur Begründung:

“Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst struk­turelle Reformen sowie eine Neuordnung der Finanzierung. Die strukturellen Maßnahmen verbessern die Qualität und Wirtschaft­lichkeit der Versorgung. Die Transparenz wird erhöht, Eigenver­antwortung und Beteiligungsrechte der Patientinnen und Patienten werden gestärkt, die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und freien Berufe verbessert, leistungsfähige Strukturen geschaffen, die solidarische Wettbewerbsordnung wird weiterentwickelt und Büro­kratie abgebaut. Die Neuordnung der Finanzierung er­möglicht deutliche Beitragssatzsenkungen und umfasst ausgewogene Spar­beiträge aller Beteiligten und unter Aspekten der sozialen Gerech­tigkeit neu gestaltete Zu­zahlungs- und Befreiungsregelungen für Versicherte.” (BD 15/1525:1)

“Die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst struk­turelle Reformen sowie eine Neuordnung der Finanzierung. Die strukturellen Maßnahmen verbessern

- die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung.
- Die Transparenz wird erhöht,
- Eigenverantwortung und Beteiligungsrechte der Patientin­nen und Patienten werden gestärkt,
- die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und freien Berufe verbessert,
- leistungsfähige Strukturen geschaffen,
- die solidarische Wettbewerbsordnung wird weiterentwickelt und Bürokratie abgebaut.
- Die Neuordnung der Finanzierung ermöglicht deutliche Beitragssatzsenkun­gen und umfasst ausgewogene Sparbei­träge aller Beteiligten und unter Aspekten der sozialen Ge­rechtigkeit neu gestaltete Zuzahlungs- und Befrei­ungsrege­lungen für Versicherte.” (BD 15/1525: 2) (Diskussion dieser Ziele)

Im Pressebericht der Bundesregierung heißt es unter Punkt 2. (Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Patientenver­sorgung):

Eine Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung gehört zu den zentralen Zielen der Reform. Die Qualität der medizini­schen Versorgung in Deutschland zeichnet sich durch ein hohes Niveau aus. Jedoch gibt es strukturelle Mängel und einen ständi­gen Verbesserungsbedarf. Deshalb werden die Strukturen bei den In­stitutionen der Selbstverwaltung effizienter gestaltet und es werden gezielte An­reize für effizientes und qualitätsorientiertes Handeln der Leistungserbringer und Krankenkassen etabliert. Ferner werden Bürokratie abgebaut und die Abläufe werden ver­einfacht. Dies alles trägt dazu bei, dass sich alle an der medizini­schen Versorgung Beteiligten künftig wieder umfassender auf ihre eigentliche Aufgabe - die Patientenversorgung - konzentrieren können.

Im Einzelnen ist vorgesehen:

- Die Partner der gemeinsamen Selbstverwaltung errichten ein unabhängiges In­- stitut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sundheitswesen. Zu diesem Zweck kann auch eine privatrechtli­che Stiftung gegründet werden. Die Aufgabenstellung des Insti­tuts erstreckt sich auf Fragen von grundsätzlicher Bedeutung, insbeson­dere:
- Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizini­schen Wissens­standes zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren bei ausgewählten Krankheiten,
- Erstellung von wissenschaftlichen Ausarbeitungen, Gutachten und Stellungnah­men zu Fragen der Qualität und Wirtschaftlich­keit der im Rahmen der gesetzli­chen Krankenversicherung er­brachten Leistungen unter Berücksichtigung alters-, ge­schlechts- und lebenslagenspezifischen Besonderheiten,

- Bewertung evidenzbasierter Leitlinien für die epidemiologisch wichtigsten Erkran­kungen,
- Abgabe von Empfehlungen zu Disease-Management-Program­men,
- Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln,
- Bereitstellung von auch für alle Bürgerinnen und Bürger ver­ständlichen allgemei­nen Informationen zur Qualität und Effizi­enz in der Gesundheitsversorgung.

Das Institut bearbeitet die Aufgaben im Auftrag des Gemeinsamen Bundesaus­schusses, indem es seinerseits Aufträge zu wissenschaft­lichen Stellungnahmen an externe Sachverständige, z.B. wissen­schaftlich-medizinische Fachgesellschaften, Qualitätssicherungsin­stitutionen der Selbstverwaltungspartner oder an Dritte vergibt; dazu zählen auch wissenschaftliche Forschungseinrichtungen und Universitäten im In- und Ausland.

- Alle Ärzte und sonstige Gesundheitsberufe müssen durch kontinuierliche interes­senunabhängige Fortbildung ihren Beitrag zur Qualitätssicherung leisten. Die Kas­senärztlichen Vereinigun­gen sind verpflichtet, die Einhaltung der Fortbildungs­pflichten zu überprüfen. Wer keinen Fortbildungsnachweis erbringt, muss Vergü­tungsabschläge hinnehmen.
- Ferner haben ärztliche Praxen ein internes Qualitätsmana­gement einzuführen. Die Vorgaben hierzu werden von dem Ge­meinsamen Bundesausschuss festgelegt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen tragen zukünftig eine stärkere Verantwortung für die Qualitätssicherung in ihrem Verantwortungsbereich. Über ihre entspre­chenden Aktivitäten haben sie regelmäßig einen Be­richt zu erstellen, der auch für Versicherte verständlich sein muss. (www. Bundesregierung. de)

2 Grundlagen im SGB V

Ambulante Versorgung

§ 73c Förderung der Qualität in der vertragsärztlichen Versor­gung

(1) In den Gesamtverträgen sollen Versorgungsaufträge vereinbart werden, deren Durchführung bestimmte qualitative oder orga­nisatorische Anforderungen an die Vertragsärzte stellt. Dabei sind außerdem Regelungen zu treffen, wie die Erfüllung dieser besonderen Versorgungsaufträge zu vergüten ist sowie ob und wie diese Vergütung auf die in den Gesamtverträgen nach § 85 oder § 85a vereinbarten Vergütungen anzurechnen ist. Bun­desmantelvertragliche Rege­lungen sind möglich.

(2) In den Verträgen nach Absatz 1 ist zu regeln, ob Vertragsärzte, die der Kassen­ärztlichen Vereinigung nachweisen, dass sie die vereinbarten Anforderungen erfüllen, einen Anspruch auf Durchführung der Versorgungsaufträge im Rah­men der ver­tragsärztlichen Versorgung haben. Wird keine Vereinbarung nach Satz 1 geschlossen, können Krankenkassen mit Vertrags­ärzten Verträge zur Durchführung der nach Absatz 1 gesamt­vertraglich vereinbarten Versorgungs­aufträge schließen.

§ 81a Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesund­heitswesen

(1) Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztlichen Bundesvereini­gungen richten organisatorische Einheiten ein, die Fällen und Sachverhalten nachzugehen haben, die auf Un­regelmäßigkeiten oder auf rechtswidrige oder zweckwidrige Nutzung von Finanzmitteln im Zusammenhang mit den Aufga­ben der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung oder Kassen­ärztlichen Bundesver­einigung hindeuten. Sie nehmen Kontroll­befugnisse nach § 67c Abs. 3 des Zehnten Buches wahr.

(2) Jede Person kann sich in den Angelegenheiten des Absatzes 1 an die Kassen­ärztlichen Vereinigungen und Kassenärztlichen Bundesverei­nigungen wenden. Die Einrichtungen nach Absatz 1 gehen den Hin­weisen nach, wenn sie auf Grund der einzelnen Angaben oder der Gesamtumstände glaubhaft erscheinen.

(3) Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztlichen Bundesvereini­gungen haben zur Erfüllung der Aufgaben nach Absatz 1 untereinander und mit den Krankenkassen und ihren Verbänden zusammenzuarbeiten.

(4) Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztlichen Bundesvereini­gungen sollen die Staatsanwaltschaft unverzüg­lich unterrichten, wenn die Prü­fung ergibt, dass ein Anfangs­verdacht auf strafbare Handlungen mit nicht nur geringfügiger Bedeutung für die gesetzliche Krankenversicherung bestehen könnte.

(5) Der Vorstand hat der Vertreterversammlung im Abstand von zwei Jahren, erst­mals bis zum 31. Dezember 2005, über die Arbeit und Ergebnisse der organi­satorischen Einheiten nach Absatz 1 zu berichten. Der Bericht ist der zuständi­gen Auf­sichtsbehörde zuzuleiten.”

§ 106 Wirtschaftlichkeitsprüfung in der vertragsärztlichen Versorgung

(1) Die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen überwachen die Wirtschaftlichkeit der vertragsärztlichen Ver­sorgung.

(2) Die Wirtschaftlichkeit der Versorgung wird geprüft durch

1. arztbezogene Prüfung ärztlicher und ärztlich verordneter Leistungen nach Durchschnittswerten oder bei Über­schreitung der Richtgrößen nach § 84 (Auffällig­keitsprüfung),

2. arztbezogene Prüfung ärztlicher und ärztlich verordneter Leistungen auf der Grundlage von arztbezogenen und versichertenbezogenen Stich­proben, die mindestens 2 vom Hundert der Ärzte je Quartal umfassen (Zufällig­keitsprüfung). Die Höhe der Stichprobe nach Satz 1 Nr. 2 ist nach Arztgruppen gesondert zu bestimmen; der Prüfungsausschuss kann für die Zwecke der Prüfung Gruppen abweichend von den Fach­gebieten nach aus­gewählten Leistungsmerkmalen bilden. Die Landes­ver­bände der Krankenkassen und die Verbände der Ersatz­kassen kön­nen gemeinsam und einheitlich mit den Kas­senärztlichen Vereinigungen über die in Satz 1 vorge­sehenen Prüfungen hinaus andere arztbezo­gene Prü­fungsarten vereinbaren; dabei dürfen versichertenbezo­gene Daten nur nach den Vorschriften des 10. Kapitels erhoben, verarbeitet oder genutzt werden.

Die Prüfungen nach Satz 1 umfassen auch die Häufig­keit von Überwei­sungen, Krankenhauseinweisungen und Feststellungen der Arbeitsunfä­higkeit sowie die Häufigkeit und den Umfang sonstiger veranlasster Lei­stungen, insbesondere aufwendiger medizinisch-techni­scher Leistun­gen. Eine erneute Prüfung nach Satz 1 Nr. 2 findet im Regelfall nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Einleitung dieser Prüfung statt. Die Prü­fungen nach Durchschnittswerten sind für den Zeitraum eines Quartals, die Prüfungen bei Überschreitung der Richt­größen für den Zeitraum ei­nes Kalenderjahres durchzu­führen. In die Prüfungen sind auch die Lei­stungen ein­zubeziehen, die im Rahmen der Kostenerstattung ver­gütet worden sind.

(2a) Gegenstand der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit in den Prü­fungen nach Ab­satz 2 Satz 1 Nr. 2 sind, soweit dafür Veranlas­sung besteht,

1. die medizinische Notwendigkeit der Leistungen (Indikation),
2. die Eignung der Leistungen zur Erreichung des therapeu­tischen oder dia­gnostischen Ziels (Effektivität),
3. die Übereinstimmung der Leistungen mit den anerkann­ten Kriterien für ihre fachgerechte Erbringung (Qualität), insbesondere mit den in den Richtlinien der Bundesaus­schüsse enthaltenen Vorgaben,
4. die Angemessenheit der durch die Leistungen verursach­ten Kosten im Hinblick auf das Behandlungsziel,
5. bei Leistungen des Zahnersatzes und der Kieferorthopä­die auch die Ver­einbarkeit der Leistungen mit dem Heil- und Kostenplan.

(3) Die in Absatz 2 Satz 4 genannten Vertragspartner vereinbaren die Verfahren zur Prüfung der Wirtschaftlichkeit nach Absatz 2 gemeinsam und einheitlich. (..) Der einer Prüfung nach Ab­satz 2 Satz 1 Nr. 2 zugrunde zu legende Zeitraum beträgt min­destens ein Jahr. (..) Für den Fall wiederholt festgestellter Un­wirtschaftlich­keit sind pauschale Honorarkürzungen vorzuse­hen.

(3a) Ergeben die Prüfungen nach Absatz 2 und nach § 275 Abs. 1 Nr. 3b, Abs. 1a und Abs. 1b, daß ein Arzt Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat, obwohl die medizi­nischen Voraussetzungen dafür nicht vorla­gen, kann der Arbeitgeber, der zu Unrecht Arbeitsentgelt gezahlt hat, und die Krankenkasse, die zu Unrecht Kran­kengeld gezahlt hat, von dem Arzt Schadensersatz verlangen, wenn die Ar­beitsunfähig­keit grob fahrlässig oder vorsätzlich festgestellt worden ist, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorgelegen hatten.

(4) Die in Absatz 2 Satz 4 genannten Vertragspartner bilden bei den Kassenärztli­chen Vereinigungen gemeinsame Prüfungs- und Beschwerdeausschüsse. Den Ausschüssen gehören Ver­treter der Ärzte und der Krankenkassen in gleicher Zahl an. Den Vorsitz führt jährlich wechselnd ein Vertreter der Ärzte und ein Vertreter der Krankenkassen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vor­sitzenden den Ausschlag.

(1) Der Prüfungsausschuss führt die Prüfungen nach Absatz 2 durch; er entschei­det, ob der Vertragsarzt, der ermächtigte Arzt oder die ermächtigte ärztlich ge­leitete Einrichtung gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot verstoßen hat und welche Maßnah­men zu treffen sind. Dabei sollen gezielte Beratungen weiteren Maß­nahmen in der Regel vorangehen. (..) Gegen die Entschei­dungen der Prü­fungsausschüsse können die betroffenen Ärzte und ärztlich geleiteten Einrich­tungen, die Krankenkasse, die betroffenen Landesverbände der Krankenkassen sowie die Kas­senärztlichen Vereinigungen die Beschwerdeausschüsse anru­fen. Die Anrufung hat aufschiebende Wirkung. Für das Verfah­ren sind § 84 Abs. 1 und § 85 Abs. 3 des Sozialgerichtsgesetzes anzuwenden. Das Verfahren vor dem Beschwerdeausschuß gilt als Vorverfahren (§ 78 des Sozialgerichtsgeset­zes).

(5a) Prüfungen bei Überschreitung der Richtgrößen nach § 84 Abs. 3 werden durchgeführt, wenn die Richtgrößen um mehr als fünf vom Hundert überschrit­ten werden und auf Grund der vorliegenden Daten nicht davon auszugehen ist, dass die Über­schreitung durch Praxisbesonderheiten begründet ist. Bei einer Überschreitung der Richtgrößen um mehr als 15 vom Hundert hat der Vertrags­arzt den sich aus der Überschreitung der Richt­größen ergebenden Mehrauf­wand zu erstatten, soweit dieser nicht durch Praxisbesonderheiten begründet ist. Absatz 5 Satz 4 gilt entsprechend. Eine Klage gegen die Entscheidung des Beschwerdeausschusses hat keine aufschiebende Wirkung. (..)

(6) Die Absätze 1 bis 5 gelten auch für die Prüfung der Wirtschaft­lichkeit der im Krankenhaus erbrachten ambulanten ärztlichen und belegärztlichen Leistungen; § 83 Abs. 2 gilt entsprechend.

§ 111 Versorgungsverträge mit Vorsorge- oder Rehabilitations­einrichtungen

(1) Die Krankenkassen dürfen medizinische Leistungen zur Vor­sorge (§ 23 Abs. 4) oder Rehabilitation einschließlich der An­schlussheilbehandlung (§ 40), die eine stationäre Behandlung, aber keine Krankenhausbehandlung erfordern, nur in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen erbringen lassen, mit denen ein Versorgungsvertrag nach Absatz 2 besteht.

(2) Die Landesverbände der Krankenkassen und die Verbände der Ersatzkassen gemeinsam schließen mit Wirkung für ihre Mit­gliedskassen einheitliche Versor­gungsverträge über die Durch­führung der in Absatz 1 genannten Leistungen mit Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, die

1. die Anforderungen des § 107 Abs. 2 erfüllen und
2. für eine bedarfsgerechte, leistungsfähige und wirtschaftli­che Versorgung der Versicherten ihrer Mitgliedskassen mit stationären medizinischen Lei­stungen zur Vorsorge oder Rehabilitation einschließlich der Anschlussheil­be­handlung notwendig sind.

§ 109 Abs. 1 Satz 1 gilt entsprechend. Die Landesverbände der Krankenkassen eines anderen Bundeslandes und die Verbände der Ersatzkassen können ei­nem nach Satz 1 geschlossenen Versorgungsvertrag beitreten, soweit für die Behandlung der Versicherten ihrer Mitgliedskassen in der Vorsorge- oder Re­habilitationseinrichtung ein Bedarf besteht.

(3) Bei Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, die vor dem 1. Januar 1989 stationäre medizinische Leistungen für die Kran­kenkassen erbracht haben, gilt ein Versorgungsvertrag in dem Umfang der in den Jahren 1986 bis 1988 er­brachten Leistun­gen als abgeschlossen. Satz 1 gilt nicht, wenn die Einrichtung die Anforderungen nach Absatz 2 Satz 1 nicht erfüllt und die zuständigen Lan­desverbände der Krankenkassen und die Ver­bände der Ersatzkassen gemein­sam dies bis zum 30. Juni 1989 gegenüber dem Träger der Einrichtung schrift­lich geltend ma­chen.

(4) Mit dem Versorgungsvertrag wird die Vorsorge- oder Rehabilitati­onseinrichtung für die Dauer des Vertrages zur Versorgung der Ver­sicherten mit stationären medizinischen Leistungen zur Vorsorge oder Rehabilitation zugelassen. Der Versorgungsvertrag kann von den Landesverbänden der Krankenkassen und den Verbänden der Er­satzkassen gemeinsam mit einer Frist von einem Jahr gekündigt wer­den, wenn die Voraussetzungen für seinen Abschluß nach Absatz 2 Satz 1 nicht mehr gegeben sind. Mit der für die Krankenhausplanung zustän­digen Landesbehörde ist Einvernehmen über Abschluss und Kündigung des Ver­sorgungsvertrags anzustreben.

(5) Die Vergütungen für die in Absatz 1 genannten Leistungen werden zwischen den Krankenkassen und den Trägern der zu­gelassenen Vorsorge- oder Rehabi­litationseinrichtungen verein­bart.

(6) Soweit eine wirtschaftlich und organisatorisch selbständige, gebietsärztlich ge­leitete Vorsorge- oder Rehabilitationsein­richtung an einem zugelassenen Kran­kenhaus die Anforderun­gen des Absatzes 2 Satz 1 erfüllt, gelten im übrigen die Ab­sätze 1 bis 5.

§ 111a Rahmenempfehlungen über Vorsorge- und Rehabilitati­onsmaßnahmen

Die Spitzenverbände der Krankenkassen gemeinsam und einheit­lich und die für die Wahrnehmung der Interessen der ambulanten und stationären Vorsorge- und Re­habilitationseinrichtungen auf Bundesebene maßgeblichen Spitzenorganisationen sollen unter Berücksichtigung der Richtlinie nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 ge­mein­sam Rahmenempfehlungen für ambulante und stationäre me­dizinische Vorsorgelei­stungen sowie ambulante und stationäre me­dizinische Rehabilitationsleistungen abgeben; für Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, die einer Kirche oder einer Religi­onsgemeinschaft des öffentlichen Rechts oder einem sonstigen freigemein­nützigen Träger zuzuordnen sind, können die Rah­menempfehlungen gemeinsam mit den übrigen Partnern der Rah­menempfehlungen auch von der Kirche oder der Religionsgemein­schaft oder von dem Wohlfahrtsverband abgeschlossen werden, dem die Einrichtung angehört. In den Empfehlungen sind insbe­sondere zu regeln:

1. die Konkretisierung der Ziele und Inhalte von medizini­schen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen,
2. ein Katalog von Indikationen,
3. die individuellen Voraussetzungen für medizinische Vor­sorge- und Reha­bilitationsmaßnahmen unter Beachtung der Vorrangigkeit ambulanter Be­handlungsmöglichkei­ten,
4. aus medizinischen Gründen notwendige Abweichungen von der gesetzli­chen Regeldauer von Vorsorge- und Re­hablitationsmaßnahmen, (aufge­hoben ab dem 1.1.2001)
5. Umfang und Inhalt der Zusammenarbeit der Vorsorge- und Rehabilitati­onseinrichtungen mit Vertragsärzten und Krankenhäusern,
6. Maßnahmen zur Sicherung der Qualität der Behandlung, der Versor­gungsabläufe und der Behandlungsergebnisse, soweit nicht der An­wendungsbereich von § 137 d be­troffen ist,
7. Maßstäbe und Grundsätze für die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbrin­gung,
8. Maßnahmen zur Förderung eines gleichmäßigen Lei­stungsgeschehens.

Vor Abschluss der Rahmenempfehlungen ist der Kassenärztlichen Bun­desvereini­gung und zu der Regelung nach Satz 2 Nr. 5 auch der Deut­schen Krankenhausgesellschaft Gelegenheit zur Stellung­nahme zu ge­ben; die Stellungnahmen sind in den Entschei­dungsprozeß der Partner der Rahmenempfehlungen einzu­beziehen.

§ 113 Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsprüfung der Kranken­hausbehandlung

(1) Die Landesverbände der Krankenkassen, die Verbände der Er­satzkassen und der Landesausschuss des Verbandes der privaten Krankenversicherung können gemeinsam die Wirtschaftlich­keit, Leistungsfähigkeit und Qualität der Kranken­hausbehand­lung eines zugelassenen Krankenhauses durch einvernehmlich mit dem Krankenhausträger bestellte Prüfer untersuchen lassen. Kommt eine Eini­gung über den Prüfer nicht zustande, wird die­ser auf Antrag innerhalb von zwei Monaten von der Landes­schiedsstelle nach § 114 Abs. 1 bestimmt. Der Prüfer ist unab­hängig und an Weisungen nicht gebunden.

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Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Gesetzliche Grundlagen des Qualitätsmanagements
Hochschule
Universität Regensburg
Autor
Jahr
2005
Seiten
39
Katalognummer
V278222
ISBN (eBook)
9783656707059
ISBN (Buch)
9783668136847
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gesetzliche, grundlagen, qualitätsmanagements
Arbeit zitieren
Dr. phil. Rudolf Kutz (Autor), 2005, Gesetzliche Grundlagen des Qualitätsmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278222

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