Die Wahl des betrieblichen Standortes kann einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von Unternehmen leisten, denn die Bedingungen, die man an einem potentiellen Standort vorfindet, beeinflussen maßgeblich das Leistungsspektrum. Ein typisches Merkmal der Standortwahl ist ihr strategischer Charakter. Die Entscheidung für einen Standort übt einen langfristigen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens aus.
Fehlentscheidungen bei der Wahl von Standorten können aufgrund der damit verbundenen Kosten Unternehmensexistenzen bedrohen. Ein aktuelles Beispiel für eine Fehlerhafte Standortentscheidung, welche bedrohende Ausmaße annimmt, bietet der Konzern ThyssenKrupp, mit seinen defizitären Stahlwerken in Brasilien und den USA, die aufgrund der finanziellen Schieflage des Konzerns zum Verkauf stehen.
Die Entscheidung über einen Standort bedarf daher einer sorgfältigen betriebswirtschaftlich fundierten Analyse.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Standortentscheidungen von Unternehmen getroffen werden und welche Kriterien dabei von Relevanz sind.
Ziel ist es einen Überblick über das Thema der Standortentscheidung im Hinblick auf die Implementierung im Investitionscontrolling zu verschaffen.
Im ersten Teil der Ausarbeitung werden zunächst Grundlagen für das Verständnis des Standortproblems erarbeitet. Aufbauend auf einer Darstellung der strategischen Rolle und der entscheidungsrelevanten Determinanten, erfolgt die Skizzierung eines Entscheidungsablaufes und schließlich die Erörterung der sich für Unternehmen ergebenden
Herausforderungen.
Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt eine Einordnung des Untersuchungsgegenstandes in den Bereich des Investitionscontrollings. Im Anschluss daran werden mögliche Bewertungsverfahren dargestellt und ihre Stärken bzw. Schwächen kritisch diskutiert.
Anschließend werden im letzten Teil der Ausführung die Ergebnisse zusammengefasst und ein abschließendes Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen betrieblicher Standortentscheidungen
2.1 Determinanten der betrieblichen Standortentscheidung
2.2 Der Ablauf eines Standortentscheidungsprozesses
2.3 Die betriebliche Standortentscheidung als Herausforderung
3 Unterstützung von Standortentscheidungen im Investitionscontrolling
3.1 Grundlagen des Investitionscontrollings
3.2 Monetäre Bewertungsverfahren
3.3 Die Nutzwertanalyse als multikriterielles Bewertungsverfahren
3.4 Die Szenario Analyse als Prognoseverfahren
3.5 Kritische Würdigung
4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen komplexe Standortentscheidungen treffen und welche Rolle das Investitionscontrolling dabei einnimmt. Ziel ist es, einen Überblick über den Prozess zu verschaffen und Methoden zur fundierten Standortwahl zu analysieren.
- Strategische Relevanz und Herausforderungen der Standortwahl
- Prozessablauf von der Initiativphase bis zur Entscheidungsphase
- Monetäre Bewertungsverfahren (z.B. Kapitalwertmethode)
- Multikriterielle Bewertung mittels Nutzwertanalyse
- Szenariotechnik als Prognoseinstrument bei Unsicherheit
Auszug aus dem Buch
3.2 Monetäre Bewertungsverfahren
Die Aufgabe der Investitionsrechnung besteht in der ergebnisorientierten Informationsversorgung der Planung, Steuerung und Kontrolle von Investitionen. Dabei lassen sich die Instrumente der monetären Bewertung in statische und dynamische Investitionsrechenverfahren unterteilen. Zu den statischen Verfahren zählen die Kostenvergleichsrechnung, Gewinnvergleichsrechnung, Rentabilitätsvergleichsrechnung und Amortisationsrechnung. Unter den dynamischen Verfahren werden die Kapitalwertmethode, die Methode des internen Zinsfußes und die Annuitätenmethode zusammengefasst. Das Hauptunterscheidungskriterium dieser beiden Gruppen ist die unterschiedliche Berücksichtigung vom zeitlichen Anfall der Zahlungen einer Investition.
Während im Zusammenhang mit den dynamischen Verfahren alle mit der Investition verbundenen Zahlungen, durch Aufzinsung bzw. Abzinsung auf einen bestimmten Zeitpunkt, berücksichtigt werden, beziehen sich die statischen Verfahren auf eine Periode der Investition und ignorieren somit den Zeitablauf. Die Vorteilhaftigkeit der dynamischen Verfahren gegenüber den statischen Verfahren lässt sich durch eine plausible Überlegung rechtfertigen. Zum einen können Einzahlungsüberschüsse, die mit einer Investition verbunden sind, reinvestiert werden, so dass ein Zinsertrag entsteht. Je früher Überschüsse wieder investiert werden können, desto höher ist der resultierende Zinsertrag. Auf der anderen Seite müssen Auszahlungen gedeckt werden. Der sich hieraus ergebende Zinsaufwand fällt umso geringer aus, je weiter die Auszahlung verschoben werden kann. Aufgrund der exakteren Betrachtung der zeitlichen Komponente wird die Kapitalwertmethode als Instrument der dynamischen Verfahren im weiteren Verlauf der Ausführungen in das Zentrum der Betrachtung gerückt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung der Standortwahl für den Unternehmenserfolg und definiert das Ziel, den Prozess der Standortfindung im Investitionscontrolling einzuordnen.
2 Grundlagen betrieblicher Standortentscheidungen: Dieses Kapitel erarbeitet die begrifflichen Grundlagen, erläutert den Standortentscheidungsprozess und diskutiert die Herausforderungen für moderne Unternehmen in einem globalisierten Umfeld.
3 Unterstützung von Standortentscheidungen im Investitionscontrolling: Der Hauptteil beschreibt die Rolle des Controllings bei der Standortwahl und stellt verschiedene quantitative sowie qualitative Bewertungsmethoden wie Kapitalwertmethode, Nutzwertanalyse und Szenariotechnik detailliert dar.
4 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass keine allgemeingültige Lösung existiert, sondern die Planung individuell an die Unternehmenssituation angepasst werden muss.
Schlüsselwörter
Standortentscheidung, Investitionscontrolling, Standortwahl, Kapitalwertmethode, Nutzwertanalyse, Szenariotechnik, Standortfaktoren, Direktinvestition, Strategisches Management, Unternehmensziele, Investitionsrechnung, Unternehmenssicherung, Wettbewerbsvorteil, Standortplanung, Bewertungsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen fundierte Standortentscheidungen treffen und wie das Investitionscontrolling diesen komplexen Prozess durch geeignete Instrumente unterstützen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die strategische Bedeutung von Standorten, den strukturierten Entscheidungsprozess, monetäre Bewertungsmethoden, die Nutzwertanalyse sowie die Szenarioplanung unter Unsicherheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über das Thema Standortentscheidung zu geben, insbesondere im Hinblick auf die methodische Implementierung im Investitionscontrolling.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um theoretische Grundlagen aufzuarbeiten, und illustriert die Anwendung der Investitionsrechnung (Kapitalwertmethode), der Nutzwertanalyse und der Szenariotechnik anhand von Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Standortbestimmung, den Ablauf des Entscheidungsprozesses sowie die detaillierte Beschreibung und kritische Würdigung der Bewertungsinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Standortentscheidung, Investitionscontrolling, Nutzwertanalyse, Kapitalwertmethode, Szenariotechnik und strategische Planung.
Wie unterscheidet sich die Mikro- von der Makroanalyse?
Die Makroanalyse filtert Länder anhand von Mindestanforderungen, während die Mikroanalyse spezifischere Faktoren des Unternehmens betrachtet und wesentlich detailliertere Anforderungen an die Informationsbeschaffung stellt.
Warum ist die Szenariotechnik für Standortentscheidungen sinnvoll?
Da Standortentscheidungen weit in die Zukunft reichen und unter hoher Unsicherheit getroffen werden, hilft die Szenariotechnik, zukünftige Unternehmens- und Umweltzustände abzubilden, statt nur auf statische Prognosen zu setzen.
- Quote paper
- Bastian Michaeli (Author), 2014, Standortentscheidungen. Herausforderungen und instrumentelle Umsetzung im Investitionscontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278249