Die Finanzkrise ab 2008 führte weltweit zu Verlusten in Billionenhöhe. Deutschland verlor bis 2012 496 Mrd. EUR durch einen Rückgang der Wirtschaftsleistung und damit des Wohlstands. Aufgrund hoher Kursverluste am Aktienmarkt haben Privatpersonen diese Anlageform stärker als zuvor gemieden. Auf der anderen Seite sorgen die seit dem anhaltenden niedrigen Zinsen auf Spareinlagen dafür, dass das Vermögen der Deutschen entwertet wird, da die Zinssätze unterhalb der Inflationsrate liegen. Laut einer Studie der DZ-Bank lag im Jahr 2013 das Vermögen der Deutschen auf einem Rekord-hoch. Obwohl die Zahl an Sparern sinkt, ist das vorhandene Geldvermögen weiterhin auf einem hohen Stand. Während das Vermögen der Deutschen steigt, beschäftigen sich Unternehmen jedoch mit der Frage, wie sie die weitere Entwicklung ihres Unternehmens finanzieren sollen. Nach dem Start-Up Barometer 2014 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young scheitern die Start-Ups hierzulande an dieser Hürde. Laut der KfW trifft dies auf beinahe ein drittel der Start-Ups zu, welche innerhalb der ersten vier Jahre den Geschäftsbetrieb aufgeben müssen. Viele erfolgversprechende Ideen können daher nicht umgesetzt werden. Gründer bewerten die Rahmenbedingungen für ihr Unternehmen negativ. Sie sehen die Möglichkeit einer Verbesserung nur in der Erleichterung des Zugangs zu Kapital. Deutschlands Venture Capital-Markt sei im Vergleich zu den USA oder England noch unterentwickelt. Dies lässt sich anhand der Investitionssummen der Risikokapitalgesellschaften und an der Zahl aktiver Business Angels erkennen. Doch gerade in den letzten Jahren hat sich eine neue Form der Finanzierung zum Trend-Thema entwickelt. Crowdfunding oder Crowdinvesting erfreut sich letztlich durch den Film „Stromberg“ großer Popularität.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Unternehmensgründungen und Informationsasymmetrien
2.1 Erfolgsfaktoren einer Unternehmensgründung
2.2 Unternehmensbewertung
2.3 Informationsasymmetrien zwischen den Marktteilnehmern
3 Crowdfunding als Finanzierungsinstrument
3.1 Crowdsourcing und die Entwicklung des Crowdfunding
3.2 Crowdinvesting
3.3 Einordnung des Crowdinvesting in die Finanzierungsformen von Start-Ups
4 Crowdfunding in Deutschland
4.1 Umsetzung in Deutschland
4.1.1 Relevante Plattformen
4.1.2 Rechtlicher Rahmen
4.2 Kritische Analyse aus Sicht der Kapitalgeber
4.2.1 Chancen
4.2.2 Risiken
4.3 Kritische Analyse aus Sicht der Kapitalnehmer
4.3.1 Chancen
4.3.2 Risiken
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Markt für Crowdinvesting in Deutschland vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklungen. Ziel ist es, die Stellung des Crowdinvesting innerhalb der Finanzierungsformen zu bestimmen, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beleuchten und die Motive sowie Chancen und Risiken sowohl für Investoren als auch für Start-Ups herauszuarbeiten.
- Analyse der Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen und Informationsasymmetrien
- Einordnung des Crowdinvesting in das Spektrum der Unternehmensfinanzierung
- Vergleich und Bewertung relevanter Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland
- Kritische Gegenüberstellung von Chancen und Risiken für Kapitalgeber und Kapitalnehmer
Auszug aus dem Buch
2.3 Informationsasymmetrien zwischen den Marktteilnehmern
Innerhalb der Beziehung zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern bestehen Informationsasymmetrien, welche eine erfolgreiche Finanzierung erschweren. Die im Vorfeld skizzierte Problematik der Unternehmensbewertung von Start-Ups ist dabei nur ein Aspekt, der zu Interessenskonflikten führen kann. Daher soll folgend die Prinzipal-Agenten-Theorie herangezogen werden, um den Sachverhalt näher zu erläutern.
Die Prinzipal-Agenten-Theorie (PAT) ist ein Ansatz der Neuen Institutionsökonomik, bei der die Beziehung zwischen einem Auftraggeber (Prinzipal) und einem Auftragnehmer (Agent) im Vordergrund steht. In der Finanzwirtschaft entspricht dies der Beziehung zwischen dem Kapitalgeber und dem Kapitalnehmer. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit Delegationsrechten, Anreizmechanismen und vorhandenen Konfliktbeziehungen. Die PAT wird innerhalb der Finanzwirtschaft für die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten für Vertragsgestaltungen herangezogen, die die Ziele beider Parteien berücksichtigen sollen. Um die PAT zu verdeutlichen, dient als Beispiel der Erwerb von Unternehmensanteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die wirtschaftliche Ausgangslage, die Problematik der Finanzierung von Start-Ups in Deutschland und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Unternehmensgründungen und Informationsasymmetrien: Das Kapitel betrachtet Erfolgsfaktoren für Unternehmensgründungen, erläutert Methoden der Unternehmensbewertung bei Start-Ups und analysiert mithilfe der Prinzipal-Agenten-Theorie bestehende Informationsasymmetrien zwischen Kapitalgebern und Gründern.
3 Crowdfunding als Finanzierungsinstrument: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen des Crowdsourcing, entwickelt den Prozess des Crowdfunding und ordnet Crowdinvesting als spezifisches Instrument innerhalb der Finanzierungsphasen von Start-Ups ein.
4 Crowdfunding in Deutschland: Es erfolgt eine detaillierte Analyse relevanter Plattformen, eine Darstellung der rechtlichen Lage und eine kritische Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken aus Sicht der Kapitalgeber und Kapitalnehmer.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Rolle von Crowdinvesting als Ergänzung zu traditionellen Finanzierungsformen und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen sowie den Regulierungsbedarf.
Schlüsselwörter
Crowdinvesting, Crowdfunding, Crowdsourcing, Start-Ups, Unternehmensfinanzierung, Informationsasymmetrien, Prinzipal-Agenten-Theorie, Beteiligungsformen, Risikokapital, Venture Capital, Seedmatch, Companisto, Innovestment, Unternehmensbewertung, Kapitalgeber
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Crowdinvesting als eine alternative Form der Finanzierung für Start-Ups im deutschen Markt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen, die rechtliche Einordnung, den Marktvergleich führender Plattformen sowie die spezifischen Chancen und Risiken für alle beteiligten Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen und die Relevanz des Crowdinvesting für Start-Ups zu bewerten sowie die Motive von Investoren und Gründern vor dem Hintergrund aktueller Rahmenbedingungen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, theoretische Modelle wie die Prinzipal-Agenten-Theorie und einen praktischen Vergleich von Crowdinvesting-Plattformen basierend auf veröffentlichen Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Unternehmensgründungen und Finanzierungsmethoden insbesondere die Analyse des Crowdinvesting in Deutschland, die Plattform-Vergleiche und die kritische Bewertung der Beteiligungsformen erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Crowdinvesting, Start-Up-Finanzierung, Informationsasymmetrien, Risikokapital und deutsche Crowdfunding-Plattformen.
Wie unterscheiden sich die in der Arbeit analysierten Plattformen?
Die Plattformen differenzieren sich durch Kriterien wie Beteiligungsform (z. B. stille Beteiligung vs. partiarisches Darlehen), Kosten für das Start-Up, Mindestinvestition und die angewandten Unternehmensbewertungsverfahren.
Welche Bedeutung haben Informationsasymmetrien für den Erfolg einer Crowdinvesting-Finanzierung?
Informationsasymmetrien erschweren die Einschätzung der Qualität von Start-Ups durch Investoren, was ohne geeignete Lösungsmechanismen wie Transparenz und Qualitätssicherung zu Marktversagen führen kann.
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- Anonym (Author), 2014, Analyse des Crowdfunding als alternative Finanzierungsform für Start-Ups in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278254