Diese Referatszusammenfassung setzt sich mit der Frage auseinander, wie religiöse Urteilsentwicklung im Laufe des Lebens entsteht und sich entfaltet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Übersicht zu den Stufen (1 bis 5) des „Religiösen Urteils“ von Oser/Gmünder
3. Worterklärung
4. Synopse der strukturgenetischen Entwicklungsmodelle
5. Grafiken zu Altergruppen und Stufen des religiösen Urteils
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Entwicklung des religiösen Urteils nach Fritz Oser und Paul Gmünder, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie sich religiöses Urteilsvermögen im Lebenslauf entfaltet und welche stufenweisen Veränderungen der Urteilsstrukturen dabei durchlaufen werden.
- Theorie der Entwicklung religiöser Glaubensdimensionen
- Stufenmodell des religiösen Urteils (Stufe 1 bis 6)
- Zusammenhang zwischen Autonomie des Menschen und Autonomie des Ultimaten
- Vergleich mit strukturgenetischen Entwicklungsmodellen (Piaget, Kohlberg, Fowler)
- Empirische Verteilung der Urteilsstufen über verschiedene Altersgruppen
Auszug aus dem Buch
Orientierung an absoluter Autonomie – „Deismus“
Abtrennung des Ultimaten vom genuin humanen Bereich. Mensch und Letztgültiges sind voneinander unabhängig, Transzendenz und Immanenz voneinander getrennt. Der Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstverantwortung verdrängt das Letztgültige aus dem Alltag. Das Letztgültige wird nicht geleugnet, jedoch wird ihm ein Ort zugewiesen, der den Menschen möglichst wenig berührt.
Der Mensch ist ich-bezogen autonom, selbstverantwortlich für die Welt und sein Leben. Formierung der Ich-Identität, Ablösung von Erziehungsmächten, oft Ablehnung religiöser und kirchlicher Autorität.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Theorie der Entwicklung des religiösen Urteils ein und definiert die zentrale Fragestellung sowie die klinische Untersuchungsmethode mittels Dilemmageschichten.
2. Übersicht zu den Stufen (1 bis 5) des „Religiösen Urteils“ von Oser/Gmünder: Hier werden die fünf empirisch belegbaren Stufen der religiösen Entwicklung detailliert hinsichtlich ihres Autonomieverständnisses und der Gottesbeziehung beschrieben.
3. Worterklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Autonomie, Heteronomie, Deismus, Transzendenz und Immanenz für ein tieferes Verständnis der theoretischen Ausführungen.
4. Synopse der strukturgenetischen Entwicklungsmodelle: Diese Übersicht stellt die religiöse Entwicklung in einen interdisziplinären Kontext durch den Vergleich mit Modellen von Piaget, Kohlberg und Fowler.
5. Grafiken zu Altergruppen und Stufen des religiösen Urteils: Abschließend werden die stufenweisen Entwicklungen über verschiedene Altersgruppen hinweg mittels Datenvisualisierungen empirisch dargestellt.
Schlüsselwörter
Religiöses Urteil, Fritz Oser, Paul Gmünder, Entwicklungspsychologie, Autonomie, Heteronomie, Deismus, Transzendenz, Immanenz, Glaubensentwicklung, Dilemmageschichten, Letztgültiges, strukturgenetische Modelle, Stufenmodell.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem von Fritz Oser und Paul Gmünder entwickelten Modell zur stufenweisen Entwicklung des religiösen Urteilsvermögens im menschlichen Lebenslauf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Tiefenstrukturen religiösen Denkens, die Veränderung des Gottesbildes in Abhängigkeit von der kognitiven und moralischen Reife sowie das Verhältnis von menschlicher und göttlicher Autonomie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wie kann sich religiöses Urteilsvermögen im Lebensaufbau vermitteln und entfalten?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen die klinische Befragung, bei der Probanden mit Dilemmageschichten, wie dem sogenannten „Paul-Dilemma“, konfrontiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der sechs Stufen des religiösen Urteils, die begriffliche Klärung der theoretischen Basis und den Vergleich mit anderen entwicklungspsychologischen Modellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem religiöses Urteil, Autonomie, Heteronomie, Stufenmodell, Transzendenz und Immanenz.
Warum wird Stufe 6 als rein hypothetisch bezeichnet?
Stufe 6 wird als hypothetisch eingestuft, da sie eine vollständige Integration von Autonomie darstellt, die empirisch kaum oder nur in Ansätzen beobachtbar ist.
Was unterscheidet Stufe 1 (Heteronomie) von Stufe 3 (Deismus)?
Während in Stufe 1 die absolute Macht Gottes und die Abhängigkeit des Menschen im Zentrum stehen, ist Stufe 3 durch eine Trennung geprägt, bei der der Mensch autonom handelt und Gott als weitgehend unbeteiligt an den menschlichen Angelegenheiten wahrgenommen wird.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2014, Entwicklung des religiösen Urteils nach Fritz Oser und Paul Gmünder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278288